»Das Geheimnis von Askir« von Richard Schwartz zählt zu den beliebtesten deutschsprachigen Fantasyserien. Diese Sonderausgabe mit den Romanen »Die Eule von Askir« und »Der Kronrat« schildert das große Finale des Epos. Farbige Karten und exklusive Illustrationen bringen Sammlern und Neulesern die faszinierende Welt Askir so nahe wie nie zuvor: Leandra, Havald und ihre Gefährten gelangen in die alte Kaiserstadt Askir. Doch hier liegt ein dunkles Geheimnis verborgen, und eine Weissagung kündet vom Krieg der Götter ...
Richard Schwartz ist das Pseudonym eines deutschen Schriftstellers (* 1958 in Frankfurt am Main), unter dem der Fantasy-Romanzyklus Das Geheimnis von Askir und dessen Fortsetzung Die Götterkriege veröffentlicht werden.
Richard Schwartz hat eine Ausbildung als Flugzeugmechaniker und ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolviert. Er arbeitete als Tankwart, Postfahrer und Systemprogrammierer und restauriert Autos und Motorräder. Am liebsten widmet er sich jedoch fantastischen Welten, die er in der Nacht zu Papier bringt – mit großem Erfolg: Seine Reihe um »Das Geheimnis von Askir« wurde mehrfach für den Deutschen Phantastik Preis nominiert. Zuletzt erschien die neue Reihe „Die Eisraben-Chroniken“.
Ich weiß gar nicht, wieso ich so lange gewartet habe, dieses Buch zu lesen. Gut, der zweite Sammelband war etwas zäher und die Seitenzahl schreckt doch etwas ab, es mal eben so zwischendurch zu beginnen. Bei der Fülle an Handlungssträngen, Figuren und Abenteuern vergisst man auch mal leicht, worum es bislang ging - und anders als etwa Harry Potter und was für Bücher ebenfalls diesem Muster folgen, gibt es hier nicht erst hundert Seiten lang eine Zusammenfassung der Geschehnisse aus den bisherigen Bänden. Askir will am liebsten in einem Guss gelesen und genossen werden - und das hat es auch verdient.
"Die Eule von Askir" war mein Favorit der ganzen bisherigen Reihe. Dass hier nicht Ich-Erzähler Havald vorkam, sondern aus den Augen zahlreicher Charaktere berichtet wurde, allen voran Desina, aber auch Santer, Taride und Wiesel, hat der Geschichte wirklich gut getan. Askir wurde vorgestellt mit all seinen Geheimnissen und Wirrungen, aber auch als wunderschöne Stadt, in der die Geschichte des Kaiserreichs nach wie vor atmet und lebt. Als Eule von Askir hat Desina so manches Rätsel zu überwinden und ich fand es sehr schön, dass man hier mehr Hintergründe erfahren hat. Zeitgleich drehte es sich hier um einen Angriff, der in Sammelband 2 geplant und Havald und seinen Kameraden offenbar wurde, nur befanden sie sich da noch weit von der Kaiserstadt entfernt und auf dem Weg zu ihr, so dass sie selbst nicht eingreifen konnten. Das hat der Geschichte keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil, es war sehr erfrischend, dass hier einmal das Abenteuer sich nicht um Havald drehte, der langsam immer entrückter wird, als er es durch seine Vorgeschichte und sein Bannschwert ohnehin schon immer war.
