Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes Dorf in den Südtiroler Dolomiten. Doch im Entspannen war die dreißigjährige Karrierefrau noch nie sonderlich gut, und schon nach einem Tag fällt ihr in ihrem schicken Hotel die Decke auf den Kopf. Um der erdrückenden Leere in ihrem Inneren zu entkommen, beschließt sie, sich beim Gipfelstürmen auszupowern, und nimmt sich kurzentschlossen einen Bergführer. Samuel ist vollkommen anders als alle Männer, die Annika je kennengelernt hat. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend, und bald bemerkt Annika, dass sie mit jedem Meter, dem sie sich der Bergspitze nähert, auch ihrem eigenen Herzen näher kommt …
Ich war sehr gespannt auf das Buch und hatte dementsprechend recht hohe Erwartungen.
Das Buch hat sich ziemlich anders entwickelt als ich erwartet habe, was jetzt nicht unbedingt negativ war, aber stellenweise doch etwas schade. In Bezug auf die Beziehung zwischen Annika und ihrer Mutter hätte ich mir mehr Einzelheiten gewünscht, dies wurde leider eher nebenbei erledigt. Außerdem fehlt mir an vielen Stellen die Emotionalität, erst am Ende hat das Buch es geschafft mich in Ansätzen zu berühren.
Die Liebesgeschichte hat mir gefallen. Annika und Samuel passten gut zusamen und ich mochte das Geplänkel zwischen den beiden. Die Charaktere waren etwas schwierig. Annika war mir nicht völlig sympathisch, aber auch nicht wirklich unsympathisch. Es gab Momente, in denen ich sie sehr gerne mochte und ihre Ängste gut verstehen könnte, aber manchmal hätte ich sie dann auch wieder schütteln können. Samuel hingegen war mir von Beginn an sehr sympathisch und dies hat sich zum Ende hin immer mehr intensiviert.
Das Ende war mir dann leider zu abrupt. Ich denke hier hätten ein paar mehr Seiten dem Buch nicht geschadet und hätte das Potential für Emotionalität noch weiter ausschöpfen können.
Der Schreibstil war locker und leicht zu lesen. Gleichzeitig gab es wunderschöne Formulierungen, die einem die Natur und vieles mehr bildlich vor Augen geführt hat.
Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, konnte mich aber leider nicht so mitnehmen und berühren wie erwartet, daher bekommt das Buch sehr gute 3 Sterne.
KURZ GESAGT Die erste Frage, die ich mir stellte, war, warum Annika nicht sofort zu ihrer Mutter fährt. Jeder hätte das getan, oder? Im Verlauf erfährt man jedoch sehr gut, warum Annika wegläuft und kann sich Seite für Seite besser in sie hineinversetzen. Zu Beginn der Story wirkt sie nicht sonderlich sympathisch – eine zickige Karrierefrau, die sich für etwas besseres hält. Mit der Zeit wächst sie einem ans Herz, denn in ihrem Urlaub hat sie viel Zeit zum nachdenken und findet nach Jahren des selbst anlügens zu sich selbst. Immer an ihrer Seite: Samuel, ein Kerl, der mir sofort sympathisch war. Er weiß mit Annika und ihrer Art umzugehen und scheint sein Herz am rechten Fleck zu haben. „Für einen Sommer und immer“ ist eine Liebesgeschichte voller Romantik. Es geht zudem um Freundschaft, Krankheiten, den Tod. Und es ist eine Geschichte über das Verzeihen und das Glück zu finden. Es werden damit gute Emotionen geboten, die man gut nachvollziehen kann, die einem zum lachen und vielleicht zwar nicht zum weinen, aber immerhin zum nachdenken bringen. Am schönsten an der Geschichte hat mir tatsächlich die Wandlung von Annika gefallen. Ok und natürlich die Liebesgeschichte, aber Samuel ist auch ein toller Typ. Aber zuzusehen wie Annika zu einer lebenslustigen Frau wird, war mindestens genauso schön. Mit Südtirol und den Dolomiten hat sich Julie Leuze dafür die perfekte Kulisse ausgesucht. Es ist einfach eine Geschichte, in die man sich fallen lassen kann.
ABSCHLUSSWORT Mit Gefühl und wichtigen Themen erzählt Julie Leuze in „Für einen Sommer und immer“ sowohl eine wunderbare Liebesgeschichte, als auch die Geschichte einer Frau, die zu sich findet. Anfangs mag Protagonistin Annika unsympathisch erscheinen, spätestens mit Samuel ändert sich dies jedoch. Es ist die perfekte Sommergeschichte, in die man sich ohne große Überlegungen einfach fallen lassen kann.
Dieses Buch konnte mich leider nicht so ganz abholen und ich war einfach nicht gefesselt vom Buch. Schade.
Bewertung:
Ich wollte mal was anderes lesen und habe zu diesem Buch gegriffen.
In dem Buch geht um Annika, eine junge Frau, deren Mutter bald sterben wird. Und was macht Annika? Sie läuft davon. Sie braucht einen klaren Kopf und will sie vorher sammeln uns sich dann von ihrer Mutter verabschieden. Ob das so schlau ist, denn ihre Mutter könnte ja auch vorher sterben. Und außerdem egal ob ich woanders oder da bin, ich würde nur an meine Mutter denken und könnte gar nicht den Kopf freibekommen.
Die ersten Seiten konnte ich noch ganz gut lesen und war gespannt, was Annika so erfährt. Aber relativ schnell stellte sich leider so gar keine Spannung ein. Dieses Buch hat mich dann bis zum Schluss wenig gefesselt.
