Spannend, abgründig, aufwühlend – 1000 Seiten Setz Was geschah in der Stunde zwischen Frau und Gitarre? In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie Reinegger Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Der Mann sitzt im Rollstuhl, ist von unberechenbarem Temperament und gilt als »schwierig«. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – ausgerechnet von Christopher Hollberg, jenem Mann, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll, als er ihn als Stalker verfolgte und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord trieb. Das Arrangement funktioniere zu beiderseitigem Vorteil, versichert man Natalie, die beiden seien einander sehr zugetan. Aber bald verstört die junge Frau die unverhohlene Abneigung, mit der Hollberg seinem vermeintlichen Freund begegnet. Sie versucht, hinter das Geheimnis des undurchschaubaren Besuchers zu kommen und die Motive seines Handelns zu verstehen. Dieser Roman ist eine Bergwerksfahrt in die Welt des Clemens J. Setz. Sie fördert ihre innere Ordnung zutage, ihre Geheimnisse und Prinzipien: Macht und Ohnmacht, Sinnsuche und Orientierungsverlust, Unterwerfung und Liebe in allen Spielarten – fürsorglich, respektvoll, besessen, Liebe als Wahn und als Manipulation. Und Rache. So subtil und schmerzhaft, dass die Frage nach Täter und Opfer in namenloses Gelände führt.
Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. 2011 wurde er für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. 2014 erschien sein erster Gedichtband Die Vogelstraußtrompete.
Winner of the Georg-Büchner-Prize 2021 How much po-mo extravaganza do you want? - YES.
Setz opus magnum (to date - Setz is only 38) tells the story of Natalie, a young woman who works in a residential home for disabled people. She is assigned to assist Alexander, a difficult character who is bound to a wheelchair - and frequently visited by a man whom he supposedly stalked until the wife of this victim-turned-visitor comitted suicide. While her more experienced co-workers assure Natalie that the arrangement is fine, Natalie senses that there must be some terrible truth at the bottom of this mysterious relationship...
This novel is about 1,000 pages long, and Setz uses this space to not only tell the wonderfully weird saga of Natalie and Alexander, but also to explore the representation of the digital age in an analogue medium, to investigate the nature of revenge and to generally test how many levels of meaning, surprising digressions, unusual observations and psychological twists you can pack into a text. The answer is: MANY. And hell, it's fun to read this unruly, challenging text, packed with knowledge about niche special interests, and delivered in the form of one big synesthetic explosion.
Let's face it: Our times don't require a poeta doctus, they require a poeta nerd - and Setz is just that guy. This novel needs to be be translated ASAP.
Setz gelingt mit diesem Buch etwas erstaunliches. Ich bin tierisch genervt von diesem Buch, ich finde Natalie mega ätzend, mich hat ein großer Teil der Plotebene nicht interessiert und trotzdem ist das ein phänomenal, großartiges Stück Kunst! Er rückt mir auf die Pelle, drückt mich in die Gedanken-/und Lebenswelt einer Person, die völlig blank zieht.Er bricht in meine Bubble (Schutzzone) ein. Lässt mich an Natalies Ängsten, ihren Zwängen, Verunsicherung und verstörenden Mechanismen, mit dieser Welt, mit diesem Leben zurecht zu kommen teilhaben. NATALIE: Sexuelle Abenteuer/Streifzüge (zu nah, zu viel, widerlich!) Ihr sprunghaftes assoziatives Denken, das in verstörende Bilder abgleitet Die Vorliebe für "Nonsequitur-Unterhaltungen und Gedanken": unlogische Folgerungen, Fehlschlüsse der Argumentation, oder wie ich es ausdrücke: Gaga-Nonsens- wozu? Entspannung! Verdrängung von Erinnerungen? Sie scheint zu sensibel für das Leben zu sein. Imaginäre Mäuse und weiße Flauschbälle aus ihrer Fantasiewelt helfen sich zu erden. Ein Großteil des Buches spielt in dieser Nonsens-Welt, die für Natalie überlebenswichtig ist- für mich die reinste Qual. Ich habe vieles als Eskapismus empfunden. Was will dieses Buch? Welchen Mehrwert habe ich als Leser? Ich konnte es nicht sehen. Natalie mit ihrem Hang zu Verschwörungsmythen, dem Empfinden in einer Parallelwelt zu leben, voller Glitches , "Zeitungen und Kalender, die einem das Denken vernebeln". Lauter Plot, bei dem ich mich fragte, was soll ich damit?! Das interessiert mich nicht die Bohne. Dazu diese furchtbaren Gespräche, die nicht zu ende gesprochenen Sätze, das Rumgedruckse. So oft wollte ich schreien: " Leute kommt zum Punkt! Jetzt spuckt's aus!" Diese furchtbare ineffiziente Kommunikation. Ein Wahnsinn. Wisst ihr was mich am meisten fertig macht? Ich weiß immer noch nicht was Mike malt! Als wäre es lebendig. In diesem Buch ist vieles einfach nur sinnlos. Figuren werden platziert: Mario und Natalies Eltern, die dann einfach keine weitere Rolle mehr spielen. Die Ausführungen um Natalies Bruder: keine Ahnung was mit dem nun ist. Alles wabert in diesem Buch diffus herum. Hollberg mit seinen unheimlichen Meta-Erzählungen. Der Veloziraptor ist meine Lieblingsszene. Ach, und dann ging mir ein Licht auf: Kontrollverlust, Machtlosigkeit, das Gefühl von Wehrlosigkeit. Durchgespielt an Natalies Leben, ihrem Körper, Frau sein, den Anfällen der Vergangenheit, dem Heim und seinen Bewohnern, dem Thema Rache und Stalking und am Leser, der machtlos, wehrlos diesem Wahnsinn ausgeliefert ist. Dafür braucht es genau diese ekelhafte Länge von 1000 Seiten. Die Story wäre auch auf 500 Seiten prächtig erzählt gewesen, hätte aber eben nicht diesen Effekt, das langsame Durchdrehen des Lesers. Ich hasse das Buch. Sollte es Euch beim anlesen genauso gehen? Gut so, weiter machen!
