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Schimmernder Dunst über Coby County

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Bald wird es Frühling. Wim Endersson, Literaturagent und Melancholiker, fiebert der neuen Jahreszeit genauso entgegen wie alle anderen Bewohner von Coby-County. Sie warten auf die schönsten Touristen der Welt. Jedes Jahr strömen begabte Menschen aus allen Nationen in den berühmten Ort am Meer, um sich im milden Sonnenschein selbst zu feiern. Wim und sein bester Freund Wesley haben noch nie woanders gelebt, sie studierten an der School of Arts and Economics und erinnern sich gern an die sinnlichen Knutschszenen, tragischen Trennungen und ausschweifenden Tanzpartys ihrer Vergangenheit. Doch als plötzlich, kurz vor Anbruch des Frühlings, Wesley die Stadt in panischer Furcht verlässt, droht sich CobyCounty für immer zu verändern. Wims Freundin, die intelligente Pianistin Carla, geht auf Distanz, der Agenturchef scheint krank vor Sorge, Wim lässt sich verführen. Er muss nachdenken: Ist seine Heimat nur zu retten, indem er ein neues Leben beginnt? Noch wird Wims Apartment vom Licht durchflutet, doch am Horizont kündigt sich bereits ein großes Unglück an

192 pages, Paperback

First published July 30, 2011

19 people are currently reading
306 people want to read

About the author

Leif Randt

10 books150 followers
Leif Randt (* 1983 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Autor. Er lebt in Maintal-Ost und Berlin.

Randt studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. 2006 war er Finalist beim 14. open mike der Literaturwerkstatt Berlin, 2007 mit dem „Vli-Mintstroem-Projekt“ beim Plopp!-Hörspiel-Award. Er schrieb das Drehbuch „Innocence“ für eine Razor-Film-Produktion und trat 2008 beim PROSANOVA-Festival mit einer Performance auf. 2009 gewann er den Jurypreis des KulturSPIEGEL-Wettbewerbs,[1] im gleichen Jahr erschien sein Roman „Leuchtspielhaus“ im Berlin Verlag. Im Jahr 2010 gewann Randt den 1. Preis des MDR-Literaturpreises und erhielt den Nicolas-Born-Debütpreis der Niedersächsischen Literaturkommission. In der Preisbegründung heißt es, Randt führe "Jugendszenen als hochkomplexe dynamische Kulturmaschinen vor, die darauf angelegt sind, immer wieder neue Lifestyle-Effekte zu produzieren."

2011 erhielt er beim Ingeborg-Bachmann-Preis für einen Auszug aus dem Romanprojekt "Schimmernder Dunst über Coby County" den Ernst-Willner-Preis. Der Roman erschien kurz darauf im Berlin Verlag und erfuhr in der Literaturkritik hohe Beachtung; so nannte ihn die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung "das wahrscheinlich unaufgeregteste Buch der Saison." Im folgenden Jahr 2012 bekam Randt den Düsseldorfer Literaturpreis zugesprochen.

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Community Reviews

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333 (41%)
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75 (9%)
1 star
10 (1%)
Displaying 1 - 30 of 37 reviews
Profile Image for Anna Carina.
683 reviews345 followers
October 19, 2025
Ich habe das Buch bis zur Hälfte gelesen und ertappe mich dabei immer schneller und oberflächlicher zu lesen. Es langweilt mich inzwischen und interessiert mich nicht mehr.
Mit dem Buch beende ich dann auch mein Experiment Pop-Literatur.
Habe genug.

Es ist aber mit diesem Buch ein versöhnlicher Abschluss.
Das ist perfekte Satire – aber auch tödlich in ihrer Wirkung:
Er nimmt das stilistische Flachland Ernst.
Das Buch durchzieht eine sanfte Melancholie - ein Eindruck von vergangenem Ernst.
Der Icherzähler lebt in einem abgeklärten Einverständnis mit medialen Codes.
Emotionen sind weichgezeichnet, unterkühlt.
Nur noch Stilrelationen. Stil ist das Einzige das übrig ist.

