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Aus guter Familie: Leidensgeschichte eines Mädchens

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Gabriele Reuter: Aus guter Familie. "Leidensgeschichte eines Madchens"

Edition Holzinger. Taschenbuch

Berliner Ausgabe, 2014, 3. Auflage

Vollstandiger, durchgesehener Neusatz bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger

Erstdruck bei Fischer, Berlin, 1895. Hier nach der funfzehnten Auflage, Berlin, 1908.



Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger

Reihengestaltung: Viktor Harvion

Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Gabriele Reuter, Munchen, 1896.

Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt.

"

180 pages, Paperback

First published January 1, 1895

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About the author

Gabriele Reuter

58 books5 followers

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Community Reviews

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2 (1%)
Displaying 1 - 29 of 29 reviews
Profile Image for mitkaffeeundkafka.
67 reviews105 followers
August 6, 2024
Gabriele Reuter ist ein weiteres Beispiel für eine zu Unrecht in Vergessenheit geratene, grandiose Autorin. Ihr Roman »Aus guter Familie«, erstmals 1895 veröffentlicht, erzählt die Geschichte von Agathe Heidling, einer jungen Frau aus einer wohlhabenden Familie, die an den konservativen, gesellschaftlichen Zwängen und Erwartungen ihrer Zeit zerbricht. Dabei wollte Agathe alles richtig machen, eine gehorsame Tochter, Ehefrau und Mutter sein.

Reuter zeichnet Agathes innere Zerrissenheit und Verzweiflung mit großer psychologischer Feinfühligkeit nach. Sie ist gefangen in der Rolle, die ihr von der Familie und Gesellschaft zugewiesen wurde, während ihr jegliche Möglichkeit zur Selbstverwirklichung verwehrt wird. Mit Agathe hat Reuter eine Protagonistin erschaffen, mit der sich zu ihrer Zeit sicherlich viele Frauen identifizieren konnten, die unter den gesellschaftlichen Zwängen und Erwartungen litten. Ich bewundere Reuter für ihre scharfsinnige Gesellschaftskritik und ihren Mut, vermeintliche Tabuthemen wie die weibliche Sexualität und Emanzipation anzusprechen.

Gabriele Reuter wurde für ihren Roman übrigens sehr gefeiert und schlagartig berühmt. Sogar Sigmund Freud war ein Fan von ihr und der Meinung, dass der Roman: »[..] die besten Einsichten in das Wesen und die Entstehung von Neurosen verrät« S. 262. Schön, die Protagonistin Agathe wäre sicherlich ein spannendes Fallbeispiel für ihn..🙃

Der Roman erinnert leicht an »Effi Briest« von Theodor Fontane, ebenfalls im 1895 Jahr veröffentlicht, ebenfalls erfolgreich. Doch während Fontane fester Bestandteil des Literaturkanons wurde, ist Reuter fast vollständig in Vergessenheit geraten. Kommt euch bekannt vor? Mir auch. (👉🏼An dieser Stelle übrigens eine große Leseempfehlung für Nicole Seiferts »Frauen Literatur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt«!)

Umso schöner, dass es nun endlich eine feine Neuausgabe des Romans gibt, mit einem lesenswerten Nachwort von Tobias Schwartz.
Profile Image for Melanie.
560 reviews276 followers
January 4, 2022
How did we not read this in school? Loved this book 20 years ago, but now love it even more. It’s now advanced to my favourite 19th century novel. It explains so much about German culture then and still the impact of it today. In my opinion a masterpiece.
Profile Image for Cheri.
24 reviews11 followers
June 19, 2020
Gehört in den Literaturkanon. Keine Widerrede. >:(
Profile Image for LeserinLu.
323 reviews38 followers
July 6, 2024
Endlich, endlich, endlich habe ich diesen Roman gelesen, der seit Nicole Seiferts Empfehlung in „Frauenliteratur“ auf meiner Wunschliste stand – und ich wurde nicht enttäuscht. Dank der Neuauflage des Reclam Verlags konnte ich nun in Agathes Leben eintauchen. Mein Fazit: Ich bin restlos begeistert! Was für ein toller, mitreißender, tiefgründiger, zur Diskussion anregender Roman!

