"Gedrängte Wochenübersicht" nannte Jochen Malmsheimers Oma das, was in der Woche an Nahrungsmitteln übrig geblieben, dann am Samstag, mit reichlich Ei und Zwiebeln veredelt, in die Pfanne kam, dort zupackend angebraten wurde und den Kindern so einerseits als cenable Vorschau die Verheißungen des Wochenendes ankündigte, als auch dem Interessierten einen vollständigen Überblick über die kulinarischen Anstrengungen der vergangenen sieben Tage bot. Und ganz Ähnliches leistet sein Buch. Als "Vademecum der guten Laune" soll es ein ständiger Begleiter sein, in Beruf und Freizeit, daheim und unterwegs, tagsüber, wie für den Abend, allein, zu zweit oder in Holz. Ein Kompendium von Schnurren und Possen zu Freude und Erbauung, eine Partitur der humoresken wie kabaretteusen Bemühungen seines Autors. Nun endlich auch zum Lesen. Na also.
Sprachgewandtes Echauffieren über alltägliche Kleinigkeit unter Ausreizung gewisser doppeldeutiger Semantiken - Das macht der Herr Malmsheimer in seinen Texten, die vor allem mit noch mehr Witz und Pointierung von ihm auf die Bühne gebracht werden. Lesend ist der gute Mann allerdings auch sehr zu empfehlen. Man merkt ihm die Linguisten-/Historik-/Literatur- und Buchhandelszunft sehr an, weiß aber Sprachenthusiasten sicher zu gefallen. Gefiel mir jedenfalls sehr. [Einzige Schwächen waren meines Erachtens die vielen 2-seitigen Texte zum Ende des Bandes, ansonsten grandiose Texte!]
Ich habe ein gutes Drittel dieses Buchs gelesen und dann aufgegeben. Ich kann irgendwie verstehen warum meine Eltern, die Bildungsaufsteiger, diesen selbstverliebten Wortdrechslerhumor lustig finden. Ich fand ihn vor allem anstrengend.