Er formt es durch – so dass aus der glatten Oberfläche eine eigenständige, glaubwürdige Erfahrungsform entsteht. Und genau das unterscheidet ihn von weniger gelungenen Texten, die nur mit Zitaten, Posen oder modischen Schlagworten hantieren, ohne daraus literarische Konsequenz zu ziehen.
Die Leere ist herrlich kontrolliert und ästhetisch durchgehalten. Das Leben ist ein ästhetisches Gleichgewicht ohne Affekt.
Alles, was eine Bewegung in Richtung Begehren oder Erfahrung wäre, wird sofort in Reflexion aufgelöst.

Für mich trägt diese Form lediglich nicht auf Romanlänge. Dafür bin ich zu ungeduldig oder schlicht zu wenig an diesen Menschen und ihrem Lifestyle interessiert. Mich betrifft das nicht und hat auch sonst keine Relevanz in meinem Leben.
Mich sediert so ein Stil.
Profile Image for Frau Becker.
222 reviews48 followers
October 17, 2025
CobyCounty ist eine Utopie des ultimativen Wohlfühlorts: Jeder hier ist schön, sportlich, gesund, wohlhabend und gebildet, in irgendeiner Weise in der Kreativbranche tätig und alles in allem ziemlich zufrieden. Es passiert nicht viel in dem Roman, zwar häufen sich die Störmomente, Sturm zieht auf, eine Hochbahn entgleist, ein Feuer zerstört das Reiche-Leute-Viertel, doch selbst die große Katastrophe, die immer wieder angeteasert wird, zieht vorbei. Und was außerhalb von CobyCounty existiert, interessiert hier sowieso niemanden. Das kann man als plotfokussierter Leser als ziemlich langweilig empfinden, doch das Vergnügen an diesem Buch eröffnet sich auf einer anderen Ebene: In seiner doppelbödigen Sprache, in einer Ironie, die aber nie als solche vorgeführt wird, entlarvt sich diese Welt von vornherein als eine geradezu beklemmend oberflächliche. Das Leben ist derart auf Performanz ausgelegt, dass hier niemanden irgendetwas bis ins Mark erschüttert, weder Trennungen von Lebenspartnern, berufliche Rückschläge oder auch benannte Katastrophen. Die permanente Rationalisierung von Emotionen, die Bedachtheit auf Außenwirkung und das beständige Vertrauen, dass alles immer irgendwie gut endet, federt jegliche Erschütterung ab. Auf der Handlungsebene ist die Langeweile also Programm. Das eigentliche Vergnügen an diesem Buch liegt darin, wie sich der Erzähler seiner vermeintlich abgeklärten Haltung immer wieder selbst entlarvt, wie Randt Szenerien darstellt, die eher an Werbespots oder Instagram- Reels erinnern als an „echtes“ Leben.
Profile Image for Viktoria.
270 reviews33 followers
November 5, 2011
Der 26jährige Wim lebt in Coby County, eins Stadt, die legendär für ihren Frühling ist. Hier leben viele Freiberufler, Künstler und eigentlich auch nur erfolgreiche Menschen. Doch es bahnt sich eine Veränderung für Coby County an...
Ich bin auf diesen Roman durch einen Bericht bei 3sats "Kulturzeit" aufmerksam geworden. In einem Bericht über junge Autoren, die sich mit ihrer Generation auseinandersetzen hat mich Leif Randts Roman am meinsten interessiert. Und ich wollte mal einen neuen Roman, von einem neuen, jungen Autoren lesen. Und das Thema ist tatsächlich sehr interessant. Ich bin mir fast sicher, dass ich nicht alles verstanden habe. Die ganze Geschichte des Romans hat etwas metaphernhaftes an sich, über das man viel nachdenken kann. Ich glaube, das wird mich auch noch eine Weile beschäftigen.
Randts Held Wim ist ein erfolgreicher Literaturagent, der reiche Eltern hat und sich über seine Zukunft keine Sorgen machen muss. Er ist mit keinem anderen Menschen ehrlich oder offen. Selbst mit Freunden oder in Beziehungen kann er sich nicht öffnen. Wim wirkt irgendwie nicht in der Lage wirklich emotional auf etwas zu reagieren. Er ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Er hat auch nicht wirklich ein Ziel oder einen Lebensinhalt, der ihn antreibt. Eigentlich ist er Richtungslos. Das finde ich als Beobachtung sehr spannend. Spannend finde ich auch die klare Sprache, die diese Emotionslosigkeit recht einfach spiegelt.
Profile Image for Martin.
21 reviews
December 4, 2011
