Marie von Lotti, die Uhrmacherin 1880 erzielt Marie von Ebner-Eschenbach mit Lotti, die Uhrmacherin ihren literarischen Durchbruch. Die Erzählung entsteht während die Autorin sich in Wien selbst zur Uhrmacherin ausbilden lässt. Deutsche Rundschau, Berlin, Bd. 22, 1880; erste Buchausgabe Neue Erzählungen, Berlin (Franz Ebhardt) 1881. Vollständige Neuausgabe mit einer Biographie der Autorin. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015. Textgrundlage ist die Marie von [Gesammelte Werke in drei Bänden.] [Bd. 1:] Das Gemeindekind. Novellen, Aphorismen, [Bd. 2:] Kleine Romane, [Bd. 3:] Erzählungen. Autobiographische Schriften. Herausgegeben von Johannes Klein, Mü Winkler, 1956-1958. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Giuseppe Maria Crespi, Frau mit einer Taube, 1728. Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt. Über die 1830 als Freiin von Dubsky auf Schloß Zdislavic bei Kremsier in Mähren geboren, genießt Marie eine klassische geistige Bildung, bereits mit siebzehn unternimmt sie erste literarische Versuche. Nach der Heirat mit ihrem Vetter Moritz Freiherr von Ebner-Eschenbach lebt sie bis 1856 in Klosterbruck in Mähren, danach bis zu ihrem Lebensende in Wien, wo sie 1879 eine Ausbildung als Uhrmacherin absolviert. Nach erfolglosen dramatischen Versuchen, veröffentlicht sie 1876 - ermutigt von Franz Grillparzer - den heute als eines ihrer Hauptwerke bekannten Roman über die Magd Bozena, der jedoch zunächst nur zögerlich Anerkennung findet. Ihren Durchbruch erreicht sie 1880 mit Lotti, die Uhrmacherin, der die größeren Erzählungen Das Gemeindekind und Unsühnbar, sowie die Dorf- und Schloßgeschichten (darin u.a. Krambambuli) folgen. Humanitär gesinnt schildert sie Adel wie Kleinbürgertum in so scharfsinniger wie kritischer Detailtreue. Marie von Ebn
Baroness Marie von Ebner-Eschenbach was an Austrian writer. Noted for her excellent psychological novels, she is regarded—together with Ferdinand von Saar—as one of the most important German-language writers of the latter portion of the 19th century.
She was born at the castle of Dubský (Graf von Třebomyslice) family in Zdislavice near Kroměříž in Moravia, Czech Republic, and died in Vienna, Austria.
She is credited with the famous aphorism "even a stopped clock is right twice a day.
no schneu ufe letzt drücker 3.5h hörbuech gönnt da ig mi vorher ef ni ha chönne derzue düreringe ds fertigzmache I get that this is revolutionary and I appreciate it und es het o iwie cute momente geh, aber so vom lesevergnüege her insgesamt hanis ungloublech astrengend gfunge und ohni hörbuech hetti ds eue niemaus chönne dürezieh, u seubst werendem hörbuech hani derzue müesse game wüusmer süsch ef zu boring wär gsi, I'm so sorry hans.
Fazit us dänä 200 Siitä Hin und Här: au vor 100 Jahr isch #miscommunication bzw. #no communication än beliebtä Trope gsi - hättets mitänand gredet, wär s Buäch nach 10 Siitä färtig gsi..
Die Erzählung in der heutigen Zeit zu lesen, bedeutet eine distanzierte Position zu dem Werk einzunehmen. Ich möchte das berücksichtigen, wenn ich schreibe, dass es der Geschichte an Höhen und Tiefen fehlt - an Momenten, wo man sagt: an diesen werde ich mich erinnern. Vielleicht fehlt die Immersion. Unaufgeregt, aber solide. Es im zeithistorischen Kontext zu betrachten ändert allerdings viel. Für mich vor allem, weil es eine Ungerechtigkeit ist, dass Schiller und Goethe gelesen werden und Marie von Ebner-Eschenbach nicht. Dieses Werk positioniert Lotti unaufgeregt und unspektakulär wie ganz selbstverständlich in eine (relativ) emanzipierte Rolle - macht es dadurch besonders. Treue, Selbstlosigkeit, Hingabe finden sich in diesem Werk ohne dass es als besonders hingestellt wird. Es wirkt nicht konstruiert sondern natürlich. Lotti ist nicht primär eine Stellvertreterin für einen Diskurs, der mit ihr selbst wenig zu tun hat. Sie ist Figur für einen Diskurs, der immer zu wenig berücksichtigt wurde und eine Rolle, die es viel zu wenig gibt in der vielgerühmten Literatur.
