Ein furioses literarisches Debüt! »Rabensommer« erzählt vom Abschied von der Kindheit und dem letzten, flirrenden Sommer, den Juli, Ronja, Niels und August miteinander verbringen, bevor sie sich in alle Winde zerstreuen. Ein wundervoller poetischer Roman einer ganz außergewöhnlichen Erzählerin. Seit Jahren sind sie beste Freunde, fast alles haben sie zusammen gemacht - wie Raben. Jetzt, nach dem Abitur, muss jeder für sich entscheiden, wie es weitergeht. Die Ich-Erzählerin Juli entschließt sich zu studieren, doch noch bevor es losgeht, verändert sich alles, Schlag auf Schlag: Niels, mit dem sie seit einem Jahr zusammen ist, macht mit ihr Schluss. August lüftet sein Geheimnis. Und Ronja geht nach London. Juli ist auf sich allein gestellt und muss ihr Leben, das ihr wie ein Haufen lauter kleine Schnipsel vorkommt, neu sortieren
Elisabeth Steinkellner wuchs im südlichen Niederösterreich auf. Lange Zeit wünschte sie sich nichts sehnlicher, als Zirkusartistin zu werden. Als sie zwölf war und ihre Eltern immer noch keine Anstalten machten, sie in einer Kompanie unterzubringen, änderte sie ihre Pläne und wollte fortan Schriftstellerin werden. Oder Meeresbiologin. Oder Schaufensterdekorateurin. Nach dem Abitur kam es anders: Sie absolvierte eine Ausbildung zur Sozialpädagogin und ein Studium der Kultur- und Sozialanthropologie in Wien. Nebenbei entdeckte sie die Faszination des Zirkus von Neuem, schwamm in verschiedenen Meeren und dekorierte statt Schaufenstern ihre häufig wechselnden Wohnungen. Nur die Lust am Schreiben will sich in nichts anderes verwandeln lassen und begleitet sie bis heute - zieht immer wieder an ihrem Rockzipfel, schlüpft mitunter nachts unter ihre Decke und hätte am liebsten ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
Elisabeth Steinkellners Arbeiten wurden u.a. mit dem Hans-im-Glück-Preis, dem Mira-Lobe-Stipendium und dem Feldkircher Lyrikpreis ausgezeichnet. Ihre Bücher sind bisher in acht Sprachen erschienen.
Alles in allem ist das eine schöne Geschichte gewesen, schnell wegzulesen, vielleicht etwas sehr melancholisch. Richtig vom Hocker gerissen hat es mich aber nicht. Das könnte daran liegen, dass ich einfach etwas anderes erwartet hatte - eher etwas in Richtung unvergesslicher letzter Sommer bevor sich die Wege trennen ... auch ein paar Ausdrucksweisen haben mich gestört, die ich einfach als falsch empfinde (z.B.: "wir sind im Bus gesessen" anstatt "wir haben im Bus gesessen"), aber die Autorin kommt aus Österreich - sagt man das da so? Irgednwelche überraschenden Wendungen gab es meiner Meinung nach auch nicht. Was ich aber sehr gemocht habe ist die Splittung des Buches in zwei Teile. Den Teil, in dem sie noch vier Freunde sind, Niels und Juli noch ein Paar. Und den Teil, in dem Julis Leben irgendwie zerfällt - und damit auch die typische Art und Weise, wie ein Roman geschrieben wird, einem zusammenhängenden Text nämlich. Das hat Julis Gefühlswelt auch optisch sehr gut beschrieben.
Fazit: Kann man schon gut lesen, ist aber kein Muss.
Elisabeth Steinkellners "Rabensommer" ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, in der sich viele Jugendliche wiedererkennen werden.
Gerade hat Juli die Matura bestanden und der Umzug in die große Stadt steht kurz bevor. Einen letzten Sommer verbringt sie mit ihren engsten Freunden ehe sie sich voneinander trennen müssen. Doch nicht nur schöne Erinnerungen werden gewonnen, auch Liebeskummer und andere Enttäuschungen stehen bevor.
