Diesmal sind es historische Miniaturen, also wahre Geschichten, die er der Vergessenheit entrissen hat - die wahre Geschichte des Gärtnergehilfen Ernest Perron etwa, der sich den Schah von Persien zum besten Freund nahm und wie er im Schatten des Pfauenthrons zu Macht und Ansehen kam; oder jene des tapferen Schweizer Soldaten Max Waibel, der ganz allein den Zweiten Weltkrieg um mehrere Monate verkürzte; oder jene des katholischen Lebemanns Chavez, der als erster Mensch im Flugzeug die Alpen überflog und vor Schreck über diesen Frevel starb; oder jene des Uhrmachersohns Louis Chevrolet, der die erfolgreichste Automarke aller Zeiten gründete, zuletzt aber verarmt als angestellter Chevrolet-Mechaniker endete; oder jene der gottesfürchtigen Bauersfrau Veronika Gut, die nach dem Franzoseneinfall 1798 zur Waffenschmugglerin und Gotteskriegerin wurde. "Für mich macht es keinen sehr großen Unterschied, ob ich nun Romane, Kurzgeschichten oder historische Begebenheiten erzähle", sagt Alex Capus. "Was mich interessiert, ist immer der Mensch, der sein Leben in Würde zu leben versucht."
Like the fish, I find the prospect of the fly on the surface of the water far more enticing than the reality of the hook in the mouth. That at least is how I felt reading these stories.
Naturally coming to this directly from Kafka Ein Landarzt the first thing I did was sniff cautiously like a bloodhound suspecting that the author had sprinkled pepper on their trail and count the number of stories in the book, there are indeed thirteen, and certainly they all seem to be truish, or as true and untrue as one finds in newspaper and magazine writing . All the stories were originally published in either Schweizer Familie or Süddeutschen Zeitung at the beginning of this century.
I would say they are suitable tales for a young person of Swiss orientation who might be willing to be introduced to historical themes through biographical stories. The historical nature of the stories does mean there is a certain amount of decapitation, but not in a graphic way. They reminded me of things I read when I was young like In the Nick of Time and a similar book about great escapes in wartime by prisoners of war, whose title I don't recall although I do remember the story of a Briton whose plan it was to escape Germany by pretending to be a Bulgarian naval attaché, travel to one of the smaller German Baltic ports ,and there get on a boat to Sweden. Because his plan required him to hang about the docks eyeing up sailors his comrades were kind enough to provide him with some love letters written in French (written in a convincingly feminine hand) and a photograph of a ballerina so if picked up by the police on suspicion of immorality he could say 'Hey, I've got a girlfriend' in his best Bulgarian accent .
But anyway none of that has any bearing on these stories none of which feature any pretend-Bulgarians or extreme fraternisation with Swedish sailors. The writing was I felt, not flat exactly but maybe a bit glassy, after a couple I was tempted to abandon the collection altogether, but proceeded out of some kind of duty, perhaps hoping vainly to find the secret of making great Rösti hidden in these pages . Capus's technique is to have a hook in the opening paragraph and then to reel you in , the hook from the beginning of the second story was I felt the best, none of the others came close, the story didn't deliver on the promise of that opening either, though it was a mildly interesting tale of resistance to the despotic Helvetic Republic .
Important lessons - if you are going to dress up as Wilhelm Tell and lead a peasant rebellion it helps to be good at shooting , don't emigrate to Brazil and try to grow maize there unless you like dying, and if you are a Swiss homosexual gardener don't expect your 'friendship' with the Shah of Persia to end happily, no matter how good a Catholic you are.
Oh well, back to the charity shop you go little book.
Capus verschiedene Portraits sind die ideale Lektüre für Jeden der nicht schon wieder das abgelutschte 20 Minuten im Zug durchlesen will. Und nicht lange genug pendelt, um den Tolstoi oder die Gabaldon zu wälzen!
