Nach ihrer Ausbildung überkommt die junge Kirchenmalerin Theresa Amrehn die Sehnsucht zu reisen und mehr vom Leben kennenzulernen. Sie beschließt, auf die Walz zu gehen und ist mehr als drei Jahre nur mit dem Nötigsten bepackt, ohne Geld und Handy in Europa unterwegs. Sie erzählt von den jahrhundertealten Traditionen, Sitten und Bräuchen der wandernden Gesellen, wie der eigenen Sprache, dem Durchschlagen eines Nagels durchs Ohr oder dem strengen Ehrenkodex, an den sich jeder zu halten hat. Sie beschreibt ihre Abenteuer, die Anstrengungen, die heiklen und erhebenden Momente - und wie aus einem Mädchen aus der fränkischen Provinz die Königin der Landstraße wird.
Ein sehr kurzweiliges und informatives Buch. Es war wirklich spannend, etwas über die geheimnisumwobene Walz zu lesen - und dann noch aus der Sichtweise einer Frau. Ich wusste gar nicht, dass Gesellinnen auch auf die Wanderschaft gehen und ich habe "Resi Kirchenmalerin" gerne auf ihrer Reise begleitet, von den zögerlichen Anfängen bis zum widerstrebenden Ende, und es hat mich darin bestätigt, den Wandersleuten zu helfen, wann und wie ich als "Zivilistin" eben kann. Ein wirklich schöner Brauch, der hoffentlich bestehen bleibt und dem hoffentlich auch noch mehr Gesellinnen folgen - und dass diese vielleicht auch eigene Schächte bilden?