Alexander und Thomas Huber habe ich schon immer bewundert. Und jedesmal, wenn ich selbst in den Bergen bin und an steilen Wänden wie den Drei Zinnen in Südtirol emporschaue (Alexander ist da free solo geklettert...), mein Fuß auf Geröll rutscht und mir das Herz stockt, frage ich mich: Wie, um Himmels Willen, macht man denn sowas? Wie kriegt man seine Angst in den Griff? Hat man gar keine, wenn man so ein Kletterass ist?
Alexander Huber räumt mit solchen Überlegungen auf. Natürlich hat er Angst, jeder Mensch hat Angst. Erst wie man mit seiner Angst umgeht, macht den Unterschied aus zwischen Menschen, die ihren Passionen bedingungslos folgen und denen, die nach erfolgreichem Start schnell wieder auf dem Boden landen.
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Extremsportler und ich etwas gemeinsam haben könnten, dass jemand, der im Alleingang ohne Sicherung in die abgefahrensten Steilwände hineinklettert, sich an einem Punkt seines Lebens genauso in Ängsten festgefahren wiederfinden könnte, wie es mir in der Vergangenheit passiert ist, völlig gelähmt und motivationslos. Und es gibt mir eine Menge Auftrieb zu sehen, dass er denselben Weg aus der Angst herausgegangen ist und vorher genauso mit sich gekämpft hat. Ich hätte mir genau diese Stelle, diesen Scheidepunkt in Alexanders Leben, ein wenig mehr vertieft gewünscht. Eigentlich liegt hier nämlich das wahre Gold des Buches.
Leider ist der Text insgesamt wenig pointierter und ohne jeden Spannungsbogen konstruiert. Er hat keinen roten Faden, wirkt oft sprunghaft und ungeordnet, und die Kapitel, die ein Lukas Eberle (wer das ist wird nicht erklärt) beigesteuert hat, kommen wie bloßes Füllmaterial daher, das den Lesefluss eher hemmt als fördert. Das sind Dinge, die ein gutes Lektorat hätte richten können.
Darüber hinaus ist der Titel aber ein interessanter Einblick in die Psychologie des Klettersports, der klar macht, warum die Huber-Brüder an der Weltspitze angekommen sind.
Bei Alexander Huber kann man sich nicht vorstellen, dass er Angst hat, wenn er ohne Sicherung an einer senkrechten Wand hängt. Aber er selbst sagt, dass gerade die Angst es ihm möglich gemacht hat, solche Wagnisse einzugehen. Denn sie sagt ihm, wenn der richtige Zeitpunkt für eine solche Unternehmung gekommen ist und wann es Zeit ist, abzubrechen. Die Angst hält ihn am Leben. Sie ist nicht sein Feind, sondern sein Freund.
Ich habe seine Aussage schon oft gelesen oder gehört, aber so richtig konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Ich wusste von den Free solo Begehungen und auch von der Angststörung, habe aber den Zusammenhang nicht gekannt. Den stellt Alexander Huber in seinem Buch her. Er erklärt, warum es manchmal nötig ist, Angst zu haben. Sie sichert einem das Überleben. Nicht nur am Berg, sondern auch in alltäglichen Situationen. Angst hindert einen nicht nur, sie treibt auch voran.
Im Buch geht es nur wenig übers Klettern. Das steht hier nicht an erster Stelle, sondern dient der Verdeutlichung. Die zusätzlichen Kapitel von Lukas Eberle zum Thema Angst haben mir gut gefallen. Eine gelungene Kombination.
This book allows you to see fear in a positive light, rather than as the stereotypical negative feeling society often associates it with. I loved the combination of Huber‘s personal experiences; his view on the subject: „fear“ and the scientific content which makes another insight on fear possible. I would recommend the book to those who are fascinated by fear and mental strength. Tho it can be a difficult read at times as it does demand attention.
Ehrlich gesagt habe ich mir etwas mehr von dem Buch versprochen, da der Klappentext mich sehr gefesselt hatte. Die Analogie vom Bergsteigen und Angst im alltäglichen Leben fand ich sehr passend.
Allerdings wurde mir dann viel zu wenig auf die Angstthematik eingegangen. Alexander selbst erzählt nur sehr vereinfacht von den psychischen Vorgängen. Teils kommt er auch mit etwas plakativen Sprüchen daher, wie: „Ohne Aufgeben auch kein Scheitern!“ (S. 190) oder „Denke nicht an das Morgen, bewältige dein Jetzt.“ (S.207)
Gleichzeitig gibt es sehr lange Passagen in denen es nur ums Klettern geht und die keinerlei Bezug zu dem Thema haben. Mir hätte es gefallen, wenn er durchweg das Thema Angst mit dem Klettern verbunden hätte. Dabei muss es nicht nur um akute Panikzustände gehen. Er hätte z.B. detaillierter darauf eingehen können, wie sich der andauernde Leistungsdruck auf die spätere Entwicklung seiner Angststörung auswirkte.
Stattdessen wurde versucht, diese fehlende psychologische Perspektive durch die eingeschobenen Sachtexte eines Psychologen auszugleichen. Sowohl stilistisches als auch inhaltlich war das nicht die beste Umsetzung. Zudem waren hier wenig neue Erkenntnisse zu finden für Menschen, die bereits über psychologisches Vorwissen verfügen.