Annika selber verstehe ich trotzdem sehr gut. Ich würde wohl auch erstmal wegrennen, alles verdrängen. Trott diesem Vorsätze, klappt das eben nicht und sie sitzt öfter mal irgendwo heulend herum. Genauso würde es mir aber auch wohl gehen. Sie selber mag gerne leckeres Essen und guten Wein, besonders beim Essen muss ich ihr zustimmen und wer ist auch nicht gut?
Ich habe dieses Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank dafür!
Als das Buch bei mir ankam, wusste ich noch gar nicht, worum es geht, aber ich habe mich schnell gefreut, als ich gesehen habe, von welcher Autorin dieses Buch stammt und da das Cover so vielversprechend aussah. Leider muss ich sagen, dass es dann tatsächlich ganz anders war, als ich es mir vorgestellt habe.
Annika Winter suchte eine Auszeit von ihrem Alltag. Sie hat einen stressigen Job, der ihr nicht gefällt, doch den sie, da sie sehr ehrgeizig ist, nicht aufgeben will, ihre beste Freundin ist eine gemeine Zicke und ihre Mutter liegt im Sterben. Da kommen drei Wochen Südtirol wie gerufen. Dort lernt sie den gutaussehenden Bergführer Samuel kennen, der von nun an ihr täglicher Begleiter ist. Zu Beginn will sie ihm unbedingt zeigen, was für eine ehrgeizige und taffe Frau sie ist, doch schon nach kurzer Zeit bröckelt die Fassade und sie lernt sich zu öffnen und das Leben zu genießen. Was wird aus Annika und Samuele? Nur ein kurzer Urlaubsflirt oder ist da mehr?
Ich bin einfach nicht warm geworden mit Annika. Sie ist so unglaublich verbissen und streng mit sich selbst, das fand ich wirklich furchtbar. Obwohl sie im Laufe des Romans aufgetaut ist und sich sehr geändert hat, konnte ich leider nicht so wahnsinnig viel mit ihr anfangen. Samuel ist mir da schon weitaus sympathischer gewesen.
Der Schreibstil der Autorin war gewohnt leicht und locker und einfach zu lesen. Das hat mir gut gefallen & hat auch meinen Lesefluss gefördert, obwohl mir die Handlung leider gar nicht so gut gefallen hat. Vieles war mir einfach zu langweilig und zu langatmig.
Nach der Hälfte des Buches wurde es dann aber zum Glück etwas besser und die Geschichte kam ins Rollen. Ich hatte mehr Spaß den Geschehnissen zu folgen und zum Ende hin hat mich die Geschichte dann auch endlich ein bisschen gefesselt und berührt.
Nichts desto trotz war dies einfach nicht mein Genre und daher konnte ich dem Buch auch einfach nicht so viel abgewinnen wie beispielsweise dem Jugendroman „Sternschnuppenträume“ der Autorin, der mir richtig gut gefallen hat.
Trotzdem anfänglichen Schwierigkeiten hat mir die zweite Hälfte dann ganz gut gefallen, weshalb ich froh bin, dass ich dran geblieben bin und das Buch nicht vorzeitig abgebrochen habe.
Die anderen Rezensionen kann ich leider nicht nachempfinden. Denn trotz meiner Skepsis, gerade diesem Genre gegenüber, bin ich ein Fan von diesem Buch! Der Anfang begann zwar typisch und ich dachte, ok, wieder so ein Buch - doch dann kam die Wendung. Ich habe beim Lesen selbst Schmetterlinge bekommen. Der Schreibstil war so echt und auch die Charaktere... Man durfte ihren Wandel quasi live mit erleben und die damit einhergehende Vergangenheitsbewältigung.
Doch leider, wie so oft, war das Ende etwas "dahin gebatscht" und zumindest mir waren die Zeitstränge in der Nacherzählung nicht mehr ganz so klar...
Trotzdem eine mitreißende und tiefgründige Story, die schöne, obwohl einfache, Sätze beinhaltet und niemals langatmig wird. Ein Buch zum Nachdenken und Nachempfinden! 4,5 Sterne! :)
*Worum geht's?* Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes Dorf in den Südtiroler Dolomiten. Doch im Entspannen war die dreißigjährige Karrierefrau noch nie sonderlich gut, und schon nach einem Tag fällt ihr in ihrem schicken Hotel die Decke auf den Kopf. Um der erdrückenden Leere in ihrem Inneren zu entkommen, beschließt sie, sich beim Gipfelstürmen auszupowern, und nimmt sich kurzentschlossen einen Bergführer. Samuel ist vollkommen anders als alle Männer, die Annika je kennengelernt hat. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend, und bald bemerkt Annika, dass sie mit jedem Meter, dem sie sich der Bergspitze nähert, auch ihrem eigenen Herzen näher kommt … (Quelle: egmont-ink.de)
*Meine Meinung:* Eine 32-jährige Karrierefrau, die nach einer schlimmen Nachricht in die Dolomiten flüchtet, um dort bei gutem Essen und Wein zur Ruhe zu kommen und zurück zu sich selbst zu finden. Ich muss zugeben: In der Masse der tragischen Schicksalsbücher, die den Buchmarkt überschwemmen, wäre diese Geschichte mit ihrem Berg- und Delikatessen-Thema geradezu an mir vorbeigerutscht – stünde da nicht der Name dieser einen Autorin, die mein Leserherz mit jedem ihrer Worte zum Schmelzen bringt. Julie Leuze ist für mich ein Garant für emotionale Wohlfühl-Bücher und deshalb gehörte auch „Für einen Sommer und immer“ ganz klar zu meinen Must-Reads in diesem Jahr.
