Es gibt drei Dinge, von denen Emilio überzeugt ist. Erstens: Der Lebensgefährte seines Vaters ist ein Sadist und Meister darin, ihn zum Explodieren zu bringen. Zweitens: Die Schule und ganz besonders seine Mitschüler sind einfach mal total für den Arsch. Und drittens: Der schwule Schulsprecher Nicholas ist der arroganteste Kerl unter der Sonne. Emilios ohnehin nicht allzu langer Geduldsfaden wird ein bisschen zu heftig strapaziert, als er durch ein Missverständnis mit Nicholas aneinandergerät – und ein ungewollter Kuss alles verändert ...
Die Polygon Noir Edition startete 2014 im MAIN Verlag und bietet in Zukunft ein kleines, aber erlesenes Programm, das von Casandra Krammer betreut wird. Sie richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und ist auf Veröffentlichungen im Gay-Genre mit Schwerpunkt auf Romanzen und Erotik spezialisiert. Unsere Bücher haben es zum Ziel, zu unterhalten und im Herzen zu berühren.
Mir fehlen einfach die Worte für dieses "Buch" - und finde dann doch so viele. Schlimm!
Das Cover, der Titel und die Inhaltsangabe haben mir den Anschein gegeben, dass das ein wirklich tolles Boy-Love-Buch werden könnte, allerdings habe ich mich ganz schön täuschen lassen. Hätte ich doch nur meinem Bauchgefühl mehr vertraut, als es beim ersten anlesen schon rumgemeckert hatte ... Der Anfang war schon nicht schlecht. Ich musste ein bisschen hier und da schmunzeln, weil die beiden Hauptcharaktere sich wirklich süß, für den Leser, geärgert haben. Nebenbei fand ich einfach auch die anderen wichtigen Charaktere für die Story wirklich toll und es wirkte auch gut, aber schnell hat sich die Autorin wohl selbst etwas verloren in ihrer Geschichte. Es wirkte auf mich wie ein RPG und nicht wie ein Roman. Alles wurde schnell zu den "kleinen Höhepunkte" aufgebaut, nur um dann wieder endlos in einem Drama zu verfallen, das jetzt nicht hätte sein müssen. Ich weiß nicht, ob es das erste Buch der Autorin ist. Wenn ja, dann ... okay, dann "verzeihe" ich es ihr, weil man als Autor einfach nicht das Rad neu erfinden kann, aber die Bewertung macht das auch nicht besser - leider. Was mir allerdings besonders sauer aufgestoßen ist war: Der Großvater und der Vater von Emilio sind schwul und der Junge ist sich nun unsicher, wegen seinen Gefühlen gegenüber Männern, ob er es auch ist. Was? Das klingt für mich so, als ob man nur Homosexuell "werden kann", wenn es in der Familie liegt. Okay, man erfährt zwar etwas später, dass der Vater bisexuell ist bzw. war - zur Erklärung: ich habe ab 34% angefangen Sachen zu überspringen und dabei waren auch die Teile mit der Mutter und ich hab nun kein Plan, wie es zu der Schwangerschaft der Mutter gekommen ist - aber dennoch wirkt es sehr unrealistisch auf mich. Es kann natürlich jetzt auch ein Punkt sein, der sich im Buch erklärt und ich ihn überlesen habe, dennoch ist es einfach ... Nächstes Thema, bevor ich mich hier noch mehr verstricke :D Das Drama, dass sich bei den Jungs abspielt fand ich auch etwas sehr an den Haaren herbei gezogen. Der "Eisprinz" hat ein schwieriges Familienverhältnis, dass sich zum Schluss aufklärt, während der "Herzbube" ebenfalls Drama bekommt und sich dann noch selbst Drama mit seinem Freund macht, obwohl das auch nicht wirklich zum Drama gemacht wird, weil sie dann doch nur ihre Liebe zueinander genießen. Es ist halt, wie gesagt: kein neu erfundenes Rad.
