Monster haben viele Facetten. Manche von ihnen arbeiten in ungeliebten Nebenjobs und andere suchen nach einem Sinn in ihrem Leben. Vielleicht gibt es aber auch Ungeheuerlichkeiten, die einfach nur auf Abenteuer aus sind. Identitätskrisen reichen dem normalen Monsteralltag in dieser Anthologie die Tentakel, jugendliche Monstrositäten verlieben sich und wilde Wesen lauern nachts in Kellern und Schränken. Doch eines haben all diese Monster gemeinsam: Sie sind zutiefst missverstanden.
Casanova-Werwölfe, Sweeney Todd-eske Beschaffungsmaßnahmen, einsame Irrlichter, gefühlssüchtige Magmawesen - das alles und noch viel mehr findet man in der Anthologie "Missverstandene Monster" aus dem ohneohren Verlag.
Bei dieser Anthologie ist der Name Programm. Wer hatte nicht schon Angst vor bekannten und unbekannteren Monstern? Allein vor Spinnen und Schlangen fürchten sich viele Menschen (ich bin da glaube eine der wenigen Ausnahmen), doch was, wenn diese in Wahrheit gar nicht so monströs sind? Was, wenn wir ihre Absichten all die Jahre falsch gedeutet haben?
Wir finden Geschichten voll mit der Suche nach dem Sinn des Lebens, denn auch Monster brauchen von Zeit zu Zeit einen Therapeuten oder unterwerfen sich einer Gruppentherapie. Auch Monster müssen sich immer mal wieder um eine neue Arbeit bemühen. Apropos Arbeit, wer hätte gedacht, dass auch Monster eine Gewerkschaft benötigen könnten? Und kann das überhaupt gut gehen?
Neben wilden Ausbrechversuchen und klassischen Themen wie Monstern unter dem Bett/im Schrank und die Beziehung zwischen Drachen und ihren vermeintlichen Gegnern werden auch Themen wie das Gefühl einiger Monster, sich ausgeschlossen zu fühlen und nirgends dazu zu gehören angesprochen und im Endeffekt zeigt jede Geschichte auf, dass Monster eigentlich nur missverstandene Wesen sind (Ja, auch die Spinnen!)
Gespickt mit niedlichen kleinen Monsterchen aller paar Seiten (mein Favorit ist das auf Seite 79) und mit einem monströs genialen Cover kann man diese Anthologie schon fast als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Ich werde sie zumindest jedem, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, unter die Nase halten.
Ach, und wieso habe ich eigentlich seit Beginn der Lektüre einen Ohrwum? Monsterparty, aiiaiaiaiii...
Oh, das war genial. Manche von den Kurzgeschichten sind total witzig, manche regen zum Nachdenken an. Manche gefallen mir irrsinnig gut. Manche fallen eher unter "okay" für mich. Bei ein paar würde ich mich über längere Geschichten mit diesen Charakteren sehr freuen. :)
Ich kann diese Anthologie nur weiterempfehlen!
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