Zuerst trifft es eine junge Frau in einem Multiplexkino am Potsdamer Platz. Auf sie wird ein tödlicher Brandanschlag verübt. Verrohte Jugendliche? Eine Beziehungstat? Kurz darauf wird ein alter Mann, russischer Einwanderer, gegenüber dem Sony-Center vor einen Bus gestoßen. Und eine Globalisierungskritikerin wird inmitten einer Demonstration erstochen. Die Morde und eine Welle wahnwitziger Nachahmungstaten halten ganz Berlin in Atem. Den Profiler Eli Mattay betreffen sie bald auch persönlich ….
Den Roman habe ich wegen des Titles "Verrrohung" gekauft, denn ich dachte, er würde die "Neue Gewalt" und die allgemeine Verrohung der Gesellschaft als Thema haben. Weit gefehlt. Der Krimi an sich ist nicht schlecht, der Plot passt nicht in irgendeine vorgefertigte Krimibackform hinein. Das ist gleichzeitig Vorteil-und Nachteilhaft. Spannung kommt auf, aber anders als man erwartet. Vielleicht mal zu anders.
Ob man dieser Krimi gefallen wird, hängt davon ab, wie man die Sprache, die der Hauptfigur Eli Mattay, verwendet, findet. Ziemlich viele Metapher, Umschreibungen alltägliche Dinge und Clevere Pointe werden zusammengepfercht auf sehr kleinem Raum.
Kommen Sie mit diesem Satz zurecht? Die Karosse schnitt sich durch den Berufsverkehr wie ein warmes Messer durch die kühlschrankkalte Morgenbutter. Oder dieser hier: Ich sah ihm direkt in seine massige, steakrot glänzende Gesichtslandschaft.