Nach wenigen Seiten war mir klar: Auch mit ihrem neuesten Werk wird mich Julie Leuze nicht enttäuschen. Schon der erste Satz hat genügt, um mich neugierig auf die Geschichte zu machen, und nur wenige Absätze später war ich Julie Leuzes Schreibstil mit Haut und Haar verfallen. Leuze schreibt mit viel Gefühl und gleichzeitig mit solch einer lockeren Leichtigkeit, sie findet stets das richtige Wort für den richtigen Moment und pflanzt Emotionen wie kleine Samenkörner in die Herzen ihrer Leser, die im Laufe der Geschichte mehr und mehr erblühen. Diese Autorin hat das gewisse Etwas – und das spürt man mit jeder verschlungenen Seite deutlicher.
In „Für einen Sommer und immer“ lernt man die 32-jährige Annika Winter kennen, die souveräne Pressereferentin von Pharmedizin, die unnahbare und unbezwingbare Karrierefrau, die stets bekommt, was sie will, und dafür notfalls auch über Leichen geht. Die stets perfekt gestylte Annika Winter ist eine Zimtzicke der Extraklasse! Das stellt sie auch gleich unter Beweis, denn in dem Berghotel in den Südtiroler Dolomiten, in das sie eingecheckt hat, lässt sie das Personal deutlich spüren, was sie von ihnen hält. Annika ist forsch, selbstbewusst und stark. Doch was auf Außenstehende sehr einschüchternd wirkt, durchschaut man als Leser, der Einblick in Annikas Gedanken und Gefühle hat, sehr schnell: Hinter der harten Facette versteckt Annika einen angeknacksten Kern.
Der Grund für Annikas spontanen und für die Karrierefrau völlig untypischen Urlaub ist alles andere als schön: Ihre Mutter ist sterbenskrank und hat nicht mehr lange zu leben. Bei dieser Nachricht brennen bei Annika die Sicherungen durch. In den Dolomiten sucht sie Ruhe und Frieden, aber Entspannung ist für sie leider ein Fremdwort. Mit viel Feingefühl und Lebendigkeit erzählt Julie Leuze Annikas Geschichte, deren Flucht in die Berge sie innerlich aufwühlen und für immer verändern wird. Das Bergthema drängt dabei gar nicht so stark in den Vordergrund, wie man es vermuten könnte. Im Gegenteil: Man taucht so tief in die Geschichte ein, dass man die Ruhe der Dolomiten, den frischen Wind und den Frieden der Natur am eigenen Leib spürt. „Für einen Sommer und immer“ beschäftigt sich authentisch und ehrlich mit schwierigen und belastenden Themen, übermittelt dabei aber nie ein Gefühl der Ausweglosigkeit. Es ist eine Geschichte über das Sicht-selbst-finden, über das Wachsen und Weitermachen, über das Hinter-sich-lassen und Neues-wagen. Eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreibt – und wie nur Julie Leuze sie erzählen kann.
Hinter Annikas strenger Maske steckt viel mehr, als es zunächst den Anschein macht. Seite für Seite erfährt man mehr über ihre komplexe Persönlichkeit und ihre Hintergründe und mit jedem Puzzleteil, das man neu entdeckt, ist man erleichterter darüber, dass Annika all das nicht alleine bewältigen muss. Samuel, ihr persönlicher Bergführer, wird schnell, aber nicht zu überstürzt zu Annikas Vertrautem. Der sympathische Adrenalinjunkie, der die Ruhe der Berge ebenso zu schätzen weiß wie das Abenteuer der Gipfel, bringt eine ordentliche Portion Romantik in das Geschehen. Sein natürlicher Charakter und sein Charme bringen Annikas innere Mauern mehr und mehr zum Bröckeln. Die Chemie zwischen ihnen stimmt und macht sie zu einem wunderschönen Pärchen, das ausgeglichener kaum sein könnte. Auch Samuel hat seine Päckchen zu tragen, was ihm sehr markante Ecken und Kanten verleiht und dem Bergführer ebenfalls einen festen Platz im Leserherzen sichert.
*Fazit:* Mit „Für einen Sommer und immer“ hat Julie Leuze wieder einmal eine Geschichte abgeliefert, die mein Herz zum Schmelzen gebracht hat. Keine Autorin schreibt so einfühlsam und ehrlich, so authentisch und herzergreifend wie sie! Die Geschichte um Annika und Samuel steckt voller tragischer und trauriger Elemente, übermittelt einem aber trotzdem niemals ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Hochemotional und unvergleichlich eindringlich erzählt Julie Leuze in diesem Buch über das Sich-selbst-finden, das Hinter-sich-lassen und Friedenfinden, das Neu-anfangen und glücklich sein. Wunderschön und ergreifend – ein Herzensbuch. Für „Für einen Sommer und immer“ vergebe ich 5 Lurche.
Ich bin bei dem Buch leider etwas zwiegespalten. Die Geschichte war ganz süß, allerdings hat etwas die Tiefe gefehlt. Das liegt sicherlich daran, dass das Buch nur aus Sicht der Protagonistin erzählt wird. Ich habe mir eine leichte sommerliche Lektüre erwartet, stattdessen musste ich mich aber doch mit ersteren Themen auseinandersetzen. Sicherlich wichtig, aber für mich nicht ganz das, was ich mir erwartet hätte. Die Charaktere blieben für mich auch eher blass. Es gibt sicherlich bessere Romance Bücher.
Dieses Buch ist das erste Buch, das ich von der Autorin lese und ich habe es als Rezensionsexemplar erhalten.
