Inhalt:
Vorsicht, lässischer Hessekrimi!
Die Jahre ziehen ins Hessenland. Henning Bröhmann ist endlich wieder mit Franziska vereint und genießt sein Leben ohne lästigen Kriminalerjob in vollen Zügen. Zusammen genießen sie ihr Elternglück in ihrem Häuschen, wenn auch mit undichtem Dach. Während die beiden eine neue Unterkunft für die Familie suchen, gerät Melina derweil in Frankfurt zwischen die Fronten. Als Bereitschaftspolizistin bei einer Veranstaltung gerät sie plötzlich ins Visier der Ermittler. Das lässt der Henning natürlich nicht auf sich sitzen und ermittelt eigenmächtig in der linken Szene - mit nicht ganz astreinen Mitteln.
Meine Meinung:
Was habe ich mich auf diese Fortsetzung gefreut. Zu viel war doch offen geblieben in "Tote Hunde beißen nicht". Ein Teil meiner Neugierde wurde befriedigt, der Rest giert jetzt natürlich nach Teil 5.
Der Bröhmann ist schon ne Nummer. Er wird weder von seiner Familie (hier insbesondere von seiner Frau) noch von (Ex-)Kollegen ernst genommen. Was dazu führt, dass er (meistens) seine Gedanken für sich behält, an denen er uns als Leser jedoch großzügig teilhaben lässt. Gerade durch viele unausgesprochene Dinge beschwört er Konflikte herauf, die an Witz, Charme und Peinlichkeiten kaum zu überbieten sind. Ich frag mich ernsthaft ein ums andere Mal: wie um alles in der Welt hält es die Franziska bloß mit diesem Brummbären aus??? Ich hätte mich an ihrer Stelle bestimmt schon zig Mal an seiner Dienstwaffe (die er ja jetzt leider nicht mehr hat) vergriffen ;)
Aber da ist ja auch noch Bröhmanns Mutter, die ihn in ebenso peinliche wie auch bloßstellende Situationen manövriert. Und als ob das noch nicht genug wäre, ist da ja auch noch Manni. Genau DER Manni. Und der hat jetzt Verstärkung im Schlepptau.
Eine komische Szene jagt die nächste und während man noch über eine schmunzelt, überfällt einen schon die nächste. Ja, sogar das Schlumpfloch ist wieder mit dabei. Was hab ich Wolle vermisst.
Was den Figuren an Intellekt fehlt, machen sie dafür mit umso mehr Charme, Witz und Herz wett. Und vieles käme einfach nicht zustande, wenn ersterer nicht fehlen würde.
Das Buch ist zwar der vierte Teil der Bröhmann-Trilogie ;) - aber mann kann es gut alleine lesen. Durch den Dialekt (natürlich hammamässisch Hessisch!) wird der Roman zusätzlich noch gepimpt. Dazu kommen Henning Bröhmanns zwanghafte Versuche, cool und lässig rüberzukommen - was meistens nach hinten losgeht. Für den Leser ist es lustig, für Bröhmann eher beschämend. Aber das kann uns ja egal sein.
Wer wie ich Manni, Teichner, Körber & Co. noch aus den Vorgängerbüchern kennt, fühlt sich beim Aufschlagen des Buches sofort wieder heimisch - wie in einem bequem sitzenden Paar Schuhe. Wer sie nicht kennt, wird sie kennenlernen.
Fazit: Momendema!!! Lesen - und zwar sofort! Uneingeschränkte Leseempfehlung für Jung & Alt, Hessen & Nichthessen und Krimifans, die gerne auch mal lachen - und das nicht nur im Kartoffelkeller :)