Von Göttern und Helden erzählt seit je eine alteuropäische Literatur. Sie wurde mündlich von Sängern und fahrenden Dichtern weitergegeben und erst Jahrhunderte später niedergeschrieben. Dies sind die Sagen aus grauer, manchmal aber auch blutroter Vorzeit, die in die große epische Dichtung eingegangen sind, die wir einem gewissen Homer und mehreren anonymen Nibelungen- und Edda-Dichtern verdanken. Von Liebe und Krieg, Rache, Angst und Hoffnung, von Tod und Unsterblichkeit, von dem, was den Menschen ausmacht und was die Götter vermögen, handeln diese ältesten europäischen Geschichten. Sie bleiben mit jeder Neu-Erzählung eine fruchtbare Ursuppe unserer Kultur. Reiner Tetzners und Uwe Wittmeyers Neuerzählungen der alten Geschichten erlauben Jung und Alt in einer schön gestalteten Kassette die interessantesten Wechselblicke auf Achill und Siegfried, Penelope und Kriemhild, Odysseus und Odin.
In meinen Augen eine gute Darstellung und Nacherzählungen der Mythen. Kommt hier aber auch darauf an, wofür man es braucht - Allgemeinbildung? Vollkommen ausreichend. Historischer Artikel? Nun, du bräuchtest schon noch andere, vor allem ausführlicherere Quellen ...
Natürlich ist es hier und da ein wenig trocken. Das Glossar erwies sich als praktisch, vor allem für Recherche im Nachhinein.
Einen Stern Abzug, wenngleich mir 1,5 lieber gewesen wären, da dennoch einige Details fehlen und Lücken auftauchen, die einem eher auffallen, wenn man sich tiefer mit einem bestimmten Thema beschäftigt und dann hier dazu vielleicht zwei, drei Sätze findet.
Wie also bereits erwähnt, der Zweiband eigenet sich vor allem für das Füllen allgemeiner Bildungslücken, und bei tiefgehenderem Interesse auch Grundlage für tiefere Recherche.