Natalie hat gerade ihre Ausbildung als Sonderpädagogin abgeschlossen und fängt in einem Wohnheim für Behinderte an. Sie wird Bezugi für Herrn Dorm, einen schwulen Stalker im Rollstuhl. Jede Woche bekommt er Besuch, ausgerechnet von seinem ehemaligen Opfer. Natalie gerät mitten in diese bizarre Beziehung, woraus sich eine kuriose und überraschende Geschichte entwickelt. Soweit die äußerste Schicht des Romans, die Handlung, die sehr gemächlich beginnt und erst zum Ende hin beschleunigt, dann aber richtig dramatisch wird.
Schon bald entstand für mich als Leser ein Naheverhältnis zu Natalie. Die Erzählstimme bewegt sich ganz dicht an, oder in der Hauptfigur, alles wird durch ihre Augen, Ohren und vor allem durch ihre empfindliche Sensorik wahrgenommen. Nicht dass ich mich als alter Mann mit dem 22-jährigen, bunten Vogel identifizieren konnte. Sie ist eigentlich eine Kunstfigur, die zwar im Dienst der Handlung steht, aber zugleich als Guckloch in die seltsame Innenwelt des Clemens J. Setz dient.
Ardennen, Ardennen, Ardennen, hämmerten die Weberknechte in ihrem Kopf, das Wort verlor schnell seine Bedeutung und wurde trogförmig und schwarz.
Natalie hatte als Kind epileptische Anfälle, die sie noch manchmal wie ein Schatten heimsuchen. Abends geht sie einem eher schrägen sexuellen Zeitvertreib nach, sie neigt zur Synästhesie, missbraucht Benzos und Muskelrelaxanzien und sucht nach glitches in den Randzonen von GTA4. Kurz gesagt, sie ist jung und verrückt. In dem Buch sind eigentlich alle gestört - aber was normal ist, war immer schon Verhandlungssache.
Natalie musste an das Wort Luke denken, ein kühlblaues, münzgroßes Wort.
Die Grauzone zwischen gesund und krank, zwischen normal und abnormal ist ganz offensichtlich ein prominenter Teil der Setz'schen Gedankenwelt. Wann sind Körper, Gefühle und Gedanken als normal zu bezeichnen, wer bestimmt die Grenzen und was, wenn die subjektive Erfahrung mit dem gesellschaftlichen Konsens kollidiert?
Das Wort Seebestattung geisterte ihr durch den Kopf, ein hässliches, haariges Wort von dunklem, borstigem Braun.
Natalie ist ein Fan von non sequitur und das Kausalitätsprinzip ist ein weiteres Thema, das immer wieder durchscheint. Liegt in der Abfolge von Ereignissen die Ursache immer in der Vergangenheit oder könnten gegenwärtige Geschehen auch von der Zukunft aus bewegt werden? Ja, über sowas macht sich Natalie Gedanken. Da gehts dann auch um Spieltheorie, Kybernetik, Gefangenendilemma, schon erstaunlich was Setz seiner Figur alles zumutet. Aber keine Angst, all das wird unterhaltsam untergemischt, das Buch ist alles andere als trocken oder theoretisch. Irgendwann findet sie im Zimmer von Herrn Dorm die Philosophie des Abendlandes von Bertrand Russell und nimmt es mit nach Hause - nur das ist ihr dann doch zu steil.
Natalie mußte an das rotgoldene Wort Köcher denken.
Die Welten von Natalie und Clemens Setz überschneiden sich und ebenso ist da auch ein undefiniertes Niemandsland zwischen Autor und Figur. In jedem Fall geht es ins Eingemachte, an die Grenzen der Wahrnehmung, in psychologische Tiefen, in physiologische und pathologische Abgründe.
Und natürlich geht es um Sprache, um die Wirkmächtigkeit der Worte. Das erinnert mich daran, wie ich im Vorschulalter einmal das Wort "Hua" (österr. Hure) auf den heimischen Mittagstisch warf, natürlich unwissend, was es bedeutet - die Wirkung war tatsächlich mächtig. Setz spielt mit diesem Effekt und die Sprache seiner Charaktere erinnert manchmal an psychologische Kriegsführung.
Man kann Menschen mit dem richtigen Satz umbringen. Eine Silbenfolge, die jemanden so entsetzt, dass der Schock-Tod sofort eintritt. Sie stellte sich einen Tempel in China vor, voller gelbgekleideter Mönche, die über solchen tödlichen Sätzen meditieren, jahrhundertelang.
Zugleich zerlegt Setz Sprachgewohnheiten, ganz wunderbar imitiert er den typischen Sozialsprech im Heim, nimmt die durch Whatsapp und Youtube bedingte Sprachverkürzung aufs Korn oder benützt mit Genuss das Vokabular der digital natives. Und immer wieder glitches...
Es ist ein vielschichtiges und zeitgemäßes Buch, das gar nicht so einfach auf den Punkt gebracht werden kann und in dem wahrscheinlich jeder etwas anderes für sich finden wird. Die schräge Story vor dem Hintergrund einer überreizten, durchgedrehten Gesellschaft hält die inneren Zutaten perfekt zusammen. 1020 Seiten sind lang, doch stimme ich nicht in die Ratschläge jener ein, die meinen, 100 oder 200 Seiten weniger hätten auch gereicht, denn 150 Seiten mehr hätten auch nicht geschadet. Schade finde ich es, dass das Buch nach einem kurzen Hype nicht mehr Aufmerksamkeit erhält.
Arboretrum ist ohne Zweifel ein imponierendes Wort, auch wenn ich die Beschreibung nicht im Detail nachvollziehen kann:
Es war ein sich starksehnig nach vorne neigendes, muldenhaft sanftes, aber hitzeflimmerndes Wort, ein Wort wie reifer Gummi und Asphaltgeruch, gleichzeitig cremig und rein und von imponierender Größe.
"Tengo que salir de aquí de alguna manera, pensó Natalie. Pero sólo le vinieron a la mente pensamientos falsos y cosas inútiles. Restos de otros capítulos de su vida."
