Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: "Sie haben sich gar nicht verändert."
"Oh!" sagte Herr K. und erbleichte.
- Bertolt Brecht, Das Wiedersehen
Der letzte Asterix-Band, den ich gelesen habe, war noch von Uderzo & Goscinny, und es muss so ungefähr das Jahr 1973 gewesen sein. Empfehlungen und das Medienecho haben mich nun bewogen, den jüngsten Band DER PAPYRUS DES CÄSAR zu lesen, für den ein neues kreatives Team verantwortlich zeichnet.
Und die Überraschung war groß: außer dass sich das Lettering geändert hat, merkt man diesem 36. Asterix kaum an, dass Jahrzehnte vergangen sind. Zeichnerisch ist alles beim Alten geblieben und die Figuren haben sich nicht weiter entwickelt. Es soll immer noch gelacht werden, und zwar immer noch über genau die selben Witze wie damals. Never touch a running system, der Verlag weiß, was er an Asterix hat, und die Leser werden es größtenteils wohl danken und als Verläßlichkeit verstehen.
Ein bißchen traurig hat es mich gestimmt, dieses Abenteuer, das mich nicht besonders gut unterhalten hat; ich war weder von der Handlung gefesselt noch konnte ich wirklich lachen.
Da sich das Comic nur wenig verändert hat, muss es an mir liegen, dass die frühere Begeisterung ausbleibt. Die Zeiten haben sich geändert, Asterix nicht. Leider nicht. Daran ändern auch die Anspielungen an das (fast) aktuelle Thema Whistleblowing nichts.