In "Der Kronrat" ist dann auch erst mal ein enttäuschender Moment, wenn man merkt, dass es genauso weitergeht, wie es bisher war. Havald erzählt, ein wenig dröge, ein wenig starr und vor allem absolut auf ihn fixiert. Sogar Leandra, die bislang immer eine sehr große Rolle in der Geschichte gespielt hat, tritt hier in den Hintergrund, und Zokora, Varosch und Serafine werden ebenfalls Nebenfiguren, die Havald helfen, aber keine richtigen eigenen Geschichten mehr erleben. Das ist bisweilen sehr schade, zudem nach dem Band 5.5, in dem man erfahren hat, dass es Schwartz durchaus versteht, Romane mit mehreren Handlungsträgern zu erzählen. Desina und Santer mischen auch hier weiter mit, sie sind diejenigen, die am ehesten noch eigenständig agieren, aber auch sie werden ständig von Havald zu Zügen gezwungen. Er wird ein Schachspieler (ich glaube, das Spiel heißt hier Schah? Shah? Oder ganz anders? Ich bin mir nicht sicher), der alle um ihn herum bewegt und sich nur selten erklärt, dann aber seitenlang mit irgendeinem General oder Sergeant redet. Überhaupt wird viel geredet und Havald übernimmt Leandras politische Ränkespiele, obwohl er immer wieder behauptet, dass es ihm nicht liegt. Es gibt Kämpfe und Angriffe und Attentate, aber im Vergleich zu vorherigen Bänden weniger und wirklich viele Intrigen und Kapitel, in denen er nur mit dem ein oder anderen redet und die Figuren wieder ein Stück vorwärts bewegt. Das geschieht nicht einmal verdeckt, er redet offen davon, dass er das tut und wirkt immer gottgleicher, was mich vermuten lässt, was es mit dem Titel der Nachfolgereihe auf sich hat. Mal sehen, wie weit ich richtig liege.
Dennoch ist es ein Lesevergnügen und wunderschön, mehr über Askir zu erfahren: der tatsächlichen Stadt und dem legendären Reich, das immer wieder durchschimmert und das gerade Charaktere wie Desina und Zokora erforschen und versuchen, so viel wie möglich wieder auferstehen zu lassen. Neben Serafine gibt es mittlerweile noch einen zweiten Charakter aus der Vergangenheit, der mit legendärem Wissen aufwarten kann und einiges wieder ans Licht bringt. Geheimnisse werden gelüftet und neue entfaltet, man erfährt mehr über den Feind und in gewissem Sinne gibt es einen Showdown mit Koralon - dann aber auch wieder nicht. Ganz sicher wusste Schwartz hier schon, dass es keinen Sinn hat, alles in Band 6 auflösen zu wollen und dass sich der Konflikt in eine weitere Reihe ziehen wird. Dann heißt es Askir gegen Koralon, ein altes legendäres Reich gegen einen ebenso alten, legendären Feind.
Ein paar Punkte noch, die ich gut fand und die ich weniger gut fand: - ziemlich viele Charaktere aus vorherigen Bänden haben erneut einen Auftritt. Durch die Tore können auch ferne Orte kurz besucht werden und sich dort nach dem Stand der Dinge erkundigt werden. Zudem laufen durch den Kronrat am Ende alle Fäden in Askir zusammen - nun, fast. Wer Ragnar und Angus mag, Faihlyd (Schreibweise?) und Armin, wird sich freuen. Nur erwähnt werden Elgata und Kasale, Sieglinde verlässt die Handlung früh und Janos ist gar nicht dabei. (Nun, wer nicht da ist, kann wenigstens auch nicht sterben - wobei das auch nicht für alle Nebencharaktere gilt.)
- die Welt ist nun wirklich groß! Man erhält sogar einen Einblick in Thalak. Außerdem spielt alles in Askir (bis auf Ausflüge) und darauf habe ich die bisherigen 2 Sammelbände hingefiebert.
- Auch wenn sich der Cast in "Die Eule von Askir" so ausweitet, macht der nachfolgende Band das alles wieder zunichte. Wiesel wird zweimal erwähnt, taucht aber nie auf, ebenso viele andere. Taride, die erst noch geheimnisvoll erschien und dem Baron von Freise eher abgeneigt, hat hier plötzlich eine Liebschaft mit ihm (?) und auch anderes aus ihrer Vergangenheit wird einfach so ausgeplaudert. Das nenne ich faules Storytelling und irgendwie auch ziemlich enttäuschend.
