Es gibt zwei Lieblingskinder-/-jugendbücher aus meiner Kindheit. Beide stammen von Käthe Recheis. Das eine ist Wolfssaga, das andere "Der weiße Wolf" (wobei die Titel irreführend sind, es handelt sich um komplett verschiedene Bücher).
Wolfssage ist eine Geschichte, wie sie aktueller nicht sein könnte. Es geht um jugendliche Naivität, um Macht, um Herrschaft und Unterdrückung. Darum, wie man sich freiwillig in Gefangenschaft begiebt, solange man zu den Stärksten gehört. Kaum aber zeigt man Schwäche, verliert man seinen Status und somit seine Machtposition.
Wolfsaga ist die Geschichte eines Jungwolfes, der all das auf die harte Tour lernen muss. Ich habe als KiJu mitgelitten, mitgefiebert und gehofft, dass die Herrschaft des anderen Wolfes gebrochen wird. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite - und wenn man Recheis heute aufschlägt, sieht man: KiJu-Literatur muss nicht banal geschrieben sein. Ihr Stil ist metaphernreich und wunderschön.