Mit der interpretativen Wende vollzieht sich seit einigen Jahren eine Öffnung der Policy-Analyse für die diskursive Konstruktion von Wirklichkeit. Politikverläufe stellen sich in diesem Verständnis als Interpretationsprozesse und Interpretationskämpfe dar. Angesichts der Heterogenität der unter dem Dach der interpretativen oder argumentativen Policy-Analyse zusammengefassten Strömungen und der überwiegend im englischen Sprachraum stattfindenden Debatten ist es bislang jedoch insbesondere für Studierende schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen. Der Band gibt eine Einführung in die erkenntnistheoretischen Grundlagen dieser neueren post-positivistischen Ansätze, ihre zentralen Begrifflichkeiten und Fragestellungen.
Die interpretative Policy-Forschung ist leider ein theoretisch überladenes Feld, welches zugunsten großer Konzepte den empirischen Bezug und wissenschaftlichen Erklärungsanspruch weitgehend aufgegeben hat.
Sprachlich ist das Buch leider auch nicht besonders empfehlenswert. Es handelt sich um eine Auflistung verschiedener Ansätze und Autoren - als Tabelle wäre das Buch verständlicher.
Letztlich ist das Buch, selbst für sein Erscheinungsjahr 2016, nicht aktuell. Es werden zwar klassische Policy-Theorien kritisch rezipiert, jedoch werden wichtige außenvorgelassen oder aber falsch dargestellt (so wird dem Multiple Streams Framework vorgeworfen von objektiven Problemen auszugehen, obwohl der Autor bereits 1984 deutlich beschrieb, dass Probleme sozial konstruiert sind).