Mich persönlich hat "Rabensommer" nicht besonders berührt. Für meinen Geschmack ist die Geschichte zu alltäglich und die Handlung etwas zu unaufgeregt. Trotzdem denke ich, dass dieser Roman Jugendlichen, die an einem ähnlichen Punkt im Leben stehen wie die Protagonistin, gefallen wird.
In nur 200 Seiten bringt uns Elisabeth Steinkellner die Möglichkeiten aber auch die Probleme nach dem Abitur auf eine berührende Art näher. Juli hat ganz frisch ihr Abitur in der Hand und weiß noch nicht so ganz, was sie mit ihrem Leben jetzt anfangen soll. Genauso wenig weiß sie, was aus ihrer Freundschaft zu Ronja, Niels und August wird. Diese vage Kurzbeschreibung des Buches ist genauso ungewiss wie der Weg und der Ausgang des Buches. Ich erinnere mich gut an diese Zeit. Alles war möglich, aber es konnte auch alles zerbrechen. Man hat Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Erwachsen werden und trotzdem darf man nicht aufhören nach vorne zu blicken.
Juli und ihre Freunde leben nebenbei, man genießt und man denkt nicht viel. Es wird ein langer, heißer Sommer. Doch plötzlich macht ihr Freund, mit dem sie 1 Jahr zusammen war, mit ihr Schluss und für Juli bricht eine Welt zusammen. Ab diesem Punkt gibt es einen Schnitt im Buch, den man sehr deutlich wahrnimmt. Alles davor ist wie weggeblasen. Juli kann nicht mehr denken, nicht mehr schlafen, nichts mehr tun. Nichts ist mehr wichtig. Sie läuft vollkommen auf Autopilot. Und das war wirklich hart zu lesen. Ich wollte sie an die Hand nehmen, mit ihr Filme vor dem Fernseher schauen und dabei Eis essen.
Schritt für Schritt durchlebte ich mehrere Gefühlswelten: Trauer, Verzweiflung, Liebe, Freundschaft, alles durch Postkarten, Notizen oder Einkaufszettel, die ihren Alltag prägen. Viel zu erzählen gibt es nicht. Außer über Niels, über den sie sehr viel nachdenkt. Wie sie sich langsam, aber sicher fasst und wieder zu leben beginnt, habe ich vor allem an den Einkaufszetteln gemerkt, die von anfänglichen ÜBERlebensmitteln hin zu ausführlichen Listen wachsen.
Aber nicht nur Niels, sondern auch ihre anderen Freunde sind ihr irgendwie fremder geworden. Es wird Distanz eingehalten und man erfährt einfach nicht mehr so viel über sie, weil Emmy ziemlich vorsichtig ist und auf Abstand geht. Doch genauso wie man mit ihr leidet, freut mich sich über kleine alltägliche Dinge, die neue Personen in ihr Leben bringen und sie wachrütteln. Mir ging das Herz auf, als Juli sich endlich entschlossen hat, das Leben neu in Angriff zu nehmen. Es ist der Mut und die Kraft, die dazu gehören, wenn alles plötzlich auf dich hinab fällt und du nicht vorbereitet bist. Du kannst das Leben nicht planen, aber du kannst versuchen, es nach deinen Wünschen zu gestalten.
Einziger Kritikpunkt: Die Länge. Es wurde ab der Hälfte des Buches jede Notiz oder Bemerkung auf 1 Seite geschrieben, wodurch das Buch optisch gestreckt wurde. Zählt man alles zusammen, wären es bestimmt nur 160 Seiten.