Kommen wir jetzt 'mal zu etwas positiven: Während des überfliegen des Textes kam ich immer wieder schnell und sofort in die Handlung rein, was super war und man durch die Gedanken auch so schnell wusste, was man "verpasst" hatte. Die Hauptcharaktere, den besten Freund und den Ziehvater von Emilio fand ich gut gezeichnet, während die anderen irgendwie immer im Schatten waren. Das fand ich etwas schade, aber gut ... es hätte die Handlung wohl nur noch mehr ausgeweitet, was dem Roman nicht gut getan hätte. Ebenfalls fand ich es schön, dass wenigstens die Unsicherheit der ersten große Liebe, besonders zum eigenen Geschlecht, realistisch gehalten wurde zB: nach Tutorials im Netz suchen oder einfach 'mal ein Elternteil fragen. Genau so, die Frage: Wie findet man heraus, dass man auf das gleiche Geschlecht steht und es nicht einfach nur so eine Phase ist? Das war wirklich schön durchdacht von der Autorin, aber es kam alles irgendwie viel zu spät für mein Geschmack. Es wirkte einfach wieder so, als hätte die Autorin unbedingt so und so viele Seiten füllen müssen, um das Buch veröffentlichen können. (Von den Tippfehlern mal ganz abgesehen, obwohl es hätte schlimmer sein können, mal ganz ehrlich.)
Fazit des ganzen, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass ich mich selbst hier verloren habe: Es existiert ein roter Faden in dem Buch, den man am Anfang deutlich spürt, aber schnell bemerkt man, dass er sich irgendwann auflöst, um dann gegen Ende wieder zu kommen. Die Autorin hat ein Buch geschaffen für Menschen die noch nie ein Boys-Love-Roman gelesen haben, allerdings sollte man dann nicht all zu kritisch daran gehen. (Wie ich in dem Fall, höhö.) Mit 410 Seiten war es für mich kein "Happen für Zwischendurch", aber wer einen Einstieg in dem Genre sucht, der wird das Buch schnell weglesen können.
Lese-/Kaufempfehlung? Nicht wirklich. Man kann es lesen, muss aber nicht. Man sollte sich von dem tollen Cover nicht täuschen lassen.
Als Kind von einem gleichgeschlechtlichen Paar hatte es Emilio nicht immer leicht, weshalb er es nicht an die große Glocke hängt. Und auch, wenn ihn Phil, der Lebensgesfährte seines Vaters immer wieder zum Explodieren bringt, so kann er sich immer auf ihn verlassen. Vor allem, wenn seine Mitschüler wieder super ätzend waren und in der Liebe totales Chaos herrscht. Nur mit dem schwulen Schulsprecher Nicholas muss er sich alleine rumschlagen, vor allem seit ein ungewollter Kuss alles verändert.
"Eisprinz und Herzbube" von Elena Losian ist ein Einzelband, der 2018 im Main Verlag erschien. Es ist als Taschenbuch erhältlich und umfasst ca. 345 Seiten.
Meine Meinung: Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lieblinge aus dem Romance- und LGBTQIAP+ Bereich. Ich habe es bereits mehrere Male gelesen und verliebe mich jedes Mal erneut darin, weil ich die Geschichte von Anfang bis Ende sehr spannend, emotional und niedlich finde. So auch bei diesem re-read, den ich nach einer starken Leseflaute absolut gebraucht habe und mir sehr viel Spaß machte.
Auch wenn es sich viel um die Liebesgeschichte zwischen Emilio und Nicholas drehte, war es in erster Linie ein Coming-Out von einem Jungen, der glaubte, sich in allem sicher zu sein. Das auf und ab von Milos Gefühlswelt ging mir sehr oft unter die Haut und manche Dinge erinnerten mich an mich selber, weshalb ich es sehr authentisch fand, wie die Autorin seine Probleme, Sorgen und Ängste beschrieb. Obwohl ich das Buch bereits kannte, fieberte ich von Anfang bis Ende mit ihm mit, ärgerte mich über ihn und konnte seine Gefühlsausbrüche doch zu gut verstehen. Vor allem in seiner Familie passierte so viel, was mir auch garantiert die Füße unter dem Boden weg gezogen hätte. Aber trotz allem fand ich es beeindruckend, wie selbstsicher und mutig er blieb, auch wenn es nicht leicht für ihn war und mehr als eine Person sich nicht als die erwies, die er glaubte.
