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Mi vida
Cuando en 1971 Oskar Kokoschka escribe estas memorias, no es sólo uno de los más destacados pintores de nuestro siglo, figura clave del expresionismo : también es uno de los pocos supervivientes de una época cuyo recuerdo se nos aparece hoy con un aura mítica. La Viena de final de siglo, el bullicioso Berlín de los años veinte, Praga, Londres, y casi todas las capitales del Viejo Continente conforman en estas páginas el escenario donde, zarandeada por las dos guerras mundiales y sus atroces consecuencias, desfila una multitudinaria galería de personajes. Entre éstos se encuentran Gustav Klimt , Alma Mahler , Adolf Loos , Karl Kraus , Arnold Schönberg , Ezra Pound , Konrad Adenauer y un largo etcétera de artistas, intelectuales, estadistas y otras personalidades con quienes Oskar Kokoschka , a lo largo de su agitada vida, tejió una densa red de relaciones que abarca buena parte de la geografía espiritual de una Europa crepuscular.
- GenresNonfiction
332 pages, Paperback
First published January 1, 1972
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Community Reviews
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
April 28, 2013
i must admit, i have never heard of oscar kokoschka. they had a display of various books at the library when i was there, and the cover (it's a self-portrait) caught my eye, so i took it out of the library. i quite often choose books in that matter...i like the cover, or it's put out by a publisher i like, or it's literary fiction in translation...often i don't even bother to read the blurb on the dust jacket.
many biographies of artists are not really biographies at all, in my opinion. they are instead critical studies of the paintings or sculptures by that artist. i really don't enjoy those kind of books very much, as they are usuaully far too technical for me.
this book, on the other hand, is very much a biography. while he does at times obviously talk about his paintings, they take a back seat to his life as a whole, and his life was long and very enriched. he wrote this book when he was 85 and died when he was 94, so he had a good innings, as they say. i don't want to say too much, as if you're interested, you should read the book, so i'll just mention a few salient facts. he was born in austria, and became interested in art while he was still a child and was already selling his work in his twenties. he fought in world war one and was severely wounded. during world war two, his art was deemed decadent by the nazis (what a surprise), and he was lucky enough to escape to britain. in 1953, he and his wife moved to switzerland, where he lived until his death.
like i said, if you want to learn more, you'll have to read the book. if you're at all interested in art and artists, i'm sure you'll enjoy it.
many biographies of artists are not really biographies at all, in my opinion. they are instead critical studies of the paintings or sculptures by that artist. i really don't enjoy those kind of books very much, as they are usuaully far too technical for me.
this book, on the other hand, is very much a biography. while he does at times obviously talk about his paintings, they take a back seat to his life as a whole, and his life was long and very enriched. he wrote this book when he was 85 and died when he was 94, so he had a good innings, as they say. i don't want to say too much, as if you're interested, you should read the book, so i'll just mention a few salient facts. he was born in austria, and became interested in art while he was still a child and was already selling his work in his twenties. he fought in world war one and was severely wounded. during world war two, his art was deemed decadent by the nazis (what a surprise), and he was lucky enough to escape to britain. in 1953, he and his wife moved to switzerland, where he lived until his death.
like i said, if you want to learn more, you'll have to read the book. if you're at all interested in art and artists, i'm sure you'll enjoy it.
March 29, 2026
KOKOSCHKA, Oskar: „Mein Leben“, München 1971
Angeregt durch eine Dokumentation im Fernsehen und dem Umstand, dass meine Cousine Julia bei Kokoschka studiert hatte, besorgte ich mir dieses Buch, in dem der Künstler selbst über sich schreibt.
