Ich habe über die Jahre hinweg sicherlich einige Bücher von Christi Caldwell gelesen allerdings alle auf Englisch, daher war dies doch eine wesentliche Umstellung für mich, da es für viele englische Begriffe keine passende Übersetzung (meiner Meinung nach) gibt.
Dieser Band ist der 6. In der „The Heart of a Duke”-Reihe und da wiederkehrende Personen vorkommen und Anspielungen auf die Vergangenheit der einzelnen Charaktere gemacht werden, erweist es sich sicherlich als hilfreich, wenn man die Bücher in der passenden Reihenfolge liest, auch wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Der Originaltitel lautet: The Heart of a Scoundrel.
Die Geschichte beginnt relativ einfach. Drei Freundinnen, alle ledig und nicht im großen Rahmen interessiert daran, sich einfach vermählen zu lassen, sind beisammen – Gillian, Honora und Phoebe. Phoebe, die weibliche Protagonistin der Geschichte, weiß über die unglückliche Ehe ihrer Eltern Bescheid, auch über den Schuldenberg des Vaters und seine Leichtsinnigkeit.
Der Marquess of Ruthland, Edmund, sieht seine große Chance im Leben darin, genau über die Schwächen seiner Mitmenschen Bescheid zu wissen. Wenn er sich an einen Pokertisch mit einem Lord setzt, weiß er genau, was dieser zu verlieren hat bzw. was er von ihm gewinnen kann. Ein Landhaus dort, eine Mitgift da. Doch es gibt etwas, das er noch nicht vollführt hat – seine Rache an Lady Margaret, um die er einst in einem Duell gekämpft hatte. Und um diese Rache durchzuführen, ist sein Plan, die geliebte Nichte der Lady zu verführen, sie zu heiraten, um Margaret einen Strich durch die Rechnung zu ziehen. Diese Idee geht so lange gut, bis er Phoebe kennenlernt, die er anfänglich für eine ihrer Freundinnen gehalten hat.
Ruthland eilt ein entsprechender Ruf voraus – kalt, berechnend, süchtig nach Macht und Geld. Er war niemand, mit dem man seine Tochter vor den Traualter schreiten sehen wollte. Doch sieht Phoebe etwas an und in ihm – etwas, das er vortäuscht, um seinem Ziel näher zu kommen.
Doch kann er ihrem Lächeln entgehen? Kann er sich rechtzeitig aus seinen eigenen Intrigen retten, ohne selbst draufzuzahlen?
Ein schön geschriebener Roman ohne wesentliche Längen. Ich muss allerdings zugeben, dass mich gegen Ende des Werkes beide Protagonisten schon etwas genervt haben, da sie nicht realistisch wirkten im Gegensatz zum Anfang. Herrscht nächtens unglaubliche Leidenschaft zwischen ihnen, gehen sie einander untertags entsprechend aus dem Weg. Auch wenn Ruthland vorhat, keine Geheimnisse vor Phoene zu haben, hat er sie.
Witzig sind die Butler, zwei alte Herren – einer im Hause von Phoebes Vater und einer in Ruthlands. So zu sagen ein „kleines Schmankerl“.
Alles in allem: 4 Sterne
*Ich habe das Buch von Netgalley zur Verfügung gestellt bekommen im Tausch gegen eine faire Review*