Die Männlichkeit schiebt uns nur zu oft einen Riegel vor unser Innenleben und versperrt so den Zugang zu unserem eigentlichen Wesen. Ich mag diesen Riegel nicht mehr. Ich will mich öffnen, ich will sagen, was mich als Mann bewegt und bewegt hat, im Äußeren wie im Inneren. Vielleicht hilft es zum besseren Verstehen des - oder wenigstens eines - männlichen Menschen."
Dieses Buch ist nicht gut gealtert. Mag die Nabelschau eines nicht mehr jungen Mannes und sein "Verständnis" für die Frauen in den 80ern noch fortschrittlich gewesen sein, so ist es jetzt eigentlich nur noch nervig. Abgebrochen auf S.134. Schade, ich hatte mir mehr versprochen...
Teilweise äußerst seltsame oder auch problematische Aussagen, bei denen ich mich frage, ob es dafür irgendeine andere Quelle als Pfennigs persönliche Erfahrungen und Empfindungen gibt, andererseits auch zum Schluss hin ein Beziehungsansatz und ein Geschlechterbild, das sehr mit mir resoniert. Ich bereue es jetzt nicht, das Buch gelesen zu haben, es hat mich auf einer längeren Busfahrt gut entertained, aber man muss es jetzt auch nicht gelesen haben.
irgendwie interessant wie ähnlich dann doch die Themen des männlichen aufwachsens sind, obwohl Jahrzehnte zwischen uns liegen. es liest sich eher wie ein eigenes Selbsthilfebuch für den Autor, aber ich bin dankbar für den Einblick.
Ein tolles Buch. Jörn Pfennig erzählt von seinen Auseinandersetzungen mit der eigenen Männlichkeit und männlichen Sozialisierung, v.a. in Bezug zu Frauen und Feminismus. Da es viele autobiografische Aspekte hat erzählt er auch viel von seinem nicht-konventionellen Lebensweg (Studiumsabbruch usw). Mir hat das Buch unerwartet viel gebracht. Zwar wurde es in den 80ern geschrieben, aber ich finde vieles davon immer noch sehr aktuell. Auch unterhaltsam geschrieben und sehr gut zu lesen.