Er hatte die besten Voraussetzungen für ein Leben als Krimineller: aufgewachsen in Neukölln, meistens bekleidet mit Trainingshose und Rippenshirt, zwei Mal sitzengeblieben, und Mitglied einer Straßengang war Yigit Muk auch noch. Mit der Hauptschulempfehlung sollte es direkt an eine bekannte Brennpunktschule im Bezirk gehen. Eine gute Adresse für alle, die ihre berufliche Zukunft in der Schutzgelderpressung sehen.
Und trotzdem hat Yigit Muk 2012 Berlins bestes Abitur geschrieben! Wie ein Kanake zum Einserschüler wird, was an Deutschlands Problemschulen wirklich los ist, und welche Rolle Lehrer und Gesellschaft dabei spielen, erzählt dieses Buch - ehrlich, ungeschönt und sehr lustig.
Ein unheimlich lustig geschriebenes, nachdenkliches Buch über den Weg vom Gangmitglied zum Wirtschaftsstudenten. Auch wenn die Abrechnung mit der deutschen Gesellschaft & dem Schulsystem beklemmen & schockierend ist (ebenso wie der Alltag in der Gang) so hat man am Ende ein unbeschreibliches Gefühl - Als hätte man mit Yigit Muk zusammen diesen Weg beschritten. Mit Selbstvertrauen, Mut & einigen Menschen, die an einen glauben kann man alles schaffen. Sogar einen Abischnitt der besser ist als 1,0. Grossartig!
Schön geschrieben, sozialkritisch, nette Geschichte. Das Buch ist als Sachbuch ausgeschrieben, wer nun auf Tipps zum Thema Lernstrategien oder Zeitmanagement hofft wird jedoch gänzlich enttäuscht. Außer sich dem Islam zuzuwenden und tolle Lehrer zu haben gibt es keine weiteren Tipps. Anscheinenden ist Herr Muk hochbegabt und es mangelte einfach nur an Motivation, leider fällt dem Durchschnittsschüler das "aufsaugen" von Lernstoff nicht so leicht. So wurden durch Cover und Klappentext komplett falsche Erwartungen erzeugt. Als Geschichte 5 Sterne. Als Ratgeber leider nur 2.