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Mit solcherart Assoziationen führt Friedhelm Moser in seinem geistreichen Büchlein Philosophie für Nichtphilosophen mit viel Witz und Esprit in die Begriffswelt des universalen Denkens ein. Der studierte Altphilologe und Philosoph will darin den Leser zu einem "Bummel durch einige besonders interessante Viertel der Philosophie verführen". Und er zeigt dabei auf, dass diese weder Klarheit in die Verworrenheit der Welt bringt, noch dem Menschen den Weg zum Glück aufzeigt oder Antworten auf die letzten Fragen gibt. "Philosophie [...] hat viel mit vagabundierenden Gedanken zu tun. Der Philosoph liebt die Um- und Abwege. Leicht vergisst er auf seinem Spaziergang, wo er überhaupt hin wollte. Er geht durch das Leben wie jemand, der zum ersten Mal und ohne Eile durch eine fremde Stadt flaniert."
Bei alledem entbehrt dieses über weite Strecken sehr persönlich gehaltene Buch nicht einer gewissen Tragik, bedingt vor allem durch das Kapitel Der Tod oder Mein Mörder, mein Freund, in dem der Autor im Zusammenhang mit dem Phänomen von Nah-Tod-Erlebnissen auf sein positiv gewandeltes Weltbild nach einigen Herzoperationen zu sprechen kommt. Er endet in Erinnerung an Sokrates, der sich -- den Tod vor Augen -- schon auf die Gespräche mit Orpheus, Homer und all den anderen Berühmtheiten im Jenseits freute, mit der Frage: "Auf wen freue ich mich?" Friedhelm Moser hat das Erscheinen seines Buches nicht mehr erlebt. Er starb 1999 im Alter von 49 Jahren. --Roland Detsch
Paperback
Published September 1, 2001