Ein kluger, ein besonderer, ein wunderbarer Roman: Eine spezielle Dystopie über einen fiktiven, Kurort am Meer: einer paradiesisch anmutenden Wellnessoase voller junger und junggebliebener Kulturschaffender - gegründet von einem Kosmetikkonzern. Einem Ort ohne Armut, ohne Intoleranz, ohne Konflikte, ohne Probleme. Hervorgebracht hat er eine Hauptfigur, die so ist, wie man wohl werden muss, wenn man in so einem Ort heranwächst: intelligent, politisch korrekt, zufrieden und frei von Problemen - aber eben auch frei von den wirklichen Gefühlen und Sehnsüchten, die er nicht hat, weil er keine Probleme und Konflikte hat, an denen er sich emotional reiben könnte. Wim reflektiert viel, fühlt aber praktisch nichts, sondern reflektiert stattdessen, was er fühlen sollte. Nun würden die meisten Autoren so einen Charakter in so einer Welt genüsslich in die Katastrophe steuern lassen. Doch der Clou an Coby County ist, dass zwar diverse Katastrophen angedeutet werden, aber keine davon passiert - und sich am Ende die Frage stellt, ob nicht genau das die größte Katastrophe von allen ist. Coby County ist ein Buch, auf dessen spezielle Art man sich einlassen muss – wer es tut, wird einer intelligenten, anregenden und auf angenehm subtile Art und Weise witzigen Satire belohnt.
Profile Image for Rena.
20 reviews
November 26, 2024
Ein Blick in eine Dystopie…ein fiktiver Ort, der vor eigener Bedeutungslosigkeit nur so strotzt. Alles scheint nichts zu sein, alle leben für Image und Performanz also leben sie für nichts.
Am Ende doch nicht so weit von der Realität entfernt, wie man meint.
29 reviews
November 26, 2024
Ich freue mich, dieses Buch meinen Freunden auszuleihen, und wenn sie es gelesen haben, dann werden wir beieinander einschlagen. Wenn wir einschlagen, dann klatscht es immer laut, unsere Hände treffen sich genau in der Mitte. Uns geht es bei diesem Einschlagen, wie wohl den meisten älteren Männern, sicher um Selbstironie und gute Stimmung.
Profile Image for Tarian.
336 reviews18 followers
July 26, 2022
In cobycounty ist alles belanglos und angenehm. Eine, um es mit roger willemsen zu sagen, chloroformierte gesellschaft lebt in vollständiger sorglosigkeit in einer tollen stadt. Auch protagonist wim endersson liebt diese stadt, verkörpert zugleich ihr lebensprinzip. Alles ist performanz, was im zwischenmenschlichen des öffentlichen raums unproblematisch sein mag, jedoch im privaten zur aushölung des menschlichen führt. Ob, wie die fazkritik es postuliert, dieses buch ein porträt der westlichen welt ist, in der es keine materielle, sondern nur ideelle probleme gebe, bezweifle ich, aber randt porträtiert einen typus mensch, der ahuman agiert und durch den gesellschaft versteinert. Eine interessante leseerfahrung.
Profile Image for Jürgen Zeller.
200 reviews14 followers
August 27, 2015
Ein sonderbarer Roman von dem ich nicht weiss, was erwähnenswert ist, die relativ einfache Handlung oder die Aura die von diesen knapp 190 Seiten ausgeht? Also die Handlung kann es definitiv nicht sein, denn die ist banal und wird die Literatur gewiss nicht revolutionieren. Als muss es an der Ausstrahlung des Textes liegen weshalb dieses Büchlein von so vielen Lesern und dem Feuilleton beinahe hymnisch gefeiert wird. Es ist unbestreitbar, dass vom Text und dem Erzählstil ein gewisse Faszination ausgeht die einem an die Geschichte bindet. Als Leser schwebt von Beginn weg auf einer rosaroten Wolke der Leichtigkeit über das erfundene Coby County und nimmt am an und für sich belanglosen Leben der Hauptfiguren teil. Eine Erzählung aus dem unbeschwerten Künstlermilieu bei der Alles und Nichts wichtig ist. Selbst am Punkt an dem die Geschichte eine neue Richtung einschlägt, kommt nur kurz Spannung auf und man versinkt wieder in der lapidaren Bedeutungslosigkeit der Ereignisse. Eine Welt in der alle Ecken und Kanten mit Wattebäuschen gepolstert sind damit man sich ja nicht wehtut. Die Figuren sind gut situiert, leben in geordneten Verhältnissen sind aber uninteressant und in ihrer Ziellosigkeit langweilig.