Gleich zu Beginn hadert Kokoschka mit dem Projekt eine Biografie zu schreiben: „Was heißt Biografie? Mit Daten jonglieren? Idealisieren? Das hieße eine Geschichte schreiben, die gar nicht wahr ist. Es ist unmöglich, zwischen dem, was einen verflucht selbst angeht, und dem, was an Zeitgeschmack oder Zeitphilosophie etwa eine verwöhnte Dame in aller Naivität von einer Lebensgeschichte erwartet, eine Gleichung zu versuchen.“ (Seite 31)
Wenn Kokoschka über seine Schulzeit berichtet, sieht er darin die Situation der Monarchie. „Da waren Schüler in meiner Klasse aus den Alpenländern, Ungarn, Slawen, Juden, Triester, Sudentendeutsche. Wirklich eine Völkerversammlung. Und jeder zweite Lehrer stammte aus einem anderen Land.“ (Seite 46) Durch die Hilfe seine Zeichenlehrers in der Realschule kam er an die Wiener Kunstgewerbeschule, die zur Jahrhundertwende eine der fortgeschrittensten Europas war. Noch als Student bekam er kleine Aufträge von den Wiener Werkstätten, waren doch viele seiner Lehrer von dort. Ja, man lud ihn als Zwanzigjährigen schon zu einer Kunstausstellung ein, bei der er sehr (negativ) aufgefallen war. Man nannte den Raum mit seinen Werken das „Schreckenskabinett“. Auch hatte er sich dagegen gewehrt, dass seine Ausstellungsstücke von einer Jury bewertet werden. Der Vorsitzende Klimt akzeptierte das. Koloman Moser und Adolf Loos kauften Bilder von ihm. Loos war es auch, der ihn sehr gefördert hatte und ihn auch zu Auslandsreisen mitnahm.
In diesen Memoiren gesteht er auch seine Nähe zur Kirche, obwohl er die Kirche als Institution ablehnte. Im Zuge seines Engagements in den Wiener Werkstätten schrieb er auch ein Theaterstück, das zur Aufführung kam.
Im Kapitel „Meine ersten Bilder“ erfährt man seinen Zugang zur Portraitmalerei. Karl Kraus und Adolf Loos waren seine ersten portraitierten Menschen. Die erste Landschaftsmalerei entstand während eines Aufenthalts mit Loos am Plattensee.
Die Jahre in Berlin prägten ihn. „Ich war in der Hauptstadt des Deutschen Reiches angekommen, wie an der Wasserscheide von Vergangenheit und Zukunft. (Seite 107) Sein wichtigster Brötchengeber in Berlin war der Verlag „Sturm“. Fast ununterbrochen erschienen seine Illustrationen. Sein Engagement im „Sturm“ war vielseitig. Selbst bezeichnete er es als „Hilfsredakteur, Schriftsteller, Reporter und Austräger.“
Wieder nach Wien zurückgekehrt versuchte er eine Stelle als Lehrer zu bekommen, „jedoch wegen der fortgesetzten Hetze der Presse gegen mich“ (Seite 122) konnte er nur eine private Stelle annehmen. Wieder war es eine Mäzenin – Frau Dr. Schwarzwald – die ihn in ihr privates Lyzeum aufnahm.
Nach seiner Liebe zu Alma Mahler meldete er sich unverzüglich nach Kriegsausbruch zum Militär. „In den Weltkrieg war ich wegen einer Liebesaffäre geraten – ehrlich gesagt war es eine Flucht aus einer aussichtslos erscheinenden Situation.“ (Seite 168) Er zog mit einem Pferd in ein Reiterregiment ein. Nach einer schweren Verwundung - „Ich hatte ein ganz kleines rundes Loch im Schädel“ (Seite 156) - kam er zuerst in ein russisches und dann in ein österreichisches Lazarett. Wieder genesen meldete er sich als Presseberichterstatter an die Isonzo Front, wo er neuerlich verletzt wurde. Die Genesung dauerte länger und so kam er auch zu einem Spezialisten nach Schweden. Der Krieg war für ihn damit beendet und er musste sein Leben neu beginnen. Dazu bat er Alma Mahler um ein Darlehen. Viele Reisen führten ihn quer durch Europa: Schweiz, Venedig, Spanien, Holland, London ... Dann suchte er „die Grenzen des Abendlandes“ und kam nach Tunesien, Ägypten und Palästina.