Klappentext: Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes Dorf in den Südtiroler Dolomiten. Doch im Entspannen war die dreißigjährige Karrierefrau noch nie sonderlich gut, und schon nach einem Tag fällt ihr in ihrem schicken Hotel die Decke auf den Kopf. Um der erdrückenden Leere in ihrem Inneren zu entkommen, beschließt sie, sich beim Gipfelstürmen auszupowern, und nimmt sich kurzentschlossen einen Bergführer. Samuel ist vollkommen anders als alle Männer, die Annika je kennengelernt hat. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend, und bald bemerkt Annika, dass sie mit jedem Meter, dem sie sich der Bergspitze nähert, auch ihrem eigenen Herzen näher kommt …
Meine Meinung zu den Personen: Annika ist die Protagonistin des Buches, entsprechend viel erfährt man über sie, ihre Geschichte, ihre Vorlieben und Abneigungen und ihre Art zu denken, denn das Buch ist aus ihrer Sicht in der "Ich - Perspektive" geschrieben. Das ermöglicht der Leserin, die ganze Handlung durch Annikas Augen zu erleben und die Welt durch ihre Augen zu sehen. Annika hat sich im Laufe ihres Lebens eine harte Schale zugelegt, um den Ansprüchen ihrer Bezugspersonen zu genügen. Das begann in ihrer Kindheit und ging im Erwachsenenleben so weiter. Erstmals überlegt sie, was sie selber möchte, als sie von der tödlichen Erkrankung ihrer Mutter erfährt. Um Kraft zu schöpfen, bucht sie einen Urlaub und ist anfangs gar nicht so überzeugt davon. Das Reiseziel kann sie nicht begeistern, war doch das einzige Kriterium (neben gediegen), mögichst weit weg von zu Hause zu kommen. Annika sieht klasse aus und ist beruflich erfolgreich - daher müssen ihre Probleme im psychischen Bereich angesiedelt sein, damit sie in so einen Frauenroman passt (denn insgeheim mögen die meisten Frauen solche Annikas nicht besonders).
Samuel ist der Bergführer von Annika, mit dem sie viele Reibungspunkte findet. Er ist höflich und zurückhaltend, aber auch ehrlich, männlich und sehr attraktiv. Ich konnte es kaum erwarten, bis die Funken zwischen ihm und Annika gesprüht haben. "Sam" ist ein toller Charakter voller Tiefgang.
Annikas Mutter macht in meinen Augen die größte Wandlung im gesamten Buch durch, was mich sehr positiv gestimmt hat, denn auch ich stelle mir das Ende des Lebens so vor, dass man zurückblickt und überlegt, was man anders hätte machen können, welche Träume man sich erfüllt hat und was noch offen geblieben ist. Das war in diesem Buch sehr schön herausgearbeitet und hat mich tief bewegt.
Maria ist eine tolle, kreative junge Frau - die sicher ihren Weg gehen wird. Ihr Charakter hat mir sehr gut gefallen und ich kann ihn direkt vor mir sehen. Gerne würde ich noch eine Fortsetzung dieses Buches lesen - mit dem Hauptaugenmerk auf Maria
Helene, Annikas beste Freundin, kann ich von Beginn weg nicht leiden. War aber klar, dass Annika so eine beste Freundin braucht, wenn man mehr über ihre Geschichte erfährt. Die Geschichte der Freundschaft hat tiefe Einblicke in Annikas Seelenleben ermöglicht, dafür bin ich der Geschichte dankbar.
Meine Meinung zur Handlung: Die Handlung finde ich schön konstruiert. Obwohl ich selbst noch nie in den Dolomiten war, kann ich mir die Orte gut vor meinem geistigen Auge vorstellen. Die Beschreibung war dafür ausreichend und hat den Fokus nicht weg von der Handlung gelenkt - denn nur etwa 300 Seiten geben nicht viel Raum für großartige Schilderungen der Umgebung, was die Autorin aber elegant mit der Figur des Bergführers gelöst hat. Die "unerwarteten" Schwenker in der Handlung kamen für mich nicht unerwartet und passen ganz in das Genre des Buches. Ich finde es sehr gelungen, kein Element hat gefehlt, aber es war auch nicht so viel, dass es übertrieben gewesen wäre (ich spoilere jetzt ein bisschen und verrate, dass keine Entführung im Buch vorkommt).
Fazit: Mein bisher schönstes Frauenbuch des Jahres!
This entire review has been hidden because of spoilers.
"Träume, so viel steht fest, sind nichts für Feiglinge." (S. 24)
Das neue Buch von Julie Leuze beschreibt die dunklen und heller werdenden Tage der Annika Winter, während eines Kampfes von Perfektion und Selbstfindung in einer der dunkelsten Zeiten ihres Lebens. Für einen Sommer und immer beinhaltet aber nicht nur Düsternis, denn schon die Gestaltung des Cover lässt darauf schließen, dass die Wolken sich bald verziehen könnten. Sommerlich wird es auch in Annikas Flucht-Urlaub in den Dolomiten, den unerwarteter weise bringt der Bergführer Samuel mehr und mehr Sonne in Annikas Leben. Doch kann ihr neu entdecktes Ich bestehen, wenn die Härteprüfung kommt? Oder kann dies nur die alte Annika, mit kühler Reserviertheit, abgestumpft, überstehen?
Dies ist kein Buch über das Sterben. Vielmehr ist es eine Geschichte über das Erwachen und Ankommen. Über Höhen und Tiefen und über die Liebe. Über Freundschaften, Zuneigung und Abneigung. Über Selbstverwirklichung und über so vieles mehr. Und mitten drin: Annika Winter.
