Hartmut Bobzin hat mit "Der Koran. Eine Einführung" ein solides und nicht zu knappes Überblickswerk geschrieben. Zu Beginn steht, vielleicht etwas überraschend, die Rezeptionsgeschichte des Korans im Abendland, erst danach folgt im zweiten Kapitel eine Erklärung wichtiger Grundbegriffe wie "Sure", "Koran", sowie zur Verszählung. Zur theologischen Botschaft des Koran führt Bobzin den Leser ausgehend vom Wirken Mohammeds behutsam über vier Kapitel hinweg, und behandelt anschließend den Koran als Quelle muslimischer Rechtsprechung und Lebensführung. Dabei wird möglichst viel anhand ausgewählter Zitate erkläutert. In Kapitel acht betont Bobzin die Wichtigkeit der Sprache des Koran, Arabisch, ihre Besonderheit und die literarische Form. Es folgt die Textgeschichte, die muslimische Sammlung und Redaktion der Suren, sowie wichtige muslimische Korankommentare und unterschiedliche Koranübersetzungen in andere Sprachen.
Der Aufbau des Buches macht das Buch vor allem für interessierte Laien und Studenten attraktiv und empfehlenswert. Im Umfangreichen Literaturverzteichnis finden sich zur Vertiefung weiterführende Werke auf deutsch, englisch und französisch, sowie einige ausgewählte Koranübersetzungen auf deutsch.
Auch wenn selbst eine Einführung über den Koran kompliziert ist, so hat Hartmut Bobzin sie meiner Meinung sehr gut geschrieben. Die Unterteilung der Kapitel finde ich sehr hilfreich und durch die vielen Suren-Beispiele konnten die Besonderheiten des Korans gut herausgestellt werden.
Dadurch, dass selbst ein Überblick schwer zu fassen ist, gestaltet sich das Lesen des Buches nicht so einfach, bspw. konnte ich mit dem Kapitel über die sprachliche und literarische Form des Korans recht wenig anfangen. Das liegt aber vor allem an meinem persönlichen Interesse.
Diese Einführung war super interessant und ist sehr empfehlenswert, nicht nur für Personen, die sich zum ersten Mal mit dem Koran beschäftigen, sondern auch für Menschen wie mich, die schon ein paar Dinge über den Koran aus dem Studium kennen.