Seine Liebesgeschichte mit Nicholas war ebenfalls ein auf und ab und mir gefiel es, dass sie ihre Probleme hatten, abgesehen von Emilios Verwirrung über seine Sexualität. Auch die Einflüsse von außen, die Unerfahrenheit und Missverständnisse sorgten für das eine oder andere Drama und man muss einfach mit den beiden mitfiebern. Die Chemie zwischen ihnen war anfangs nicht wirklich erkennbar, aber je mehr man sie kennenlernte und sich ihre Beziehung veränderte, desto passten sie für mich zusammen. Gerade wegen ihres Altersunterschieds und ihrer unterschiedlichen Charaktere hatten sie eine tolle Harmonie, die sich ausgleichte.
Nur zum Ende hin gab es dann doch ein paar kleinere Längen und die Ereignisse überschlugen sich leicht, was dann nicht mehr so passend wirkte. Zwar verstand ich, was man mir erzählen wollte, allerdings hätten ein paar weniger Seiten auch gereicht, weil es sich etwas zog. Dennoch war es gerade für Emilio sehr wichtig und ich mochte es, dass es einen runden Abschluss hatte.
Die Charaktere und den Schreibstil mochte ich sehr gerne und es gab einige Stellen, die mir ein breites Grinsen ins Gesicht zauberten. Den Stil fand ich sehr flüssig, spannend und emotional. Trotz der ganzen Dramen wurde es nie zu kitschig und es wirkte durchaus realitätsnah. war merkte man, dass das Buch für Jugendliche geschrieben wurde, aber auch Erwachsene werden ihren Spaß damit haben können, da es genug Tiefe und ernste Momente gab. Das lag auch an den Charakteren und ihrer Wandlung, die manchmal überraschend kam. Vor allem bei Emilio merkte man, wie erwachsener und ernster er während der Geschichte wurde, auch wenn es genügend Stellen gab, die zeigten, dass er irgendwo auch noch ein Kind war und sich erst finden musste. Nicholas wirkte anfangs so ernst und ich fand es toll, wie er unter Emilio auftaute und auch mal etwas Spaß zuließ.
Zum Schluss noch eine Sache: Dies ist eine indirekte Fortsetzung von "Wie ein Kartenhaus im Sturm", wo es um die Liebegeschichte von Emilios Eltern Phil und Julian geht. Man kann "Eisprinz und Herzbube" unabhängig davon lesen, allerdings wird viel aus dem Vorgänger aufgegriffen. Ich habe die Bücher nicht gelesen und hatte keine Probleme damit.
Fazit: Ein Buch, was ich auch nach all der Zeit sehr liebe und definitiv weiter empfehle. Die Geschichte hat durchaus ein paar kleinere Längen und verhaspelt sich an ein, zwei Stellen, hat dafür aber das Herz auf dem rechten Fleck und ist mehr als eine Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte. Die Themen, die die Autorin hier ansprach fand ich sehr wichtig und sie schaffte es gekonnt, den Spagat zwischen Humor und Ernst zu halten. Von mir gibt es:
Wenn du einfach mal 36 % des Buches innerhalb von 12 Stunden verschlingst und gar nicht aufhören kannst. Und ich musste es sofort meiner besten Freundin empfehlen die sich die Bücher jetzt auch holt. :-)
Ich liebe auch das dritte Buch. Ich hab es ja schon mit Phil und Juli gehabt und ich muss ehrlich sagen auch mit Emilio und Nick bin ich sowas von happy. Das Buch ist schön geschrieben und ich hatte höhen und tiefen wo ich echt mit Milo mitgefühlt habe und mir dachte OH nööööö......
Man bekommt noch mal einen kleinen Einblick in das Leben von Phil und Juli was mir super gut gefallen hat. Ich hätte gerne noch mehr gelesen.
Super tolle, feel good Geschichte. Ich mag die Charakter und deren Entwicklung und das nicht alles immer Friede-Freude-Eierkuchen sein kann. Emilio, seine Väter, Eddy und alle weiteren Charaktere könnten einem auch so begegnen, also sehr reell und nicht zu kreiert (vorallem auch ihre Handlungen) Kann man immer mal wieder lesen.