Fazit
Mit "Rabensommer" schuf Elisabeth Steinkellner ein Buch, das auf vielen Ebenen berührt und zum Nachdenken anregt. Ein Buch, geschrieben aus einer Mischung aus Erzählung und Poesie, mit den richtigen Gefühlen zur richtigen Zeit. Ich habe mich in die Sommerzeit nach dem Abitur zurückgesetzt gefühlt. 5/5 Punkte.
Erster Eindruck: Das Cover ist einfach toll. Die Farbe des Hintergrunds erinnert mich total an Sommer und die Idee mit den Raben finde ich super. Fun Fact: Obwohl ich wusste, dass Rabensommer „nur“ 200 Seiten hat war ich doch irgendwie überrascht wie dünn das Buch ist.
Inhalt:
Juli, August, Ronja und Niels sind die besten Freunde. Aber nun, nach der Matura trennen sich ihre Wege. Niels muss das Schuljahr wiederholen, Ronja geht als Au-pair nach England, Juli will studieren und August…tja…das weiß keiner. Für Juli ändert sich in diesem letzten Sommer plötzlich alles und nicht zum Besseren, denn plötzlich ist sie allein in der großen Stadt und muss Ordnung ins Chaos bringen…
Meine Meinung:
Genial. Genial. Genial. Wie genial? Als ich fertig war mit lesen wollte ich am liebsten gleich wieder von vorne anfangen. So genial. Äh ja, ich versuche mich dann mal an einer etwas objektiveren Meinung. Punkt 1: Die Sprache. Elisabeth Steinkellner findet immer den richtigen Metapher und Vergleich. Das Buch liest sich stellenweise fast schon wie ein Gedicht und einem Deutschlehrer würde die Interpretation der sprachlichen Mittel wahrscheinlich wirklich erfüllte Sommerferien bescheren. Mir hat dabei besonders gefallen, dass man nie das Gefühl hat das diese Sprache untypisch wäre für die Ich-Erzählerin Juli. Gleichzeitig hat gerade der Anfang das Gefühl von Sommer und unendlichen Möglichkeiten wunderbar eingefangen. Punkt 2: Der Plot. Die Idee an sich ist ja nichts neues, aber Elisabeth Steinkellner schafft es die feine Balance zu halten zwischen einer glaubwürdigen Geschichte und einer Geschichte, die trotzdem nicht zu normal ist. Das ich Juli zwischenzeitlich gerne gegen die nächste Wand geklatscht hätte hat auch mehr mit der Person Juli zu tun als mit dem Buch. Juli ist eben so und gerade im direkten Vergleich mit Esra fiel mir immer wieder auf wie naiv sie ist und wie wenig in der Lage gute Entscheidungen zu treffen. Apropos Esra, sie hat mir wirklich gut gefallen. Von ihrem Freund Elias und ihrem Bruder Karim hätte ich dagegen gerne etwas mehr sehen wollen.
Fazit:
Den Hans-im-Glück Preis hat Rabensommer definitiv verdient. Selten haben ich ein Buch gelesen, dass es schafft eine doch sehr alltägliche Geschichte so wunderschön zu erzählen.
Ein kleines Büchlein über das Erwachsenwerden nach dem Abitur, von dem ich mir ein bisschen mehr erwartet habe.
In diesem Buch geht es um Juli (ich HASSE es, wenn der Name Julia für allerlei blöde Abkürzungen herhalten muss - weder Juli, noch Jule oder sonstwas klingt auch nur annähernd cool oder hip!!), die mit ihren drei besten Freunden (ein Mädel, zwei Jungs, von denen einer ihr Freund ist) die Matura macht - ihr Freund fällt durch - und diesen letzten Sommer beschreibt.
Alle drei gehen letztendlich ihre ganz eigenen, individuellen Wege, aber mir kamen sie, bis auf einen, der seine Homosexualität erkennt, ziemlich ziel- und planlos vor, vor allem JULI. Eine typische Studentin, die nichts auf die Reihe bekommt, sich dafür aber in ihrem Mitleid suhlt - warum, erzähle ich nicht, sonst ist ja die Spannung weg.
