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Willkommen im Meer

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Lehrer und Besserwisser Tim Schäfer hat eine kapitale Idee: wie wäre es, wenn wir unseren Kindern das kritische Hinterfragen von Sachverhalten nahelegen? Als ihn der Ruf eines Oldenburger Elite-Gymnasiums ereilt, zögern er, seine Frau Antje und Töchterchen Lisa nicht lange und ziehen in die Norddeutsche Tiefebene. Dass seine Pläne dort nicht auf allzu viel Gegenliebe stosen, überrascht Tim nicht so sehr; dass gegen ihn ein Berufsverbotsverfahren eingeleitet wird, dann doch. Aber das Kultusministerium hat dabei Tims unerbittliche Schwiegermutter nicht auf der Rechnung.

432 pages, Paperback

First published January 19, 2009

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About the author

Kai-Eric Fitzner

4 books1 follower

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Profile Image for Patrizia.
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September 11, 2015
Worum geht's?
Tim ist Lehrer mit Leib und Seele. Seine Mission: die Schüler zu ermuntern, nicht alle Dinge einfach hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Mit seinem Lehrstil eckt er an seiner neuen Schule in Oldenburg gewaltig an. Dass er und seine Frau sich auch noch privat mit einigen Schülern anfreunden und einen verzweifelten Oberstufenschüler gar bei sich einziehen lassen, macht seine Situation nicht leichter. Bald droht man dem unkonventionellen Lehrer mit Berufsverbot. Doch auch wenn Tims Gegner mit harten Bandagen kämpfen – sie haben die Rechnung ohne Tims Familie und ohne seine Schüler gemacht.
(via Droemer Knaur)
_______________________
Wie hat es mir gefallen?
Ich war wirklich so guter Dinge, was dieses Buch betraf! Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung des Gymnasiallehrers Tim, der sich in ganz Deutschland auf Lehrerstellen beworben hat. Sein Wunsch, und auch der seiner Frau Antje, war es, vielleicht in die Nähe von Freiburg angestellt zu werden, genommen wird Tim aber nur in Oldenburg, und auch wirklich nur da. Also geht es genau dorthin, auch wenn es nicht die erste Wahl ist und Antje alles andere als begeistert. Aber sie beide finden mit Töchterchen Lisa eine gute Wohnung und Tim schneit ins Alex (Abkürzung für Alexander-von-Humboldt-Gymnasium) ein. Schnell merkt Tim, dass im Alex die Uhren ein wenig anders ticken, der Schulleiter ein wirklich komischer Kauz ist. Aber die Schüler und Schülerinnen des Gymi's finden den neuen Lehrer ziemlich cool, weil er wenig konventionell auftritt, was im Kollegium wiederum nicht gern gesehen wird. Probleme sind da also vorprogrammiert und wie dies ausgeht, müsst ihr als Interessierte natürlich selber lesen.