"La hora entre la mujer y la guitarra" es una novela que me ha impresionado y ya contaba en anteriores reseñas (Las lunas antes del aterrizaje y Las abejas y lo invisible) que Clemens Setz me parece un autor que va por libre, único, que no se parece a nadie, y aun habiendo leído dos novelas suyas ya, nada me había preparado para ésta porque en ella no hay respiro, es casi un psycho-thriller con una atmósfera de amenaza continua durante sus mil páginas. En cada uno de sus capítulos más o menos cortos, que podrían funcionar como pequeños relatos, sin numerar, sino llevando por título una palabra o frase reflexiva sobre lo que ocurre en la sección, Setz se las apaña para enlazar un capítulo tras otro creando una suerte de suspense continuo, un suspense apoyado sobre todo en la base de la información proporcionada a cuentagotas, la va desvelando poco a poco a medida que la mente de su protagonista, Natalie Reinegger, va analizando una serie de hechos que van apareciendo frente a ella. Después de haber terminado esta novela que me ha dejado bastante shockeada sobre todo por cómo monta Setz su historia en torno a Natalie, siguiéndola muy de cerca, pegado a ella como una lapa estableciéndose una especie de simbiosis entre personaje y autor, todavía sigo fascinada por toda la cantidad de temas que aborda aquí Setz pero sobre todo en lo que se refiere a las relaciones de poder, el poder y el control de una persona sobre otra y sobre todo la dependencia total de una persona hacia otra. Es ante todo una novela sobre acoso, el voyeurismo, las diferentes maneras de seguir a alguien tanto físicamente como psicológicamente hablando, y es un tema que a la larga acaba afectando al lector, por lo menos a mí me ha ocurrido por cómo envuelve Setz todo lo que gira en torno a acechar, a stalkear y debido a ello, como digo, consigue crear una atmósfera que en algunos momentos se puede acercar al terror: a sentir mientras lees que necesitas mirar por encima del hombro, o mirar por la ventana (como hace Natalie a veces), por si hay alguien acechando en el exterior. Todo esto está firmemente interconectado también a nuestra relación con las redes sociales en las que prácticamente medio planeta sigue/acecha al otro medio.
"Siempre me encuentra en todas partes”, afirmó Hollberg. Puedo esconderme donde quiera, él me encontrará en cualquier lugar. Entonces ¿por qué esconderse? Realmente puede encontrarte en cualquier lugar. No hay escapatoria."
La trama es fascinante y en algún punto se convierte en una suerte de pesadilla. Natalie Reinegger, con veintiun años acepta un trabajo como cuidadora en un sanatorio para discapacitados, un sanatorio además con unos pacientes (a quién se les llamará clientes) con peculiaridades muy éxoticas. A Natalie se le asignará el cuidado de Alexander Dorm, que con apenas treinta años, es un paciente en silla de ruedas que ha pasado un tiempo en un ala psquiátrica por haber acosado a Cristopher Hollberg, y fue tanto el acoso a través de cartas y amenazas a su mujer, que llevó al suicidio de la mujer de Hollberg. Ahora y una vez incorporada al trabajo, Natalie descubre que Dorm recibe una única visita semanal y será la del mismo sr. Hollberg, el hombre al que acosó y cuya mujer se acabo suicidando por no poder soportar la presión. Asi que desde un primer momento el lector vivirá a través de las reflexiones de Natalie la enorme intriga del motivo de estas visitas ¿cómo es posible que Hollberg visite a la persona que le arruinó la vida? La relación entre ambos hombres es aparentemente cordial, y de obsesión de Dorm sobre Hollberg. Dorm que es un misógino declarado, que odia a la mayoría de las mujeres, está enamorado de Hollberg y las visitas ejercen sobre él una dependencia total, no sabemos hasta qué punto es enamoramiento o una obsesión compulsiva, lo que si queda claro desde el primer momento es que Dorm vive y se prepara durante la semana para la visita de Hollberg.
Para Natalie y a medida que la novela avanza, las visitas de Hollberg le darán más que pensar. A priori parece que Dorm un misógino redomado, que humilla continuamente a Natalie y que tiene estallidos de ira en cuanto Hollberg deja de prestarle atención, pudiera parecer el acosador y sin embargo a juzgar por lo que va observando, la actitud de Dorm es de dependencia y sumisión total hacia Hollberg, y es éste último el que parece controlar y manipular su estado de ánimo a su conveniencia. "Ese frío tan gélido, pensó Natalie. Él lo soporta. Sí, eso era: resistencia. Perseverancia. Era una especie de endurecimiento". Es fascinante analizar la relación de poder y control entre Dorm y Hollberg a través de los ojos de Natalie porque somos testigos de la evolución de lo que pueden ser las relaciones de poder. Supuestmaente Hollberg está visitando a un hombre que se dice que ayudó a destruir su vida, entonces ¿por qué mantiene estas visitas y por qué no falta ninguna semana a ellas? Natalie a su vez pregunta e intenta indagar a sus compañeras de trabajo sobre la extraña relación entre ambos, y sin embargo, estas a su vez y sin profundizar, dosificando información, le dan a entender que todo está bien, han normalizado el comportamiento abusivo. Dorm que es una persona sumisa y dependiente cuando se encuentra en compañía de su adorado Hollberg, sin embargo ejerce un comportamiento abusivo hacia sus cuidadoras, porque para él las mujeres son como guitarras disfrazadas, cuerpos huecos con formas voluptuosas. Ante la falta de información, Natalie, sin embargo, llevará a cabo su propia investigación.
"Dime, B, ¿por qué todo esto tiene un tono de pesadilla? La relación entre Dorm y Hollberg, quiero decir. ¿Por qué es esto...? Quiero decir, no ha tenido sentido durante mucho tiempo, ¿verdad? - Toma tiempo", dijo. Hasta que consigues entrar."
Sin embargo esta novela va mucho más allá de esta linea argumental en torno al misterio de la relación entre Dorm y Hollberg. “Después del trabajo sólo tenía un pensamiento. Adormecerse, desconectarse, desprenderse de su propia piel, sentir algo diferente”. Paralelamente a esta trama, Natalie tiene una vida fuera de su trabajo en el sanatorio y aquí puede que esté la otra parte fascinante de esta soberbia novela. Natalie vive en un continuo conflicto consigo misma, está perdida y tiene una forma muy personal de relacionarse con su entorno. Para ella las palabras tienen colores, e incluso ve imágenes en estas palabras, imágenes la mayoría abstractas. Está tan influenciada por su relación con su iPhone, un objeto continuamente presente en la novela, que los mundos virtuales, los juegos, los vídeos pornográficos o las salas de chat, que la realidad virtual tiene casi más importancia que la realidad física, ya que este Iphone no solo lo usa para grabar conversaciones y sonidos mientras pasea, sino que prácticamente las conversaciones más reales para ella serán las virtuales. "Para él, solían ser instrumentos, instrumentos musicales. Él pensaba que las mujeres eran guitarras. Cuántas veces se había preguntado acerca de los extraños mundos interiores de los hombres en general? Mujeres y guitarras".