Da dieses Buch wohl ein Jugendbuch ist, ist es ganz nett, aber man verpasst nichts, wenn man es nicht gelesen hat...
Ein Buch, das sich so echt, leicht und schwer zugleich angefühlt hat. Der poetische, markante Schreibstil fügt sich passend dem erzählten Inhalt, der Lebenssituation der Protagonistin und ihren Gedanken. Gerade dann, wenn man selbst in dieser Lebensphase steckt, in der einem die ganze Welt offen steht und man sich manchmal doch nur zurück hinter die geschlossene Tür seines Jugendzimmers zurückziehen will, versteht man die Gedankengänge, den Zerfall und Wiederaufbau des Lebens der Protagonistin so unheimlich gut. Ein Buch, über das ich noch lange nachzudenken habe, das man aber auch einfach genauso gut an- und hinnehmen kann.
Einige Zitate
„Das Glitzern des Flusses ist nur noch ein stumpfes, schlammiges Grün. Ich weiß nicht mehr, ob ich Beine habe, aber wenn, dann knicken sie mir wahrscheinlich jeden Augenblick weg. […] »Es ist was passiert«, sagt Niels jetzt, und ich will es nicht hören, weil ich es ohnehin schon weiß, will weglaufen, aber wo sind die Beine?“
„Und es helfen keine Weisheiten, keine aufbauenden Sätze, keine tröstenden Worte, weil die Zukunft nicht mehr Zukunft heißt, sondern Ende-Schluss-Aus.“
„Die Nacht sitzt bei mir auf der Couch und starrt Löcher in die Luft.“
Ein Buch über einen unvergesslichen Sommer und allem was dannach geschieht. Wie sich die Wege trennen, und wieder zusammenfinden, oder auch nicht.
Was der Klappentext versprochen hat?
Genau das.
Was ich bekommen habe? Einen der schlechtesten Romane, die ich je gelesen habe. Als ob dir Autorin nach der Hälfte des Buches keine Lust mehr gehabt hatte und dann einfach "Stichpunktartig" weiter geschrieben hat.
Meine Meinung?
Einen Stern, vielleicht für die Idee (dir zwar nicht originell ist, über die man aber doch ein gutes Buch schreiben kann, das den Leser fasziniert) aber mehr auch nicht.
Eins der Lieblingsbücher, fix durchgelesen in nicht mal einem Tag und mir gehts direkt wieder gut. Schön geschrieben, schöne Stimmung ist glaube ich für junge Erwachsene hat mich aber von ca 17-23 immer wieder begleitet.
Ich finde das Cover soo schön! :D Der blaue Hintergrund zusammen mit der gelben Schrift hat so etwas Sommerliches; sieht so ein bisschen aus, wie ein Sommerhimmel, was ja ganz gut passt, da das Buch im Sommer nach Julis Schulabschluss spielt. Der Titel passt ebenfalls super. Das wird jedoch im Buch erwähnt und ich möchte da nichts vorweg nehmen! :D Das Buch ist in zwei Teile geteilt und die Kapitel sind alle kurz.
Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch mit 19 weiteren Buchbloggern im Rahmen der "Beltz und Gelberg sucht den Buchblogger des Jahres 2015"-Aktion (hier könnt ihr meinen Post dazu noch einmal durchlesen) vom Verlag bekommen, worüber ich mich echt wahnsinnig gefreut habe. Wie ich auch in dem Post dazu geschrieben habe, stehe ich in zwei Jahren ja genau an dem Punkt, an dem Juli jetzt ist, weshalb mich das Thema des Buches natürlich besonders interessiert. Genau wie Juli weiß ich nicht, wie es nach meinem Abi weitergehen soll - gut, ich hab ja jetzt noch etwas Zeit zum Überlegen, aber halt auch nicht mehr allzu lange -, deshalb war ich gespannt darauf, wie die Protagonistin von Rabensommer dieses "Problemchen" denn zu lösen gedenkt. Und eins sage ich euch schon einmal vorweg: ICH LIEBE DIESES BUCH!!! Rabensommer ist, wie gesagt, in zwei Teile geteilt. Im ersten Teil erzählt Juli von den letzten Tagen, die sie mit ihrer Freundin gemeinsam verbringt, wie sie alle gemeinsam den Sommer genießen - vom Baden am See bis zu Partys -, und wie es ist, die erste eigene Wohnung zu mieten. Oft kann man als Leser auch lachen, und nicht selten ist Ronja der Grund dafür. Die durch und durch sympathische und authentische Protagonistin zeigt dem Leser, wie es ist, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Dass das allerdings nicht immer nur Positives bedeutet, erkennt man im weiteren Verlauf des Buches. Am Ende des ersten Teils erlebt die Protagonistin etwas, das sie völlig aus der Bahn wirft. Die vielen, oftmals sehr kurzen Textabschnitte - bestehend aus einfachen Einkaufslisten, Songs, Nachrichten von Freunden oder einfach nur einzelne Sätze - verdeutlichen Julis Stimmung und zeigen, wie verloren sie sich zu dem Zeitpunkt fühlt. Aufgrund der kurzen Textstellen "fliegt" man nur so über die Seiten hinweg, wodurch es sich natürlich auch so anfühlt, als würde die Zeit im Buch nur so dahinfliegen. Das passt ebenfalls zu Julis Stimmung: Sie ist so erschüttert, dass sie gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht - sie lebt einfach nur so "daher" und bekommt oftmals gar nicht so richtig mit, was um sie herum geschieht. Auch das bekommt der Leser zu spüren. So scheinen einige Stellen zum Beispiel Träume zu sein, was man allerdings auch erst etwas später merkt. Außerdem wird bspw. durch die Textnachrichten oder Briefe bzw. Postkarten von ihren Freunden und ihrer Mutter nur angedeutet, was in der Zeit geschehen ist. Als Leser muss man sich seinen Teil dazu denken und überlegen, was wohl passiert sein könnte. Hier lässt die Autorin viel Raum für Interpretationen, jedoch so, dass man als Leser trotzdem hinterher kommt. Man erkennt zum Beispiel, dass es Juli immer besser geht, da auch die Textpassagen (und Einkaufslisten) länger werden. Ich habe ja bereits anklingen lassen, dass mir das Buch ganz gut gefallen hat, aber besonders toll fand ich Steinkellners sehr poetischen Schreibstil - woran man, nebenbei bemerkt, erkennt, dass die Autorin bereits u. A. lyrische Texte veröffentlicht hat -, und vor allem die Art, wie sie den zweiten Teil des Buches geschrieben hat, ist sehr außergewöhnlich und neu. Man fliegt als Leser, wie gesagt, erfrischt über die Seiten hinweg (der Schreibstil ist soo leicht, dass ich das Buch sogar im Auto lesen konnte, was ich normalerweise nie machen kann, weil mir sonst schlecht wird). Ich kann den Stil gar nicht oft genug loben - vom kompletten Buch mal ganz abgesehen.
Fazit:
Zwar weiß ich jetzt immer noch nicht, was ich nach dem Abi machen möchte, aber das habe ich ja auch gar nicht erwartet (ist auch ziemlich unmöglich, dass ein einziges Buch das hinbekommt). Rabensommer nimmt dem Leser ein wenig die Angst vor dem Erwachsenwerden, da dieser er erlebt, dass zwar so einiges kaputt gehen kann, was eben noch toll war, man allerdings immer wieder einen Grund findet, weiterzugehen. Obwohl man besonders im zweiten Teil viel in das Geschehen hineininterpretieren muss, liest sich Rabensommer unglaublich leicht und ist eine wunderschöne Sommerlektüre, die nicht nur im Sommer Pflicht ist, sondern immer (übrigens ist die Gefahr groß, dass ihr euren SuB nie wieder kleiner bekommt, wenn ihr dieses Buch gelesen habt, da ihr es, sofort nachdem ihr es beendet habt, gleich noch einmal lesen wollt!). Und nicht nur der Schreibstil ist dabei ungewöhnlich. ;) Das Buch ist für die, die auf die Zeit nach dem Abschluss bereits zurückblicken können ebenso interessant, wie für die, die das alles noch vor sich haben - ein absolutes MUST-READ!!! ♥ 5/5 Lesehasen - wenn ich könnte, würde ich noch mehr geben.