Gabriele Reuters „Aus guter Familie“ erzählt die Geschichte der jungen Agathe, die in der Enge der bürgerlichen Gesellschaft um 1900 aufwächst. Es handelt sich dabei um einen ganz ungewöhnlichen Entwicklungsroman, denn Agatha wird von außen beständig an ihrer Entwicklung gehindert. Der Roman schildert dabei eindrucksvoll ihre innere Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Zwängen und den Erwartungen an Frauen ihrer Zeit. Agathes Entwicklung und ihr Schicksal werden so lebendig dargestellt, dass man tief in ihre Welt eintaucht und einerseits mit Agathe leidet und hofft, andererseits durch ihr Schicksal und das anderer geschilderter Frauenfiguren immer wieder wütend wird. Auch Reuters Schreibstil beinhaltet für mich schon alles, was die Moderne um 1900 so anziehend macht. Wie kann es sein, dass eine solch kraftvolle und bedeutende Stimme der Literaturgeschichte bisher so wenig Beachtung gefunden hat? Ich kann kaum nachvollziehen, warum ich im Studium der Literaturwissenschaft nicht von der Autorin gehört habe, auch in Material zu Literatur um 1900 kommt sie nicht vor.

Diese liebevoll gestaltete Neuauflage des Reclam Verlags kommt aber nicht nur inhaltlich, sondern auch äußerlich wunderbar daher. „Aus guter Familie“ wird definitiv einen Ehrenplatz bei mir finden. Insgesamt ist dieser Roman ein Muss für alle Literaturfans. Er fordert heraus, regt zur Diskussion an und bleibt lange im Gedächtnis. Gabriele Reuter verdient es, aus der Vergessenheit hervorgeholt und neu entdeckt zu werden. Ich kann „Aus guter Familie“ nur wärmstens empfehlen.
Profile Image for Naraya.
268 reviews8 followers
July 8, 2024
Agathe Heidling ist Tochter eines Regierungsrates und somit Teil einer konservativen, großbürgerlichen Familie. Von Kind an machen alle ihr deutlich, was sie von ihr erwarten: eine brave Ehefrau zu sein und ihrem Mann Kinder zu schenken. Doch während für ihre Freundin Eugenie Wutrow all das in Erfüllung geht, tut Agathe sich schwer. Immer wieder steht sie zwischen den Stühlen und versucht, allen um sie herum gerecht zu werden. Diese Haltung fordert jedoch schon bald ihren Preis.

„Aus guter Familie“ wurde bereits 1895 publiziert und stammt aus der Feder der 1859 geborenen Schriftstellerin Gabriele Reuter. Obwohl sie Thomas Mann zu ihren Leser*innen zählen durfte, blieb sie doch zu Lebzeiten recht unbekannt – was die Reihe „Reclams Klassikerinnen“ ändern möchte. Die Handlung wird von einem allwissenden Erzähler geschildert, der Agathe - von ihrer Konfirmation mit 16 Jahren an - ungefähr 20 Jahre lang begleitet. Dabei wirkt die junge Frau nicht immer sympathisch, sieht sie doch oft auf andere herab und urteilt über sie – ein Symptom ihrer eigenen Unsicherheit.

Ihr ganzes Leben lang hat Agathe mit den an sie gestellten Erwartungen zu kämpfen. Schon bei ihrer Konfirmation hat sie das Gefühl, nicht gläubig genug zu sein und während ihr Vater sich eine gute Ehe für sie wünscht, versucht ihr progressiver Cousin Martin sie auf seine Seite zu ziehen. Dem gegenüber steht ihre Freundin Eugenie, die genau weiß, was sie will und sich statt ihres Liebhabers für eine stabile Ehe mit Agathes Bruder Walter entscheidet. Sie wird all das erreichen, was Agathe sich wünscht – und das sogar auf Kosten ihrer Freundin.

