Marmorwaschbecken in öffentlichen Toiletten, Designerstühle im Postamt und blitzsaubere Trambahnwagen mit eingebauten Zeitungsstä Zürich ist eine Klasse für sich. Milena Moser, die in der Nähe des Bahnhofs Tiefenbrunnen aufwuchs und mehr als drei Jahrzehnte in Zürich lebte, stellt sich den typischen dem Geld und dem Gold, den absurd hohen Preisen und den Steuerflüchtlingen. Sie spaziert durch die Altstadt und zum Zürichsee. Besucht Außenbezirke, die heute angesagt sind, und Lokale mit karierten Tischdecken, die früher als bünzelig galten, plötzlich aber sehr in sind. Erlebt Romantik und Hipster-WGs im Umkreis der Langstraße und bewegt sich auf den Spuren bekannter Krimihelden ebenso wie auf denen großer Psychoanalytiker.
Milena Moser wurde 1963 in Zürich geboren. Nach einem kurzen Gastspiel am Gymnasium schloss sie mit knapper Not die Diplommittelschule ab. Nach einer Buchhändlerlehre lebte sie zwei Jahre lang in Paris und gründete dann mit ihrem ersten Mann, dem Buchhändler René Moser “Sans Blague, Magazin für Schund und Sünde”, wo sie bei einer Auflage von 500 Stück ihre ersten Geschichten veröffentlichte.
In Paris schrieb sie auch ihre ersten drei Romane, die allerdings nie veröffentlicht wurden. Sechs Jahre lang sammelte sie Absgen von Verlegern. Ihr erstes Buch, “Gebrochene Herzen”, erschien 1990 im Krösus Verlag, den ihre Freunde eigens gegründet hatten. Seither lebt sie vom Schreiben. Sie hat sechzehn Bücher sowie zahlreiche Essays, Artikel, Hörspiele, Uebersetzungen und Beiträge in Anthologien veröffentlicht und schreibt seit 2006 eine wöchentliche Kolumne in der "Schweizer Familie".
Seit 2004 leitet sie workshops im kreativen Schreiben in San Francisco und in der Schweiz.
Mit ihrer Freundin, der Musikerin Sibylle Aeberli, wagte sie 2011 den Sprung auf die Bühne mit dem Programm "Die Unvollendeten", das bis 2013 erfolgreich aufgeführt wurde. Ein zweites Programm ist in Arbeit. Milena Moser war zweimal verheiratet und hat zwei quasi erwachsene Söhne. Sie lebte bis 1998 in Zürich, von1998 bis 2006 in San Francisco, seither im Kanton Aargau.
Die einzelnen Bände dieser Gebrauchsanweisung-Reihe sind ja sehr unterschiedlicher Qualität. Das ist einer der besseren. Moser lässt mich intensiv an ihrer eigenen Erfahrung mit Zürich teilhaben – amüsant und informativ. Für meine Reisevorbereitung habe ich unter anderem mitgenommen, dass ich unter den alten Platanen auf dem Platzspitz verweilen sollte, wenn ich auf Joyce Spuren wandeln möchte. Ich habe einige Geschichten über das berühmte Hotel Dolder gehört und ich habe die Buchhandlung Blex, die auch Blechdosen vertreibt, auf meine Liste gesetzt. Auch weiß ich, dass ich vor meinem Besuch noch zwei Krimis (von Alfred Bodenheimer und Stephan Pörtner) lesen muss und außerdem endlich mal Glausers ‚Matto regiert‘, auch wenn der wohl in Bern spielt – aber ein schon lange ausstehender Krimi-Klassiker eben.
Best wel een leuk boek, al vroeg ik mij soms af op wie Moser mikte als doelpubliek. Voor toeristen lijkt het mij soms iets té specifiek, voor bewoners te weinig vernieuwend. Blijven de expats, zoals ik, over en dan werkt het boek wel: genoeg herkenbare elementen om op zijn minst te kunnen situeren waarover de auteur aan het praten is en tegelijk genoeg toffe nieuwe weetjes over de stad.
'Gebrauchsanweisung für Zürich' von Milena Moser ist eine Liebeserklärung an die Limmatstadt und ein Sammelsurium von verschieden Geschichten in einem sehr kurzem Buch zusammengefasst. Ich denke, dass es das Lebensgefühl und den Charakter der Stadt sehr gut beschreibt und entsprechend ein sehr gutes Buch für Neulinge ist. Das bin ich zwar nicht aber dennoch war es schön zu lesen. Negativ fand ich am Ende die Kommentare weil sie scheinbar ausnahmslos von älteren Leuten stammten und auch keine jungen zu Wort kamen. Das ist aber das berühmte Haar in der Suppe. Gut geschrieben Frau Moser.