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Max Leif #1

Die sieben Tode des Max Leif. Ein Hypochonder-Roman

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Max lebt auf der Überholspur. Ganz unerwartet wird er ausgebremst, vom Tod höchstpersönlich. Der holt sich seinen besten Freund, und Max weiß einfach: Er ist der Nächste!

Das plötzliche Fieber kann nur eine HIV-Infektion bedeuten, und der Husten muss Lungenkrebs sein. In Erwartung seines baldigen Ablebens verkauft Max sein Unternehmen und trifft weitere Vorkehrungen, doch einfach so sterben ist nicht drin.

Zuerst muss er das Unrecht, das er Maja einst tat, wieder gut machen und will ihr einen Traum erfüllen. Als Maja sein Geschenk zurückweist, plagen Max rätselhafte Herzbeschwerden – garantiert die Vorzeichen eines Infarkts. Oder doch „nur“ Liebeskummer?

368 pages, Paperback

First published January 11, 2016

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About the author

Juliane Käppler

8 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
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2 stars
6 (6%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Denise.
623 reviews9 followers
January 22, 2016
Max Leif ist Anfang 40, Inhaber des Labels LeifMusic und könnte mit sich und seinem Leben zufrieden sein. Ist er aber nicht! Sein bester Freund ist unerwartet verstorben, Max musste den gemeinsam geplanten Urlaub allein verbringen und hat auf dem Rückflug so ein komisches Gefühl im Magen. Was kann das sein? Nach seinem Herzinfarkt ist der Produzent sehr vorsichtig. Und sich sicher: er muss sterben! Bald! Was ist also wirklich noch wichtig?

"Die sieben Tode des Max Leif" war mein erster Roman von Juliane Käppler und er hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt mit Charme und Ironie die Lebensgeschichte eines Musikproduzenten, der vor lauter Geld und sorgenfreiem Leben gar nicht mehr weiß, wohin mit sich. Und so entscheidet Max: er ist krank! PUNKT!

Die Geschichte wird dabei von Max Leif höchstselbst erzählt. Jemand anders könnte seine Leiden auch nicht gebührend einfangen. Und so begleitet man als Leser den Leif live dabei, wie er sich durch die Welt der Symptome googlet, gut 5 Mal seine Beerdigung plant, sein komplettes Leben über den Haufen wirft und dabei auch noch ein Geheimnis hütet. Seine Umwelt bedenkt er dabei mit wahlweise sarkastischen und tiefsinnigen Kommentaren. Ich habe vor allem bei den Wortduellen mit der russischen Putzfrau Jekaterina Poljakow schallend gelacht und musste sehr grinsen, als sich Dobermann Hannibal mit der Ex Claudia anlegte. Max' Leben ist so bunt und dabei schon herrlich absurd, dass ich bei jedem neuen Kapitel schon vorab gelächelt habe.

Dabei sind die Figuren keineswegs überzeichnet oder überspitzt. Ich konnte so gut wie jede Handlung irgendwo nachvollziehen, auch wenn es Max zum Ende hin auf die Spitze treibt. Aber dennoch bleibt Juliane Käppler sehr nah am wahren Leben dran und gestaltet jede ihrer Figuren liebevoll, ohne sie dabei der Lächerlichkeit preiszugeben. Das fand ich großartig und erfrischend.

Die Story selbst ist locker-flockig, hat aber auch ernste Untertöne. Für Max hält das umgeworfene Leben so viel parat, dass selbst ich ab und an durchatmen musste. Dennoch wollte ich unbedingt wissen, was der Produzent, der sein erfolgreiches Label für einen Euro hergibt, mit seiner vielen Zeit anfängt. Und das Schöne: es gibt keine vor Schmalz triefende und rosa Herzchen aussstoßende Liebesgeschichte. Davor hatte ich zugegebener Maßen etwas Angst, doch die Autorin zeigt, dass man coole Geschichten mit ein wenig Prickeln erzählen kann, ohne dem Tutu-Wahn zu verfallen. Klasse!

Der Stil von Juliane Käppler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist locker, ironisch, auch mal sarkastisch, dabei aber nie gezwungen witzig. Es passt einfach zu Max!

Fazit: Leif is alive, irgendwie. Lesen!
Profile Image for Cherryandginger.
48 reviews
April 2, 2022
Für Mal zwischendurch ein sehr erfrischendes Buch. Als Hypochonder fühlt man sich manchmal ein wenig ertappt, den die Autorin konnte das Verhalten eines solchen sehr gut beschreiben.
Profile Image for Tina .
74 reviews
December 29, 2017
1-2 Sterne. Ich wusste leider schon spätestens auf Seite 50, wie die Geschichte aus- und weitergeht. Die Figuren waren die reinsten Klischees. Die natürlich russische Putzfrau hat schlechten Akzent gesprochen, der mich genervt und nicht amüsiert hat ("Schule Volkshoch"). Der Protagonist war überwiegend besoffen und sehr melodramatisch, die Eltern des Protagonisten die Landeier ohne Verständnis. Der Hund war nett - immerhin.

