Dieses Buch hat meine Mutter 1984 zu Weihnachten bekommen und ich habe es schon als Kind ein paar Mal gelesen. Jetzt kam ich noch einmal dazu. Nach wie vor gefällt mir gut, wie einfühlsam und eindrücklich die Autorin die Lebensgeschichte Helen Kellers, dieser so beeindruckenden Frau, erzählt. Ganz besonders die Beziehung zwischen Keller und ihrer Lehrerin Anne Sullivan berührt mich noch immer.
Leider gibt es auch einige Dinge, die mir früher beim Lesen nicht aufgefallen sind und die sehr deutlich machen, dass das Buch bald 80 Jahre alt ist und sehr unkritisch über Ereignisse Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts berichtet. So fällt gerade zu Beginn auf nahezu jeder Seite das N-Wort und auch die Tatsache, dass Helen Kellers Vater Hauptmann in der Konföderierten Armee war und die Familie Keller zur Elite der Sklavenhalter gehörte, wird in keiner Form kritisch eingeordnet, sondern im ersten Fall als schlichte Tatsache präsentiert und im zweiten Fall gar nicht erwähnt. Auch Helen Kellers Engagement für die Sozialistische Partei und andere politische Aktivitäten finden leider keine Erwähnung.
Alles in Allem hat mich das Buch eigentlich vor allem angeregt, mich nochmal intensiver mit Helen Keller zu beschäftigen und aktuellere Literatur zu ihrem Leben zu lesen.
Ein fünf Sterne Buch - obwohl die Lebensgeschichte der grandiosen Helen Keller bekannt ist, ist es immer wieder schön von ihr zu lesen, neues zu entdecken und Frau Clevé schrieb wunderbar.