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Blau-weiß-tot (Der Badische Krimi)

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Der Starspieler des Eishockeyclubs Adler Mannheim wird in der SAP Arena vor den Augen des entsetzten Publikums erschossen. Die Täterin wird noch vor Ort verhaftet – allerdings ist die Frau dem Opfer nie zuvor begegnet und schweigt beharrlich über ihr Motiv. Sonderermittlerin Chris Peters steht vor einem Rätsel – und scheucht mit ihren Ermittlungen einen Täter auf, der vor nichts zurückschreckt . . .

256 pages, Kindle Edition

First published September 17, 2015

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Anette Huesmann is a German linguist, journalist, author, and creative writing teacher.

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Author 9 books
October 3, 2015
Inhalt:
Thomas Wagner, Topspieler des Eishockeyclubs Adler Mannheim, wird während des Spielbetriebs in der SAP Arena kaltblütig erschossen. Die Sicherheitsfirma B&B ist an einer lückenlosen Aufklärung des Falls interessiert, da es eine undichte Stelle in ihrem Unternehmen zu geben scheint, die es möglich gemacht hat, dass die Täterin eine Waffe in die Arena schmuggeln konnte.
Christina (Chris) Peters wird von ihrem Vorgesetzten vor die Tür gesetzt, da dieser sicher ist, dass sie diese undichte Stelle ist. Der Chef der von B&B jedoch betraut sie mit einem Job, der nicht nur Chris, sondern auch ihre Familie in Gefahr bringt.

Meine Meinung:
Anette Huesmann ist Journalistin und Dozentin für Kreatives Schreiben. Kreativ ist dieser "Krimi" allemal geschrieben, ABER:

Allein die Abkürzung Chris für Christina Peters Name ist sehr kreativ. Auf den ersten Seiten war ich total verwirrt, war ja nur von einem Chris die Rede. Als dann plötzlich das Personalpronomen "sie" in Zusammenhang mit Chris auftauchte, dachte ich zuerst an einen Fehler. Aber weit gefehlt ... Kann sein, dass in der Mannheimer Gegend Chris eine geläufige Abkürzung für Christina ist. Hier kennt man Chris nur in Zusammenhang mit Christian. Aber nichts für ungut.

Das halbe Buch beschäftigt sich mit der Beschreibung Mannheims in den schillerndsten Farben, von der Erwähnung der Quadrate, bis hin zu detaillierten Schilderungen von Parks, Landstraßen, Schrebergärten, usw. - alles Dinge, die einen Krimi nur unnötig in die Länge ziehen und gewaltig auf die Tempobremse drücken. Oft genug war ich kurz davor, das Buch wegzulegen. Schließlich hatte ich Lust auf einen Krimi und keine Broschüre "Schöner Wohnen in Mannheim".

Ich hätte mir definitiv mehr über Eishockey erwartet. Auf dem Cover ist eine Eisfläche mit Puck (für alle Unwissenden: das ist für die Eishockeyspieler das, was für Fußballer der Fußball ist) abgebildet. Aber irgendwie drängt sich Mannheim (in der Danksagung steht auch, dass Anette Huesmann mit dem Krimi Mannheim ihre Wertschätzung ausdrücken möchte - was ihr absolut gelungen ist!) fast etwas frech in den Vordergrund und schiebt die eigentlichen Geschehnisse in den Hintergrund. Man erfährt hier und da etwas über Spielertransfers, aber nichts, was man von Google oder Wikipedia nicht binnen 2 Minuten in Erfahrung bringen könnte.

Die Sprache ist absolut stilsicher, hier und da etwas übertrieben (richtig: vor allem, wenn es um Mannheim geht). Das Lektorat/Korrektorat war hier sehr gut, nicht ein Fehler kam mir unter die Augen. Nur ein paar schwammige Formulierungen, wie z. B. "Sie waren im Play-off." (Korrekt wäre hier: sie waren in den Playoffs). Sorry, aber ich bin Eishockeyfan, wenn auch nicht von den Adlern, sondern den Tigers.

Ich verziehe jetzt "unwillig mein Gesicht" was das Thema Plot angeht: ich habe noch nie so ein verworrenes Beziehungsgeflecht in einem Krimi gefunden. Man hätte alle hier in diesem Buch auffindbaren Themen splitten sollen: Schwulen-/Lesbenroman, Stadtführer, Entführung, Mord, Eltern-Kind-Wiedervereinigung, "Die schönsten Parkanlagen Deutschlands", Hommage an den Opel Corsa, Kampfsport für Frauen leicht gemacht, Organspende, ...

Kurzum es ist ein Potpourri aus Allem und Nichts. Hier war es einfach zu viel des Guten. Die eigentliche Geschichte hätte man auf rund die Hälfte des Papiers gedruckt bekommen. Der Ausgang der selbigen war relativ leicht vorhersehbar, weil die Versuche, den Täter zu verschleiern so halbherzig waren, dass es schon wieder offensichtlich war.

Fazit: zu viele Superlative, zu bildhafte/kreative Sprache (passt nicht so gut zu einem Krimi), seichte Story (nichts Neues, außer der Tatsache, dass mal ein Eishockeyspieler abgemurkst wurde) - nette Unterhaltung, aber nicht mehr.
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