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629 pages, Hardcover
First published January 1, 1960
Die Ortschaft auf der erstarrten Dünung des Landes, auf diesem zu Stein oder Lehm gewordenen Meer, gut versteckt in einem Wellental, darin sie sich, seitdem sie da ist, nicht vom Fleck gerührt – von diesem oder jenem Zeitgenossen aufgefunden und doch ihr eigenes, geheimes Leben führend, ein Leben, welches sich im Humus des Vergessens, unter dem weiterwachsenden Gras, beharrlich entzieht – und nun in der wirklichen, in der bebaubaren Erde ein Aas, gut vergraben und auch gut vergessen, doch gerade weil man es so gut vergraben und vergessen hat, hält es sich und stinkt mit jedem Tage ärger. Man riecht es nicht. Aber man atmet es ein und haucht es seinem Nächsten wieder ins Gesicht; man hat den Mund, man hat die Lunge voll davon und bekommt es langsam in seinen Blutkreislauf. Gott sei Dank! Wir sind gefeit, wir sind immun. Wir sind an unser Klima schon gewöhnt. Wir sagen nur ‚Heimatluft‘ und zwinkern uns zu und werden niemals etwas Übles riechen.