Ich hingegen habe mir eine recht ähnliche Story wie Die Welle oder Freedom Writers erhofft. Wie das manchmal mit Erwartungen eben ist, werden diese nicht immer erfüllt - so geschehen bei Willkommen im Meer. Zwar könnte die Geschichte durchaus eben genau auf so ein schwieriges Schulszenario hinauslaufen, aber stattdessen driftet Fitzner dann in Abstrusitäten ab, wie zum Beispiel mit seinen Schülerinnen und Schülern im Park Wein zu trinken, zu kiffen und über die Welt zu philosophieren. Vielleicht kam mir genau dieser Buchmoment deshalb so falsch vor, weil ich selbst im Begriff stehe, ab November Schüler zu unterrichten? Und auch Lehrer Tim weiß, dass sein Tun alles andere als richtig ist, aber seine Frau Antje hingegen hält dagegen und erinnert ihn daran, dass er nicht Lehrer geworden sei um Beamter zu sein, sondern des Lehrens Willen - und dann war das wohl so in Ordnung, denn nur so mache man sich von gesellschaftlichen Konventionen frei?! Irgendwie hätte ich ja damit leben können, wenn dann an diese Situation angeknüpft worden wäre, stattdessen wird die Problematik aber erst einmal fallen gelassen, um sich dann den häuslichen Problemen Tim's zu widmen. Und da jagt um Weihnachten rum ein Ding das Nächste. Von obdachsuchenden Schülern über Adoptionen zu Schwangerschaften wird da jeder denkbare und schwerwiegende Konflikt aufgegriffen, angerissen und wieder ... ja, fallen gelassen. Zwar suggeriert Fitzner in nie enden wollenden Dialogen zwischenmenschliche Nähe, aber ich hatte beim Lesen eher das Gefühl, dass da doch nur an der Oberfläche gekratzt wird. Es wird gepredigt und gepredigt, aber der eine hört dem anderen gar nicht zu und es passiert nichts. Und: Es wird nie so wirklich deutlich, wann Tim nun was verbrochen hat, dass plötzlich das Kultusministerium seine Rolle als Lehrer infrage stellt. Denn sein Tun in der Schule macht vielleicht nur ein Viertel des gesamten Buches aus.

Was in Anbetracht all der schlauen Passagen im Buch selbst total schade ist! Denn neben all diesen kuriosen Zeilen, gibt es dann auch wieder Stellen die gesellschaftskritischer nicht hätten sein können. Aber hier gilt es die Waage zu halten, damit der rote Faden stets ersichtlich bleibt, und das blieb er für mich irgendwann einfach nicht mehr. All die Kritik, die Tim, meist im betrunkenen oder stoned-ten Zustand, zutage fördert, ist ja nichtmal unberechtigt (beugen wir uns nicht wirklich häufig den gesellschaftlichen Sachzwängen, anstatt einfach mal zu sein?). Doch geht es meiner Meinung nach nie über diesen stoned-ten Zustand hinaus. Stattdessen wird dann ein neues Szenario dazwischen geschoben und ich als Leserin hatte das Gefühl, es würde viel geredet um Nichts. Überdies werden dann noch Streitigkeiten heraufbeschworen, die meiner Meinung nach gar nicht notwendig wären und die ich auch nicht ganz nachvollziehen konnte, vor allem auf den letzten fünfzig Seiten. Ebenfalls sehr, sehr schade.

Insgesamt hätte ich es wohl besser gefunden, wenn Fitzner nur einem roten Faden gefolgt wäre, nämlich dem des revolutionären Lehrers, der gute Leistungen auch als solche honoriert, Intelligenz nicht an einer Normalverteilungsskala ausmacht, und einfach mal sehr viel mehr aus seinen Schülern rauskitzelt - selbst wenn sein Tun, weil das System so ist wie es nunmal ist, scheitert. Stattdessen fühlte ich mich gen Ende hin zu Zeiten von Kommune I zurückversetzt, , nur dann eben in Portugal spielend, mit der Quintessenz, dass wir als Menschen so vieles anders machen könnten, wenn wir nur wollten. Es fehlte mir eindeutig an mehr Dynamik.

Zugegeben, das Originalmanuskript hat Kai-Eric Fitzner vor gut zehn Jahren verfasst, da war der Zeitgeist ein anderer und so gesehen war das Buch auch ganz okay. Und die Umstände, unter denen Willkommen im Meer diesen Jahres bei Droemer Knaur veröffentlicht wurde, sind keineswegs erfreulich. Dennoch möchte ich auf eine Empathie-Bewertung verzichten und stattdessen hervorheben, dass Kai-Eric Fitzner einen hervorragenden Schreibstil hat (ich habe das Buch in drei Tagen fertig gelesen!), so schön schnoddrig nordisch eben und durchaus mit Sven Regener vergleichbar. Überdies steckt hinter der Geschichte sehr viel gerechtfertigte Kritik auf mehreren Ebenen, die Fitzner auch gut verständlich zu Papier bringen kann. Dennoch wird Willkommen im Meer seinem tatsächlichen Talent als Autor womöglich nicht ganz gerecht und ich wünsche mir sehr, dass Kai-Eric Fitzner irgendwann noch einmal die Chance bekommt, nicht nur ein ganz okayes Buch zu Papier zu bringen, sondern ein tolles Buch!
Profile Image for ❄ Pixelflocke ❄.
333 reviews42 followers
March 5, 2020
Das Buch stand nun schon einige Jahre bei mir im Regal und jetzt habe ich dem Roman endlich mal eine Chance gegeben.

