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Typisch deutsch: Wie deutsch sind die Deutschen?

German

175 pages, Paperback

Published January 1, 2009

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Profile Image for Martin Riexinger.
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October 1, 2026
Hermann Bausinger gehörte zu den in Tübingen Weltberühmten, und schon bevor ich begonnen hatte zu studieren, kannte ich ihn als geistreichen Vortragshalter. Dadurch, dass er die tümelnde, in einer erfundenen Vergangenheit sie Kollektivseele suchende Volkskunde in die Empirische Kulturwissenschaft umwandelte, hat er sich bleibende Verdienste erworben.

Gleichwohl bleibt es hier bei einem großzügigen Dreier, wobei ich konzediere, dass ich beim Rezensieren meine eigene Sozialisation und Bildungsgeschichte als Ausgangspunkt nehme. Für Leute ohne Vorkenntnisse, ist es vielleicht gut zur Einführung geeignet. Vielleicht war das ja die eigentliche Intention.

Bausingers Ausgangspunkt ist, dass Stereotypen zwar eine komplexe Realität verfälschen, gleichwohl aber nie ohne Grund entstehen. Die Entstehung der meisten dieser Stereotypen führt er auf die neuere Geschichte zurück.
Als typisch erwänt er Kleinteiligkeit statt Zenralismus und Metropolitanität, Deftigkeit statt Raffinesse beim Essen, Regelfixierung, Abgrenzung (Zäune und Hecken), Gemütlickeit, diese oft verbunden mit dem regen Vereinsleben.
Nun ja, was das Vereinsleben angeht, so unterscheidet sich Deutschland wohl kaum von Frankreich, erst recht nicht von meiner neuen Heimat Dänemark, dass die regionale Identität oft stärker betont wird gilt auch für Italien und die Schweis sowieso. Mit der Feststellung, dass die Vielgestaltigkeit einer einheitlichen Traditionsbildung im Wege stand ist Bausinger nicht allein. Gleichwohl interessant ist Bausingers Beobachtung, dass einige bestimmte Landschaften und Städte im In-und Ausland als deutsch und nicht regional wahrgenommen werden. Der Harz zum Beispiel oder der Mittelrhein. Daraus dass aber das Rheinland zum Preußendeutschland in Opposotion stand, häte man etwas machen können.

Zum Schluss behandelt er, dass Wiedervereinigung, Zuwanderung und WWW (das 1998 wirlich Neuland war), modifizieren werden, was als typisch deutsch wahrgenommen wird.

Er schließt mit einem Ereignis, das aus seiner Sicht wirklich Deutsche über alle Gräben hinweg verbunden hat, nicht Oktoberfest, nicht Love Parade, sondern Christos Reichstagsverpackung. Ich für meinen Teil hatte die eigentlich schon vergessen.
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