Juli erlebt mit ihren besten Freunden Ronja, August und Nils den letzten gemeinsamen Sommer. Ihre Abschlussarbeit liegt hinter ihnen, die Zukunft, ungewiss, noch nicht geschrieben, vor ihnen. Alles kann sich ändern. Juli schwebt dabei zwischen Angst und Vorfreude. Sie will studieren, in die Großstadt ziehen, leben wie noch nie. Angst macht ihr vor allem, was aus ihr und Nils wird, wenn er das letzte Jahr wiederholen muss und sie bereits in Wien wohnt. Oder, wie oft sie Ronja sehen wird, wenn diese nach England geht, als Au Pair. Oder was mit August wird, der geheimnisvoll wird, nichts verrät. Doch ehe der erwartete Absprung geschieht, schlägt für Juli eine Bombe ein, die Welt ändert sich nicht nur, sie endet auch auf eine gewisse Art und Weise. Rabensommer erzählt grandios eine ganz persönliche Apokalypse und den langsamen Weg hinaus, gepflastert mit allem, was dabei über Wasser halten kann, sei es eine Nachricht, ein Brief, eine Unterhaltung oder auch nur die Einkaufsliste, die wie nichts auf der Welt die Bedürfnisse der Protagonistin mitzuteilen vermag. Die Autorin setzt auf einfache, aber wirkungsvolle Mittel, bleibt unverblümt, stets mittendrin und lässt Juli Juli sein, selbst dann, wenn sie nicht mehr weiß, wer sie ist. Dadurch wird das Buch nicht nur zu einer Erzählung über das Erwachsenwerden, sondern auch über das Kindbleiben, das Überleben und Erleben, das Weitermachen und Wachsen. Als Julis Welt zerbricht, zerbricht ihre Kindheit, ihre Unschuld, aber nicht ihre Fähigkeit, die Dinge leicht zu sehen und zu erleben. Ganz toll finde ich hier die Stelle, wenn Juli mit einem Freund (der noch wichtig wird) das Haus der Musik (absolute Wien-Reiseempfehlung) besucht und dort im Gebärmutterraum eine Art Wiedergeburt mitmacht. Auf einer ganz nahen Gefühlsebene ist Juli einfach nur Mensch, mit allem was dazu gehört. BeltzDabei bricht auch die Erzählstruktur mit Julis persönlicher Welt zusammen. Kein Wunder, denn Juli ist es ja, die erzählt. Und wie Juli wieder aus ihre Loch hinausfindet, wächst auch der Leser mit ihr und ein bisschen auch mit ihr zusammen. Mein Herz bebte, brach, litt, richtete sich wieder auf, hoffte, liebte, lebte. Und mit einem Mal erinnerte ich an den letzten Sommer vor meinem Studium, nach meinem Abschluss. Ich flog, war wieder achtzehn, sah das Leben wieder so. Voller Möglichkeiten, voller Hindernisse, voller Abenteuer, voller Tiefschläger, voller Leben. Rabensommer zu lesen war nicht etwa ein Geschenk, weil ich es vor allen anderen lesen durfte. Es hat mich auf eine Reise geschickt, in den magischen Sommer, den magischsten in unserem Leben. Die Art, wie der Roman den Erzählstil wechselt, baut auf, zeigt neue Ebenen und Eindrücke und deckt auf, was für Juli wirklich wichtig ist, bis sie sich selbst gefunden hat. Und darum habe auch ich mich etwas gefunden, zwischen den Zeilen, in der poetischen Sprache, den Szenen, die wie gemalt sind, wie gelebt. Und dabei möchte ich das Buch nicht nur denen empfehlen, die gerade ihren Abschluss gemacht haben, oder kurz davor sind, die nicht mehr jugendlich und noch nicht erwachsen sind, sondern auch und vor allem denjenigen, die immer noch nicht ganz „erwachsen“ sind, die immer noch wissen, wie es ist, jung zu sein und denen, die es endlich wieder wissen wollen. Ein Jugendbuch, weil es Jugend bringt.
