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Über-Empfindlichkeit: Spielformen der Idiosynkrasie

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Etwas hat uns für einen kurzen Moment erstarren lassen: ein Geruch, ein Zeichen, eine Bewegung, ein Wort, ein Detail - nicht der Aufregung wert, und doch hat es uns in schrille Aufregung versetzt. Ein Bild, ein Ton, ein Satz - nicht der Beachtung wert, gleichwohl hat es alle Beachtung auf sich gezogen. Jeder kennt diese skurrilen, absurden Abneigungen, jeder hat eigene Formen der Idiosynkrasie, der unerklärlichen Überempfindlichkeiten.
Der griechische Begriff der Idiosynkrasie, meist übersetzt mit: eigene oder eigentümliche Mischung, bezeichnet diese Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen. Solche Prägungen haben in den letzten Jahrhunderten kontroverse Beurteilungen erfahren: Für die einen sind sie irrationale, vernachlässigbare Verhaltensweisen, für die anderen Auslöser von Innovation in Kunst und Wissenschaft. Silvia Bovenschen nähert sich diesem Mischphänomen in seinen vielgestaltigen Erscheinungsformen aus den verschiedensten Richtungen: Sie grenzt es vom Ekel wie vom Schm erz ab, zeichnet das Verhältnis von Idiosynkrasie und Physiognomie, stellt Überlegungen an über die Beziehungen zwischen Idiosynkrasie und Flucht beim Zigarettenholen und versucht sich an einem Porträt des Schweizers als Verbrecher. Dabei steht nicht das der Idiosynkrasie unangemessene Bemühen um eine historisch-systematischen Begriffsgeschichte im Vordergrund, sondern das kaleidoskopartige Erfassen und Zergliedern seiner Spielarten. Auf diese Weise ist ein spannendes, vergnügliches und zugleich gelehrtes Buch über eine unserer so wichtigen Unwichtigkeiten des täglichen Tages entstanden.

265 pages, Hardcover

First published September 3, 2000

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About the author

Silvia Bovenschen

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Silvia Bovenschen, geboren 1946, lebt als Literaturwissenschaftlerin und Essayistin in Berlin. 2000 wurde sie mit dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim und dem Johann-Heinrich-Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2007 erhielt sie den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. Zuletzt erschienen »Wie geht es Georg Laub« (2011), »Wer Weiß Was« (2009), »Verschwunden« (2007), »Älter werden« (2006), »Schlimmer machen, schlimmer lachen« (1990) und »Über-Empfindlichkeit. Spielformen der Idiosynkrasie« (2000).
Bild: Heinrich-Böll-Stiftung, Stephan Röhl

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