Ich will den schriftstellerischen Wert nicht in Abrede stellen, aber für mich war dieser Roman nicht das was ich mir von den guten Bewertungen versprochen habe. Er weckte keine Emotionen aber wenigstens liess sich die vor sich hin plätschernde Seifenblasengeschichte mühelos lesen. Mit etwas gutem Willen, kann man daraus auch Gesellschaftskritik herauslesen oder eine Parabel auf den intellektuellen Teil der Unterhaltungsindustrie oder sonst irgendwas Existenzielles oder Tiefschürfendes.
Profile Image for Medusa .
17 reviews
November 25, 2024
Absolut lesenswert, man kann darüber diskutieren und länger nachdenken. Gut geeignet auch für einen Buchclub.
Profile Image for David.
108 reviews10 followers
August 14, 2023
Wenn Brave New World ein Buch eines Kindes des Spätkapitalismus wäre, und bereits die Fortsetzung mehrerer Bücher der Genre-Literatur. Ersteres ist das Buch aufgrund von Schreibstil und Thema ohnehin; zweiteres aufgrund des Charakters der Genre-Literatur heute.

Das Sujet selbst ist eines des Kommunismus ohne Marxismus, in der das Reich der Freiheit nur das des Kapitalismus ist (ideologiekritisch: eine Art Nationalkapitalismus).

Will man dem Buch den Glauben der Utopie schenken, wird man jäh enttäuscht ob der Farblosigkeit einer solchen. Will man in ihm das Symptom einer Kultur im Spätkapitalismus sehen, wird man ebenso jäh daran erinnert, dass alles andere diese Symptomatik bereits besser spielt.
Profile Image for Tilmann.
73 reviews4 followers
July 22, 2022
Konnte leider nicht so in die Geschichte eintauchen.
Profile Image for André.
79 reviews12 followers
October 28, 2025
Ich weiß gar nicht, warum ich mich nun fast anderthalb Jahrzehnte geweigert habe, dieses Buch zu lesen. Weil aber in dem von mir geschätzten Podcast 'Die sogenannte Gegenwart' erneut die Rede von Leif Randt gewesen ist, habe ich meinen Widerstand aufgegeben.

