Sven Regener is a German musician and writer living in Berlin. In 1982 he recorded his first LP with the band Zatopek and in 1984 he joined Neue Liebe. In 1985 he founded the Berlin band Element of Crime together with Jakob Friderichs. He writes almost all their lyrics as well as playing trumpet. In 2001 he published his first novel, Berlin Blues (original title Herr Lehmann), which achieved sales of around one million copies. The book takes place in autumn 1989 in Berlin. In 2004, Regener was awarded the Deutscher Filmpreis for the screenplay to the film of the same name (best screenplay that has been turned into a film). His second novel, Neue Vahr Süd, was released in 2004 and follows the life of Frank Lehmann while serving in the Bundeswehr in 1980 in Bremen. In 2008 this was followed by a third novel, Der kleine Bruder (The Little Brother) which dealt with the time between 1980 and 1989.
"Das Leben eines Rockmusikers ist ereignisarm und höchst ergebnisoffen." Sven Regener bloggt sich quer durchs Internet und diskutiert mit seinem Alter Ego Hamburg Heiner über Gott, die Welt, Nashville sowie Sinn und Unsinn von Promo-Blogs (voll meta). Stilmäßig wagt sich der Autor in Moritz von Uslar-mäßige Manierismus-Gefilde, was ich natürlich gut finde, nein, halt, "stark" finde ich das (die "stark"- und "schlimm"-Frequenz ist in den Blog-Einträgen besonders hoch). Außerdem hängt er dauernd in Saarbrücken rum - der Typ weiß halt Bescheid.
Wer von Internet-Blogs tiefgreifende Lebensweisheiten erwartet, ist sowieso selbst schuld (Ausnahme: Arbeit und Struktur), also einfach Regeners Logbücher lesen und sich köstlich amüsieren.
"Currently Reading" muss korrigiert werden: "currently listening to..." und zwar in 2. Wiederholung. Das triffts schon eher. Und zu sagen, dass Sven Regener mit diesem Hörbuch mein Leben zu einem besseren gemacht hat, ist keine Übertreibung. "Der kleine Bruder" live und direkt im Maria/Ostbahnhof vom Autor selbst: Das war schon eine Erleuchtung. Aber jetzt privat und in den eigenen 4 Wänden. Ein Traum. Ich möchte mich keineswegs zu romantischen Verzückungen hinreissen lassen. Wie wohl mir klar ist, dass die Person(a) Sven Regener, der wir in "Meine Jahre mit Hamburg-Heiner" begegnen, so konstruiert ist, wie Hamburg Heiner selbst. Und dennoch bin ich gewillt zu glauben, dass Herr Regener ein genauso sympathischer, humorvoller, bescheidener und großzügiger Mensch ist, wie er sich bei Lektüre seines neuen Buches darzustellen beginnt. Und wenn auch nur ein Blogger da draußen, die literarische Qualität eines S. Regeners aus B. an den Tisch bringt, dann hat sich das ganze Gewese um soziale Software und Demokratisierung des Netzes mE. schon gelohnt....
Irgendwie mochte ich Sven Regener, nur seine Bücher konnte ich nie richtig leiden. „Herr Lehmann“, diese etwas verschnarchte (und von der Kritik total überschätzte) Version von „Helden wie wir“, ging ja noch. Aber „Der kleine Bruder“ war nichts anderes als ein billiges Remake des Debuts.
Nach „Hamburg-Heiner“ kann ich auch Sven Regener nicht mehr leiden. Das „literarische“ Ausschlachten von Lesereisen, Buchmarktauftritten und Interviews hat mich schon immer geärgert, das hat so was Herablassendes und gleichzeitig was von Rudis Reste-Rampe. Schlimmer und billiger sind nur noch Reiseerlebnisse, Tagebücher und gedruckte Blogs. Und genau das alles ist hier auf engstem Raum versammelt. Um auf genügend Seiten zu kommen, gibt es noch ne Menge Fotos, natürlich alle total verwackelt, nichtssagend und motivlos, aber mit „lustigen“, also nicht dazu passenden Kommentaren. Methode Max Goldt, aber eben alles irgendwie schlecht geklaut.
Die Person des Hamburg-Heiner ist ein ganz schlauer Trick, den ganzen Mist unangreifbar zu machen. HH ist so was wie ein Kritiker, Coach und zweite Instanz, die in den meisten Kapiteln Stellung zum vorherigen Kapitel nimmt (und oft recht hat). Regener betont an mehreren Stellen, dass HH eine fiktive Person ist. Zusammengenommen bedeutet das natürlich: Kinder, ich kann’s besser, kommt mir nicht noch mit eurer Kritik.
