Was geht Deutschland die Ukraine an? Und wie kommt es, dass ein gescheitertes Abkommen mit der EU zu einer der gefährlichsten Krisen geführt hat, die Europa in den vergangenen Jahrzehnten erlebte? Alles Putins Schuld? Oder ist die Wahrheit hinter diesem Konflikt, der nun den Frieden eines ganzen Kontinents bedroht, doch komplexer? Und welche Rolle spielen eigentlich die Medien? Sind sie noch unabhängige Berichterstatter oder längst selbst zur Partei geworden? Mathias Bröckers und Paul Schreyer schauen hinter die Kulissen eines politischen Spiels, das tödlicher Ernst geworden ist.
Seit der Westen sich im Kampf mit Putins Russland um die Ukraine wähnt, werden auch in Deutschland längst vergessene Kriegsängste wieder wach. Doch worum geht es in diesem Spiel wirklich? Und welche Rolle spielen die Medien? Irritiert spüren viele Leitartikler, wie ein wachsender Teil der Leserschaft ihnen nicht mehr länger folgt. Öffentliche und veröffentlichte Meinung gehen drastisch auseinander. Kritisiert wird eine Einseitigkeit in der Berichterstattung, die den Medienmachern selbst als böse Unterstellung gilt. Dabei ist das ständige Mantra vom "bösen Putin" kaum zu überhören. Wie kommt es, dass dem Publikum kein komplexeres Bild zugemutet wird? Bröckers und Schreyer schauen hinter die Kulissen und analysieren neben der Rolle der Medien auch den historischen Hintergrund des Ukraine-Konflikts, sowie die Rolle der Geopolitik. Denn tatsächlich sind Geostrategie und internationale Machtpolitik kein vergangenes Relikt des Kalten Krieges, sondern ein sehr einflussreiches Instrument der Gegenwart. Wer aber sind die realen Akteure und welche Interessen verfolgen sie?
Dieses Buch ist eine absolute Empfehlung und sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre eines jeden deutschen bzw. europäischen Abgeordneten und Politiker sein.
Ich bin sicherlich kein uneingeschränkter Freund von Putin und seiner (Innen)Politik, aber das Bild das unsere Medien von ihm und Russland in den letzten Jahren zeichnen ist dermaßen überzogen, dass man nur noch von gezielter Manipulation sprechen kann.
Das Buch bietet viele Argumente und Denkanstöße, um die kriegerischen Konflikte der letzten Jahrzehnte, allen voran den Ukrainekonflikt, aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Auch wenn man den Autoren nicht in jedem Punkt zustimmen muss, so sollte jedem schnell ersichtlich werden, dass die Politik der westlichen Wertegemeimschaft den geostrategischen Interessen der USA dienlich sind und zu sinnlosen Kriegen in unserer Nachbarschaft führt.
Finde den Inhalt an sich gut und bin sehr interessiert an diesem Thema. Hat auch ein paar Dinge drin die ich zuvor noch nicht gehört habe. Leider ist der Schreibstil gewöhnungsbedürftig: Sehr lange, umständlich geschriebene Sätze über die man immer wieder stolpert.
Großartige Analyse. Ein wichtiges Buch zum derzeitigen Medien- und Gesellschaftsproblem. Solange es solche Journalisten, Ansichten und Bücher gibt, habe ich noch Hoffnung.
Ich habe das Buch zufällig beim Aufräumen in meinem Regal gefunden. Vor ein paar Jahren aus einem dieser "zu verschenken" Kartons auf der Straße gezogen und vergessen. "Putinversteher" ist hier nichts als ein Euphemismus für die stumpfe Wiedergabe von Kreml-Propaganda.
Mein Highlight: In Kapitel 2 wird behauptet, die Ukraine habe keine eigene Kultur und die ukrainische Sprache sei nur ein Dialekt der russischen und eine Bauernsprache, da sie ja keine Wörter für Tiere kenne, die es auf dem Land nicht gibt. Belegt wird das mit einem Zitat des Autors Mikhail Bulgakov, der im russischen Kaiserreich in Kyiv geboren wurde. Naja, nicht ganz: Das Zitat stammt von einem FIKTIVEN russischen Charakter, der sich in einem Roman Bulgakovs während des Ukrainischen Unabhängigkeitskriegs 1918 über die (Un-)Ähnlichkeit zwischen der russischen und ukrainischen Sprache lustig macht. Welche ihre Wurzeln beide im Altostslawischen und sich unabhängig voneinander entwickelt haben, aber sowas nachzuschlagen oder zumindest die Grundlagen beider Sprachen zu lernen, war von den Autoren wieder zu viel verlangt.
Zugegebenermaßen habe ich die übrigen Kapitel nur noch überflogen, das Buch lachend in den Müll geworfen, und mir schließlich Kapitelzusammenfassungen und Meinungen deutscher Politikwissenschaftler durchgelesen. Letztere sind sich einig, dass hier nur Bullshit drin steht, es aber zumindest unterhaltsam ist und darauf aufmerksam macht, dass die eine oder andere Sache von tatsächlich von Medien zu einseitig berichtet wird. Andererseits sind die Autoren schon früher mit Verschwörungstheorien über 9/11 und JFK aufgefallen und bezeichnen hier Russia Today (der vom Kreml kontrollierte Nachrichtensender) als alternative Nachrichtenquelle.
Das Buch enthält gute und berechtigte Kritik, leider aber auch einiges an Schwachsinn. Die USA haben unfassbar viel Dreck am Stecken, und dass "Demokratisierung" eher eine Nebensächlichkeit als der Hauptgrund für Konflikte ist, sollte jedem klar sein. Amerika hat sicher kein Interesse an einem starken Europa und ist weit weniger unser Freund, als viele meinen. Das ist richtig. Aber: Russland kommt in diesem Buch viel zu gut weg. Nur weil Amerika geopolitisch in die gleiche untere Schublade gehört, macht das Russland nicht besser. Besonders befremdlich war dann die quasi komplett unkritische Erwähnung von Russia Today; als wäre das einfach ein "alternatives Medium" mit gleicher Existenzberechtigung. Immerhin ist das abschließende Fazit wieder ein Lichtblick: Europa sollte sich von den USA lösen und Asien nicht grundsätzlich als Feind betrachten. Die Diplomatie mit Russland dürfte sich jetzt natürlich deutlich schwieriger gestalten, allein schon Putins notorischem Lügen im Ukrainekrieg wegen, aber naja. Grundsätzlich lesenswert, aber bitte nur mit wachsamen Augen.
Sehr gute Buch für Leute, die mehr als nur die Medien wahrnehmen möchten und etwas über die Geschichte erfahren wollen. Spoiler: man ändert vlt seine Meinung zu den öffentlich rechtlichen
Solide Stimme gegen den grassierenden Propagandairrsinn in den deutschen Medien, inklusiver der Andeutung einer Theorie, wie es dazu kommt, dass die deutschen Politkommentare und Leitartikel gleichgeschaltet, weltfremd und hoffnungslos kriegstreiberisch wirken.
"Chúng tôi là người tốt": Cha chính trị gia nào mà tới nói với bạn như vậy thì nên xem lại. Trò chơi địa chính trị bẩn thỉu chẳng có thằng nào là tốt cả, kể cả Chú Sam ở Ukraine.