Und siehe da, 'Schimmernder Dunst über CobyCounty' ist ein wunderbares Buch. Es spielt in einer utopischen Wohlfühlwelt, deren Bewohner:innen keinerlei materielle Sorgen und sozialen Probleme haben. Trotzdem naht die Apokalypse. Die Geschichte selbst gibt gar nicht so viel her, die distanzierte und melancholische Sprache ist dennoch irgendwie fesselnd.
Profile Image for yexxo.
907 reviews27 followers
September 23, 2015
Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem ich so unentschieden war, ob es mir nun gefallen hat oder nicht. So etwas geht doch überhaupt nicht? Oh doch, bei diesem Buch sehr wohl.
Die Geschichte ist ziemlich belanglos: Ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben eines fast 27jährigen Literaturagenten, der sich an diverse vergangene Episoden seines Lebens erinnert, alles ohne allzu große Aufregungen oder Spannung. Auch die erscheinenden Personen incl. des Protagonisten sind, nun ja, recht nichtssagend. Selten waren mir die Figuren eines Romanes so gleichgültig wie hier, selbst die für mich eher unsympathische Hauptfigur war nicht so richtig unsympathisch - sie war mir einfach egal. Kaum eine Spur von Empathie, Zu- oder Abneigung, ganz zu schweigen von stärkeren Emotionen meiner Seite ;-) Was mich dennoch bis zum Ende ohne Mühe weiterlesen ließ, war das ständige Gefühl, dass mir die Gesellschaft, in der sich das Beschriebene ereignete, ziemlich bekannt vorkam. Dieses CobyCounty, hat das nicht große Ähnlichkeit mit uns?
Eigentlich ist es fast schon eine Utopie, diese fiktive Gesellschaft. Die Menschen dort scheinen durchweg erfolgreich zu sein, und zwar nicht im Schweiße ihres Angesichts, sondern meist durch die Nutzung ihrer kreativen Fähigkeiten. FilmemacherInnen, AutorInnen, ArchitektInnen undundund. Die Ergebnisse der Arbeiten dieser KünstlerInnen werden begeistert von der Außenwelt aufgenommen, die sich auch nur eines wünscht: Leben wie in CobyCounty. Alt und Jung ist kein Gegensatz mehr, sondern eine Ergänzung. Geschlechtergrenzen sind fließend, Partnerschaften sind mit jedem Geschlecht möglich. Alles ist gut - nein, besser! Und trotzdem überkam mich beim Lesen nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass es dort tatsächlich besser ist. Denn dieses ganze Leben ist nur auf Eines ausgerichtet: Wie lebe ICH ein perfektes Leben? Alles was getan wird, geschieht nur im Hinblick auf dieses Ziel, nichts wird um des Tuns willen getan. Anschließend sonnt man sich im Bewusstsein ein guter Mensch zu sein, da man ja die richtigen Dinge getan hat. Doch das wird so beiläufig dargestellt, dass man es während des Lesens nicht richtig zu fassen bekommt. Unterschwellig wurde mein ablehndendes Gefühl immer stärker, zumindest manchmal deutlicher begründet durch einen Satz wie '...ich hatte von ihr (seiner Mutter) erfahren wollen, ob meine Geburt ihr Leben und das Leben meines Dads eigentlich sehr zum Negativen beeinflusst hat...'. Als ob das Negative eine Selbstverständlichkeit wäre bei der Geburt eines Kindes.
Kommt einem da Vieles nicht bekannt vor? Diese stete Selbstbeobachtung ('War ich freundlich, höflich, tolerant.... genug?') oder der ständige Selbstoptimierungswahn, besser schlafen, essen, trinken, gehen.... Das Ich muss es zur Perfektion bringen, sonst ist das Leben nicht gelungen.
Schlussendlich: Zwar hinterlässt dieses Buch kein gutes Gefühl, sondern eher das Gegenteil. Aber so etwas ist ja nicht immer schlecht (wie in diesem Fall), denn hier regt es zum Nachdenken an. Und wie es dem Autor derart subtil gelingt, diese nur schwer zu beschreibende Abneigung gegen diese Gutmenschengesellschaft hervorzurufen: Große Klasse!
Profile Image for Julia.
25 reviews1 follower
March 19, 2025
auch wenn wim lowkey gemein ist (oder einfach sozial inkompetent?), find ich den schreibstil toll. also alles in allem ein netter read
Profile Image for Joerg.
122 reviews5 followers
June 11, 2012
Hat man es hier mit der Fortsetzung der Reihe Huysmans, Salinger, Kracht zu tun oder ist man in Wahrheit auf einen Schelmenroman hereingefallen? Einen, der sich als *zwinker* *zwinker* Gesellschaftskritik tarnt?
Farblose Hipster, unter deren schillernder Oberfläche sich nicht allzu viel findet (Hipster eben), haben in einer der Truman-Show nicht unähnlichen Stadt, lächerliche Hipsterprobleme. Beim Lesen weiß man nie so recht, ob man jetzt über das alles schmunzeln soll oder den Protagonisten insgeheim eine reinhauen will. Ich tendierte ab der Hälfte zu Letzterem. Man will diese verweichlichten, versnobten, elend bürgerlichen, vom Markt zerfressenen Visagen am liebsten Dauertorpedieren. Man will dann darüber lachen, wenn sie zurückschlagen wie Mädchen.
