Teil 1 der sechsteiligen kribbelnden Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen.Ein Mädchen und ein Junge.Eine Liebe mit Hindernissen.Ein Sommer, in dem sich alles ändert. Neue Stadt, neue Schule, neue Leute. Leo ist heilfroh, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Als er die stille Marie kennenlernt, ist er von ihr fasziniert. Doch was, wenn sie sein Geheimnis erfährt? Marie würde alles dafür geben, die Zeit zurückdrehen zu können, zurück zu dieser einen falschen Entscheidung. Aber das ist unmöglich und so verkriecht sie sich in ihrem kleinen Schneckenhaus aus Schuld. Bis sie auf Leo trifft, der ganz anders ist als die anderen. Und obwohl sie sich dagegen wehrt, stellt er ihre Welt mit jedem Tag ein bisschen mehr auf den Kopf.
"Was vor dir noch keiner sah" ist eine sehr ruhige, aber wunderschöne Geschichte, die von Neuanfang, Freundschaft und der ersten Liebe erzählt.
Marie hat sich fast ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter noch immer nicht bei ihrer Pflegefamilie eingelebt und in der Schule ist sie eine absolute Außenseiterin. Doch dann kommt ein neuer Schüler in ihre Klasse: Leo.
Die Autorin erzählt auf eine sehr ruhige Art und Weise wie sich Marie und Leo sich kennenlernen. Einerseits hat es mir gefallen, dass dies sehr langsam voran geht und sie nicht sofort die große Liebe schwören, aber andererseits hätte ich mir manchmal etwas mehr Tempo gewünscht. Am Ende bin ich ganz froh über die ruhige Geschichte, denn so wirkt das Buch auf eine besondere Art und Weise nach.
Zu Beginn haben mich die Emotionen noch nicht völlig erreicht, was vermutlich an der etwas ruppigen und distanzierten Art von Marie lag, aber gegen Ende gab es dann einige Situationen, in denen mir die Tränen in den Augen standen.
Der Schreibstil von Susanna Ernst ist mir schon in einem anderen Buch sehr positiv aufgefallen. Sie hat ein wirklich großes Talent Gefühle zu beschreiben und dies auf eine sehr ruhige und sanfte Art und Weise.
Leo ist heilfroh sein altes Leben hinter sich lassen zu können und endlich einen Neustart zu wagen. Weg von langen einsamen Tagen und hinein in eine neue Zukunft. Der Start ins neue Leben klappt auch sofort und er lernt neu Freunde kennen, die ihn so akzeptieren wie er ist. Aber all das ist nur Fassade und diese beginnt zu bröckeln als er seine stille Mitschülerin Marie kennen lernt.
Marie ist anders als die anderen Mädchen. Durch eine falsche Entscheidung fiel ihr gewohntes Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammen und so kam es, dass sie sich in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hat. Die Hetzereien und Qualen durch die Mitschüler versucht sie Tag ein Tag aus stand zuhalten. Niemand kennt ihr Geheimnis und nichts wünscht sie sich sehnlicher als die Zeit zurück zudrehen und den Moment ihrer waghalsigen Entscheidung zu verhindern. Dann trifft sie auf Leo, der ganz anders zu sein scheint als die anderen.
Obwohl sich ihr Körper und Verstand vollkommen gegen die aufflammenden Gefühle wert, stellt Leo ihre Welt jeden Tag ein bisschen mehr auf den Kopf. Doch wird er die Wahrheit hinter ihrem Verhalten verkraften und sich dann weiterhin für sie interessieren…?
Meine Meinung:
Susanne ernst schafft es durch ihren neuen Jugendroman mit Leichtigkeit eine sehr realistische und anschauliche Atmosphäre einer beginnenden Liebesgeschichte zu erschaffen und dennoch einen bitteren Beigeschmack hinzuzufügen, der zum Nachdenken und grübeln verleitet. Im Vordergrund steht nämlich unter anderem nicht die Liebesgeschichte von Leo und Marie, den beiden Hauptprotagonistin, sondern ein brisantes und aktuelles Thema, welches viel mehr Aufmerksamkeit erhaschen und auch dagegen schärfer vorgegangen werden sollte – MOBBING. Aber auch Themen wie Verlust, Vertrauen, Mut, Anders sein und Liebe sind Themen, die sie gekonnt in ihrem Jugendroman einbaut und bearbeitet.
Die Autorin zeigt auf welchen Rattenschwanz dieses Thema mit sich bringt und wo vielleicht auch angesetzt werden sollte. Genau dies zeigte deutlich wieviel Bedarf es gibt und das viel das eigene Auge und die Empathie diesbezüglich mehr geschult werden sollte um es gar nicht erst ins extreme ausarten zu lassen. Denn dadurch könnte bestimmt so einiges vermieden werden. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm. Er fließt dahin und man kommt schnell voran. Die Wortwahl ist der Altersgruppe, die der Roman ansprechen sollte, angepasst und leicht verständlich gehalten.
Die Protagonisten sind sehr authentisch. Man kauft ihnen sofort jede Gefühlsregung ab, kann sich in sie hineinfühlen und zum Teil leidet man selbst an dem Schicksal welches sie zu tragen haben. Das Cover und der Klapptext deuten nicht einmal ansatzweise an, in welche Richtung dieser Jugendroman gehen wird und so ist es eine echte Überraschung mit wie viel Feingefühl und interessant gestalteten Beiträge bzw. Dialogen, die Autorin hier ans Werk geht.
Fazit:
Für mich ist dieses Buch ein glasklares Lesehighlight im Februar und sollte viel mehr Aufmerksamkeit in Schulen oder auch pädagogischen Lehranstalten bekommen und Gehör finden.