Die Geschichte wird aus der Sichtweise von Annika erzählt und verliert sich immer wieder in vergangenen Situationen. So lernen wir auch ihre beste Freundin Helene kennen und wir lernen, dass eine Verbindung zu einem solchen Menschen nicht immer gleich mit Freundschaft gleichzusetzen ist. Wir lernen Annikas verstorbenen Vater und seine Gnadenlosigkeit kennen. Wir lernen, wie sehr er das junge Mädchen, seine Tochter, geprägt hat mit seiner Härte. Und vor allem lernt Annika sich selbst besser kennen, lernt, dass sie auf sich selbst hören muss und sich nicht für andere verbiegen sollte. Das alles lernt sie von Samuel und seiner Schwester Maria.
Samuel ist beizeiten doch recht undurchschaubar, doch auch er hat harte Zeiten hinter sich, wenn auch auf eine andere Art als unsere Protagonistin selbst. Abenteuerbesessen und grüblerisch kommt er daher, stellt Leben auf den Kopf und bringt Herzen zum flattern. Es ist zum verrückt werden - vor allem für Annika. Da der Leser nicht aus der Sicht von Samuel lesen darf, muss er sich auf die schwärmerischen Gedanken unserer Heldin stützen und die sind mehr als eindeutig. Sie ist schlichtweg verliebt und so verliert auch die geneigte Leserin ein kleines Stücken Herz an diesen schönen Mann. Noch mehr hat es mir jedoch seine Schwester Maria angetan. Maria, mit ihrer Liebe zur Musik. Maria, die sowohl den Wind, als auch die Dolomiten singen hören kann und mit ihrer wirren, liebenswürdigen Aufgedrehtheit gleich voller Sympathie daherkommt.
Die sterbende Mutter daheim und die Liebe in ihrem Flucht-Urlaub bringt zwei wahnsinnige Gegensätze mit sich, doch schafft es die Autorin, dass beides perfekt zusammen passt. Es ist schwer Glücklich zu sein, während daheim die Mutter an Krebs erkrankte. Doch findet Julie Leuze einen wunderbaren Mittelweg zwischen Flucht, Angst und Besorgnis und es bleibt zugleich genug Platz für neue Erfahrungen ohne schlechtem Gewissen. Mich hat diese Geschichte auf jeden Fall wahnsinnig überrascht und mit seinem lockeren, humorvollem Geschreibe in den Bann gezogen. Dieses Buch ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Erlebt also Annika Winter mit dem Hang zum Perfektionismus bei ihrer ungewollten Selbstfindung in den Dolomiten, wo sie auf einfachste Weise ihr Herz an ihren Samuel verliert.
Annika ist 32, Referentin in einem größeren Pharmaunternehmen, und ein Großstadtzombi. Sie kann sich nicht erklären, warum sie das tut, was sie jeden Tag in ihrem Job tut, und ob ihre Tätigkeit, wie ihr ganzes Leben, einen Sinn hat. Sie wurde so erzogen, dass sie wie eine gut geölte Maschine funktionieren soll. Karrieremachen, Härte zeigen, sich in der krassen Geschäftswelt tagein tagaus behaupten, nach oben buckeln, nach unten treten, sonst… Im Urlaub in den Dolomiten hat die junge Frau Zeit und Lust, über sich und ihr Leben nachzudenken. Über sich sagt sie: „Ich hatte nie eigene Träume, eigene Leidenschaften, etwas, das nur ich selbst wollte. Eigentlich waren es stets die Ziele anderer, für die ich mich ins Zeug gelegt habe.“ S 90. Da sie nicht allein im Hotel sitzen mag, bucht sie sich einen Bergführer. Samuel ist in jeder Hinsicht anders als sie und die Männer, die sie je kennengelernt hat. Er sieht die Welt anders: er nimmt sie mit allen Sinnen wahr, und er lebt seinen Traum, obwohl es gar nicht so einfach ist, wie es erst zu sein scheint. Mit jeder der Touren, die Annika zusammen mit Samuel und seiner Schwester macht, öffnet sich ihr eine andere Sicht der Dinge. Samuels Schwester, die Musik studiert, sagt so etwas wie: Die Berge singen. Die Welt funktioniert nicht, sie schwingt. Für Annika ist diese Sicht erstmal etwas ganz Neues, aber sie lernt schnell. Und versteht bald, dass sie etwas ändern muss, um nicht wie ihre Eltern zu enden. Im Wesentlichen gibt es drei Themen in diesem Roman: Identitätskrise/Selbstfindung, Umgang mit der Krebserkrankung der Mutter und, wie denn ohne in einem Frauenroman, die Liebe samt der Partnerschaft und Familie. Die Geschichte wurde aus Annikas Perspektive in der Gegenwartsform erzählt. Das passt ganz gut. Man hat den Eindruck, die Handlung spiele sich vor dem inneren Auge just im Moment des Lesens ab. Die Handlung ist recht einfach gestrickt, so etwas in der Art gab es schon auch in anderen Romanen dieses Genres. Es gibt wenig Personal, dafür sind die Figuren aber gut ausgebaut. Der Kritikpunkt hier: Annika verändert sich, was an sich gut ist, aber! Dafür, dass sie keinen Schimmer von ihrer eigenen Persönlichkeit hatte, wie sie selbst sagt, geschieht es schon sehr schnell und recht unkompliziert. Innerhalb von nicht mal drei Wochen ist sie praktisch ein anderer Mensch, weiß, was sie will und handelt entsprechend. Das kann ich nicht ohne Weiteres abnehmen. Auch, dass sie nie ihre eigenen Träume hatte, sehe Zitat oben. Samuel ist schon wie ein Prinz auf dem weißen Schimmel in schimmernder Rüstung. Mr. Right aus dem Bilderbuch höchstpersönlich. Aber gut. Sei es drum. Viele Frauen lesen solche Romane, um derartige Männerfiguren dort treffen zu können. Dazu gibt es: Ausgeprägte Urlaubsatmosphäre, eine romantische Lovestory vor schönen Bildern des Sommers in den Dolomiten samt den ganz gut gewordenen Liebesszenen. Hier und dort Feinkostessen und Trinken, nette Nebenfiguren. Der Schreibstil ist angenehm, ungezwungen. Es gibt viele Dialoge. U.a. deshalb liest sich der Roman leicht und schnell. Man kann ihn an einem Sonntagnachmittag locker durchhaben.