Solange es Menschen wie in diesem Buch gibt, wird es z.B. eine FPÖ geben. Das ausgleichende Korrektiv für ein anderes Extrem.
Aber hatten wir das alles schon nicht Mal? Vor 70 Jahren? Sind die Hipster jetzt die neuen Juden?
Profile Image for Maja Isabel.
113 reviews
January 28, 2023
Ich bewundere Leif Randt als Künstler unserer Zeit und maße mir mal an, dass ich seine Kunst verstehe, aber sie ist im Gegensatz zu 'Allegro Pastell' in diesem Buch einfach nichts für mich.
Ob die anödende, banale Handlung eine tiefere gesellschaftliche Aussage zu treffen vermag, ließe sich nur feststellen, wenn man bei der Lektüre nicht nach 3 Sätzen das schwer erkämpfte Interesse wieder verlieren würde.
Ähnlich wie bei 'Faserland' entsteht eine Atmosphäre der Belanglosigkeit und des Nihilismus, die ich mir selbst in allerbester Laune nicht zumuten mag. Das literarische Äquivalent zu Benzos.
Profile Image for Käthe Leonhardt.
62 reviews
March 23, 2025
Ein nicht endender Besuch im Tennis Club, aber hey es gibt Pepsi Cola. Spaß es ist insane wie sehr man jemanden gleichzeitig nicht mögen kann und trotzdem dieses Buch nicht aus der Hand legen mag. Mir bleibt nur grunzen und ein schüttelnder Kopf 🫨
Profile Image for cate.
74 reviews1 follower
March 17, 2022
ehrlich gesagt habe ich dieses Büch total geniessen. die Prosa ist nicht für englischsprachige Leute zu schwer und die Themen erinnert mich um den ya-dystopian Romane meiner Kindheit :) also gut
Profile Image for Simon Wolff.
17 reviews
September 9, 2024
Much like in Allegro Pastel, Leif Randt's other book that I've read, this left me torn between boredom and amusement. I do favour the view that what Leif Randt is doing here is low-key brilliant but that doesn't mean that it's always a pleasure to read. The protagonists of this 2011 novel are young, successful freelancers from privileged backgrounds who live in Coby County, a popular vacation spot for other young, successful freelancers with similar backgrounds from places like Denmark or Germany. The main protagonist, Wim, is a literary agent for young adult fiction. Everybody in Coby County is utterly beige. Poverty or other problems do not seem to exist, as graphic designers and other well-off urban dwellers descend upon the resort every year. In the absence of any real problems, Wim and his friends overanalyse and overthink nearly every aspect of their interactions and everything they think about are judgments of taste. When Wim's friend Wesley decides to follow his mother's footsteps and leave the county to travel the US, Wim sees this as treading a dangerous path towards 'neo-spiritualism', a often-mentioned affliction that has already taken hold of Wesley's mother. Suspicious of genuine emotions, which they likely find messy and overly sentimental, Wim and his pals have replaced love with relationships that are performed at a meta-level. When Wim breaks up with his girlfriend Carla, he mulls over various possible reactions to the breakup without experiencing any real feelings. The end of their relationship, like everything else in Coby County, is clean and palatable. Later, he meets another woman who not only resembles Carla but is also named Carla, whom he half-jokingly calls "Carla 2" and gets along with just fine. To be sure, occasional ominous clouds hover over Coby County, but most of the initial apprehension is overblown, and everything stays as quaint and perfect as it was. There is no beginning or end. Life in Coby County goes on without friction or disturbance. The entire thing is obviously satire but written in such a laconic tone that you almost believe it could be real. You could even imagine someone reading it in earnest and enjoying this soft, pastel-coloured dystopia. Finally, and I think that's what makes this a brilliant book, Randt leaves you with the uneasy feeling that you might be one of those people.
Profile Image for Lars.
458 reviews14 followers
September 20, 2019
Nach "Planet Magnon", das mir mit Abstrichen gut gefallen hat, war "Schimmernder Dunst über Coby County" mein zweites Buch von Randt. In diesem Roman geht es um den scheinbar perfekten Ferienort, bevölkert fast ausschließlich von Intellektuellen und Künstler, als Traumziel auf der ganzen Welt begehrt. Den Menschen dort mangelt es scheinbar an nichts, und so haben sie viel Zeit, sich selbst zu optimieren und über nahezu jedes Zucken der Augenbraue nachzudenken. Das hat mich im Buch manchmal genervt, wenn zum 375. Mal beschrieben wird, warum die Hauptfigur dies oder jenes sagt oder das Gegenüber diesen oder jenen Tonfall nutzt und was er damit vielleicht erreichen will.