No voy a desvelar más de la trama en torno a la vida personal de Natalie pero si puedo decir que es incluso más enganchante que la que se desarrolla en el sanatorio en torno a su paciente y al misterio que lo envuelve. Natalie se da cuenta casi desde el principio, que es Hollberg quién controla completamente al sumiso Dorm y esto le crea un conflicto que la hace sentirse cada vez más atrapada, sobre todo en su vida personal, ya que no consigue desconectar de esta relación de sadomasoquismo cada vez más peligrosa, por lo que se sentirá a su vez cada vez más acechada, vigilada e incluso stalkeada.
"Markus inspeccionaba su estantería de libros, una vieja costumbre. Ante ciertos títulos, inclinaba la cabeza hacia un lado, siempre hacia la izquierda. Las nucas, el eterno misterio. Verlas nos incita a algo. Algo fluye a través de nosotros, pero nunca podremos decir exactamente qué es. Esta sensación, esta..."
Es curioso, dijo Markus, cuando has leído todo sobre una persona. Realmente cada línea. Y de repente, ya no está. Señaló los libros de la estantería. Para Markus, sus escritores favoritos eran un subgénero especial de la humanidad, autores que se habían aventurado tanto en el misterio de la vida, que sus muertes lo sorprendían a uno personal y dolorosamente, como si uno perdiera a un viejo amigo.”
Clemens Setz ha construido aquí una novela que me ha maravillado por cómo nos muestra lo que pasa en la cabeza de Natalie, por cómo nos sorprende continuamente creando escenas inesperadas y adictivas, por cómo su mirada fría en ocasiones, esboza con enorme sabiduría las relaciones de poder entre las personas, extremadamente violentas aunque aparentemente no lo parezca. Su lenguaje crea continuamente asociaciones y los juegos intertextuales se despliegan creando una narrativa que a mí no deja de maravillarme. Muchas tramas quedan sin resolverse, no es lo importante, conocemos esbozos de algunos personajes pero no concluye estas tramas, como en la vida misma porque muchos encuentros de nuestra vida se acaban difuminando y perdiendo en el camino, desapareciendo. De alguna forma, Setz se salta lo que mantenemos reprimido a través de la educación y nuestra timidez a la hora de exponernos, y nos muestra justo esta libertad a través de la mente de un personaje femenino como el de Natalie, absolutamente apabullante. Todo lo que normalmente mantenemos controlado y escondido, está aquí expuesto con absoluta libertad a través de una narración nunca estancada, siempre viva. Y por otra parte el titulo de este libro, no sé exactamente a qué se refiere, hay mucha ambiguedad en la información que nos proporciona Setz. Podría ser una referencia al simil misógino de Dorm en torno a la mujer como guitarra, o podría ser una referencia a la guitarra de Frank que aparece en una habitación desnuda casi al final de la novela (un momento terriblemente poético) o finalmente a ese párrafo casi en el ecuador de la novela, absolutamente atmosférico. Sea lo que sea, Clemens Setz es uno de los grandes ahora mismo. Radical y único.
"Y aunque podías reconocer el espacio con claridad y sentirlo cerca, parecía como si estuvieras vagando en una sala subterránea. Era esa hora de la noche en la que uno podía pararse en la calle y mirar la fachada de una casa sin entender nada. Como si fueras la única persona que se perdió la Navidad y el aterrizaje en la luna. Luces, persianas, ventanas. La hora entre la mujer y la guitarra."
„Ist dies auch Wahnsinn, so ist doch Methode drin.“ (William Shakespeare)
Mehr brauche ich eigentlich über „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ von Clemens J. Setz nicht sagen ha ha ha.
Okay, ich versuch´s trotzdem, diesem 1000-seitigen Klopper eine Rezension zu „verpassen“, auch wenn ich ziemlich sprachlos bin, was mich die letzten Wochen begleitet hat und ich mir sicher bin, diesem Machwerk in keiner Weise irgendwie gerecht werden zu können.
Dazu ist der Roman zu komplex, zu irre, zu… – ihr seht, mir fallen kaum adäquate Adjektive ein *g*.
Natalie fängt als Betreuerin in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen an und wird dort „Bezugi“ für mehrere Klienten, darunter ein begnadeter Maler sowie ein im Rollstuhl sitzender junger Mann namens Alexander Dorm. Dieser bekommt regelmäßig Besuch von Christopher Hollberg – ausgerechnet dem Mann, dessen Frau sich vor ein paar Jahren das Leben genommen hat, da sie zuvor von Alexander Dorm gestalkt wurde. Schon bald wird Natalie ob des „Arrangements“ skeptisch und fängt an, Nachforschungen anzustellen…
Das ist nur eine der vielen Ebenen dieses Meisterwerks des Irrsinns. Selten sind mir so viele Charaktere begegnet (inklusive Erzähler *g*), die viel reden, aber immer (oder meistens) am Thema vorbei erzählen. Das ist auf der einen Seite anstrengend zu lesen, aber auf der anderen Seite irre komisch und hat mich nicht nur einmal zum Lachen gebracht. Dann gab es Passagen, in denen die Fragezeichen in meinen Augen gar nicht groß genug sein konnten und dann wiederum welche, in denen die Leser:innen Natalie so dermaßen nah kommen, dass es schon fast (körperlich) weh tut.
Überhaupt, Natalie: sie ist eine grandios gezeichnete Hauptfigur, die man abwechselnd schütteln oder knuddeln möchte – je nachdem, in welcher Situation sie sich gerade befindet. An einer Stelle sagt sie über sich: „Oh Gott, ich bin total peinlich. Ich kann nicht mal normale, gerade Gedanken denken." (S. 217/218) Ja, Natalie – das bist du. Und trotzdem…
Ich komme auch jetzt noch nicht von dem Roman los; meine Gedanken kehren immer zurück zu Natalie, Alexander, Mike und all den anderen Figuren, die mich über sechs Wochen täglich begleitet haben. Eigentlich sollte man diesen Roman mindestens einmal im Jahr lesen – er regt einen auf, treibt einen in den Wahnsinn und lässt einen trotzdem den realen Irrsinn für ein paar Tage vergessen und entsprechend erden.
So, und nun – Ende. Glocken- und Glasklare Leseempfehlung und damit verdiente 5*.
