Krach ist Autobiografie und Memoire eines Ausnahmemusikers und Zeitzeugen der Berliner Untergrund-Musik-, Kunst und Filmszene.
Vom genialen Dilettanten, der die Schule hinschmiss, um seinen Traum zu leben, hin zum Ausnahme-Autodidakten, der als Musiker und als Komponist von Filmmusik in der Hochkultur angekommen ist, ohne seine Lust auf Neues und Abwegiges aufzugeben – so ließe sich die Karriere von Alexander Hacke in einem Satz umschreiben. Aber Hackes bisheriges Leben war weit ereignisreicher, die Menschen, die ihn auf einzelnen Stationen begleiteten, spannender, die Einflüsse, denen er sich aussetze,inspirierender, als diese kurze Beschreibung glauben machen lässt.
Und deshalb erzählt Hacke seine Geschichte am besten selbst: Krach berichtet von den Anfängen im Milieu der Kreuzberger Hausbesetzer und Punkrockgruppen und dem Aufstieg der Einstürzenden Neubauten ebenso wie von Hackes Zeit mit Christiane F., dem Mauerfall und den drastischen Veränderungen, die mit den Wendejahren über die vormals elitäre Enklave Westberlin hereinbrachen. Er schreibt über sein gemeinsames Leben und die Arbeit mit seiner Frau Danielle de Picciotto und verbindet in seinem Buch persönliche Erinnerungen an eine der aufregendsten Subkulturen der Welt mit Anekdoten und Begegnungen aus und in aller Welt.
Die Lebensgeschichte des Herrn Hacke ist recht interessant, weil er schon als Teenager sehr früh Musik machte. Ich sah ihn in Berlin in dem Stück über Sid und Nancy, kannte die Neubauten aber schon sehr lange davor. Leider störte mich an dem Buch, daß er seitenlang musikalische Fachausdrücke erläutert, auf Klang etc. eingeht, was für mich als reine Konsumentin der Musik echt nervig und wirklich langweilig war. Ansonsten las es sich recht ansprechend und interessant.