"Spannende Geschichte, mit sozialkritischem Hintergrund"
Inhalt:
Lexi versteht die Welt nicht mehr. Wieso wird sie zu ihrer Mutter abgeschoben, die sich um sie sechzehn Jahre nie so wirklich kümmern wollte? Miesgrämig bleibt ihr jedoch nichts anderes übrig und so muss sie irgendwie mit ihrer Mutter und ihrem Lebensgefährten Owen klar kommen, der Lexi gegenüber immer seltsame Andeutungen macht. Kein Wunder also, dass Lexi mehr als schlecht gelaunt ist und dies auch keineswegs versteckt. Doch dann wir sie eines Morgens im Wald von wilden Hunden überfallen, als sie den Hund ihrer Mutter suchen will. Knapp entkommt sie der Meute, auch wenn sie deutliche Blessuren davon trägt. Aber was hat es mit diesen verwilderten Hunden auf sich? Als Lexi dann noch fast in einem einsturzgefährdeten Gebäude ertrinkt und nur knapp von einem Fremden gerettet werden kann, verändert sie sich. Aber was hat es mit ihrem fremden Retter auf sich? Was treiben die Hunde in dem verlassenen Klinikgebäude und kann Lexi ihre Mutter davon überzeugen, dass Owen ein mieses Schwein ist? Eines ist klar, er steckt mehr hinter allem, als Lexi zunächst denkt.
Meinung:
Bei “Verfolgt” handelt es sich um einen spannenden, sowie sozialkritischen Jugendroman. Die Autorin verbindet heikle politische Themen mit einer spannenden Handlung und ein paar Teenager Gefühlen. Dabei spielt die junge Lexi die Hauptrolle, die zu ihrer Mutter ziehen muss, da ihr Vater plötzlich für eine gewisse Zeit nicht mehr da sein kann. Wieso ihr Vater sie zu ihrer Mutter schickt, klärt sich erst im weiteren Verlauf der Story. Lexi ist ansonsten eine ziemliche Zicke, mitten in der Pubertät und für fast jeden Spruch zu haben. Sie erscheint wie ein typisches Teenager Mädchen aus der Großstadt, die einfach nicht an die Natur gewöhnt ist. Doch gerade dies ändert sich während “Verfolgt”, denn Lexi trifft auf die eine oder andere brenzlige Situation, wie, dass sie fast in einem verlassenen Klinikgebäude ertrinkt und nur knapp gerettet werden kann. Dazu kommt ein Rudel von verwilderten Hunden, das Lexi zu Beginn angreift, bis sie später die eigentliche Aufgabe der Hunde versteht. Zu Lexi gesellt sich ihre Mutter und vor allem Owen, der neue Freund ihrer Mutter. Mir war er schon zu Anfang suspekt und man merkt schnell, dass Lexi mit ihrer kritischen Meinung ihm gegenüber vollkommen richtig liegt.
Richtig spannend wird die Geschichte eigentlich erst, als Lexi von dem geheimnisvollen Fremden gerettet wird. Er nennt sich Kos und lebt mit seinen, geklauten Hunden im Wald. Er ist dreckig und scheint durch den wenigen Kontakt auch leicht zurückgeblieben und dennoch will Lexi ihm helfen. Manchmal schwappen selbst ihre Teenager Gefühle hoch, auch wenn sie sich bewusst ist, dass sie niemals zu diesem Waldjungen passen würde. Doch wirklich weit kommt sie mit diesen Gedanken nicht, denn wie es der Titel schon verspricht, wird Kos verfolgt und gerade Lexi merkt, dass nur sie ihm wirklich helfen kann. Langsam deckt sich Kos Vergangenheit auf und Lexi wird bewusst, wie tief sie eigentlich in Problemen steckt, aber aufgeben kommt natürlich nicht in Frage.
Die Autorin Ally Kennen ist schon durch ihre vorherigen Werke dafür bekannt, sozialkritische Themen anzusprechen. Bei “Verfolgt” geht es um den Umgang mit Asylanten und ihrem Abschiebungsprozess. Hierbei hält Ally Kennen sich nicht zurück und schreibt deutlich, wie es auch in vielen Ländern abläuft. Einfach nur brutal. Gerade das macht das Buch für zwischendurch sehr lesenswert, denn es ist teilweise wirklich unmenschlich, wie mit Asylanten umgegangen wird und gerade dies ist noch nicht jedem bewusst.
Der Schreibstil der Autorin ist jedoch eher unbefriedigend. Natürlich handelt es sich um einen Jungendroman, aber es gibt trotzdem unzählige Wortwiederholungen, vor allem zu Satzbeginn mit “Ich”. Das stört ein wenig den Lesefluss und dabei ist das Alter wohl belanglos. Dazu kommt, dass die Sätze alle sehr kurz und knapp sind, zwar gibt dies dem Roman Tempo, wodurch die Story an Spannung beibehält, aber wirklich schön zu lesen ist es dann auch nicht.
Das Cover hat mir persönlich gefallen, wobei die Hunde vielleicht ein wenig zu sehr im Mittelpunkt stehen. Klar, die verwilderten Hunde spielen eine Rolle, aber dennoch handelt es sich bei “Verfolgt” um keinen richtigen Thriller, wo böse Hunde Menschen jagen oder derartiges. Das ist eventuell etwas verwirrend, da man nicht direkt auf den Plot der Story kommt. Ansonsten finde ich das Cover von “Verfolgt” sehr passend für ein Jugendbuch.
Fazit:
Es handelt sich um eine spannende, sozialkritische Geschichte, in der Lexi einem verwilderten Jungen helfen will. Es geht keineswegs um einen Thriller, indem Hunde auf Menschenjagd gehen! Empfehlen kann ich diesen Roman vor allem Jugendlichen bis 16 Jahren, da der Roman durch eine interessante Story auf die Problem der Asylbewerber eingeht und die Schattenseiten derer Leben zeigt, die auf der Flucht sind.