Story: Der 15-jährige Emilio hat seit jeher mit seinem explosiven Temperament zu kämpfen, was sein Leben in der Schule nicht sonderlich einfach macht. Da er zudem von zwei Männern großgezogen wird, hat er einen schweren Stand bei seinen Mitschülern – sie halten ihn für schwul, obwohl er eine Freundin hat und alles daran setzt, normal zu sein. Lediglich sein bester Freund Etienne hält in allen Punkten zu ihm, ebenso sein Ziehvater Phil, mit dem sich Emilio mit wachsender Begeisterung in den Haaren liegt. Richtig problematisch ist jedoch seine Hass-Beziehung zu dem 17-jährigen Nicholas, der offen schwul und trotzdem an der Schule sehr beliebt ist. Nick geht fest davon aus, dass Emilio homophob ist, was für eine Menge Zündstoff zwischen den beiden sorgt. Ihre Grabenkriege gipfeln irgendwann in einem zornigen Kuss in der Umkleidekabine, mit dem Nicholas unfreiwillig mehr in Gang setzt, als er gedacht hat. Plötzlich ist sich Emilio nämlich nicht mehr so sicher, dass er hetero ist und auch Nicholas‘ Gedanken drehen sich immer mehr um seinen ehemaligen Erzfeind …
Eigene Meinung: „Eisprinz und Herzbube“ erschien bei der Polygon Noir Edition, dem Jugendbuch/All Age Label des Main Verlags und markiert sowohl die erste Veröffentlichung innerhalb des neuen Labels, als auch die der Autorin Elena Losian. Es handelt sich um eine typische Coming-of-Age Geschichte mit einer gelungenen Mischung aus Romantik, Familiendrama, Problembewältigung und jugendlichem Gefühlschaos.
Die Geschichte um Emilio und Nicholas braucht ein wenig um in Fahrt zu kommen, doch je weiter man liest, umso mehr fesseln den Leser die jugendlichen Probleme der beiden Protagonisten, das chaotische Auf und Ab in ihrem Leben und ihre wachsenden Gefühle füreinander. Dabei geht Elena Losian nicht nur auf die Beziehung von Emilio und Nick ein, sondern beleuchtet auch das familiäre Umfeld der beiden und die die vielen Probleme, die sich daraus ergeben. Während Emilio mit den Vorurteilen zu kämpfen hat, die ihm wegen seiner beiden schwulen Väter entgegen gebracht wird, muss sich Nicholas um seine verwirrte Mutter kümmern, die nach dem Tod ihrer Tochter mental abgerutscht ist und intensive Betreuung braucht. Auch die Probleme von Etienne finden Beachtung und werden mit angeschnitten, ebenso erhält man über Phils Tagebücher einen Einblick in die Vergangenheit von Emilios Väter. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Emilio, der sich im Laufe der Zeit auch mit seiner Mutter auseinandersetzen muss, die noch immer mit seinem Vater Julian in Kontakt steht. Die daraus resultierenden Probleme bringen sein gewohntes Umfeld ordentlich durcheinander und sorgen dafür, dass man liebend gern mehr über Phil und Julian erfahren möchte, da die beiden ungleichen Männer eine Menge Potenzial bieten. Ob es sich bei „Eisprinz und Herzbube“ um ein klassisches Jugendbuch handelt, muss jeder selbst beurteilen – mir persönlich ist es an einigen Stellen doch zu explizit, was die erotischen Szenen anbelangt, da diese für eine jugendliche Zielgruppe doch recht detailliert geschrieben sind. Sicher gibt es auch Jugendbücher, in denen Sex vorkommt, doch da werden solche Szenen eher kurz abgehandelt und ab einem gewissen Punkt ausgeblendet.
Die Charaktere sind sehr sympathisch und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Allerdings ist Emilios Wandlung gegenüber Nick (von Hass zu Freundschaft) fast ein wenig zu schnell, denn es kommt einem so vor, als begraben sie ihren Zwist binnen weniger Stunden, nachdem sie sich ewig nicht ausstehen konnten. Ansonsten sind die Figuren gut gezeichnet – man versteht sowohl Emilio, als auch Nicholas, ebenso die vielen Nebencharaktere, die mal mehr, mal weniger wichtig sind. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten, was sie lebendig und authentisch macht. Während Emilio mit der Zeit erwachsen wird, müssen sich auch seine Väter ihren eigenen Dämonen stellen und mit ihrer Vergangenheit klarkommen. Nicholas‘ Probleme werden ebenfalls intensiv beleuchtet, was dem jungen Mann einen gewissen Tiefgang verleiht und dafür sorgt, dass der Leser automatisch mit ihm mitleidet.