Dies ist wieder ein unverkennbarer Alex Capus. Gut recherchierte und interessante Geschichten aus dem Leben aussergewöhnlicher, mehr oder minder bekannten Schweizer. Eingängig witzige und liebevoll augenzwinkernde Hommagen sind selten, wenn sie dazu noch so gut geschrieben sind, wird das Ganze ein Hochgenuss. Ein Capus eben!
Die einzelnen Geschichten sind hervorragend recherchiert. Capus erzählt die Fakten und versucht die Lücken mit Logik und viel Feingefühl zu füllen. Auch verwendet er wo es geht Original-Zitate, was sehr zur Authentizität des Buches beiträgt, mich aber auch vor Verständnisprobleme stellt. Die französischen Zitate waren alle gut genug zu verstehen, aber das alte geschriebene Schweizerdeutsch ist nur mit viel Phantasie zu entziffern und das nicht immer. Alles in allem handelt sich hier aber um einen wundervollen Erzählband, der die Geschichten in vergessenenheit geratener Schweizer ans Tageslicht bringt. Manche von ihnen haben die Geschichte deutlich beeinflusst, andere nur das Leben von Zeitgenossen. Bei dem meisten fragt man sich aber "warum hab ich von dem noch nie gehört?".
Äusserst unterhaltsame Kurzgeschichten über schweizer Persönlichkeiten, die ich nicht kannte. Von einer reichen Bauersfrau in Stans, die fast gänzlich allein ihr ganzes Leben lang für Aufbegehren gegen eine neue zentrale Staatsmacht um 1800 sorgte bis zum Jurassier Mitgründer einer der grössten Automarken der USA und berühmten Autorennfahrer. Interessante Geschichten über Schweizer:innen, die entweder im Lande oder international für Aufhebens gesorgt haben. Brilliant geschrieben - gut recherchiert. Alex Capus mausert sich langsam zu einem meiner Lieblingsautoren!
Alex Capus tut, was er am besten kann: Geschichten erzählen. Diesmal sind es historische Miniaturen, also wahre Geschichten, die er der Vergessenheit entrissen hat ...
Man erkennt den Schreibstil gleich wieder, kurz und praegnant werden ganze Lebensgeschichten auf wenigen Seiten erzaehlt. Da gibt es keine Schnoerkeleien und blumige Worte.
Hier ist der Erzaehler ein sehr genauer und distanzierter Berichterstatter. Das funktioniert recht gut, so kurz die Geschichten auch sind, so lesen sie sich doch so, dass man wirklich das Gefuehl hat sie ist so wie sie ist komplett.
Diese Skizzen schaffen es ein faszinierendes Bild der Schweizer Geschichte und seiner Menschen zu malen, das fuer mich voellig neu ist. Es ist ein breites Spektrum, das sich da auftut, von bitter Armut ueber politischen Intrigen und blutigen Konflikten bis hin zu genialen Erfindungen. Wer haette gedacht, dass sich hinter dem so typisch amerikanischen Chevrolet ein Schweizer versteckt? Dass es eine Kolonie Schweizer Auswanderer in Brasilien gibt?
Und doch fehlt mir etwas: mit dieser Distanz des Erzaehlers geht etwas die menschliche Seite verloren. Ich bin fasziniert von den Geschehnissen, der geschichtlichen Entwicklung des Landes. Ich kann aber nicht wirklich mit den Menschen mitfuehlen. Schade, denn ansonsten ist dies ein wunderschoenes kleines Buch, das ich sehr gerne gelesen hab.
Mit seinem unverkennbaren Schreibstil, lockt uns Capus hier für 13 Geschichten in die Vergangenheit der Schweiz. Ob er dabei Einzelschicksale oder wichtige Wendungen in geschichtlichen Ereignissen seziert, immer bleibt er humorvoll und leichtfüssig. Man will den Ausführungen zwar nicht immer Glauben schenken, die Quellen am Ende des Buches sagen aber etwas anderes. Verwunderlich und anders, so entwickelte sich unser Land.