Mit der Machtübernahme Hitlers verließ er auf Drängen seiner Lebensgefährtin Österreich und Prag und übersiedelte nach London. Wieder war es ein Freund, der ihm bei der Einreise nach England half, denn es war nicht sicher, ob die Maschine landen durfte, in der sie noch zwei Plätze bekamen. In England fasste er schnell Fuß und verdiente vor allem mit Portraitbildern. Von so einem Einkommen schickte er eine Spende an ein Spital in Stalingrad und bat das Geld sowohl für russische als auch für deutsche Verwundete zu verwenden. 1941 heiratete er seine Lebensgefährtin Olda. In diesem Buchabschnitt schildert Kokoschka die ersten Bombardements in London und wie er die Stadt verließ, um in ein Haus ans Meer zu ziehen. Wegen des bevorstehenden Übergriffs Hitlers musste er auch dieses Heim verlassen und zurück nach London ziehen. Ein Freund verschaffte ihm in einem Bürohaus ein Atelier. Er war zwar nicht politisch, affichierte aber politische Plakate. „Christus beugt sich vom Kreuz zu flehenden Kindern. Die Aufschrift lautet „In Memory of the children in Europe who have to die of cold and hunger this Xmas.““ (Seite 265)
Gleich nach Kriegsende kehrte er nach Österreich und Prag zurück. Er besaß einen Exil Pass und kehrte nach einem Aufenthalt bei seiner Schwester in Prag nach London zurück, um einen britischen Pass zu erwerben. Mit diesem bekam er beim Übertritt von der westlichen Zone Österreichs in die sowjetische Probleme. Dieser Wienbesuch wäre beinahe lebensgefährlich geworden. Er hatte ein schweres Paket mit Lebensmitteln und Medizin mit sich. Sowjetische Soldaten ließen ihn auf der Strecke aussteigen. Wie so oft hatte er Glück im Unglück: der Lokomotivführer erkannte ihn, versteckte ihn im Kohlenlager und so kam er nach Wien.
1953 eröffnete Kokoschka in Salzburg die „Schule des Sehens“ mit vierundzwanzig Schülern. Es war dies nicht eine Malausbildung, sondern eine des Sehens. Ölfarben waren nicht erlaubt. Mit Aquarellfarben mussten die Schüler spontan das Gesehene festhalten. Aus der ganzen Welt kamen Schüler nach Salzburg. Die Schule des Sehens war sporadisch in der Hohenfestung untergebracht. Im elften Sommerkurs wurde Kokoschka die Schülerzahl zu groß und die Arbeit zu anstrengend. Die Schule wurde in eine staatlich geleitete Akademie umgewandelt.
Im Kapitel „Neue Begegnungen“ wird der Autor philosophisch, wenn er etwa schreibt: „Ich werde hier Begriffe wie Schönheit, das Gute, das Glück wieder in Mode zu bringen versuchen. Denn wir sind unglücklich, weil wir nicht wagen, glücklich zu sein. Aber das Schöne, das Gute, das Glückliche behält seinen Sinn, wie man ja seinen eigenen Namen bis ins hohe Alter behält, obwohl der Körper schrumpft, Bedürfnisse, Hoffnungen und Erkenntnisse sich ändern.“ (Seite 290)
Immer wieder schreibt er auch über seine Bilder und wann er unter welchen Umständen was gemalt hat. 1966 lernte er so Konrad Adenauer kennen, den er für den Bundestag zum neunzigsten Geburtstag portraitierte. Beim Malen war ihm wichtig, auch den Seelenzustand und Gedanken des Abzubildenden einzufangen. So erfuhr er von seinem Gegenüber. Adenauer hatte zwei wichtige Ideen:
• Deutschland hatte Reparationszahlungen an die Siegermächte abzuliefern. Sie sollten nach Adenauer aber auch in vorbildlicher Weise Wiedergutmachungen für die ausgerotteten Juden leisten.
• Sein zweites Anliegen war die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich.
Diese Biografie erschien 1971. Kokoschka starb 1980. Die letzten neun Lebensjahre sind nicht dokumentiert. Über die letzten zwanzig im Buch beschriebenen Jahre meinte er, es seien Wanderjahre gewesen … „so bleibt mir nur das sehend Erlebte, um mich in der „besten aller Welten“, wie der große Spötter sie nannte, wieder wohnlich einzurichten.“ (Seite 303)
Angeregt durch eine Dokumentation im Fernsehen und dem Umstand, dass meine Cousine Julia bei Kokoschka studiert hatte, besorgte ich mir dieses Buch, in dem der Künstler selbst über sich schreibt.
