"Field Hospital" ist, was ich erst nicht mitgeschnitten hatte, eine Aufsatzsammlung. Entsprechend schlaff ist der rote Faden durch das Buch selbst gezogen.
Die einzelnen Aufsätze umkreisen grob die Themen Ökonomie, Politische Theologie und den Zusammenhang von Religion und Gewalt.
Am meisten gefreut hat mich, dass er in einem Aufsatz mal seinen Begriff des Körpers theologisch ausbaut. Auch dass er sich auf eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Carl Schmitt eingelassen hat, die über die langweilige Wiederholung der immergleichen drei Schmitt-Zitate hinausging, hat mich beglückt.
Was für mich mittlerweile Cavanaugh-Standard, aber eigentlich garnicht selbstverständlich ist, sind seine ausgewählten und mutigen Griffe zur Geschichtswissenschaft. Das Kapitel über Konstantin, Religionsfreiheit und das Catholic Worker Movement sind einfach solide und erhellend. Er zieht seine Diskussion über Religionsfreiheit anhand einer indigenen Gruppe auf, die in den 1920ern ihre traditionellen Tänze unter Berufung auf die Religionsfreiheit gegen die amerikanische Regierung verteidigt hat und damit Prämissen eingekauft hat, die zur Gefährdung des Stammesgefüges wurden. Was fürn geiler Anfahrtsweg, um über Religionsfreiheit zu reden.
Hier und da wiederholt sich das Buch sehr stark, weil es eben eine Sammlung ist. Es doppelt sich auch teils mit anderen Büchern von Cavanaugh; insbesondere "The Myth of Religious Violence" und "Migrations of the Holy".