Als wäre das nicht schon schlimm genug: Name-dropping, nonchalante Angeberei, Insidergequatsche. Der Autor ist natürlich ein Blogger, der die vielen Kommentare zu seinem Blog gar nicht liest (Klar weiß SR, dass es den meisten Bloggern genau andersherum geht [der Rezensent weiß, wovon er spricht]). Er hastet von Interview zu Interview, kennt jeden, auf den es ankommt, und jeder, auf den es ankommt, kennt ihn. Der ganze Jetset-Betrieb wird natürlich ironisch auf den „Nightliner“ reduziert, aber wir alle sollen wissen: Auch wenn es Wuppertal ist, ist es immer noch Jetset-Wuppertal.
Ach ja. Wie jeder Klappentext weiß ist SR nicht nur Schriftsteller und Musiker, sondern auch Musiker und Schriftsteller (fehlt nur noch der Hinweis: „… und lebt in Berlin und Évian.“, aber das kommt sicher bald.) Ich kenne seine Musik nicht, u nd Regener offensichtlich auch nicht, denn über die weiß er – trotz vielfacher Aufforderung vom Publikum – einfach ncihts zu erzählen. Schüttelt nur mal ausm Ärmel, dass ein Vorhalt ein Terminus Technikus aus der Harmonielehre ist, und dass man ne Menge draufhaben muss, wenn man so viele Zuschauer (wie in Wuppertal) mit seinem krach unterhalten will, aber ansonsten – nix. Ich nehme an, dass Sven Regener als Musiker am besten ist.
PS.: Herr Regener, für Sie abholbereit: Die dreißig mal „Stark“ und „Schlimm“, die überflüssigerweise in ihrem Buch vorkamen, und die ich nicht mehr brauche.
Ich stelle fest: Das Buch wird (ziemlich) gemocht oder (ziemlich) abgelehnt. Ich mag es ziemlich gerne. Natürlich sind die Texte recht banal, aber als Mensch ähnlichen Jahrgangs wie Herr Regener versteht man die vielen kleinen Anspielungen und Beobachtungen oder auch benutzten Worte nur zu gut. Das Buch hat mir viel Vergnügen bereitet und mich manchmal wirklich zum Lachen gebracht, und das an einem grauen, kalten, nassen Wochenende auf einer Nordseeinsel - alleine das ist es mir wert, 4 Sterne zu vergeben. Und ob es nun 'Literatur' im höheren Sinne ist... ach, das will es sicher überhaupt nicht sein. Es tut nichts, es will nur spielen. Ich gebe zu: ich mag seine Musik und die bisher gelesenen Bücher von ihm auch alle. Wahrscheinlich bin ich voreingenommen.
Sven Regener besitzt die Fähigkeit mich immer wieder lauthals auflachen und dann weiter vor mich hin kichern zu lassen. "Herr Lehmann" habe ich sehr geliebt, leider fand ich dann "Der kleine Bruder" und "Neue Vahr Süd" nur mittelmäßig. "Meine Jahre mit Hamburg Heiner" fand ich dafür wunderbar lakonisch und kurzweilig, Regener traf mit seinem Humor bei mir voll ins Schwarze. Natürlich sollte man sich vor Augen halten, dass es sich bei diesem Buch um eine Sammlung von Regeners Blogeinträgen handelt. Sie wurden nicht dafür konzipiert auf einen Satz ausgelesen zu werden (auch wenn ich einfach nicht aufhören konnte), dementsprechend kann das Buch auch in kleinen Häppchen nebenbei konsumiert werden.
Zunehmend inhaltsleeres, belangloses Gefasel, das sich in Attitüde erschöpft. Schlimm! Gibt nur deswegen zwei Sterne weil insbesondere in der ersten Hälfte ein paar gute Einträge dabei sind, in denen es nicht nur darum geht, die Wörter "Stark!" und "Schlimm!" unterzubringen.
Enttäuschend. Wenn ich gewusst hätte, das das nur die Abschrift verschiedener Blogs ist, .... Natürlich auch lustig, aber die Natur eines Blogs ist eben, dass es Moment-Notizen sind, kein Buch.
Sven Regener kann nicht nur Romane und Songtexte, er ist auch als Blogger ein Tastenzauberer. Die gesammelten Logbücher von mehreren Auftraggeber und Jahre ergeben zusammen ein erstaunlich schlüssiges Gesamtbild. Mit der Figur des Hamburg Heiner konfrontiert Regener den Alltag als Musiker, Bandmitglied Autor mit bissigen Sinnfragen und sinnfreien Dialogen. Auf bekannt lakonische Art führt er das Blogertum ad absurdum, landet damit aber auch etwas in seichtem Gebiet. Als Buch gesehen, funktioniert aber der Weg und der Heiner erhält plötzlich ein Eigenleben. Was ist da noch Fiktion?
Es war interessant die gesammelten Blogs auf einem Haufen zu sehen und so Hamburg Heiner besser kenn zu lernen. Regeners Schreibe liest sich wie immer gut und bringt einen zum lachen und nachdenken.