Frage: "Was ist Humor?" Antwort des in Paris lebenden Argentiniers Guillermo Mordillo: "Humor ist der Geist, der inmitten des ewigen Lebenstanzes Pirouetten dreht." In seinen Cartoons kommt Mordillo ganz ohne derartige Erklärungen aus; sie haben nie eine Text-Unterschrift. Man versteht sie ohne Worte, und der Roman (ob Tragödie oder Komödie), den sie mit einem Minimum an Strichen erzählen, verschlägt einem die Sprache: man gerät ins Meditieren, Träumen und bricht dann oft in schallendes Gelächter aus. Eines der Hauptthemen Mordillos ist auch in dieser vielseitigen Sammlung der ständige, triebbetonte Kampf der Geschlechter, er wird hier ausgetragen von dickbäuchigen, knollennasigen Figürchen, die uns eine nicht ganz heile, aber sehr komische Welt zeigen - in der es sogar Beispiele stillen Heldentums gibt und hier und da auch die blaue Blume der Romantik.
Findebuch aus dem Hausflur. Stammt offenbar aus der Zeit, bevor Mordillo zu einer "Marke" wurde mit unzähligen Puzzlen, Postern usw. Wie er mit dem Hochformat spielt, wenn seine Giraffen, Wolkenkratzer und Leitern zum Einsatz kommen, ist sehr ansprechend. Entsprechend gibt es auch viele Gags, in denen jemand aus dem hohen Gefängnisfenster raus will oder zu dem Liebchen im Balkon (Rapunzel) hinauf. Gibt aber auch eine erquickliche Anzahl von Insel-Gags (nicht immer mit einer Frau auf der Nachbarinsel, aber oft) und sogar absurde Spielereien, wo etwas sich als gezeichnet heraus stellt, obwohl es sich anders verhält. Auch, wenn diese Gags nicht ganz so zünden.