Eine merkwürdige Geschichte, mit der Marie Ebner-Eschenbach, die adelige Schriftstellerin aus Kakanien 1880 ihren Durchbruch erreichte.
In einer Zeit, als es wahrlich nicht selbstverständlich war, dass eine Frau als Handwerkerin arbeitete, noch dazu im eher technischen Uhrmachergewerbe, folgte Lotti zusammen mit dem Adoptivsohn Gottfried ihrem Vater, einem renommierten Uhrmachermeister.
Gottfried wurde für drei Jahre nach England geschickt zu den Meistern des Metiers, Lotti natürlich nicht, und er arbeitete danach bei einem anderen Meister.
Lotti fand im Dichter Halwig einen Verehrer, sie verlobten sich, doch bald merkte sie, dass sie ihn doch nicht liebt und die Verlobung wird gelöst. Aufreger Nummer 2 im Jahre 1880. Wie kann sie als Frau ihm den Laufpass geben, wo er doch gar nichts gemacht hat?
Halwig findet eine andere, eine Schöne aus noblen, aber verarmten Hause und hat ein paar Jahre des wirtschaftlichen Erfolgs mit seiner Dichterei, während Lotti bescheiden weiterwerkelt und alleine bleibt. Als ihr Vater stirbt, erbt sie seine Sammlung alter Uhren. Die sind ihr ein und alles und sie lehnt die vielen Angebote standhaft ab, die sie für die Sammlung bekommt.
Irgendwann trifft sie Halwig wieder, lernt seine Frau kennen. Er ist künstlerisch ausgebrannt und in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Um ihn aus der Misere zu retten und im Endeffekt seiner Frau das noble Leben weiter zu ermöglichen, verkauft sie ohne sein Wissen die Uhrensammlung.
So richtig hat sie nichts davon, aber am Ende heiraten sie und Gottfried und sie bekommen ein Kind. Ende.
Es bleiben viele Fragen offen, was diese Selbstaufopferung eigentlich soll und ob sie jemals etwas davon hat, aber wenigstens wird Lotti am Ende noch glücklich, vermutet man.
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Der Roman stellt den Vergleich einer wenig attraktiven aber durch ihr Wesen und ihre Güte anziehenden, unverheirateten Uhrmacherin zu einer jungen, bildschönen, verwöhnten, kindlich - naiven Adeligen heraus. Ohne es selbst zu wissen, steht Lotti weit über der attraktiven jungen Frau ihres einstigen Verlobten, zu dessen finanzieller Rettung sie ihre wertvolle historische Uhrensammlung verkauft, an der sie besonders hing. Sie verschenkt ihr ganzes Vermögen und gewinnt ihr Lebensglück. Es war sicher eine kleine Sensation im 19. Jahrhundert, eine selbständige Handwerkerin als Hauptfigur zu wählen. Dass es gerade eine Uhrmacherin ist, hängt mit dem spät noch erlernten Uhrmacherberuf der adeligen Autorin selbst zusammen.
EBNER-ESCHENBACH, Maria von: „Lotti, die Uhrmacherin“, in einem Sammelband mit “Unsühnbar“ erschienen, St.Pölten Salzburg Wien 2014 Es ist gut, dass so eine schöne Geschichte wieder eine Auferstehung erlebt. Das 19. Jahrhundert ist auch im 21. Jahrhundert noch interessant und schön zu lesen. Eine Liebesgeschichte, die aber kein kitschiger Liebesroman ist. Die bereits verlobte Frau trennt sich. Eine Frau, die selbstständig genug ist um ihrem kommenden Ehemann abzusagen. Ja später hilft sie ihm in seiner neuen Beziehung, bleibt aber im Hintergrund um letztendlich – und auch das Happy End ist nicht kitschig – ihren Halbbruder zu heiraten.