Die Geschichte spielt 2001 /2002 in Oldenburg und erzählt von einem 34jährigen Lehrer (Tim Schäfer), der voller Ambitionen an einem Oldenburger Gymnasium anfängt. Mit dabei ist seine Frau Antje sowie Töchterchen Lisa.

Der Roman fängt recht vielversprechend an. Tim versucht seinen Schülern kritisches Denken beizubringen und stößt damit einige der anderen Lehrerkollegen sowie Eltern gehörig vor den Kopf. Dazu kommt, dass Tim sich regelrecht mit seinen Schülern anfreundet (es wird zusammen gekifft, getrunken, ja kurze Zeit später wohnen sogar einige seiner Schützlinge bei ihm). Das missfällt einigen Leuten dermaßen, dass gegen Tim schon kurze Zeit später eine regelrechte Verschwörung im Gange ist. Aber kein Problem, denn Tim hat ja Gott sei Dank eine Schwiegermutter, die mehr Verbindungen als der Pate und mehr Geld als Jeff Bezos hat und die hilft ihm dann mal flugs aus der Patsche. Das war für mich leider auch der größte Schwachpunkt der Geschichte.

Die ganze Verschwörung gegen Tim, das dargestellte Medienecho auf die Schülerschaft, die Untersuchung des Kultusministeriums, die stark überzeichneten Anti-Lehrer, die perfekte Überfrau Antje, die quasi schon als Deus ex Machina agierende Figur der Schwiegermutter (von allen schlicht "Mutter" genannt), waren so dermaßen absurd, dass ich fast aus dem Roman ausgestiegen wäre.

Gerade durch die Figur der Mutter, die im Prinzip alle Probleme von Tim mal eben löst (das meiste davon auch noch off-screen) verlor die Geschichte viel von ihrem Reiz. Ich hätte gerne gesehen, wie Tim mit den Anschuldigungen umgegangen wäre, welche Lösungen er gefunden hätte. Für mich hat es sich der Autor da sehr leicht gemacht.

Das Ende fand ich auch nicht sehr gelungen. Der Aufbau der Kommune in Portugal war für mich einfach nicht gut genug vorbereitet und zu wenig erklärt. Tim stellt zwar im Laufe des Buches viele interessante Überlegungen zu Freiheit, Selbstbestimmung etc. an, aber im Endeffekt lässt er sich den ganzen Roman über wie ein Blättchen im Wind hin und her wehen. Und dazu gehört auch der Aufbau des alternativen Dorfes in Portugal. Das wird ihm von Frau Antje und Mutter dann mal eben vorgesetzt und das war es dann auch. Nicht sehr befriedigend und schon gar kein denkwürdiges Ende für den Roman.
Profile Image for Anneliese.
179 reviews48 followers
May 28, 2017
Das Buch war ein Spontankauf am Bahnhof in der Mängelexemplar Wühlkiste. Angesprochen hat mich das Cover - hatte aber fälschlicherweise vermutet, dass es irgendein beliebiger Teenager Roman ist. Weit gefehlt! Überrascht musste ich feststellen, dass es sich tatsächlich um eine recht gelungene Utopie (ich frage mich gerade, ob man es so nennen darf) handelt, die keinesfalls Science Fiction ist oder dann doch in eine Dystopie abrutscht. Skeptisch habe ich das Buch begonnen - schließlich ließ die Widmung darauf schließen, dass es sich hier möglicherweise um etwas handelt, was die Leute aus Mitleid erwerben. Doch der Schreibstil, der unaufdringliche Humor, die Situationskomik, die Thematik und die erschreckende Realitätsnähe haben mich umgehauen. Auf der Zugfahrt von der Heimat in die Wahlheimat habe ich nicht nur laut lachen müssen, sondern auch viel nachdenken. Auf keinen Fall konnte ich das Buch aus der Hand legen. Es bestärkt mich in meiner Weltsicht und tritt mir gleichzeitig auf die Zehen. Mit "bizarr" (einem in diesem Werk mehrmals treffend verwendetem Wort) lässt sich meine Gefühls- und Gedankenwelt beim Lesen, aber auch das Buch selbst gut beschreiben. Ich bin der Meinung, dass ein Buch, das es schafft, mich so zu fesseln, auf jeden Fall die sich in meine nicht normalverteilten Bewertungen eingliedernden vollen Sterne verdient.