Dennoch konnte ich einiges aus dem Buch mitnehmen. Der Ansatz, dass Angst nichts partout negatives ist und als Emotion in unserer Gesellschaft akzeptierter sein sollte, hat mir sehr gefallen. Zudem ist es sehr interessant zu lesen, wie ein Mensch der in solchen Extremen Free Solo klettert, denkt.
Mein Lieblingskapitel, fast am Ende des Buches, ist „Von Geistern gejagt“. Darin geht Alexander sehr persönlich auf den Tiefpunkt seiner Angststörung ein. Allerdings hätte dieses Kapitel meiner Meinung nach eher in die Mitte gehört. Genauso wie das darauffolgenden Kapitel „Lebe das Leben“, in dem es um die Bewältigung seiner Angststörung geht, viel ausführlicher hätte sein sollen. Denn ich denke, die meisten Leser wollten lernen, wie genau und im Detail Alexander mit seinen Ängsten umgeht, um dieses Wissen auf ihr eigenes Leben anwenden zu können.
libro molto introspettivo. Non parla molto dell'arrampicata a livello tecnico, se non in qualche piccola impresa compiuto durante la sua carriera. Con il fratello conferma la sua difficoltà nell'entrare nel mondo dell'alpinismo professionale e le paure,che l'hanno accompagnato durante ogni giorno e nuova avventura. Fa riflettere sul motivo per il quale questa paura esiste e da dove si genera.
Über den Autor: Alexander Huber, Jahrgang 1968, ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, Kletterprofi und diplomierter Physiker. Er und sein älterer Bruder Thomas sind als die “Huberbuam” bekannt. Alexander Huber zählt zu den erfolgreichsten Allround-Bergsteigern der Welt und beherrscht auch den Free-Solo-Stil, das Klettern ohne Seil und Absicherung.
Zum Inhalt: (Klapptext)
Ich hänge an meinen Fingerspitzen ohne Seil und Absicherung in einer senkrechten Wand. Unter mir der Abgrund, in mir keimt die Angst auf. Doch sie versetzt mich nicht in Panik. Im Gegenteil: Sie ermöglicht Konzentration, denn jeder Griff muss sitzen die Angst ist nicht meine Schwäche, die Angst ist mein bester Freund. Sie treibt uns an, schützt, warnt, bremst und leitet uns. Kann ich Angst als etwas Positives empfinden? Inwiefern ist Angst eine intensive Lebenserfahrung? Und warum verhelfen meine Ängste mir zu mehr Freiheit und Unabhängigkeit? Man muss kein Extremsportler werden, um sich mit der Angst zu verbünden. Aber es lohnt sich, die Sicherheit der Komfortzone zu verlassen und ein Risiko einzugehen. Denn wenn du deine Angst zulassen kannst, wird sie dein Leben reicher machen.
Meine Meinung: In diesem Buch beschreibt der Extremsportler Alexander Huber sehr eindrucksvoll, wie er, bei Ausübung seines Sports, mit seiner Angst umgeht und ihr entgegenwirkt. Er erzählt uns wie sie nicht verdrängt, sondern sie annimmt und ihr entgegenwirkt. Er muß sich bei beim Klettern und Bergsteigern damit arrangieren, der Angst in die Augen blicken und sie sich nicht zum Feind, sondern zum Freund zu machen. Die kleinste Unachtsamkeit kann zum Tode führen. Dieser Gefahr ist er sich permanent bewußt. Es sehr interessant seine Abenteuer zu verfolgen und er versteht es, sie sehr einprägend und bildhaft zu erzählen. Bei einigen Anekdoten bleibt dem Leser regelrecht die Luft weg. Die enthaltenen Bilder sind großartig und respekteinflößend. Man merkt beim Lesen die große Leidenschaft und die große Zufriedenheit, die ihm dieser Sport bringt. Sehr beeindruckend.
Cover:
Fazit: Alexander Huber lebt ein Leben der Extreme und er gibt uns hier tolle Einblicke davon. Absolut empfehlenswert.
L'aspetto interessante di questo libro, a mio avviso, è che un alpinista del calibro di Alexander Huber dedichi un libro alla paura. La paura è la compagna di ogni alpinista e spesso emerge dai racconti del genere, ma difficilmente viene omaggiata così apertamente. Ho apprezzato l'alternanza tra il racconto delle sue esperienze e i contributi esterni a carattere più scientifico e alla fine della lettura qualche spunto interessante me lo sono portato a casa. L'ho trovato però un po' goffo nella stesura e anche nell'organizzazione del testo. Inoltre, seppure sempre interessante leggere le avventure su monti e pareti a questi livelli, ho avuto l'impressione che Huber sia rimasto un po' in superficie e che molto di ciò che poteva essere ancora utilmente condiviso, se lo sia tenuto per sé!
Nett, stellenweise packend wenn Alexander Huber über seine Solos und Expeditionen schreibt, aber das Buch hat neben dem zuviel Beiwerk und drumrum das nur schwer oder gar nicht dazupasst.