Lieblingsmomente hat sich gleich nach den ersten Kapitel damals in mein Herz geschlichen und auch wenn man das Buch als Einzelband betrachten könnte, hab ich mich auf die Fortsetzung Lieblingsgefühle gefreut.
Das Buch beginnt damit, als Layla von ihrer großen Weltreise zurückkommt und es kaum erwarten kann, wieder in Tristans Armen zu sein. Kaum zurück erwartet sie auch schon ihre erste Foto-Vernissage und sie legt einen unglaublichen Karriere-Start hin. Doch so gut es in ihrem Beruf auch momentan läuft, so schlecht sieht es so langsam im privaten Bereich aus.
Hier geht es nicht nur um die Lieblingsmomente, sondern auch in die Gefühle, die diese Momente mit sich bringen. Leider muss ich gestehen, dass ich von diesen Gefühlen hier weit weniger gespürt habe, als im ersten Band. Ich hatte das Gefühl, dass sich das Buch fast nur um Layla drehte und Tristan eher im Hintergrund stand. Layla hatte plötzlich nur noch ihre Karriere im Kopf und oftmals hätte ich ihr liebend gerne eine geklatscht, weil sie den armen Kerl manchmal wirklich ungerecht behandelt hat. Außerdem macht sie sich keine großen Gedanken darüber, mit welchen Mitteln sie ihr Ziel erreichen kann und ob das wirklich fair ist. Ihre Träume stehen im Vordergrund und sie wird ein klein bisschen egoistisch, doch bemerkt dies glücklicherweise selbst irgendwann. In dieser Hinsicht ist das Buch echt super, denn es zeigt, wie Erfolg die Menschen manchmal verändern kann und wann es wohl am besten ist, mal auf die Bremse zu drücken. Doch auch Tristan zeigt sich hier manchmal von seiner schlechtesten Seite. Hier hatte ich auch manchmal das Gefühl, das Buch ginge etwas zu schnell. Denn gerade noch waren die beiden endlich wieder glücklich vereint und im nächsten Augenblick ging die Streiterei los.
Diese wird vor allem wegen zwei neuen Nebencharakteren ausgelöst. Layla ist nämlich gar nicht so begeistert davon, dass die junge Schönheit Stella, die bei Tristan neben an wohnt, bei ihm die Dusche benutzt. Noch weniger begeistert ist sie allerdings, als sie erfährt, dass auch Stella fotografiert und deren Fotos noch besser sind als ihre. Aber auch Tristan gefällt es nicht, wie der erfolgreiche Gallerist David Layla ansieht und immer wieder zu berühren scheint. Eifersucht und Misstrauen schwebt über den beiden und nimmt meiner Meinung nach zu viel Platz ein im Buch. Es ist ein ewiges Hin und Her: Erst ist alles super, dann ist Layla eifersüchtig, dann streiten sie sich wieder, dann ist alles wieder toll und Tristan ist eifersüchtig. Ich habe wirklich irgendwie gehofft, dass es davon weniger im Buch geben wird.
Doch auch wenn mir Layla nicht mehr ganz so sympathisch war, wie in Lieblingsmomente, so hat mir doch ihre Entwicklung gefallen, die ja irgendwie auch nur menschlich ist. Denn sie hat ihre Fehler ja schlussendlich gesehen und sich wieder gebessert, weswegen ich ihr nicht so böse sein kann. Ihre Reaktion auf Stellas gute Fotografien sind nur normal und ich konnte sie gut nachvollziehen. Natürlich fällt sie schnell in ihr altes Verhaltensmuster zurück, denn keiner kann innerhalb eines Jahres plötzlich Miss Gigantisches-Selbstbewusstsein sein. Hinzu kommt auch noch die enge Freundschaft zwischen Stella und Tristan. Natürlich fühlt Layla sich in ihrem Revier gestört, doch sie lernt im Laufe des Buches, damit umzugehen und ihren Groll auf Stella niederzulegen. Genauso ist es mit ihrem Erfolg. Der kommt so schnell, dass sie gar nicht richtig darüber nachdenken kann und plötzlich ein anderer Mensch ist. Aber auch in diesem Punkt kommt ihr irgendwann die Einsicht und denkt nochmal über ihr Verhalten nach. Also versteht mich nicht falsch, ich war nicht immer mit Laylas Verhalten einverstanden, doch die Tatsache, dass sie selbst irgendwann darauf aufmerksam geworden ist und versuchte, dies wieder gut zu machen, hat mir meinen Groll gegen sie wieder weggenommen. Denn es gibt genügend Bücher, in denen die Protagonisten einfach mit ihrem Verhalten weiter machen und auch bis zum Schluss ihre Fehler nicht einsehen.
"Und warum die Sanduhr?"
Meine Frage ist ebenfalls nur ein Flüstern, während ich mein Gesicht an seinen Hals lege und seinen Duft tief einatme. Er legt seine Hand sanft in meinen Nacken und streichelt meine Haut nur mit den Fingerspitzen.
"Zeit. Alles, was wir haben, alles, was wir brauchen, und alles, was wir verlieren. Wir haben nicht viel und sollten das Beste daraus machen."
Trotz der dicken Luft, die oft zwischen den beiden besteht, sind Layla und Tristan wahrscheinlich eines meiner Lieblingspaare. Das Gefühl, das die beiden versprühen, wenn sie zusammen sind, ist ein persönliches Lieblingsgefühl von mir. Tristan hat irgendwie einen besonderen Charakter, von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte. Ich bin ja immer noch für ein Buch, das aus seiner Sicht erzählt wird.
Genauso wie den ersten Band finde ich dieses Buch so richtig realitätsnah. All die Charaktere könnten irgendwo in Stuttgart herumirren. Die Tatsache, dass Thomas Pegram wieder im Buch auftaucht und seine Songs zitiert werden, die ich mir gerade per YouTube anhöre, und es all diese Restaurants und Orte im Buch auch tatsächlich gibt, bestärken dieses Gefühl noch. Zum Glück hat meine Freundin vor ein paar Tagen den ersten Band mit genauso großer Begeisterung gelesen wie ich und der Stuttgart-Besuch ist ganz oben auf unserer To-Do-Liste. Die Bücher sind einfach eine mega Werbung für die Stadt, man muss einfach die ganzen Orte selbst aufsuchen, nachdem man darüber gelesen hat. Jetzt fehlen nur noch die Fotos von Layla. Ich liebe es übrigens auch hier, wie sich ein großer Teil um das Thema Fotografie dreht und man Laylas Leidenschaft richtig spüren kann.
Das Ende hat übrigens meine ganzen vorherigen Zweifel einfach weg gewischt, denn besonders da kommt dieses Lieblingsgefühl am besten zur Geltung. Ich habe mich echt schwer getan, mich von Layla und Tristan zu trennen und wünsche den beiden noch ein langes, gemeinsames Leben voller Lieblingsmomente und Lieblingsgefühle!
Fazit
Ich habe ewig überlegt, wie ich das Buch bewerten soll, doch im Vergleich zum ersten Band war dieser dann doch etwas schwächer, vor allem, da mich dieses Hin und Her mit der Eifersucht gestört hat und mir Tristan etwas zu kurz gekommen ist. Allerdings hinterlässt auch dieser Teil eine Menge Glücksgefühle im Herzen und bestärkt einen, das zu tun, was dich glücklich macht, egal was andere darüber sagen oder denken. Ich kann euch beide Bücher einfach nur sehr an’s Herz legen!