9.11.2015 Viele, viele Setz-Sätze auf den ersten 130 Seiten bereiten schon zu Beginn das Fundament eines möglichen Lieblingsbuches. Eine dunkle Geschichte mit abgedrehten Protagonisten nimmt langsam Fahrt auf. 14.11.2015 Ich verschlinge Bücher, ich fresse sie regelrecht meinten meine Eltern über mich als jungen Leser. So alt musste ich werden dass sich dieser Prozess umkehrt. Ich habe das Gefühl dieses Buch verschlingt mich, jeder Satz eine Kaubewegung - es verdaut mich bei lebendigem Leib. Gefährlich dunkel. Gefährlich schön. 27.11.2015 Dieses Buch ist sowas von, sowas von uneinordenbar - und lässt mich unglücklich, nein als Zerrissenen lässt es mich zurück. So gut habe ich mir mein Leseleben im Text eingerichtet, alles war wohlfühlig und gut - dann endet es - aus Maus. Eigentlich war mir der Ausgang der Geschichte irgendwann egal, Hauptsache Natalie ist da, das Pflegeheim, der Open Space, Hollberg, Dorm, Marcus, Bär, Ernst... das hätte in der genialen Setzsprache immer so weiter gehen können. Wer braucht schon einen Schluss. Natalie ist mir tief ins Herz gewachsen und wird mir sehr fehlen. Jetzt ist einmal Leere um mich. Vielleicht lese ich doch noch ein wenig darin quer, nur ein wenig noch. Abschwören. Bleiben lassen. Entwöhnen.
Meine Besprechung dort, keine normale Rezension wegen persönlicher Bekanntschaft mit dem Autor. Die volle kritische Distanz kann ich da wahrscheinlich nicht aufbringen. http://taz.de/Neuer-Roman-von-Clemens...
Ich füge noch hinzu: Ja, nur vier Sterne, keine fünf. Weil ich - obwohl die Länge, die durch die Besessenheit für jedes Detail entsteht, hier Stilmittel ist - trotzdem sicher bin, dass man auch mindestens 100 Seiten hätte einsparen können. Weil manche Figuren mir ein bisschen zu sehr theatermäßige Figuren sind und noch etwas mehr leben könnten. Und weil der Autor ganz sicher noch Luft nach oben hat. Eines Tage könnte er einen ganz kompakten Roman schreiben, der noch auf andere Weise "outstanding" ist.
Sehr loben möchte ich, dass dieses Mal keine Figur vorkommt, die Clemens Setz heißt, obwohl ein paar Figuren vorkommen, die ein wenig Clemens Setz sind. Würde ich ihn interviewen oder moderieren, wäre meine erste Frage: "Herr Setz, was ist aus der Figur Clemens Setz geworden? Geht es ihr gut?"
"Herr Dorm was a stalker, though, apparently, the word is not politically correct and they are meant to call him a CAD (= compulsive affection disorder) patient. Both compulsive affection disorder and stalker, like very many other words in this book, are given in English in the German text." [what is lost in translation is the bilingual!]
"This is a huge novel – 1021 pages long – and Setz packs a lot into it."
"More than once I had to Google words/phrases, only to find the only examples were from this book."
"This book is way too long but Setz keeps going all the way." [no. way.]
"I cannot see this book being translated into English – only one of his novels has been translated so far – though it has been translated into French." ie Indigo
Der Büchner-Preisträger aus dem Jahr 2021, Clemens J. Setz, hat in seinem Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ der Welt der Stalker und Smartphone-Fanatiker nachgespürt. Das Buch umfasst 1021 Seiten in der Print-Ausgabe und besteht aus zwei Teilen, der erste aus 49 Kapiteln, der zweite aus 53. Zusammen ergibt dies also 102 Kapitel, was, sieht man von der Danksagung ab, auf exakt zehn Seiten für jedes Kapitel schließen lässt, aber weit gefehlt!! Logik oder Symmetrie sind nicht Setz‘ Ding. Die Kapitel sind nämlich unterschiedlich lang und ergeben nur mit sehr viel gutem Willen so etwas wie einen Plot:
„Natalie war stolz. Ich kann das, dachte sie. Ich habe diese Wirkung. Ich kann genau die richtige Frequenz finden. Vielleicht wird dir das noch mal das Leben retten, sagte die Maus auf ihrer Schulter, und Natalie berührte den Typen am Handgelenk. Dann tranken sie aus Flaschen, die zufällig in der Nähe standen, und Natalie kam sich auf einmal sehr repräsentativ vor, und sie wandte sich, um nicht wütend zu werden, innerlich von sich selbst ab und ließ sich stehen. Ein PEZ-Spender geriet über einige Umwege in ihre Hand, und sie verlor sich in der Betrachtung des lieben, kleinen Tiergesichts. Etwa um dieselbe Zeit fiel im Garten eine schwere Regentonne um.“
Mit der Inhaltsangabe bei diesem Buch zu starten, erweckt falsche Vorstellungen. Narrativ passiert in diesem Roman so gut wie nichts. Eine geheilte Epileptikerin und Behindertenbetreuerin namens Natalie beginnt in einer Anstalt zu arbeiten. Sie wird von der Pflegeleitung als Bezugsperson einem Rollstuhlfahrer namens Alexander Dorm zugeteilt, der regelmäßig von einem Christopher Hollberg Besuch bekommt. Nach und nach erfährt Natalie, dass die beiden eine finstere Vorgeschichte teilen und Dorm etwas mit dem Selbstmord von Hollbergs Frau zu tun hat. Die Lage eskaliert. Es fließt Blut. Es fliegen Scherben. Zwischendurch vertreibt sich Natalie die Zeit mit Streunen, d.h. sie läuft nachts durch die Gegend und bietet kostenlosen Geschlechtsverkehr an. Sie verliebt sich in den Stricher Mario, lässt ihre Beziehung zu ihrem Ex-Freund Markus Revue passieren und wird Opfer von mehreren Stalkern, u.a. einem Frank, der einen Jugendkeller im Souterrain führt, dafür aber die Erlaubnis eines Herrn Eulemann benötigt, die dieser jedoch stets entziehen kann. Setz gibt eine eigene Zusammenfassung:
