"Kennst du Wien? 1945 bin ich hergekommen. Als Flüchtling. Wie ein Idiot. Wie ein Idiot habe ich zugeschaut. Man muß zuschauen, wie die anderen das Spiel machen, das große Spiel um Millionen. Wien ist ein offenes Tor. Das letzte offene Tor zwischen Ost und West. Weißt du, warum es hier so ruhig ist? Weil sie hier verdienen. Zigaretten... das ist nur ein winziger Bruchteil. Öl. Eisen. Stahl. Textilien. Alles, was dein Herz begehrt. Schnaps. Medikamente. Devisen machen sie hier, für ihre Panzer und für ihre Kanonen."
Ein Thriller, der in Kooperation von Milo Dor und Reinhard Federmann in den 1950ern geschrieben wurde und die Situation im besetzten Wien der Nachkriegszeit darstellt. Gezeigt werden verschiedene Charaktere, kriminelle Elemente, die versuchen vor den vier Besatzungsmächten, v. a. aber vor den Amerikanern und den Russen verborgen, Geschäfte zu machen. Gehandelt wird mit Zigaretten und im Dienste der beiden konkurrierenden Systeme - auch mit Menschen, bis sie die Kontrolle verlieren und einer nach dem anderen verhaftet und/oder getötet wird. Der Roman zeigt welche Loyalitäten im Kalten Krieg aufrechterhalten wurden: Nur gegenüber sich selbst, aber manchmal auch gegenüber seinem (ideologischen) Heimatland - eben dem Kommunismus oder dem Kapitalismus der USA.