Fazit: Ein netter Frauenroman mit einer schönen Liebesgeschichte vor Kulisse der sommerlichen Dolomiten, der zudem das Thema der Selbstwerdung behandelt. Ich vergebe vier Sterne und eine Empfehlung für Leserinnen der Liebesromane.
Es ist, als hätte ich einen Virus und müsste alles ausspeien, was mich krank macht, seit Wochen, Monaten, Jahren. (Seite 93)
Auf den ersten Seiten war ich ehrlich gesagt ziemlich schockiert und fassungslos. Ich rechnete mit einer ähnlich feinfühligen Story wie in „Sternschnuppenträume“ und wurde stattdessen mit einer sehr vorhersehbaren Geschichte im Stil von Traumschiff und Rosamunde Pilcher konfrontiert. Beinahe hätte ich es abgebrochen, da ich einer derart platten Erzählung nichts abgewinnen kann. Die Charaktere, der Plot, die Dialoge – einfach alles ließ zu wünschen übrig.
Dann jedoch wendete sich das Blatt allmählich und mein Interesse war wieder geweckt. Denn die anfangs ziemlich naiv und unsympathisch durch die Szenen stolpernde Protagonistin Annika entwickelt sich doch noch recht angenehm. Die einfallslose Geschichte wird um bewegende Einsichten reicher, je mehr sich Annika mit ihrem Leben auseinandersetzt. Zwar kommen diese Erkenntnisse sehr rasch und ich stellte mir des Öfteren die Frage, weshalb sie nicht schon früher etwas an ihrem Leben geändert hat, nichtsdestotrotz waren diese Momente geprägt von ehrlicher und reifer Ernsthaftigkeit.
Die Auseinandersetzungen mit den eigenen Wünschen, unter anderem natürlich auch ausgelöst durch den Tod von Annikas Mutter, waren intensiv und ließen mich mitfühlen. Julie Leuze ist das Thema Leben mit den jeweils von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Erwartungen ganz reflektiert angegangen und hat mich letztendlich doch berührt. So wurde „Für einen Sommer und immer“ völlig unerwartet nach dem holprigen Anfang noch zu einem sommerlichen Lesevergnügen.
Schreibstil
Jahrelang hatte ich alles unter Kontrolle, meine Emotionen, meine Gedanken, meine Seele und meinen Körper. Warum in aller Welt entgleitet mir diese Kontrolle ausgerechnet jetzt? (Seite 107)
Die Dialoge waren anfangs beinahe unerträglich. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Es wirkte wie heruntergeleiert, als würden Darsteller im Film ihren Text nur aufsagen, ohne etwas dabei zu empfinden. Kennt man alles aus Daily Soaps und besagten TV-Sendungen. Damit konnte mich die Autorin überhaupt nicht überzeugen. Doch in gleichem Maße, wie die Geschichte interessanter wurde, entsprach auch der Schreibstil später immer mehr meinem Geschmack. Gut fand ich vor allem, wie die Gedanken von Annika bezüglich ihres Lebens auf den Punkt gebracht wurden. Hier kam der Sinn für Feinheiten zum Vorschein, den ich an Julie Leuze bereits zu schätzen gelernt hatte.
Charaktere
„Und ich wünschte, ich dürfte auch einmal schwach sein. Aber irgendwas ist immer“, sie seufzt, „irgendetwas in mir lässt mich nicht.“ (Seite 242)
In der ersten Hälfte des Buches ist Annika eine Protagonistin, die ich nicht weniger hätte leiden können. Sie gibt sich so stark und ist dabei so schwach. Sie lässt sich viel zu leicht von ihrer Familie und ihrer Freundin lenken und beeinflussen. Das geht so weit, dass sie völlig aus den Augen verliert, was sie eigentlich möchte. Am liebsten hätte ich ihr mal kräftig die Meinung gesagt. Nun, vielleicht habe ich das auch ein wenig während des Lesens
Das Buch ist eher aus blödem Zufall bei mir eingezogen. Ich habe es als Wink des Schicksals gesehen und wollte es unbedingt lesen. Der Beginn des Buches konnte mich nicht wirklich überzeugen. Es war eher oberflächlich. Die schnelle Entwicklung der Gefühle, sowie die wahnsinnig schnelle Entwicklung der Protagonistin vom naiven, kleinen Mädchen zur großen, starken Frau haben zu dieser Denkweise beigetragen. Außerdem brachte die Schnelligkeit viel Unruhe. An Realitätsnähe fehlte es auch. Dennoch haben mir die Landschaftsbeschreibungen, die Wanderliebe und die Naturbezogenheit sehr gefallen. Es hat auch meine Lust geweckt, die Zeit in der Natur zu genießen. Gegen Ende kamen zusätzlich dann noch Emotionen hoch, die mich beeindruckt haben. Damit habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gerechnet. An der ein oder anderen Stelle musste ich sogar mit ein paar Tränchen kämpfen. Auch der Schreibstil wurde auf einmal so viel kraftvoller. Bei diesem Buch handelt es sich um eine schöne Liebesgeschichte, die zu Beginn schon viel mehr Potential hätte entwickeln können. 3⭐
Als Annika erfährt, dass ihre Mutter bald an Krebs sterben wird, ergreift sie die Flucht und nimmt sich erst einmal zwei Wochen Auszeit. In einem Hotel in den Dolomiten versucht sie sich zu entspannen und abzulenken, zunächst erfolglos. Doch dann trifft sie den attraktiven Bergführer Samuel, der nicht nur ihr Herz höher schlagen lässt, sondern sie auch dazu bringt, über sich selbst und ihr Leben nachzudenken. Mit ihm kann sie zum ersten Mal seit langer Zeit das Leben wieder wirklich genießen, ohne Verbissenheit, Perfektionismus und Angst vor Kontrollverlust. So entwickeln sich aus Annikas spontanem Urlaub eine Suche nach ihr selbst und möglicherweise auch die ganz große Liebe.
