Mamma Carlotta engagiert sich als freiwillige Helferin beim alljährlichen Syltlauf, als ein junger Sportler plötzlich tot zusammenbricht. Dio mio! Schon vor dem Start soll der Siebzehnjährige angeschlagen gewirkt haben – war Doping im Spiel? Tatsächlich wird in seinem Blut ein Medikament nachgewiesen, doch das deutet auf Mord hin! Als Carlottas Schwiegersohn, Kriminalhauptkommissar Erik Wolf, im Umfeld des unscheinbaren Schülers ermittelt, kommt er einer tragischen Geschichte auf die Spur, die bald ein weiteres Opfer fordert …
Den Klapptext und Anfang des Buches fand ich recht witzig, auch das Cover ist recht gelungen. Die Geschichte selbst war mittelmäßig. Meist, wenn Autoren schon so lange an der gleichen Serie schreiben, bekomme ich das Gefühl, es freut sie auch nicht mehr so ganz. Genau so liest sich dieses Buch leider auch. Oft finden übertrieben lange Beschreibungen statt, die nicht selten später im Buch noch mal wiederholt werden (diese, unter anderem, hätte man meiner Meinung nach kürzen können um damit die Geschichte viel fließender zu machen). Die Charaktere fand ich oft sehr leblos und unsympathisch. Mamma Carlotta's Schwiegersohn Erik ist dafür ein gutes Bespiel. Ohne seinen Adlatus scheint der ja sehr wenig zusammen zu bringen. Die Staatsanwältin und ihre Aufdringlichkeit wird schnell ein Merkmal, das man überspringt, weil man es etwa alle zehn Seiten zu hören bekommt. Mamma Carlotta hält sich anscheinend auch nur zwischen Küche und Käptens Kajüte auf, wenn sie nicht gerade herumschnüffelt. Das wurde mit der Zeit äußerst langweilig. Auch Idas Tierliebe und die Begeisterung Eriks Kindern für Sport so extrem hervorzuheben fand ich unnötig, besonders, da dies nicht den Mittelpunkt der Geschichte darstellt. Auch an der Handlung selbst hatte ich leider etwas zu nagen. Das ständige Hin und Her zwischen potentiellen Tätern und die scheinbare Inkompetenz sämtlicher Polizisten brachte mich mehrmals dazu, das Buch zur Seite zu legen, weil ich es einfach nicht glauben konnte. Ich war mir schon nach weniger als der Hälfte des Buches ziemlich sicher, wer der Täter ist (genauso meine Mutter, die das Buch vor mir gelesen hat) und lag im Endeffekt auch richtig. Viel des Wirrwarrs hätte mir erspart bleiben können, wenn sich die Autorin konstant an eine Sichtweise (entweder Mamma Carlotta oder Erik) gehalten hätte. Da dies fehlt, springt man zwischen Ereignissen hin und her, die oft nicht das Entfernteste miteinander zu tun haben. Da ich über die ersten paar Teile der Mamma Carlotta Serie viel Gutes gehört habe, werde ich den ein oder anderen davon vielleicht lesen. Dieser Band hat leider nur mit Ach und Krach drei Sterne erhalten.
Hörbuch, Spieldauer: 16 Stunden und 13 Minuten, gelesen von Christiane Blumhoff.
Wir befinden uns hier in einem gemütlichen Krimi aus Sylt, in der 10.ten Folge.
Klappentext beschreibt die Ausgangssituation ganz gut: „Mamma Carlotta engagiert sich als freiwillige Helferin beim alljährlichen Syltlauf, als ein junger Sportler plötzlich tot zusammenbricht. Dio mio! Schon vor dem Start soll der Siebzehnjährige angeschlagen gewirkt haben – war Doping im Spiel? Tatsächlich wird in seinem Blut ein Medikament nachgewiesen, doch das deutet auf Mord hin! Als Carlottas Schwiegersohn, Kriminalhauptkommissar Erik Wolf, im Umfeld des unscheinbaren Schülers ermittelt, kommt er einer tragischen Geschichte auf die Spur, die bald ein weiteres Opfer fordert …“
Der Fall an sich, i.e. wer hinter den Morden steckt, erschien mir leicht durchschaubar, aber nachvollziehbar, gut aufgebaut. Das Wiedersehen mit Mamma Carlotta und ihrer Familie, mit den Figuren aus den früheren Folgen, wie etwa mit der rothaarigen Journalistin und früheren Freundin von Erik Wolf, mit Mamma Carlottas Freunden aus Kapitäns Kajüte, mit dem Gerichtsmediziner, der so gerne ins Haus Wolf zum Essen kommt, mit der Richterin, etc. war doch ganz nett und es hat Spaß gemacht, ihren Geschichten zu lauschen. Erfreulich fand ich auch, dass die Art, wie „Gegenwind“ erzählt wurde, deutlich besser war, als manche frühere Folge: Keine langwierigen, unnötigen Erklärungen und Ausführungen a lá was-wäre-wenn. Schön geradlinig verlief die Erzählung und ich musste mich diesmal gar nicht aufregen. Als Hörbuch erscheint mir diese Geschichte vorteilhafter. Sie wurde prima gelesen von Christiane Blumhoff: Wunderbare Stimme, passt sehr gut zu der Reihe. Gekonnt vorgetragen: Alle Figuren aus früheren Folgen konnte ich sofort wiedererkennen. Sie schafft diese spezielle Mamma Carlotta Atmosphäre, die einen immer wieder weiter Folgen hören lässt.
Fazit: Fürs Nebenbeihören beim heimischen Werkeln oder beim Ausdauersport ist „Gegenwind“ ganz gut. Daher 4 Sterne und eine Empfehlung für die Fans von gemütlichen Regio-Krimis.
Mamma Carlotta hilft beim traditionellen Syltlauf mit, als ein junger Teilnehmer plötzlich tot zusammenbricht. Zunächst scheint alles auf einen tragischen medizinischen Zwischenfall oder Doping hinzudeuten. Doch die Untersuchungen ergeben schnell, dass der Jugendliche Opfer eines Mordes wurde. Gemeinsam mit Kriminalhauptkommissar Erik Wolf beginnt die Suche nach dem Täter – und führt tief in das persönliche Umfeld des Opfers, wo lange verborgene Konflikte und schmerzliche Geheimnisse ans Licht kommen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass dieser Band nicht nur spannend ist, sondern auch emotional berührt. Der Kriminalfall wirkt sehr authentisch und entwickelt sich mit jeder neuen Erkenntnis weiter. Mamma Carlotta bringt mit ihrer warmherzigen, temperamentvollen Art wieder genau den Humor in die Geschichte, der die Reihe so besonders macht, ohne den ernsten Hintergrund des Falls zu verdrängen.
Auch diesmal überzeugt Gisa Pauly mit lebendigen Figuren, einer atmosphärischen Sylt-Kulisse und einer Handlung, die bis zum Schluss fesselt. Die Auflösung ist schlüssig und hinterlässt noch lange einen bleibenden Eindruck.