„Aus guter Familie“ zeigt ein Frauenschicksal der klassischen Moderne, einer Zeit, die von einem rasanten Wandel und dementsprechenden Spannungen geprägt war. Während sich um sie herum Frauenrechtlerinnen erheben, zerbricht Agathe an der Rolle, welche die Gesellschaft ihr zugedacht hat und von der sie sich nicht zu lösen vermag. Sie verliebt sich mehrmals unglücklich und leidet an Nervosität und Hysterie; heute würden wir sagen: sie war depressiv. Ein wichtiger, viel zu wenig bekannter Klassiker.
Profile Image for Tarian.
336 reviews18 followers
August 3, 2024
Gut:
Die detaillierte und nuancierte Darstellung weiblichen Lebens unter dem Patriarchat. Die Ausweglosigkeit, geistige und räumliche Enge, das Leiden, das selbst bei einer anpassungswilligen Frau wie Agathe entsteht und letztlich nur die Optionen Resignation, Verrücktwerden und Tod offen hält. Die bürgerliche Doppelmoral, insbesondere aufgezeigt am Beispiel des Christentums, dass eigentlich nur gesellschaftlich performt, aber nicht wirklich befolgt wird.

Schlecht:
DIe Handlungswendungen vollziehen sich viel zu rasch und unmotiviert. Erst will Agathe fromme Christin sein, dann ist plötzlich die mögliche Vernunftsehe mit Raikendorf das größte Glück auf Erden, nur um dann umso dramatischer durch fehlende finanzielle Möglichkeiten aufgrund der Spielschulden des Bruders verunmöglicht zu werden. Handwerklich schlecht gemachte Affekthascherei. Die an Adjektiven und sich aufbauschenden Beschreibungen erstickenden Schilderungen von Natur und Emotionen.

Fazit:
Stilistisch und von der Konstruktion her eher mau, aber stark in der nuancierten Darstellung der Protagonistin einerseits und des patriarchal geprägten weiblichen Lebens im Kaiserreich andererseits.
Profile Image for Thorben.
107 reviews7 followers
March 2, 2025
„Ja - aber erhebt ein Mädchen nur die Hand, will sie nur einmal trinken aus dem Becher, den man ihr von Kindheit an fortwährend lockend an die Lippen hält - zeigt sie auch nur, dass sie durstig ist: Schmach und Schande! Sünde - schamlose Sünde - erbärmliche Schwäche - hysterische Verrücktheit! schreit man ihr entgegen…“

Agathe Heidling kommt aus guter Familie. Sie muss keine ökonomische Not leiden, anders als den anderen Mädchen, die mit ihr konfirmiert werden, scheint ihr die Welt offenzustehen.
Doch schon bald muss sie erfahren, dass für sie gänzlich andere Regeln gelten als für ihren Bruder, den aufstrebenden Offizier, und jeder Versuch der Anpassung wie der Emanzipation zwangsläufig in noch engere Schranken führt.