P. S.: Übrigens habe ich mich im Buch wiedergefunden - wie meine Namensvetterin neige ich nämlich zu nonverbaler "nöff nöff nöff"-Kommunikation.
Profile Image for Petra Donatz.
302 reviews8 followers
September 16, 2015
Im Mai 2015 erlitt Kai-Eric Fitzner einen Schlaganfall. Seine Frau veröffentlichte daraufhin einen verzweifelten Aufruf, den selbstverlegten Roman ihres Mannes zu kaufen und so die Familie in schwieriger Zeit zu unterstützen. Über Nacht wurde „Willkommen im Meer“ ein vielgeliebter Bestseller. Mittlerweile ist der Autor aus dem Koma erwacht und versucht, sich ins Leben zurück zu kämpfen. Sein Traum, bei einem Verlag veröffentlicht zu werden, hat sich mit dieser nun bei Knaur publizierten Ausgabe erfüllt.
Tim ist Lehrer mit Leib und Seele. Seine Mission: die Schüler zu ermuntern, nicht alle Dinge einfach hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Mit seinem Lehrstil eckt er an seiner neuen Schule in Oldenburg gewaltig an. Dass er und seine Frau sich auch noch privat mit einigen Schülern anfreunden und einen verzweifelten Oberstufenschüler gar bei sich einziehen lassen, macht seine Situation nicht leichter. Bald droht man dem unkonventionellen Lehrer mit Berufsverbot. Doch auch wenn Tims Gegner mit harten Bandagen kämpfen – sie haben die Rechnung ohne Tims Familie und ohne seine Schüler gemacht.


Über den Autor
Kai-Eric Fitzner kam 1970 in Bremen zur Welt. Sein Frühwerk, die Geschichte vom geschenkgierigen Hasen, verfasste er im Alter von sieben Jahren und sorgte damit auf Omas Geburtstagsfeier für Furore. Auf die Schulzeit folgte ein geisteswissenschaftliches Studium, das Anfang des neuen Jahrtausends konsequenterweise in einer IT-Karriere mündete. Heute lebt er mit seiner Familie in Oldenburg und ist ein gefragter Vortragsredner.
Weitere Infos zum Autor unter:
http://welt20.org/
http://mondspiegel.de/blog/