Fazit
Ich hatte überhaupt keine Schwierigkeiten, in diesen Roman hineinzufinden, denn die Ich-Perspektive macht es einem von Anfang an leicht, eine Beziehung zu Protagonistin Annika aufzubauen. Zu Beginn lernen wir sie als sehr beherrschte und auf ihr Äußeres bedachte Person kennen, allerdings merkt man auch schnell, dass sie mit diesen Eigenschaften selbst gar nicht glücklich ist. Im Laufe des Romans macht sie dann eine enorme Entwicklung durch, zu einer starken und selbstbewussten jungen Frau. Während der Urlaub und vor allem die Begegnung mit Samuel sie allmählich verändern, erfahren wir in Rückblenden, wie aus ihr überhaupt so ein perfektionistischer, unglücklicher Mensch werden konnte.
Der Roman liest sich wunderbar schnell und leicht, außerdem sind die Kapitel recht kurz. Beides zusammen sorgt dafür, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen. Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, die Geschichte berührt, ohne zu deprimieren. Die Autorin trifft gekonnt den richtigen Ton und schafft es, trotz tragischer Ereignisse eine positive, optimistische Stimmung zu schaffen und letztlich lebensbejahende Botschaften zu vermitteln: Sich selbst zu verzeihen, jeden Tag zu nutzen und mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Besonders bewegend fand ich die Szenen, in denen es um Annikas Beziehung zu ihrer Mutter geht. Julie Leuze beschreibt sehr eindrücklich, wie die Protagonistin mit ihrer Trauer umzugehen versucht.
Im Gegensatz zu allen anderen Elementen der Handlung hat mich die Liebesgeschichte nicht hundertprozentig überzeugt. An sich ist die Romanze ganz süß, aber für meinen Geschmack doch ein bisschen zu zuckersüß und kitschig. Dass mir dieser Teil des Romans nicht so gut gefallen hat, lag wahrscheinlich auch daran, dass ich nie so wirklich einen Draht zu Samuel bekommen habe. Er ist zwar grundsätzlich auch eine gut ausgearbeitete Figur, aber insgesamt ein bisschen zu glatt und perfekt.
Fazit
Ein tragischer und gleichzeitig wunderschöner Roman über eine Frau auf dem Weg zu sich selbst. Leseempfehlung!
Von der Nachricht erschüttert, dass ihre Mutter schwer krank ist, flüchtet sich Annika in die Südtiroler Dolomiten, um Abstand zu gewinnen. Doch wie soll man entspannen, wenn die eigene Welt zu zerbrechen droht, Freunde die Flucht nicht verstehen und man als Karrierefrau in der ungewohnten Umgebung so gar nicht zuhause ist? Eine Bergführung soll Annika daher dabei helfen, die innere Leere und Zerrissenheit zu bekämpfen. Dabei trifft sie auf ihren Bergführer Samuel, der so anders ist, als die Männer, die Annika kennt und ihr innerstes mit seinen ganz eigenen Ansichten aufrüttelt.
Julie Leuze hat ein sehr trauriges Thema aufgegriffen, trotzdem ist das Buch nicht die ganze Zeit zu traurig. Man begleitet Annika, wie sie die Situation zu begreifen versucht und dabei auch versucht, sich selber wieder zu finden. Bei solch gravierenden Schicksalsschlägen wird das eigene Weltbild wieder gerade gerückt und man versucht zu sehen, was einem wirklich wichtig ist. Durch Rückblenden bekommt man zudem viel mit aus Annikas Vergangenheit. Dadurch versteht man ihre Situation und ihr Handeln besser. An Annikas Gefühlswelt kann man dabei wunderbar teilnehmen, alle ist wunderbar geschrieben und leicht zu lesen. Trotzdem wollte der Funke bei mir nicht überspringen, Annika blieb mir bis zum Schluss leider etwas fremd und ich habe die ganze Geschichte eher als Beobachter von außen wahrgenommen. Das Setting in den Bergen ist sehr schön gewählt und ich kann mir vorstellen, dass es ideal ist, um abzuschalten. Doch auch hier, leider wurde ich nicht infiziert von der Berglust.
Ein wundervolles Buch, welches mit Fingerspritzengefühl den Verlust der Mutter behandelt, mehr jedoch noch die eigene Selbstfindung in den Vordergrund stellt. Die Personen sind liebevoll gezeichnet und wer sich auf die Geschichte einlassen kann, wird nicht enttäuscht werden.