Diese „Effie Briest“ auf 250 Seiten liest sich sehr bedrückend und ist vermutlich deutlich realistischer als Fontanes Version angelegt. Hier gibt es keine Affäre und keine Erlösung. Sprachlich wechseln sich in starker Bildlichkeit erzählende Passagen mit langen Dialogen ab, die teilweise sehr komplex daherkommen und mit allerlei Zeitkolorit und Dialekt gefärbt sind. Gerade im Mittelteil wird der Text dadurch recht sperrig.
Manchmal jedoch und insbesondere am Schluss - und das ist die große Stärke des Romans - scheint man die Autorin selbst zu hören. Hier spricht eine moderne Frau, die sich nicht wie ihre Protagonistin dem patriarchalen Chauvinismus des wilhelminischen Kaiserreiches unterwirft.
Profile Image for Pascale.
1,366 reviews66 followers
March 13, 2015
This book tells a rather familiar story, but what's special is that it was written by a German woman, and was immensely successful when it came out in 1895. It follows the life of Agathe between the ages of 17 and 40, when after a spell in an insane asylum, her prospects look fairly grim. Agathe is pretty, shy, sensitive, with enough brains to do something of her life if she wasn't thwarted at every turn by her very conventional parents. With no education to speak of, Agathe is put on the marriage market after her confirmation. However, her father is, to say the least, ambivalent about getting her married, because he suits him fine to have her as his housekeeper and companion. Initially, Agathe herself doesn't try very hard to get a suitor, because she hates to flaunt herself and is vaguely afraid of sex, based on what her friend Eugenie told her about it when they were prepubescent. So Agathe is quite happy to lead a fantasy life with Lord Byron, who is safely dead, then with Adrian Lutz, a painter who has fathered a child with an actress and would never be acceptable to her parents. After she abandons all hope of being loved by Lutz, she goes through a mystical phase, but then realizes that time is no longer on her side, and makes every effort to contract a sensible marriage to an older civil servant, who seems to return her affection. However, at that point, her father reveals that he used his wife's dowry to pay off his son's gambling debts, so that there's nothing left for Agathe. Although her fiancé drops her like a hot potato, she rebounds surprisingly well from this new blow, and tries to educate herself a little. There again, her father intervenes to block her path. After a slew of further disappointments and tragedies (the death of her mother and her beloved uncle Gustav), Agathe is so worn out her father takes her on a holiday to Switzerland, where she is reunited with her cousin Martin, who was her first flame. Having fallen foul of the régime, Martin had to flee Germany, but is no longer an active revolutionary, but a writer of some repute. Initially Agathe is overjoyed to see Martin, but is crushed when all he offers her is to settle near him in Zurich and be his amanuensis. That's the last straw, not so much because Martin doesn't love her, but because he makes her feel that her predicament is her own fault. One of the many ironies of this subtle novel is that the former defender of the people is completely blind to the long series of injustices of which Agathe has been the victim all her life. This is a beautiful study of the plight of women in nineteenth century Germany, and should be available in Oxford classics or Penguin classics.
Profile Image for Carla.
27 reviews
April 26, 2018
"Entwickelten sich denn alle Wesen in dieser Welt zu h��heren Daseinsformen und nur sie und ihresgleichen blieben davon ausgeschlossen? Sie war 'das junge Mädchen' und mußte es bleiben, bis man sie welk und vertrocknet, mit grauen Haaren und eingeschrumpftem Hirn in den Sarg legte -?
Wußte denn keiner, daß es grausam war, eine Blume, die nach Entfaltung strebte, durch ein seidenes Band zu umschnüren, damit sie Knospe bleiben sollte. Wußte keiner, daß sie dann im Innern des Kelches verrottete und faulte?"