Meine Meinung

Story
Ich muss gestehen, der Einstieg in die Geschichte viel mir zu Anfang etwas schwer. Alles ist ein wenig hektisch und chaotisch. Bald aber habe ich gemerkt, dass dies zum Schreibstil des Autors gehört und mich daran gewöhnt. Ich gebe zu, dass ich dieses Buch gelesen habe, wegen des tief traurige Hintergrunds der sich hinter dem Buch und dem Autor verbirgt. Kai Eric Fitzner erlitt einen schweren Schlaganfall und der Roman sollte seine Familie aus dem gröbsten Schlamassel raus holen.
Die Geschichte ist sehr humorvoll und unterhaltsam. Man nimmt als Leser teil an Tims Leben und wie er sich als Lehrer so macht. Von seinen Schülern wird er wegen seiner lockeren und spontanen Art geliebt. Er bringt den Schülern bei, nicht mit ihren Meinungen hinterm Berg zu bleiben sondern immer zu seiner Meinung zu stehen und selbstständig und selbstbewusst zu denken und durchs Leben zu kommen. Natürlich stößt er bei seinen veralteten Kollegen auf Gegenwehr. Ganz schlimm wird es, als Tim und seine Frau Anja Freundschaft mit ein paar Schülern schließt, und einen sogar bei sich einziehen lässt. Das Bringt den Knoten zum platzen und Tim droht das absolute Schulverbot. Doch er hat nicht damit gerechnet, das er seine Schüler und seine Familie hinter sich hat, die ihm die nötige Kraft verleihen durchzuhalten. Der Autor hat diese Geschichte mit sehr viel Humor verpackt, dass einen immer wieder schmunzeln lässt. Leider gibt es aber auch ein paar Passagen, die ich Quer gelesen habe, weil ich sie sehr langatmig fand.

Schreibstil
Ich brauchte ein wenig Anlaufzeit um mich mit dem Schreibstil zurechtzufinden. Das Buch und der Schreibstil sind teilweise recht chaotisch und gerade zu hektisch, was ich nicht so toll gefunden habe. Dann wiederum gibt es Passagen die ich sehr langatmig fand und wo ich die Seiten quergelesen habe.

Charaktere
Das Buch hat viele tolle Charaktere, die wirklich wunderbar in die Handlung hinein gepasst haben. So chaotisch wie der Schreibstil teilweise war, so waren auch einige Charaktere ziemlich chaotisch, aber auf liebenswürdige Art.
Besonders Tim und seine Frau Anja mochte ich wegen ihrer lockeren und sehr humorvollen Art.
Sie waren echt sehr real dargestellt,
Auch die Schüler, vor allem Magnus, waren Sympathieträger und ich fand toll wie sie hinter Tim gestanden haben.

Mein Fazit

Willkommen im Meer ist ein humorvoller und recht unterhaltsamer Roman, der aber auch langatmige Passagen hat. Leider hat das Buch irgendwie etwas Hektisches an sich, was mir nicht so gut gefallen hat. Dafür konnten die Charaktere wieder bei mir punkten. Ich vergebe hier knappe drei von fünf Sternen. Vielleicht gefällt es euch ja besser.
Profile Image for Trish.
2,393 reviews3,747 followers
June 17, 2015
Ich wusste anfangs nicht, was mich bei diesem Buch erwartet. Wie viele andere, habe ich durch das tragische Schicksal des Autors und seiner Familie überhaupt erst von diesem Buch erfahren. Das war auch der Grund, weshalb ich es mir gekauft habe.

Zum Inhalt:
Das Buch ist gleich zu Anfang witzig bis bissig, meist sarkastisch, manchmal auch bizarr - ich mag sowas!
Was die Theman angeht, so ist es, wie der Klappentext vermuten lässt: ein bisschen was von allem und leicht schräg.

Den ganzen Verlauf über weiß man eigentlich nicht so 100%, wo das Ganze hinführen soll. Es werden alle möglichen Themen wie Familienfeste, -konflikte, Bildungswesen (inkl. Lehrer-Eltern-Verhältnis), politische Ereignisse und Weltansichten etc. behandelt, aber so einen richtigen roten Faden hab ich nicht gesehen. Außer Tim's Weltanschauung und sein Bestreben, gegen Konventionen anzugehen.

Im Nachhinein fällt einem dann aber auf, wie sehr einen das Buch tatsächlich zum Nachdenken und Hinterfragen anstupst.