Trotzdem fesselt der ganz spezielle Ton des Autors, der sich wie auch schon in "Planet Magnon" durch das ganze Buch zieht. Im Laufe des Romans bricht dann die selbstoptimierende Monotonie, und der Leser rechnet schon mit dem Schlimmsten, um dann ... doch lest selbst. Im Prinzip passiert in diesem Buch nicht viel, es werden eigentlich nur Beziehungen von Menschen beschrieben. Trotzdem macht das Lesen Freude und hier deutet sich schon an, warum Randts nächstes Buch dann quasi ein Science-Fiction-Roman war: Er kann abgeschlossene Welten und ihr ganz besonderes, weltanschauliches Flair sehr gut beschreiben. Das Erstlingswerk "Leuchtspielhaus" werde ich auf jeden Fall auch noch lesen, und dann hoffen wir mal, dass Randt schon an was Neuem sitzt.
9 reviews6 followers
July 9, 2018
Leif Randts "Schimmernder Dunst über CobyCounty" ist ein Buch bei dem ich nicht weiß, was ich davon halten soll. Immer wenn ich denke, dass ich nun endlich in die Story reinkomme und irgendwie verstehe worum es geht, passiert etwas merkwürdiges, das mich wieder zurückwirft. Insbesondere die nüchterne Erzählweise hat mich irritiert. Jedesmal allerdings, wenn ich dachte, dass sie vielleicht doch zur Geschichte passt, passte sie plötzlich wieder nicht. Ebenfalls bewusst gewählt ist wahrscheinlich die Welt "CobyCounty", die sich bis zum Ende nicht verorten lässt. Natürlich soll sie eine Parabel für eine globalisierte Hipster-Welt sein - ein Berlin mit Start-ups am Meer - und diese Irritation ist genauso gewollt. Trotzdem stört sie mich. Ich will in die Welt der Charaktere eintauchen können und das kann ich hier nicht, wenn ich diese nicht einordnen kann. Die nüchterne Sprache unterstützt dann zusätzlich, dass auch zu den Figuren einen gewisse Distanz bestehen bleibt. Sogar am Ende des Romans bleiben die meisten für mich nur bezugslose Erscheinungen. Nichtsdestotrotz ist "Schimmernder Dunst über CobyCounty" kein schlechter Roman. Als Parabel für eine Welt und eine Generation die alles kann, aber nicht weiß was sie will, funktioniert er ganz gut. Er hätte, meiner Meinung nach, nur sehr viel mehr Potenzial gehabt.
Profile Image for Melissa Madeira.
2 reviews
January 9, 2024
Ich habe von Leif Randt bereits Allegro Pastell gelesen und wusste daher ungefähr auf was ich mich einlasse. Auch wenn es sich bei diesem Buch um eine Dystopie handelt und bei Allegro Pastell um eine Liebesgeschichte, hat er doch bei beiden Büchern einen ähnlich Schreibstile, der auf seine Art subtil und gleichzeitig auch kühl ist. Ich mag diese Art des Schreibens aber hin und wieder sehr gerne, da es ihm auch in „Schimmerende Dunst über CobyCounty“ gelingt die junge Gesellschaft auf seine Art zu porträtieren. Dieses Empfinden hatte ich ebenso bei Allegro Pastell. So schreibt Leif Randt für mich auf eine ganz spezielle Art und Weise. Mir hat das Buch grundsätzlich gut gefallen. An einigen Stellen fehlte mir dennoch die Tiefe etwas, denn obwohl einiges angerissen wurde und die Idee gut war, fehlte mir manchmal die Fortführung bestimmter Gedankengänge oder Erzählsträngen. Es ist einfach alles in allem recht kurz, was ich grundsätzlich nicht störend bei Büchern finde, sondern auch oft erfrischend. Ich glaube dennoch es hätte dem Buch gut getan an gewissen Stellen doch etwas ausführlicher vorzugehen. Nichts desto trotz gefällt mir der dystopische Charakter des Buches und irgendwo beginnt man eigene „Sehnsüchte“ und „Dinge, die man für richtig und gut hält“ zu hinterfragen. Mein erstes Buch in 2024 und ich bereue definitiv nicht es gelesen zu haben!
Profile Image for Conny.
616 reviews86 followers
July 30, 2022
Der schimmernde Dunst über CobyCounty ist nicht nur ein wörtlicher, sondern auch ein metaphorischer: an diesem Ort gibt es keine Probleme. Die Menschen sind schön und erfolgreich, das Wetter ist gut, jedes Jahr strömen gleichermassen schöne und begabte Touristen herbei. Man hält sich in Konzeptgastronomien, am Strand oder an einer der zahlreichen Partys auf. Alles ist sehr angenehm.