Stilistisch ist „Eisprinz und Herzbube“ gut geschrieben und kann durchaus unterhalten Elena Losian hat einen sehr angenehmen Stil, der ein wenig an Katja Kobers „Chaosprinz“ erinnert, wenngleich der vorliegende Roman nicht ganz so viel Situationskomik und Comedy zu bieten hat. Dennoch bietet das das Buch lockerleichte Unterhaltung, die man nicht so leicht aus der Hand legen kann. Die Autorin hat ein Händchen für ihre Figuren und deren Gefühle, ebenso für Dialoge und Beschreibungen.
Fazit: „Eisprinz und Herzbube“ ist ein schöner Coming-of-Age Roman, der durch sympathische Charaktere, eine lockerleichte Geschichte und einen angenehmen Schreibstil besticht. Elena Losian legt ein lesenswertes Buch über jugendliche Probleme, Familiendramen und erste Liebe vor, das man gerne liest und das durchaus Lust auf mehr macht. Wer lockerleichte Sommerromane mag und Bücher wie „Chaosprinz“ liebt, dem wird auch „Eisprinz und Herzbube“ gefallen. Zu empfehlen.
"Eisprinz und Herzbube" konnte ich im Rahmen einer Blogtour lesen, die über meinen Blog ging und ich natürlich auch das Buch gelesen habe, über das ich berichtet habe.
Ich finde das Cover echt ansprechen, die Augen der beiden Jungs sind echt super interessant und auch der Blick zieht einen als Leser an. Auch das Spiel mit den Farben ist echt gut gemacht und rundet das Cover echt sehr schön ab.
Emilio, der Milo als Spitzname schöner findet, hat es in seinem Leben wirklich nicht leicht, nicht nur, dass er zu Hause von seinen Väter immer wieder gemobbt und gestichelt wird, er ist auch in der Schule der Aussenseiter, weil er anders ist als die Anderen. Anders sein ist im Alter von 15 Jahren immer eine schwierige Sache und dann trifft Emilio auf Nicholas, der ihn sofort anspricht, aber die beiden raten erstmal aneinander. Ob ein Kuss das alles ändern kann?
Emilio und auch alle anderen Charakter in dem Buch beschreibt Elena Losian sehr interessant und lebensnah, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Das sind einfach Charaktere, die man einfach ins Herz schliesst und einfach nicht mehr gehen lassen möchte. Eingerahmt werden die schönen Charaktere von einem wunderbar fliessende Schreibstil, der den Leser einfach sehr in die Geschichte zieht und ihn einfach nicht mehr los lässt.
Elena Losian beschreibt wirklich lebensnahe Emotionen, was das Buch sehr in die Realität setzt, bleibt aber trotzdem immer wieder überraschend, was den Leser immer wieder ein "Ah!" entlockt, bleibt aber innerhalb der Geschichte immer dem Erzähltempo treu. Was besonders auffällt ist der feinsinnige Humor, den sie mit in die Geschichte einbaut und so auch etwas schwierige Momente aufgelockert bekommt.
Das Buch ist nicht nur ein Buch für Jugendliche, auch als Erwachsener kann man sich dem Zauber der Geschichte schlecht entziehen, weil das Thema ja in der Gesellschaft schon alle angeht und eben auch eine wirklich schöne Geschichte ergeben kann.
Fazit: Ein tolles Jugendbuch, das sich aber auch für Erwachsene durchaus eignet und lesenswert ist, über ein Thema, was leider immer noch und immer wieder tabuisiert wird, was eigentlich schon lange nicht mehr so sein sollte, aber eben immer noch wird. Gerade die Konstellation um Emilio herum macht das Lesen echt interessant und zu einem wahren Vergnügen und man wird von dem Buch wirklich gefesselt, dass man es kaum noch aus der Hand legen kann, weil man immer wissen will, wie es weitergeht und was zwischen Emilio und Nicholas noch alles passieren wird...
Ich hatte am Anfang etwas Schwierigkeiten mich in den 15jährigen Prota reinzuversetzen ... Ging dann aber ganz gut... Es ist eben etwas anderes als die sonst üblichen Protas Mitte/Ende 20. Ich bekam als Widmung einen Vorratspack "Nerven aus Stahl" und ja, den hat es zwischendurch gebraucht... Ich wollte Emilio nicht nur einmal schlagen ;-) Am Besten hat mir eigentlich noch Etienne gefallen (und Luca <3) und das Ende fand ich *hach* ich liebe Ausblicke in die Zukunft!