Allerdings wurde es mir bzgl. der politischen/sozialen Einstellung Antjes' (Ehefrau des Protagonisten) dann irgendwann doch etwas zu viel. Generell ist ihre Einstellung ja nobel, aber gleichzeitig ist sie manipulativ, starrköpfig und jähzornig. Klar, es gibt einige Menschen auf der Welt, die das wirklich sind, aber ich mag das eben nicht. Zumal ich bezweifle, dass sie so eine Nummer abziehen könnte, wenn sie selbst aus bescheidenen Verhältnissen käme, deshalb nicht ewig alles mögliche hätte studieren können und somit bzw. auch wegen des guten Gehalts ihres Mannes nicht in dermaßen guten Verhältnissen leben könnte/würde. Vermutlich gehöre ich damit in die Reihe "Bürger", die u.a. im Buch beschrieben werden (ja, mir ist bewusst, dass meine Argumentation fast so klingt, wie die des Journalisen ganz am Ende). Trotzdem hatte das durchaus oft eine ziemlich heuchlerische Note für mich.
Und dann das viele Kiffen. Auch nicht meins.

Dafür hab ich mich bei der Beschreibung von Weihnachten umso wohler gefühlt, weil es extrem viele Parallelen zu meiner Familie / unserem Weihnachten gegeben hat. Kackwitzig. xD

Und auch der Abschnitt über das manische Lesen von DHDR, um zu erfahren, ob Gandalf wirklich tot ist/bleibt, verstehe ich nur zu gut.

Wie gesagt, fand ich einige Situationen zum Brüllen komisch, andere einfach rührend und die meisten Figuren im Buch (eben bis auf die super überzogenen / nervigen Stellen mit Antje) waren ziemlich gut.
Außerdem kommt ab Kapitel 3 (ca. der Hälfte) aufgrund des Konflikts auch so richtig Fahrt auf und da ist Antje's Charakter (ebenso wie der von Mutter) ziemlich praktisch. *grins*

Generell war es also ein ziemlich gutes Buch. Eines von den "leisen", wie ich immer Werke nenne, die doch einen gewissen Ton treffen, es aber nie zu Weltruhm schaffen/geschafft hätten.
Ich hab lange mit mir gerungen, ob ich nur 3 oder doch 4 Sterne geben soll, aber weil ich mich in den bizarren Situationen so oft wiederfinden konnte (auch wenn ich dann nicht kiffe), die Grundansichten teile und so einige Male laut loslachen musste, sind es dann doch die 4 Sterne.
Ich bin wirklich froh, das Buch gelesen zu haben.

...

Nachtrag [Spoiler!]:
Eine Sache fiel mir bzgl. des Dorfes noch auf (ein Fehler, den viele Autoren bzw. Regisseure machen) => es soll ja dank Vieh, Gärten und Solaranlagen autark sein ... schön und gut, aber was ist mit Abwasser?! Dank meinem Vater bzw. seinem Beruf weiß ich nämlich, dass das gar nicht so einfach ist (es sei denn, man benutzt Plumpsklos, was ich mir bei dieser Gemeinschaft aber nicht vorstellen kann). Es wäre natürlich auch möglich, Tanks zu benutzen, die dann aber in regelmäßigen Abständen von Spezialfirmen abgeholt und entsorgt/getauscht werden müssten => wieder nicht autark bzw. auch eine Belastung für die Umwelt und in der portugiesischen Pampa fast unmöglich (zumal selbst Antje's Mutter irgendwann das Geld ausgehen muss und sei es erst in der 2. Generationen).
Profile Image for Melanie.
364 reviews16 followers
September 21, 2015
Dieses Buch hatte schon einige Verlagswechsel hinter sich, bis es letztendlich beim Droemer-Knaur-Verlag gelandet ist. Der Facebook & Twitter-Aktion, die Kai-Eric Fitzner's Familie ins Leben gerufen hatte, verdanke ich es, dass ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin.