Annika ist erfolgreich und hat einen gut bezahlten Job. Doch als sie erfährt dass ihre Mutter todkrank ist, tritt Annika die Flucht nach vorn an und reist in die Berge für 3 Wochen. Dort will sie sich zunächst erholen, da sie danach ihre Mutter bis zum Schluss begleiten möchte. Doch es kommt alles ganz anders als gedacht. Der Wellness Bereich ist zwar toll aber Annika langweilt sich. Joggen gehen kann sie auch nicht, denn sie befindet sich in den Dolomiten und hier wandert man. Kurzer Hand entschließt sich Annika dies auszuprobieren und gerät an den smarten Bergführer Samuel. Schon bald entsteht zwischen den beiden ein vertrautes Verhältnis und Annika beginnt ihr Leben zu hinterfragen, denn ausser das sie Gefühle für Samuel entwickelt beginnt sie zu begreifen dass sie nicht glücklich mit ihrem Leben ist.
Leider wird man ein wenig vom Klapptext getäuscht. Man könnte meinen man begleitet Annika wie sie ihrer Mutter beim sterben zusieht. Dies ist hier weit gefehlt, eher wird die Geschichte der Mutter sehr kurz abgehandelt und es kommen keine richtigen Emotionen an der Stelle auf. Eher geht es hier um eine Liebesgeschichte mit Veränderung der Lebenseinstellung. Mit Annika konnte ich so anfangs gar nichts anfangen, ich denke das lag einfach an ihrer Art wie sie da noch war. Ich habe sie als sehr Arrogant empfunden. Und sehr Oberflächig. Durch ihre Art ist sie Stellenweise ins Fettnäpfchen getreten was die ein oder andere lustige Situation eingebracht hat. Samuel hat mir da im Gegensatz von Anfang an gefallen, da er um einiges natürlicher rüber kam, aber von der Figur keine wirkliche tiefe hatte Mit dem wunderschönen klaren Schreibstil wird man in ein tolles Lesevergnügen mit rein gezogen. Eine Geschichte für den kurzweiligen Lesebedarf, da teilweise die Handlungen vorhersehbar sind.
Annika hat erfahren, dass ihre Mutter bald sterben wird und statt zu ihr zu eilen, rennt sie ins Reisebüro um Abstand zu gewinnen. Nicht, weil sie ihre Mutter nicht liebt, sondern weil ihr einfach aus ihrem stressigen, kalten Alltag entfliehen muss, um die Kraft für die kommende Zeit zu finden. Sie landet in den Dolomiten und dort ziemlich schnell beim Bergführer Samuel, der ihr die Schönheit der Gegend gegen alle anfänglichen Widerstände zeigt und noch einiges mehr enthüllt…
Das Buch ist mehr, als nur eine Liebesgeschichte vor romantischer Kulisse. Die Autorin schaffte es schon von der ersten an mich zu fesseln und verleiht der Geschichte eine vorab unerwartete Tiefe. Die Beweggründe für Annikas Urlaub und ihren allgemeine Entwicklung sind interessant. Man versteht recht schnell, warum sie nicht direkt zu ihrer todkranken Mutter eilt, sondern erst sich selbst erst etwas Ruhe verschaffen muss. Ihre Eltern meinten es immer gut mit ihr, als sie ihr Stärk, Härte und Ehrgeiz als die einzigen erfolgversprechenden Wege durchs Leben vermittelten. Dies führte jedoch dazu, dass sie nicht die Frau geworden ist, die sie im tiefsten Inneren ist und im Verlauf des Romans immer mehr findet. Die Charaktere sind einfach toll gelungen, mit Ecken und Kanten, die sie liebenswert und authentisch machen. Der Schreibstil ist flüssig und locker, leicht, sodass die 300 Seiten nur so dahinfliegen. Man möchte wissen, ob das relativ ungleiche Paar zusammenfindet, ob sie zusammenbleiben können und wie der unausweichliche Tod der Mutter Annika verändert. Über weite Strecken ist das unterhaltsame Buch recht vorhersehbar, aber ganz ehrlich – das stört hier nicht im Geringsten das Lesevergnügen!
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Ich habe "Für einen Sommer und immer" wirklich gerne gelesen. Julie Leuze hat einen sehr einfühlsamen Schreibstil, der einfach perfekt zu der Situation passt, in der sich unsere Protagonistin Annika gerade befindet. Es ist eine sehr nachdenklich stimmende Geschichte; im Laufe des Buches stellt sich Annika viele interessante Fragen, über die man sich als Leser auch Gedanken macht. Vor allem das Thema Selbstfindung spielt in diesem Roman eine große Rolle. Annika, deren Leben bisher streng nach Plan (den ihr ihre Eltern und ihre beste Freundin Helene vorgegeben haben)verlaufen ist und die sich nur auf ihre Karriere konzentriert hat, macht sie daran herauszufinden, was sie als Person eigentlich ausmacht und was sie von ihrem Leben möchte. Möchte sie die knallharte Karrierefrau bleiben oder möchte sie das Leben und all die Freuden, die es für einen bereithält, genießen? Ich muss wirklich sagen, dass Annika eine wirklich schöne Entwicklung durchgemacht hat. Sie fängt nicht nur an wieder Emotionen und Gefühle zuzulassen, sondern auch sich Herausforderungen, die das Leben uns nun einmal bietet, zu stellen. Ganz warm bin ich mit ihr allerdings nicht geworden. Manchmal war sie etwas nervig wie z.B. 10-20 Seiten vor Schluss. Ein bisschen mehr Emotionalität hätte ich mir auch gewünscht.