Aufgrund der Erziehung und der Krankheiten meiner Eltern ist mir durchaus bewusst, dass unser -und vor allem auch mein- Leben endlich ist. Schon früh erklärte mir mein Vater, dass es jederzeit geschehen könnte, dass etwas passiert, und er dabei sterben könnte. Das Thema Tod ist mir also durchaus geläufig.
Womit ich mich bisher nicht wirklich befasst habe, ist das Sterben an und für sich. Wie wohl auch viele andere ging ich davon aus, dass es irgendwann passiert und dann ist Schluss. Viel interessanter sei doch die Frage, was danach geschähe.
So dachte ich zumindest, bis ich "Hinübergehen" von Monika Renz gelesen habe. Das Buch führen wir erfolgreich in unserer Buchhandlung an Lager und schon mehr als ein Kunde hat es mir ans Herz gelegt. Jetzt weiss ich auch warum, und bedanke mich bei all diesen Menschen. Sie haben mir einen grossen Gefallen getan.
Denn Sterben geschieht nicht einfach so. Es ist ein Prozess. Wie das Erwachsenwerden. Und genauso wichtig. Weshalb und was dabei genau geschieht, schildert die im Umgang mit Sterbenden erfahrene Monika Renz in ihrem Buch "Hinübergehen".
Sie erklärt einfach und auch für Laien gut verständlich. Dies ist gewollt, wendet sich ihr Buch doch nicht nur an Personal in Hospizen und Spitälern, sondern ebenso an Angehörige und Begleiter. Denn für diese ist es ebenso wichtig zu verstehen, was mit dem geliebten Menschen geschieht.
Dieses Buch war ein Augenöffner für mich und ich begreife nun viel mehr, was Sterben ist und was es ausmacht. Tatsächlich hat Renz mir auch dabei geholfen, meine eigene Angst vor dem Sterben zu verstehen und etwas zu lindern.
Sollte ich irgendwann sterbend im Krankenhaus liegen, dann hoffe ich, dass mir jemand wie Monika Renz zur Seite stehen wird.