- das Ende war ... seltsam? Ich habe einen größeren Showdown erwartet. Eine andere Auflösung. Mehr ... einfach mehr. Stattdessen gibt es einen riesigen Cliffhanger zur nächsten Reihe, was ich so von einem 5. Band erwartet hätte, aber nicht dem letzten der Askir-Saga. Definitiv Vorbereitung für die nächste Reihe, auch wenn mich es etwas enttäuscht hat. Es wird wohl nahtlos weitergehen, auch wenn ich mir einen größeren Cut erhofft hätte.
= Inhalt (4/5 Sterne) = Der dritte und letzte Sammelband der Askir-Reihe hat mich positiv überrascht. Während der erste Sammelband (Askir: Die komplette Saga 1) noch unter holprigen Formulierungen litt und die fehlende Charakterentwicklung im zweiten Sammelband (Askir: Die komplette Saga 2) den Lesespaß ein wenig trübte, sind diese Schwächen hier deutlich weniger ausgeprägt. Zusammen mit dem auflockernd wirkenden Perspektiv- und Figurenwechsel in Die Eule von Askir ist dieser Sammelband somit der beste der Askir-Reihe und stellt einen würdigen Abschluss der Geschichte dar.
= Buchqualität = ISBN-13: 978-3-492-70345-1 (5. Auflage 2018) Für ein derartig dickes Buch ist die Papierstärke und -qualität in Ordnung. Die 10 im Buch verteilten Illustrationen sind in schwarz-weiß und scheinen Kohlezeichnungen zu sein. Sie treffen nicht meinen Geschmack und wirken eher einfach, andere Leser freuen sich aber vielleicht über diese Beigabe. Am Anfang und Ende des Buchs befindet sich jeweils eine Karte, welche jedoch nur einen Teil der Welt zeigt und hauptsächlich die Orte aus dem ersten Band (Das Erste Horn) abdeckt. Hier wurde Potential verschenkt, da eine zweite Karte mit den Orten der späteren Handlung hilfreicher wäre als zwei identische Karten. Der Schriftzug "Askir" sowie die Runen auf dem Cover sind geprägt und geben damit ein schönes haptisches Feedback. Leider wurde bei der Kupferfarbe gespart, da diese bei normaler (vorsichtiger) Leseweise schon abgerieben wird.
Eine epische Erzählung, mit einer durchdachten Geschichte und zahlreichen Legenden, sowie einer Weltkarte. Ich liebe solche Bücher, bei denen man merkt, wie viel Arbeit in das Erschaffen der Welt gesteckt wurde. Jeder Teil der Reihe ist ein kleines Abenteuer für sich, mit seinen eigenen Gefahren und Problemen, während trotzdem auf das Hauptziel hingearbeitet wird und der Inhalt zum Haupthandlungsbogen beiträgt. Die fantastische Welt mit all den Religionen, Legenden und verschieden Kulturen hält den Leser gefangen und ich hatte Schwierigkeiten, mich nach dem Ende davon zu lösen. https://iridescentbooksblog.wordpress...
Die Charaktere sind so gut geschrieben und entwickelt, dass man mit ihnen jedesmal mitfiebert. Auch die Geschichte entwickelt sich so packend, dass man das Buch nur schwer zur Seite legen kann.
Und was für ein Cliffhanger!
Lesen, Leute, lesen!! Ich hab meine Familie schon damit angesteckt. Tut es auch! Tragt diese tolle Geschichte, diesen Epos raus in die Welt (:
Zum Glück habe ich die Götterkriege schon vor mir liegen, ansonsten wäre ich jetzt sehr ungehalten 😅
Hat mir wieder sehr gut gefallen! Nachdem ich vom zweiten Sammelband nicht so überzeugt war, hat dieser Band doch noch mal die Kurve gekriegt. Zum Glück - der Anfang war nämlich auch super.