Diese Gedanken macht sich Agathe, nachdem sie sich von ihren Eltern wissenschaftliche Bücher zu Weihnachten gewünscht, und stattdessen eine Blumenpresse bekommen hat, weil sich das für ein "junges Mädchen" (sie ist zu dem Zeitpunkt schon um die dreißig, aber wer nicht heiratete wurde um 1900 wohl nie zur Frau) mehr schickt.
Ich will so gerne etwas über dieses Buch schreiben, aber meine Gedanken wirbeln noch zu sehr, deswegen wird es möglicherweise nicht sehr kohärent. Stellenweise hat es mich an Jean Rhys (vor allem Good Morning, Midnight) erinnert, dabei hat sie ja erst ca. zwanzig Jahre später geschrieben als Reuter, und wird einer ganz anderen Epoche zugeordnet, in der stream of consciousness angeblich noch gar nicht erfunden war. Das Hin- und Hergerissen sein von Agathe zwischen ihrer Rolle als frommer Tochter, die ihre Pflicht tut, und einer denkenden Frau, die eigene Hoffnungen und Gedanken hat, wird so beklemmend gut dargestellt.
Dass Gabriele Reuter so vollkommen unverdient in der Versenkung verschwunden ist, macht mich richtig wütend! Und statt eines (auch zeitgeschichtlich) so wichtigen Werkes über die Zermürbung einer jungen Frau durch gesellschaftliche Normen werden Schüler*innen immer noch Effi Briest und Konsorten reingewürgt! Ihrerzeit war Aus guter Familie tatsächlich erfolgreicher als Effi Briest, und ich wünschte, es hätte seinen Erfolg erhalten können, dann würde man es jetzt vielleicht in der Schule lesen, anstelle eines der vielen vielen, von alten Männern über die Schicksale junger Frauen geschriebener Bücher.
Profile Image for Totarota.
110 reviews8 followers
June 9, 2024
Sehr lesenswerter und leider wenig bekannter deutscher Klassiker aus dem Jahr 1895. Es geht um eine junge Frau namens Agathe, die als Regierungsratstöchterchen privilegiert und behütet aufwächst und sich dabei in einem starren Gefüge aus gesellschaftlichen Normen bewegt. Die an sie gestellten und von ihr verinnerlichten Erwartungen will Agathe unbedingt erfüllen, doch sie scheitert immer wieder und verzweifelt zunehmend.
So verliebt sie sich zunächst in einen Maler ohne irgendeine Möglichkeit, diesem nahe zu kommen, da der Auserwählte aus Sicht der Eltern ohnehin nicht in Frage kommt. Später ist die Verlobung mit einem älteren Landrat zum Greifen nahe. Allerdings kommt der finanzielle Abstieg der Familie aufgrund der Spielschulden des bevorzugten Bruders dazwischen.
An einer potentiellen Selbstverwirklichung als Ehefrau und Mutter gehindert, scheitert auch die Sehnsucht nach Bildung, die durch den Vater verwehrt wird.
Hoffnung schafft ein Cousin, der der Bourgeoisie bereits den Rücken gekehrt hat und Agathe zu einem Leben in Freiheit verhelfen will, doch die Hürden sind hoch.

Eine sehr eindrückliche, deprimierende Lektüre. Agathe ist keine starke Frauenfigur. Sie kann es nicht sein, da die sie begrenzenden patriarchalen Strukturen ihr nicht einmal die reale Vorstellung zu einem Ausbruch aus dem Käfig ermöglichen, in welchem sie ihr Glück zu finden ebenfalls nicht in der Lage ist.
Profile Image for hannahᖭི༏ᖫྀ.
123 reviews4 followers
January 3, 2024
the female rage in this book is so real idk das buch ist so wichtig und ich finde es so schade dass ich jetzt erst davon höre.. es ist schade dass agathe im endeffekt an dem punkt anlangt der ihr von anfang an vorhergesagt wird aber ich finde das macht das buch noch realer und zeigt uns dass frauen egal wie stark sie auch kämpfen weniger geschenkt wird als manch andere wenn sie nicht dem entsprechen was von ihnen verlangt wird
Profile Image for Vika.
75 reviews
September 21, 2023
annika: “it’s so insane that you had to read this at this stage in your life… you know what you should do when you finish this book? burn it”
Profile Image for Christina.
262 reviews4 followers
August 25, 2024
Wow! This book is a masterpiece and now one of my favorite books ever. It is unbelievable how it was written more than 100 years ago and it reads so fluently. The coming of age story of Agathe may seem exaggerated but her inner conflict between faith, loyalty to her parents, correctness and willingness to abide the social norms, the energy of her youth, her natural curiosity and the thirst for love is beiing put on words so narurally but also explicically that it almost hurts to read. There are so many beautiful allegories and lyrical descriptions. The language is so good (and I normally find it tiring to read in german-not this time). The story is tragic but the apperance of other female characters that suffer even worst makes the main story and Agatge more realistic and puts her suffering in perspective. There is also a lot of ironie and hidden humour, situations that feel familiar and times where you want to scream to Agathe. Also social commentary. The book maybe is not to everyones taste but it is undeniably a classic.

This should be taught in schools for depicting so well the social restrictions women have suffered and the challenges of coming of age in a way that feels (sadly) still relevant.

I researched the story behind the book. It seems that it had been a bit hit in its time but somehiw the well known author got forgotten, nowadays the book reappered in an effort to bring light again on women authors! Well there is a german Jane Austen reemerged!