Gleich zu Beginn hadert Kokoschka mit dem Projekt eine Biografie zu schreiben: „Was heißt Biografie? Mit Daten jonglieren? Idealisieren? Das hieße eine Geschichte schreiben, die gar nicht wahr ist. Es ist unmöglich, zwischen dem, was einen verflucht selbst angeht, und dem, was an Zeitgeschmack oder Zeitphilosophie etwa eine verwöhnte Dame in aller Naivität von einer Lebensgeschichte erwartet, eine Gleichung zu versuchen.“ (Seite 31)
Wenn Kokoschka über seine Schulzeit berichtet, sieht er darin die Situation der Monarchie. „Da waren Schüler in meiner Klasse aus den Alpenländern, Ungarn, Slawen, Juden, Triester, Sudentendeutsche. Wirklich eine Völkerversammlung. Und jeder zweite Lehrer stammte aus einem anderen Land.“ (Seite 46) Durch die Hilfe seine Zeichenlehrers in der Realschule kam er an die Wiener Kunstgewerbeschule, die zur Jahrhundertwende eine der fortgeschrittensten Europas war. Noch als Student bekam er kleine Aufträge von den Wiener Werkstätten, waren doch viele seiner Lehrer von dort. Ja, man lud ihn als Zwanzigjährigen schon zu einer Kunstausstellung ein, bei der er sehr (negativ) aufgefallen war. Man nannte den Raum mit seinen Werken das „Schreckenskabinett“. Auch hatte er sich dagegen gewehrt, dass seine Ausstellungsstücke von einer Jury bewertet werden. Der Vorsitzende Klimt akzeptierte das. Koloman Moser und Adolf Loos kauften Bilder von ihm. Loos war es auch, der ihn sehr gefördert hatte und ihn auch zu Auslandsreisen mitnahm.
In diesen Memoiren gesteht er auch seine Nähe zur Kirche, obwohl er die Kirche als Institution ablehnte. Im Zuge seines Engagements in den Wiener Werkstätten schrieb er auch ein Theaterstück, das zur Aufführung kam.
Im Kapitel „Meine ersten Bilder“ erfährt man seinen Zugang zur Portraitmalerei. Karl Kraus und Adolf Loos waren seine ersten portraitierten Menschen. Die erste Landschaftsmalerei entstand während eines Aufenthalts mit Loos am Plattensee.
Die Jahre in Berlin prägten ihn. „Ich war in der Hauptstadt des Deutschen Reiches angekommen, wie an der Wasserscheide von Vergangenheit und Zukunft. (Seite 107) Sein wichtigster Brötchengeber in Berlin war der Verlag „Sturm“. Fast ununterbrochen erschienen seine Illustrationen. Sein Engagement im „Sturm“ war vielseitig. Selbst bezeichnete er es als „Hilfsredakteur, Schriftsteller, Reporter und Austräger.“
Wieder nach Wien zurückgekehrt versuchte er eine Stelle als Lehrer zu bekommen, „jedoch wegen der fortgesetzten Hetze der Presse gegen mich“ (Seite 122) konnte er nur eine private Stelle annehmen. Wieder war es eine Mäzenin – Frau Dr. Schwarzwald – die ihn in ihr privates Lyzeum aufnahm.
Nach seiner Liebe zu Alma Mahler meldete er sich unverzüglich nach Kriegsausbruch zum Militär. „In den Weltkrieg war ich wegen einer Liebesaffäre geraten – ehrlich gesagt war es eine Flucht aus einer aussichtslos erscheinenden Situation.“ (Seite 168) Er zog mit einem Pferd in ein Reiterregiment ein. Nach einer schweren Verwundung - „Ich hatte ein ganz kleines rundes Loch im Schädel“ (Seite 156) - kam er zuerst in ein russisches und dann in ein österreichisches Lazarett. Wieder genesen meldete er sich als Presseberichterstatter an die Isonzo Front, wo er neuerlich verletzt wurde. Die Genesung dauerte länger und so kam er auch zu einem Spezialisten nach Schweden. Der Krieg war für ihn damit beendet und er musste sein Leben neu beginnen. Dazu bat er Alma Mahler um ein Darlehen. Viele Reisen führten ihn quer durch Europa: Schweiz, Venedig, Spanien, Holland, London ... Dann suchte er „die Grenzen des Abendlandes“ und kam nach Tunesien, Ägypten und Palästina.
