In der laufenden Debatte über den Islam arbeiten sich Kritiker wie Apologeten an der jeweils anderen Position ab und drohen dabei die Sache selbst aus dem Blick zu verlieren. Demgegenüber plädiert Alexander Flores für eine Ausweitung des Horizonts über den aktuellen Tellerrand hinaus. Er kann zeigen, daß über weite Strecken der islamischen Geschichte die Hegemonie der Religion über das Leben menschliche Freiheit, Kreativität und Produktivität kaum eingeengt hat. Erst bestimmte neuzeitliche Entwicklungen haben dazu beigetragen, daß sich das bis zu einem gewissen Grad geändert hat. Die Gründe dafür liegen aber nicht zwingend in der Logik islamischen Denkens und Handelns, so daß heutige Muslime die Möglichkeit haben, ihre Religion menschenfreundlich zu verstehen, wenn sie das wollen und wenn man ihnen die Gelegenheit dazu einräumt.
Alexander Flores, geboren 1948, ist seit 1995 Professor für Wirtschaftsarabistik an der Hochschule Bremen. Er studierte Soziologie, Germanistik, Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität Münster. Forschung und Lehre an den Universitäten Essen, Birzeit (Palästina), Erlangen, Hamburg und Würzburg.
While sometimes lengthy, Flores generally manages to balance between readability and the inclusion of all relevant issues. Both positions are considered equally and all arguments are thoroughly researched.
Gelegentlich ist Flores' Buch etwas langwierig, aber das ist allenfalls seiner erschöpfenden Vollständigkeit geschuldet. Beiden Seiten des Diskurses (Zivilisation oder Barbarei?) werden gleichermaßen berücksichtigt und sämtliche Argumente zur Anklage oder Entlastung des Islams sind exzellent recherchiert und neutral formuliert.