I won my copy in the orell-füssli leserunde and I am so thankful as otherwise I would not have found it. The book however also appears available in project Guttenberg ;)
Profile Image for Melanie.
448 reviews4 followers
July 7, 2024
Der Roman Aus guter Familie von Gabriele Reuter stammt aus dem Jahr 1895, daher ist die Sprache zunächst etwas ungewohnt. Fernab von jedem Regency Kitsch, wie er uns heute wieder auf Netflix präsentiert wird (und ich liebe die Bridgerton Reihe wirklich!) muss sich die junge Agathe ebenfalls als Debütantin in eine Gesellschaft einführen lassen und nach einem Ehemann suchen.
Agatha, Tochter aus gutem Hause, ist aber eine junge Frau, die nicht in ihre Zeit passt. Schon als Kind und später als heranwachsendes Mädchen, Backfisch, wie das damals hieß, fügt sie sich nur schwer in Gruppen ein. Zunächst will sie nicht heiraten und hegt eine schon fast fanatische Begeisterung für die Religion. Wenn sie anfängt, sich weiter zu bilden oder Interessen zu haben, die ihr Denken herausfordern und ihr Spaß machen, wird das unterbunden. Eine Vernunftehe schließlich bleibt ihr verwehrt, weil ihre Mitgift vom Bruder verspielt wurde. Und so setzt sich Enttäuschung auf Enttäuschung und Agathes Geschichte nimmt einen immer schlimmeren Verlauf. Wie der Untertitel des Buches schon sagt - Leidensgeschichte eines Mädchens.

Wenn man sich mit der Sprache angefreundet hat (mir fiel das recht leicht, ich mag es, diese Art von Texten zu lesen), wird man mit einem wirklich besonderen Buch belohnt. Die Charaktere sind alle für sich nachdenkenswert und vor allem Agathes Schicksal hat mich am Ende des Buches mehr als berührt.

Ein wirklich besonderes und sehr empfehlenswertes Buch und wie es auch im Nachwort heißt, ein Werk, das "in keine Schublade passt und den ganzen Widersinn des letztlich diskriminierenden Begriffs Frauenliteratur aufzeigt"!
Profile Image for Wolf Macbeth.
171 reviews
August 28, 2025
GEFANGEN IN DEN BÜRGERLICHEN KONVENTIONEN

Ich habe nicht diese Version gelesen, sondern das eBook (Herausgegeben 2021).

Der Roman "Aus guter Familie" von Gabriele Reuter, erschienen 1895, war bei seiner Veröffentlichung ein bahnbrechender Bestseller, jedoch ist die Autorin und ihre Werke heute weitgehend vergessen. Die Wiederentdeckung dieses literarischen Juwels ist mehr als gerechtfertigt.

In diesem Werk wird Agathe Heidling in der Wilhelminischen Epoche gegen Ende des 19. Jahrhunderts präsentiert, geprägt von reaktionären Konventionen, sich in die Rolle einer zukünftigen Mutter und Hausfrau zu fügen, eine Position, die ihre Selbstbestimmung einschränkt und sie in den Konventionen ihrer Zeit gefangen hält. Ihr Kampf für Selbstbestimmung, eingebettet in die bürgerlichen Normen ihrer Zeit, entfaltet eine bittere und ergreifende Geschichte.

Reuter betont den revolutionären Charakter des Romans, der einen gesellschaftlichen Nerv traf. Die Lektüre war für mich fesselnd, obwohl Agathes Konformität mit dem bürgerlichen Schema beinahe Verzweiflung auslöste. Ihr Unvermögen, sich gegen die bürgerlichen Fesseln zu wehren, führt letztendlich zur Unvereinbarkeit ihres Schicksals mit dem weiblichen Erziehungsideal dieser Ära.

Die persönliche und einfühlsame Sprache des Romans ermöglichte mir eine tiefgehende Identifikation mit der Protagonistin, ein Beweis für herausragende Literatur. Dieser Roman verdient eine zeitgemäße Würdigung und die Wiederherstellung seines verdienten Platzes in der literarischen Geschichte.

