Im interstellaren Raum, weitab vom heimatlichen Sonnensystem, jagt ein irdisches Raumschiff mit unvorstellbarer Geschwindigkeit seinem fernen Ziel entgegen. Plötzlich sprechen die Sensoren des Schiffes an: ein unbekanntes Flugobjekt! Doch eine Begegnung mit den Fremden, der lang erwartete Kontakt ist unmöglich - die Schiffe werden aneinander vorbeirasen, zu lange würde ein Bremsmanöver dauern. Aber Kren wagt einen verzweifelten Versuch. In einem Rettungsboot schießt er den Außerirdischen entgegen, ohne Hoffnung auf Rückkehr ... Zu den literarischen Besonderheiten der Autoren Angela und Karlheinz Steinmüller gehört, daß ihre Erzählungen stets dann eine unterwartete Wendung nehmen, wenn die Handlung in vollem Gange ist und eingeschworene Science-fiction-Leser bereits die Pointe vorauszuahnen glauben, so auch in der Titelgeschichte. An dem Abenteuer, in das sich der Held gerade mutig und selbstaufopfernd stürzt, kann irgend etwas nicht stimmen, denn da sind mit einem Mal wenigstens sechs fremde Raumschiffe - zumindest auf den Ortungsgeräten der Menschen ... (Umschlagtext)
enthält die Erzählungen: - Windschiefe Geraden - Reservat - Die Lieder vom Mond - Organspende - Der Schwarze Kasten - Sturz nach Atlantis - Wolken, zarter als ein Hauch - Unter schwarzer Sonne - Das Auge, das niemals weint - Der Trödelmond biem Toliman
Eine wunderschöne DDR-Ausgabe, wobei ich den größeren Teil der Geschichten schon in verschiedenen Memoranda Neuausgaben der Steinmüller-Bücher gelesen habe.
Interessanter Band. Ein paar antikommunistische Passagen, wenn sich etwa über die Möglichkeit der Überwindung der Arbeitsteilung lustig gemacht wird. Eine ganze Reihe von Geschichten, die wohl den sich ausbreitenden Positivismus und Technik-Fetischismus in der späteren DDR und im gesamten Ostblock, der sich speziell in der ganzen Kbyernetik-Ideologie geäußert hat, kritisieren. Insgesamt drückt sich hier eine Desillusionierung mit dem Sozialismus aus, die ihre objektive Begründung in der damals schon weit fortgeschrittenen Restauration des Kapitalismus in der DDR findet und ideologisch durch die mangelnde Einsicht in die Reproduktion antagonistischer Klassenwidersrpüche auch während des Sozialismus unterfüttert wird.
Stilistisch sind die Texte über weite Strecken einfach gehalten, wenngleich man insgesamt ein Bestreben nach gehobenem Stil sieht, dass sich dann besonders in den letzten beiden Geschichten verstärkt ausdrückt und nicht uninteressante Ergebnisse zeitigt. Gerade die letzte Geschichte gemahnt von heute aus gelesen etwa an Perdido Street Station von Mieville.
Die Illustrationen, die den Erzählungen ziemlich zahlreich beigelegt sind, bestechen nicht eben durch künstlerischen Anspruch. Sie sind zwar psychedelisch gestaltet und damit einigermaßen kurios anzuschauen, aber zum einen schlicht nicht gut umgesetzt und zum anderen auch noch monochrom reproduziert, wobei sie offensichtlich auf Farbenpracht ausgelegt sind.