Erster Satz "Ronjas Lippen schmecken nach Rauch, und ich spüre, dass sie an eine Stelle rissig sind, da kratzen sie an meinen."
Gestaltung Erhältlich ist das Buch bisher als ebook und als Klappenbroschur. Ich beziehe mich hier auf Letzteres. Zumindest in der Printversion ist das Cover intensiver als das welches online zu finden ist. So ist das Blau ein leichtes, aber kräftiger türkis, die Schrift hingegen ein Sonnengelb. Im Inneren ist das Buch in einzelne Kapitel aufgeteilt, welches weder nummeriert sind noch eine Überschrift tragen. Lediglich die ersten Worte sind in der Schrift des Covers gedruckt. Neben der Aufteilung in Kapitel gibt es noch die Einteilung in zwei Teile. Der erste ist in normaler Erzählform geschrieben bis zu einem einschneidenen Erlebnis in Julis Leben, woraufhin Teil Zwei beginnt, welcher in einem eher poetischen Mix aus Träumen, Songtexten und Textschnippseln geschrieben ist. Insgesamt gefällt mir die Gestaltung des Buches gut, aber sie haut mich auch nicht vom Hocker.
Meine Meinung Gleich vorweg, mir hat das Buch nicht so sonderlich gefallen. Der Schreibstil an sich war nicht schlecht, aber für meinen Geschmack zu gewollt tiefsinnig, was für mich auch die Protagonistin, welche die Geschichte erzählte, verdarb. Für mich hatte sie ihren Kopf in den Wolken und ich kann solche Leute nur schwer ertragen. Ihre Freunde hingegen fand ich in Ordnung, am ehsten noch ihren Ex-Freund, den ich verstehen kann, wieso er sie verlassen hat, denn wie gesagt, der Blick in ihren Kopf war mir zu anstrengend auf Dauer. Jedoch hatte ich Hoffnung auf Besserung. Der erste Teil des Buch war nicht schlecht, der zweite hingegen... ich weiß nicht. Ich halte eben einfach nicht viel von diesem versuchten Tiefsinn. Andere mögen es als Kunst oder besonders bezeichnen, aber mich nervte diese verborgene Geschichte hinter den Textschnippseln und Träumen. Letzteres ist für mich ein äußerst schlechtes Erzählmittel, da es selten die Geschichte wirklich voranbringt, so auch hier. Bei dem Setting gehe ich von Österreich aus, da die Protagonisten das Matura und nicht Abitur machen, was mal eine nette Abwechslung ist Auch die Grundidee finde ich toll, war ich doch selbst erst letztes Jahr an diesem ersten Scheideweg im Leben. Doch Juli und ich wären zwei Personen, die nie im Leben miteinander klar kämen, Ronja oder August hingegen, doch ich denke schon, dass könnte klappen.
"Rabensommer" ist ein Buch, welches einem Mal eine etwas Schreibart bietet. Diese kann einem gefallen oder eben auch nicht. Für mich war das Buch leider nicht wirklich was, obwohl die Geschichte dahinter schon Potenzial gehabt hätte.