📚 Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.
Profile Image for Moritz Bense.
38 reviews
June 30, 2023
„Das Weib, die Mutter künftiger Geschlechter... Die Wurzel, die den Baum der Menschheit trägt... Ja - aber erhebt ein Mädchen nur die Hand, will sie nur einmal trinken aus dem Becher, den man ihr von Kindheit an fortwährend lockend an die Lippen hält - zeigt sie auch nur, dass sie durstig ist... Schmach und Schande! Sünde - schamlose Sünde - erbärmliche Schwäche - hysterische Verrücktheit! schreit man ihr entgegen - bei den Strengen wie bei den Milden, den Alten und den Jungen, den Frommen und den Freien.“

Die Geschichte um Agathe Heidling erzählt sehr ergreifend den Leidensweg einer jungen Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert, die an dem von der Gesellschaft vorgeschriebenen, weiblichen Rollenbild zerbricht.
Profile Image for MEva.
46 reviews
October 9, 2024
Wie tragisch ein vermeintlich guter Start in wohlbehüteten Verhältnissen sein kann zeigt Gabriele Reuter's Agathe.
Die Protagonistin hat so viele Ambitionen, Interessen und Talente - trotzdem kann sie nichts davon in ihr Leben umsetzen. Die Gesellschaft der damaligen Zeit sieht seine Frauen lieber als Ehefrauen und Mütter. Will Agathe ein wissenschaftliches Buch lesen bekommt sie eine Blumenpresse.
Der Leser verliert dann leider auch irgendwann die Hoffnung - das Ganze ist sehr realistisch und auf ein Happy End wartet man vergeblich. Die gute Frau wird nämlich kurzerhand hysterisch - der Spagat zwischen "bravem Mädchen" und einem selbstbestimmtem Leben ist nicht erreichbar.
Wer sich für die Epoche des Historismus interessiert ist hier genau richtig.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Johanna Berger.
123 reviews5 followers
July 21, 2024
Noch nicht vierzig Jahre und eigentlich ist alles schon vorbei oder nicht gewesen. Nicht einmal der langweilige Landrat hat sie noch genommen, so ganz ohne Mitgift. Glücklich wäre sie mit dem auch nicht geworden. Arme Agathe!, hätte Fontane gesagt.

Agathe Heidling ist das Mädchen aus gutem Hause. Die „Leidensgeschichte eines Mädchens“ (so der Untertitel) ist ein literarisches Dokument, eine Sozialisationsgeschichte aus weiblicher Sicht. Gabriele Reuter (1859-1941) beschreibt den konsequenten Abstieg einer Bürgerstochter Ende des 19. Jahrhunderts. Agathe kann sich nicht aus den Fesseln der traditionellen Erwartungen befreien und geht zugrunde. Zur Konfirmation bekommt sie „Des Weibes Leben und Wirken als Jungfrau, Gattin und Mutter“ geschenkt. Die Herwegh-Gedichte werden ihr weggenommen. Der Cousin mit den fortschrittlichen Ideen, für den sie eigentlich brennt, wird abgewiesen. Schließlich wandert er „auf gefährlichen Bahnen“. Der Maler, in den sie sich verliebt, erkennt sie bei einem späteren Treffen nicht einmal mehr wieder. Überspannung. Nervenzusammenbruch. Blutsturz. Der Landrat: s. o. Verzweifelte Versuche, Erlösung in religiöser Inbrunst zu finden und keine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken. Den Ausbruch in die Freiheit wagt sie nicht, schließlich muss sie sich als „alte Jungfer“ um ihren alten Vater kümmern. Dienen ist für Frauen das höchste Ziel, wenn schon nicht dem Ehemann, dann wenigstens den Eltern. Aber auch das schafft die sensible Seele nicht, deren eigene Bedürfnisse keine Rolle spielen dürfen.