„Irgendwie muss ich hier rauskommen, dachte Natalie. Aber es stellten sich nur falsche Gedanken ein, unbrauchbares Zeug, Schwemmgut aus anderen Kapiteln ihres Lebens. John Updike, dachte sie. Seine riesige Nase. Das Taufkettchen von Markus. Folgen Sie diesem Ballon. Das schreckliche Metallding in Marios Mund. Ich beweg mich über den Platz. Das entzückende Taufkettchen. Frank. Das Gespräch über Förderung, Eulemann, Souterrain. Mi casa. Vanillejoghurt. Chat. Das Pflaster in seinem Fell. Rauchender Zigarettenschornstein am Grab. Der Traum vom Mückenschwarm. Koller. Lampion. Sie suchte in diesem Dickicht nach einem Satz, der vielleicht einen Schalter umlegen konnte. Souterrain, Eulemann, Förderungen. Gefangenendilemma-Programme. Der leuchtende Schornstein. Eulemann. Gott. Er ist Gott.“
Setz hält bereits einen Namen für sein Schreibstil bereit: Nonseq, denn Kohärenz, Stringenz und Fokussierung ist langweilig und irreführend, Nonsens jedoch zu alltäglich und leicht und ubiquitär. Nonseq hält sich in der Mitte – kleine, in sich schlüssige Teilsequenzen, die zusammen Nonsens ergeben, aber nicht für sich. Alles zusammengelesen bleibt sinnlos, denn das Ganze ist nicht mehr, sondern weniger als seine Teile. Die Teile besitzen Bezug und Substanz, nur eben nicht als Abfolge, als Konstrukt. Wie groß oder klein die Teile aber sind, was das Ganze ohne die Teile, die Teile ohne das Ganze sind, hängt nun vom jeweiligen Mix, der jeweils bezogenen Beobachterposition ab, und exakt hier liegt der Hund begraben, wieso sich „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ als literarischer Zufallsgenerator liest. Er hält nicht, was er verspricht. Er hält wichtige Informationen zurück, gibt sie nur nach und nach preis, um nicht noch den letzten Rest an Spannung dem Text zu nehmen, aber nie völlig. Der Roman rechnet nicht mit einem aufmerksamen Publikum. Er rechnet gar nicht, denn Rechenregel sind ihm zu wider. Er schiebt nur das unvermeidliche Ende weiter auf:
„Und am Ende war das beste Programm jenes, das immer nur das tat, was das andere Programm ihm in der Vorrunde angetan hatte. Verpfeift mich – verpfeife ich ihn jetzt. Hat geschwiegen – mache ich jetzt auch. Das war alles. Das war die beste Strategie auf Erden. Was für ein Elend. Dumme Programm-Ameisen, wir sollten aussterben.“
Clemens J. Setz schreibt mit „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ einen erbarmungslosen Stalker-Roman. Auf Schritt und Tritt begleitet er eine ahnungslosen Frau mit literarischer Verfolgerkamera und gibt jedes Detail ihres Intim- und Gefühllebens preis, ohne Sympathie oder Freundlichkeit aufzubringen, ja überhaupt einen Bezug zu ihr zu haben. Seine Erzählposition lautet konsequenter Voyeurismus. Das Beobachten selbst, egal wie langweilig, ist sich selbst als Akt der Macht und Inanspruchnahme von Teilrealität genug. Jean-Paul Sartre beschreibt dies in „Der Blick“ in seinem Buch „Das Sein und das Nichts“ programmatisch. Hauptsache etwas, was nicht gesehen werden soll, wird gesehen, und wenn möglich heimlich durch ein Schlüsselloch, dann ist es nämlich, so die Logik des Voyeurs, gerade weil es verboten ist, auch mit Garantie interessant.
„Natalie flüchtete sich zu ihren Zehen. Die waren ihr immer treu, kleine, spiegelbildlich und ihrer Größe nach angeordnete Orgelpfeifen-Larven. Sie strich über sie, nach Harfenspielerart, und stellte sich ein aufsteigendes Glissando vor. Zehen. Der geborgenste Teil am eigenen Körper. Wie eine Außenstation, die verlässlich Nachrichten an das Hauptquartier weiterleitete. Wenn man im Bett oder in der Badewanne lag, waren sie da – und lauschten.“
Wer jedoch nicht alles interessant findet, was durch Verletzung einer Privatsphäre bekannt wird, den wird „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wirklich überzeugen. Der Voyeur bleibt außen vor. Er dringt nicht zu Natalie durch. Natalie bleibt ihm fremd wie die ganze Welt. Sie zieht an ihm vorüber wie ein Film, und so liest sich Setz‘ Roman wie sich die Nacherzählung eines Films anhört: Im besten Fall ist sie kurz und bündig und macht neugierig. Im schlimmsten Fall ist sie lang und langweilig und völlig überflüssig.
Un romanzo fiume, costruito ed impostato sul sezionare, a freddo, i rapporti ed i legami fra le persone, fra la normalità (ma è normalità?) e la follia (ma è follia?). Una struttura ed un linguaggio che evocano sensazioni angosciose all'interno di un'atmosfera costante di minaccia. La giovane protagonista, Natalie, che nel corso della storia si trova sempre più immersa nel drammatico rapporto tra le due grandi tragedie Dorm e Hollberg, ama leggere Stephen King. Il suo ex fidanzato, invece, l'ha sempre irritata con John Updike, il cronista della piccola vita medio borghese. La differenza tra King e Updike è incisa nel sistema binario su cui Setz ha costruito 'La lezione tra donna e chitarra'. Una costruzione che affronta i temi della vendetta, della violenza (includendo anche l'aspetto dell'accettazione della violenza), del desiderio che si trasforma in vuoto.
Der absolute Wahnsinn. Man kann 100 Seiten lesen und nicht genug bekommen, und dann hat man wieder das Verlangen einzelne Seiten aus dem Buch rauszureißen, damit niemand mehr so einen Schund lesen muss. Am Ende bleibt ein großes Fragezeichen in Form einer unsichtbaren Maus auf meiner Schulter.
Die junge Natalie Reinegger bekommt gleich nach ihrer Ausbildung eine Stelle als Bezugsbetreuerin in einem Wohnheim für behinderte Menschen. Ihre sogenannten Bezugis sind recht unterschiedlich. Einigen soll soweit geholfen werden, dass sie das Heim verlassen können, andere haben diese Aussicht nicht, weil ihre Einschränkungen zu schwerwiegend sind. Ein besonderer Fall ist Herr Dorm, der obwohl auf den Rollstuhl angewiesen, eine Frau so lange belästigt haben soll, bis sie sich umgebracht hat. Nur ging es ihm nicht um die Frau, sondern um deren Mann. Und dieser Dr. Hollberg besucht Dorm nun regelmäßig. In diese Welt wächst Natalie langsam hinein.