Mit der Machtübernahme Hitlers verließ er auf Drängen seiner Lebensgefährtin Österreich und Prag und übersiedelte nach London. Wieder war es ein Freund, der ihm bei der Einreise nach England half, denn es war nicht sicher, ob die Maschine landen durfte, in der sie noch zwei Plätze bekamen. In England fasste er schnell Fuß und verdiente vor allem mit Portraitbildern. Von so einem Einkommen schickte er eine Spende an ein Spital in Stalingrad und bat das Geld sowohl für russische als auch für deutsche Verwundete zu verwenden. 1941 heiratete er seine Lebensgefährtin Olda. In diesem Buchabschnitt schildert Kokoschka die ersten Bombardements in London und wie er die Stadt verließ, um in ein Haus ans Meer zu ziehen. Wegen des bevorstehenden Übergriffs Hitlers musste er auch dieses Heim verlassen und zurück nach London ziehen. Ein Freund verschaffte ihm in einem Bürohaus ein Atelier. Er war zwar nicht politisch, affichierte aber politische Plakate. „Christus beugt sich vom Kreuz zu flehenden Kindern. Die Aufschrift lautet „In Memory of the children in Europe who have to die of cold and hunger this Xmas.““ (Seite 265)
Gleich nach Kriegsende kehrte er nach Österreich und Prag zurück. Er besaß einen Exil Pass und kehrte nach einem Aufenthalt bei seiner Schwester in Prag nach London zurück, um einen britischen Pass zu erwerben. Mit diesem bekam er beim Übertritt von der westlichen Zone Österreichs in die sowjetische Probleme. Dieser Wienbesuch wäre beinahe lebensgefährlich geworden. Er hatte ein schweres Paket mit Lebensmitteln und Medizin mit sich. Sowjetische Soldaten ließen ihn auf der Strecke aussteigen. Wie so oft hatte er Glück im Unglück: der Lokomotivführer erkannte ihn, versteckte ihn im Kohlenlager und so kam er nach Wien.
1953 eröffnete Kokoschka in Salzburg die „Schule des Sehens“ mit vierundzwanzig Schülern. Es war dies nicht eine Malausbildung, sondern eine des Sehens. Ölfarben waren nicht erlaubt. Mit Aquarellfarben mussten die Schüler spontan das Gesehene festhalten. Aus der ganzen Welt kamen Schüler nach Salzburg. Die Schule des Sehens war sporadisch in der Hohenfestung untergebracht. Im elften Sommerkurs wurde Kokoschka die Schülerzahl zu groß und die Arbeit zu anstrengend. Die Schule wurde in eine staatlich geleitete Akademie umgewandelt.
Im Kapitel „Neue Begegnungen“ wird der Autor philosophisch, wenn er etwa schreibt: „Ich werde hier Begriffe wie Schönheit, das Gute, das Glück wieder in Mode zu bringen versuchen. Denn wir sind unglücklich, weil wir nicht wagen, glücklich zu sein. Aber das Schöne, das Gute, das Glückliche behält seinen Sinn, wie man ja seinen eigenen Namen bis ins hohe Alter behält, obwohl der Körper schrumpft, Bedürfnisse, Hoffnungen und Erkenntnisse sich ändern.“ (Seite 290)
Immer wieder schreibt er auch über seine Bilder und wann er unter welchen Umständen was gemalt hat. 1966 lernte er so Konrad Adenauer kennen, den er für den Bundestag zum neunzigsten Geburtstag portraitierte. Beim Malen war ihm wichtig, auch den Seelenzustand und Gedanken des Abzubildenden einzufangen. So erfuhr er von seinem Gegenüber. Adenauer hatte zwei wichtige Ideen:
• Deutschland hatte Reparationszahlungen an die Siegermächte abzuliefern. Sie sollten nach Adenauer aber auch in vorbildlicher Weise Wiedergutmachungen für die ausgerotteten Juden leisten.
• Sein zweites Anliegen war die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich.
Diese Biografie erschien 1971. Kokoschka starb 1980. Die letzten neun Lebensjahre sind nicht dokumentiert. Über die letzten zwanzig im Buch beschriebenen Jahre meinte er, es seien Wanderjahre gewesen … „so bleibt mir nur das sehend Erlebte, um mich in der „besten aller Welten“, wie der große Spötter sie nannte, wieder wohnlich einzurichten.“ (Seite 303)
August 5, 2012
Quite a life. The bare facts do not begin to express the richness and complexity of OK's life. Of greatest interest though are his many ruminations on the place of art and the artist in modern society. I like the idea that the Zeitgeist will not be thwarted, though he tried very hard!
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