Zwei Szenen bleiben ganz besonders in Erinnerung. Zum einen der Ball, bei dem Agathe in die Gesellschaft eingeführt werden und als mögliche Braut in Augenschein genommen werden soll. Die Mädchen stehen da „wie ein riesenhaftes Beet zartabgetönter Frühlingshyazinthen“. Bereit, gepflückt zu werden. Eine Fleischbeschau, deren Peinlichkeit man immer noch gut nachvollziehen kann. Zum anderen die Szene, in der die bildungshungrige junge Frau von ihrem Vater abgewiesen wird, nachdem sie die "Natürliche Schöpfungsgeschichte" Haeckels im väterlichen Bücherschrank entdeckt hat und nun mehr naturwissenschaftliche Bücher lesen will. Diese Art der Lektüre schicke sich doch wohl für höhere Töchter nicht. Stattdessen schenkt er ihr einen Prachtband mit bunten Pflanzenbildern und eine Blumenpresse. Da ist sie dann wieder in ihre Schranken gewiesen. "Sie war das 'junge Mädchen' - und musste es bleiben, bis man sie welk und vertrocknet, mit grauen Haaren und eingeschrumpftem Hirn in den Sarg legte - ". Mit noch nicht vierzig Jahren endet sie da zumindest metaphorisch. Traurig. Oft mit bitterer Ironie von Gabriele Reuter erzählt. Nicht verstaubt. Ein Klassiker.
Profile Image for Carina.
296 reviews5 followers
March 8, 2025
Der Einstieg in die Sprache war natürlich etwas holprig, aber ich bin begeistert! Die Autorin schafft es auf eindrucksvolle Weise, die inneren Konflikte von Agathe darzustellen, die zwischen den traditionellen Erwartungen ihrer "guten Familie" und ihrem eigenen Verlangen schwanken. Obwohl das Buch schon 130 Jahre alt ist, schafft es Reuter die Leserinnen und Leser tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin eintauchen zu lassen und uns auch den einen oder anderen revolutionären und emanzipatorischen Gedanken nahezulegen. Kein Wunder, dass der Roman um die Jahrhundertwende so populär war, umso tragischer, dass er in Vergessenheit geraten ist. Ich kann mich nur ganz, ganz vielen anderen Stimmen anschließen, das gehört in den Kanon!

PS: gibt's auch als Hörbuch =)
7 reviews
January 10, 2021
Ich habe dieses Buch durch Nicole Seifert/ nachtundtag.blog entdeckt. Dort gibt es einen sehr interessanten Aufsatz zu diesem Buch; sie stellt es Fontanes “Effi Briest” gegenüber. Lest selbst nach - sehr aufschlussreich!
17 reviews
November 21, 2025
Es ist ein gutes Buch über die Realität einer Frau aus der Bürgerschicht während der Fontane-Zeit. Etwas deprimierend zu lesen.
Profile Image for char.
134 reviews
August 9, 2021
maybe more like 2.5 stars ?

i have lots of thoughts and i feel bad bc my prof like actually loves this book but i can’t see it. i can appreciate it in it’s time but agathe pissed me off so much like idk if i couldn’t relate to her bc of a different time period or bc her problems were so indicative of her wealth. it does provoke an interesting conversation of women and gender in the young german empire but if it weren’t for that i wouldn’t have enjoyed this book.
14 reviews2 followers
December 29, 2010
I was surprised when I ended up loving this book. It's so rare to have an enjoyable book assigned for a college course. I can honestly say I would have never picked it up on my own. You should definitely give it a try!
Profile Image for Hilda Reilly.
Author 4 books18 followers
December 8, 2012
A bildungsroman describing the life of a young woman brought up in a repressive environment in late 19th century Germany. Surprisingly modern in its treatment and an excellent read although not a cheerful one.
11 reviews1 follower
July 20, 2015
Dieser Roman erschien auf einer obligatorischer Leseliste für meinen Abschluss. Der Schreibstil der Autorin war fließend und schoen. Mir gefaellt auch die Beschreibung der komplexen, psychologischen Ebenen der Situation Agathes als Frau im wilhelminischen Deutschland.
Displaying 1 - 29 of 29 reviews

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