Mit über tausend Seiten etwas ausufernd schildert der Autor Natalies Leben und Erleben mit ihrer neuen Arbeitsstelle. Im Privaten eher haltlos driftet Natalie durch Tag oder Nacht, ihr mobiles Telefon immer bei der Hand, um Geräusche oder Gespräche aufzuzeichnen. Ein gewisser Drogencocktail muss ihr ebenso durch Tag oder Nacht helfen. Von ihrem Freund hat sie sich getrennt, kann ihn aber nicht richtig loslassen. Und so bleiben neue Begegnungen flatterhaft und ungewiss. Vielleicht stürzt sich sie umso mehr in die Arbeit, um Halt zu finden. Doch ganz leicht machen es ihr die Bezugis nicht. Zu groß sind manchmal die Seltsamkeiten, mit denen die Behinderungen einhergehen oder sich ausdrücken.
Anrührend und abstoßend zugleich wirkt diese Geschichte. Epische Ergüsse wechseln sich mit Passagen ab, die fast wie eine Kriminalgeschichte wirken. Surreal wirken die Wanderungen Natalies durch die nächtliche Stadt, ihre drogenverzerrte Sicht mal kreischende Bilder, die verstören können. Und dann wieder ihre großenteils sanfte Umgangsweise mit einigen ihrer Bezugis. Ihre Schwierigkeiten, sich abzugrenzen, gut nachvollziehbar. Die Schicksale der Heimbewohner und ihre Versuche, mit den Einschränkungen zu leben, lassen den Leser nicht kalt. Menschlich, dass nicht jeder sympathisch wirken kann. Und so inhaliert man Teile dieses umfangreichen Werkes, fühlt in Teilen mit, empfindet jedoch auch des Öfteren Unverständnis und bleibt schließlich mitunter verwirrt in dem Gedanken, dass man das Ganze nicht durchdrungen hat. Es wird am Leser liegen und nicht am Autor.
Ich glaube ich habe mich schon lange nicht mehr so gefühlt. Ich hab das Gefühl ich hätte ein Buch im Kampf bezwungen.😂 Quasi ein SUB-Endgegner.
Vor allem ist der Roman eines... mindestens 300 Seiten zu lang. Eigentlich hätte alles auf weniger als der Hälfte der Seiten erzählt werden können. Das meiste ist eigentlich eher unwichtig. Interessant an einigen Stellen, vor allem weil die verstörenden Ereignisse von den meisten Fi guren nicht hinterfragt werden. Ich habe mich mehr als einmal gefragt welche Motivationen da so dahinterstecken könnten. Aber leider braucht es eben eeeeewig, bis mal mehr als nur ein paar Andeutungen im Raum stehen. Zu Mal eigentlich vieles auch sehr vorhersehbar ist.
Anstrengend ist auch die Tatsache, das wirklich alle Figuren (egal wie oft sie auftauchen) sehr überzeichnet sind und eigentlich große Probleme haben. Es soll, denke ich einfach skurril wirken, aber ich fand es vor allem sehr nervtötend. Man kann ihnen nicht entkommen. Es ist wohl am ehesten mit dem Gefühl vergleichbar, das eben alle verrückt sind in dieser Welt und das man dieser verrückten Welt eh nicht entkommen kann. Schön- diese Erkenntnis hatte ich schon lange bevor ich diesen Roman gelesen habe...
Hinzu kommt die Tatsache das der Autor einfach keine Ahnung hat, wie es ist heut zu Tage eine Frau zu sein. All zu oft merkt man das einfach sehr genau. Hinzu kommen so einige Fantasien, die eindeutig eher aus einem heterosexuellen Porno entsprungen sind oder eher in die Fetischkategorie gehören( z.B. Nathalie und das Sperma, Nathalies lesbisch-erotisches Abenteuer und eine Fantasie die sie hat...).
Alles in allem bin ich froh das ich mir hier im Thread alles von der Seele reden konnte und werde diesen Roman sicher so schnell wie möglich in ein offenes Buchregal befördern. Ich möchte es nicht mehr in meiner Wohnung haben 😂
Normalerweise hätte ich so ein Buch schon lange abgebrochen.
1000 Seiten im Kopf von Natalie Reinegger. Ihren Ticks und Marotten, ihren weirden Gedankengängen, ihren unfassbaren Beobachtungen und verschwurbelten Assoziationen. So grotesk und abstoßend, so zart und schön, so komisch und relatable.
Natalie ist die neue Heilerziehungspflegerin im Wohnheim und wird als Bezugsbetreuerin dem im Rollstuhl sitzenden Alexander Dorm zugewiesen. Jede Woche bekommt er Besuch von Christopher Hollberg, seiner großen Liebe, seinem Stalkingopfer. Das Stalking ging so weit, dass es Hollbergs Frau wohl in den Selbstmord trieb. Natalie wird von den Kolleginnen nur widerwillig informiert, was es mit diesem Arrangement auf sich hat - es sei gut für alle Beteiligten und von ihr wird nur erwartet, mitzuspielen. Doch Natalie beobachtet das Verhalten Hollbergs gegenüber seines ehemaligen Stalkers mit zunehmender Skepsis - subtile Worte und Gesten lassen Demütigung und Rachegelüste durchblitzen, erwecken schleichend Grusel und Paranoia.
Clemens Setz hält über den Großteil des Buches dieses fragile Gerüst aufrecht und lässt seine Protagonistin inmitten eigener Krisen vor Heimbewohnern und deren Angehörigen, Kolleginnen und eher flüchtigen Bekannten einen Eiertanz aufführen, den perfekten Satz, die richtige Dosierung Nähe, das fehlende luminous detail suchend. Was sie entspannt: Nonsense-Gespräche (Nonseq), glänzende Hinterköpfe, Live-Sendungen, ASMR und Muskelrelaxans.