Leider muss ich sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Zu Anfang begann es zwar interessant (Lehrer Tim, neu an der Schule, fordert seine Schüler. Sie beginnen die Dinge zu hinterfragen und nicht alles als Gegeben hinzunehmen), aber das war es dann auch schon. Leider waren alle Charaktere in diesem Buch sehr klischeebeladen und überzeichnet. Ganz oft habe ich das Buch beiseite gelegt und mich anderen Dingen gewidmet. Auch empfand ich viele Situationen einfach als zu unrealistisch (ein Lehrer kifft zusammen mit seinen Schülern, lebt mit ihnen und deren Geschwistern in einer Kommune) und die meisten Charaktere, angeführt von Tim's "Überfrau" Antje fand ich einfach nur unsympathisch. Mich konnte "Willkommen im Meer" leider nicht begeistern.
Profile Image for Catwithbooks.
2,392 reviews9 followers
September 10, 2019
Ein wirklich tolles Buch.
Tim unterrichtet für sein Leben gern und versucht dabei seinen Schülern bei zubringen, dass sie sich immer selber eine eigene Meinung bilden sollen. Dabei stößt er bei seiner neuen Schule nicht unbedingt auf ein offenes Ohr bei manchen Eltern und Lehrern. Hinzu kommt das er sich mit einigen Oberstufenschülern sehr gut versteht und auch einen bei sich wohnen lässt. Das bringt Tims Gegner auf die Barrikaden, aber womit keiner gerechnet hat ist Tims Familie, den diese steht hinter ihn und Unterstützt.

Die ganze Geschichte ist mit viel Witz geschrieben aber auch denkt man über das heutige Schulsystem nach und deren Lehrer. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam aber auch die Geschichte zum Buch selber fand ich interessant.
Ein absolutes muss :D
Profile Image for Sarah.
506 reviews5 followers
June 27, 2015
Eigentlich fand ich es gut, aber zwischendurch hatte ich ein wenig Mühe dem roten Faden zu folgen und darum sind es für mich eigentlich zwei statt drei Sterne.
Es ist aber definitiv ein intelligent geschriebenes Buch und darum muss ich wieder einen Stern aufwerten, so dass ich schlussendlich bei drei Sternen lande.
Profile Image for Nebeltanz.
45 reviews
March 21, 2016
Mein Fall war es jetzt nicht. Zu Beginn hatte ich Probleme mit seinem Schreibstil u in die ganze Angelegenheit reinzukommen.
Der Mittelteil war sehr belustigend, wenn nicht sogar spannend.
Und dann verlor ich wieder das Interesse. überflog die Zeilen flüchtig.

Daher nur 3/5 Sternen.

Ich packte mich einfach nicht richtig.
Profile Image for Dinokaefer66.
32 reviews5 followers
February 7, 2017
"Willkommen im Meer" hat mir sehr gut gefallen, was mich allerdings etwas gestört hat sind die teilweise recht langen Gedankenmonologe des Hauptprotagonisten . Die Geschichte hat mir persönlich neue und ungewöhnliche Gedankenansätze mitgegeben und ich musste stellenweise aufgrund der witzigen Dialoge sehr lachen. Die Charaktere sind authentisch und liebevoll dargestellt.
Profile Image for Anett.
1 review2 followers
July 13, 2015
Amazing book! Very intelligent, very humorous and definitely worth to read at all ages.
Profile Image for Nils.
336 reviews40 followers
September 15, 2015
#einbuchfürkai Lustiger, intelligenter, nachdenklicher und teilweise surrealer Roman, der am Ende etwas zu sehr den moralischen Holzhammer auspackt. Und OLDENBURG!
Profile Image for Boris Crismancich.
27 reviews
June 3, 2016
Ein wunderbares Buch von einem tollen Autor. Mehr erfahrt ihr zwischen den beiden Buchdeckeln. :)
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