Angenehm ist auch Wims Job (Literaturagent), seine Beziehung (Carla), seine Aktivitäten (Sex, Klassentreffen, Konzeptgastronomien). So angenehm, dass er genug Zeit hat, alles sehr genau durchzuanalysieren. Insbesondere alles, was Carla betrifft, aber auch ganz banale Vorgänge, wie sie nach einer wilden Nacht auftreten können («Wenn ich vor der Toilette knie und würge, weil ich in der Nacht zuvor viel zu viel getrunken habe, dann erdet mich das auf plakative Weise, dann bin ich irgendwie ganz bei mir und maximal ehrlich zu mir selbst.»). Doch am Horizont braut sich ein Unglück zusammen (wörtlich).

Die Stärke des Romans liegt nicht unbedingt in der Handlung, sondern in der zielsicheren Darstellung der Selbstbezogenheit einer Generation. Sanft, aber bitterböse, wie ich es liebe.
Profile Image for Charlotte.
53 reviews
April 19, 2025
Meine Stimmung diesem Buch gegenüber ist neutral. Zwar ist es einfach und toll zu lesen, aber die Handlung erscheint mir diffus. So kriegt man einen Einblick in die Gedanken der Hauptperson und merkt wie sehr dieser auch die kleinsten Entscheidungen überdenkt. Letztendlich passiert in dem Buch nicht viel, Coby County erscheint mir relativ langweilig und eintönig - alles ist gleich. Zu mindestens am Anfang des Buches, dann treten einige unvorhergesehene, negative Veränderungen ein, aber die sind weniger schlimm als vorhergesagt. Aber vielleicht ist auch genau das das Ziel des Autors, das schaffen dieser langweiligen, gleichgültigen Atmosphäre in einer scheinbar perfekten Welt, die dazu anregt froh über das unvorhersehbare und nicht perfekte in unsere nach Perfektion strebenden Welt zu sein?!
10 reviews
December 22, 2024
Ein Buch dessen Monotonie und eher unspektakulär wirkende Handlung ich zunächst nicht verstanden habe. Um ehrlich zu sein wurde mir erst nach dem Lesen mehrerer Buchinterpretationen die Gesellschaftskritik und die Auseinandersetzung mit dem Thema Idylle deutlich. Wieder mal ein Buch, dass mich sehr nachdenklich stimmt.
2 reviews
December 31, 2025
Hab dieses Buch für meinen Wortschatz hauptsächlich gelesen, aber mein Gott wie langweilig war das. Auch so männlich, dass ich nicht verstanden habe, ob der Hauptfigur schwul oder nicht ist weil weibliche Figuren sind so hässlich und bieder vorgestellt werden. Die Carla 2.0 Geschichte hat mich ganz genervt. Insgesamt, gefällt mir das Buch nicht, aber es ist leicht zu lesen und zu verstehen
1 review
June 13, 2024
Ein paar schöne Formulierungen und gute Gedanken, aber das ekelhafte Frauenbild des Hauptcharakters, das an mehreren Stellen durchgekommen ist, hat es mir kaputt gemacht. Wer wie ich durch Allegro Pastell auf Randt gekommen ist, sollte es lieber dabei belassen.
Profile Image for Tobias.
273 reviews7 followers
October 9, 2024
Dass die Figuren des Romans sich so häufig übergeben müssen kann ich nachvollziehen, wenn doch der Protagonist absolut zum Kotzen ist. Dabei ist er aber sprachlich und stilistisch sehr schön und vor allem weich eingepackt und diese Divergenz reibt mich beim Lesen sehr auf.
Profile Image for fknkrs.
67 reviews2 followers
May 4, 2021
odd but in a good way i guess
Displaying 1 - 30 of 37 reviews

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