Nichts vermag dieses Buch in Gänze zu beschreiben, als das Buch selbst. Wir schlittern von absurden, nerdigen Anekdoten in fundamentale Überlegungen, die einem das Hirn sprengen. Setz stellt außergewöhnliche Beschreibungen und Vergleiche an - vielleicht die wahrhaftesten, die ich je gelesen habe - und verliert sich ständig in Details gleich seiner Protagonistin, die auf dem Heimweg minutenlang trauernd vor Hunde-Vermisstenanzeigen stehen bleibt. Dabei Liebe, Obsession, Rache, Einsamkeit in allen erdenklichen Variationen - tiefgreifend spürbar und feinfühlig in Worte gefasst. Und diese Dialoge! Genau so sprechen Leute: mit unvollendeten Sätzen, mit unausgesprochenen Andeutungen, mit einem Cringe-Faktor, bei dem sich mir alles zusammenzieht. Auch die Heimbewohner werden mit so einer Authentizität beschrieben, dass ich jeden Einzelnen kennen und lieben gelernt habe. Nach all den oben genannten Themen wird auf einer ganz vordergründigen Ebene schlicht und ergreifend der Alltag einer Heilerziehungspflegerin und der im Wohnheim lebenden Menschen mit Beeinträchtigungen mit einfühlsamen und respektvollen Details gezeichnet, so allumfassend mit allen Krisen und schönen Momenten, ohne jemals urteilend zu werden..
Ein Meisterwerk, das für mich keine Seite weniger haben dürfte.
Jetzt hörte sie einen lauten, tief ins Rückenmark gehenden Schluck Wasser, gefolgt von einem Biss in einen Apfel, so welthaltig und intim wie ein Zahnwehimpuls mitten in der Nacht, und rannte währenddessen an einer großen, toten Lagerhalle vorbei, deren Fensterscheiben von jemandem eingeworfen worden waren, damit die Seele entweichen konnte. (S. 213)
Komische Nachmittagsluft, unerwartete Kälte in einem Gebäudeschatten. Als würde jemand auf Knopfdruck zu lachen aufhören. (S. 328)
Die Luft war immer noch warm wie am Mittag, als wäre die Dämmerung in der Stadt nur eine Fehlleistung der Augen. Straßenlaternen: Lichtkneipen für Insekten. (S. 16)
Ein völlig verrückter Trip durch die deutsche Sprache und den Kopf von Clemens J. Setz. Es geht nicht um die Handlung, die sich nur unmerklich vorandreht, sondern vordergründig um die Wörter, Sätze und Situationen, die auf vielfache Art und Weise entstehen. Ungeheure Wortungetüme, verrückte, liebevolle, grausame Ideen, die sich irgendwo im Kopf einnisten und niederlassen. Ein bisserl mehr Vorschub hätte der Geschichte bei über 1000 Seiten nicht schlecht getan, abgesehen davon aber grandios.
I was first curious (20 pages) and then annoyed (page 20-200), finally bored (pages 200 through middle of the book) until I decided it's not worth my time anymore. The eccentric main character surprises for a while with a bizarre social life, riches of crazy ideas and a world of associative thinking. But after a few 100 pages, even that could not make me spend more time with something that I just could not see moving forward anymore.
Bin nicht sicher, ob ich "Die Stunde..." so wirklich ganz verstanden habe. Es gibt eine Menge loses Gewebe in diesem Text, was auch die endgültige Bewertung erschwert. - Hatte aber viel Spaß daran.
Un libro sull'ambiguità della mente della vittima e del carnefice, che mantiene un'elevata suspence pur non essendo un thriller. Per approfondimenti: https://www.youtube.com/watch?v=Hu3GX...
Partirei dicendo che questo non è un libro che rientra nel genere dei thriller, quindi tutta una serie di caratteristiche proprie del genere, giustamente, vengono a mancare.
"L'ora tra la donna e la chitarra" è qualcosa di veramente particolare (a partire già dal titolo), un romanzo di narrativa in cui la storia, volendo, è già dichiarata nella trama. Non si assiste quindi a grandi colpi di scena o a rivelazioni shock, ma piuttosto ad uno stile di scrittura molto moderno e originale, complesso, dettagliato e anche evocativo. Abbiamo una protagonista, Natalie, costruita in modo estremamente preciso, realistico e altamente caratterizzata. Tutta la vicenda viene presentata dal suo punto di vista e il lettore viene immerso nella sua vita caratterizzata da abitudini particolari e interessi non comuni, più segreti e oscuri che però sono presenti più o meno nella vita di tutte le persone perciò, se all'inizio possono apparire strambe e poco condivisibili, portano successivamente il lettore a sentirsi più "a suo agio" con le proprie strane abitudini, perché qui il tutto viene contestualizzato in maniera impeccabile. Da una parte abbiamo una ragazza con la sua vita e le sue scelte, dall'altra abbiamo la stessa ragazza che fa un lavoro sicuramente stressante che la porta ad essere in contatto con persone fragili dal punto di vista fisico e mentale. Natalie sarà infatti l'unica delle assistenti del signor Dorm ad indagare fino in fondo la sua storia e il suo legare col signor. Hollberg, arrivando fino a conoscerne i dettagli più nascosti e intimi.
Questo è un libro che indaga la complessità della mente umana, in cui ogni immagine evocata ha un suo preciso significato, in cui si alternano capitoli che contengono solo descrizioni di sensazioni, pensieri e di moti interni in maniera realistica e in cui le spiegazioni non sono mai di semplice intuizione ma vengono presentate in maniera complessa e articolata, in linea con l'intero testo.
Non so precisamente cosa mi abbia spinto a proseguire la lettura durata qualche mese, ammetto di non avere finito il libro completamente soddisfatta e ben "ripagata" dal tempo impiegato per portarlo a termine, eppure riconosco che qualcosa di affascinante ci sia stato quindi mi sento di consigliarlo ma con la consapevolezza che non sarà una lettura rapida e semplice.
David foster wallace vorrei ma non posso... va benissimo il nonsense ma non può essere il fine del libro basato su assonanze, molto musicale ma senza sostanza. L’epilogo poi, le ultime 7 pagine, era meglio eliminarlo: è riuscito a rendere 10 volte più brutto l’intero libro... non esistono più gli editori di una volta: 1027 pagine che potevano essere ridotte senza colpo ferire a meno di 200
Das Buch hatte ich von einer Freundin ausgeliehen, ohne ihre Empfehlung hätte ich es wohl nie gekauft oder gelesen. Grundsätzlich entwickelt das Buch einen verrückten Sog, man kann sich irgendwie mit den ganzen Bekloppten ganz gut identifizieren. Gegen Ende gibt es auch einige unerwartete Wendungen, drum: Durchhalten!
Vlt. alles etwas zu lang, vlt. auch ein bisschen zu viel "Streunen", aber die Sprachgewalt und -macht hinterlässt Eindrücke. Manchmal denkt man, die Story dient nur als Vehikel, um all die Worte verwenden zu dürfen.