Alles in allem: wie ein Matthias Schweighöfer-Film: viel Schmalz, viel unnötiges Drama und man weiß, was man bekommt.
Profile Image for v.erena.
66 reviews9 followers
February 15, 2021
Ich wollte was lustig leichtes haben, aber wurde hier leider etwas enttäuscht. Ich muss sagen der Hauptprotagonist war mir echt zu wehleidig, sodass ich etliche Male mit den Augen gerollt habe, auch wenns es lustig geschrieben und auch absichtlich so viel selbstmitleid war, war mir das hier eine Spur zu viel..
Profile Image for Christian.
28 reviews
May 28, 2017
Schöne Geschichte, leider nichts besonders. Um den Hypochonder wird eine Liebesgeschichte gepackt.
Profile Image for Steffi | Lesenslust.
141 reviews18 followers
April 13, 2016
“Ich bin ein Kerl, verdammt! Ich trinke Espresso und keinen Kakao. Ich trage Sneaker und keine Sandalen. Weder Bienen noch Spinnen lassen mich in Panik geraten, höchstens ein aus dem Zoo ausgebrochener, halb verhungerter Tiger. Wenn ich was toll finde, sage ich “toll” und nicht “supi”, und ist was blöd, dann finde ich es scheiße und nicht schitti. Komme ich mal in die Verlegenheit zu kochen, dann landen alle Zutaten frei Schnauze in der Pfanne. Ein Kochbuch besitze ich nämlich nicht. Genauso wenig wie einen Föhn, einen Motorroller oder lila Klamotten. (…) Weil ich ein Kerl bin!”

Zitat, Seite 45

Eigentlich hat Max Leif alles, was man(n) braucht. Als Besitzer eines eigenen Plattenlabels genießt er ein Leben auf der Überholspur: schicke Wohnung, fette Autos und Geld wie Heu. Drei Mal die Woche putzt seine russische Putzfrau Jekaterina die Bude plitzeblank und Popsternchen Claudia wärmt ihm das Bett.

Doch als sein bester Freund Paul ganz plötzlich stirbt und Claudia sich mit dem Gärtner vergnügt, ziehen düstere Wolken über Max’ Leben auf. Irgendwie war das alles aber auch zu schön, um wahr zu sein!

Max ist sich sicher, dass das nur Vorboten sind. Denn schon bald wird auch er aus dem Leben scheiden und zwar so plötzlich wie sein Freund Paul. Sein plötzliches Fieber kann nur eine HIV-Infektion, der schmerzende Magen eine exotische Seuche und seine permanente Müdigkeit die Schlafkrankheit sein. Weder die Diagnosen von Dr. Bärbeißer, noch die Besänftigungsversuche seiner Freunde kommen gegen Max Einbildung, bald das Zeitliche zu segnen, an. Und so trennt er sich von Plattenlabel, Fuhrpark und Geld. Schließlich sollte so ein Abgang aus dem Leben perfekt geplant sein!

“Ich will nicht länger über meine Scheiß-Lungen nachgrübeln. Auch nicht über meine Scheiß-Venen oder mein Scheiß-Herz. Eine Mücke im Zimmer sollte für mich nicht zu einem Elefanten werden, und wenn jemand niest, sollte ich freundlich “Gesundheit” sagen, statt Desinfektionsmittel inhalieren zu wollen. Vor allen Dingen aber sollte ich nicht halb ersticken, nur weil ich nicht weiß, wie ich etwas sagen soll. Ich sollte es einfach sagen!”

Zitat, Seite 265

Zugegeben, ich stand Juliane Käpplers Roman anfangs sehr skeptisch gegenüber. Eigentlich werde ich nämlich mit Geschichten, die extrem überspitzt geschrieben sind, nicht wirklich warm. Nach einigen Empfehlungen und positiven Besprechungen im Netz war ich aber so angefixt, dass ich unbedingt selbst herausfinden wollte, wie schlecht es um Max Leif steht.

“Die sieben Tode des Max Leif” beginnt als angenehm leichtfüßiger und humorvoller Roman, dessen Seiten wie im Nu verfliegen. Denn Käpplers Zeilen sind von schwarzem Humor und Sarkasmus getränkt und ganz nebenbei auch von einem überraschend rauen Ton, den ich vielmehr einem Autor als einer Autorin zugeordnet hätte. Durch diesen Aspekt haucht Käppler ihrem Protagonisten sehr authentisch Leben ein.

Seite um Seite werden wir Zeuge wir von Max hypochondrischen Anfällen, die schier kein Ende zu nehmen scheinen. Schon bald hat er sich in ein verheerendes Geflecht von Einbildungen verheddert, aus dem er sich so schnell nicht wieder befreien kann. Was als Angst vor dem Tod beginnt, entwickelt sich zur manischen Krankheitssuche und bestimmt schon bald das Leben des Protagonisten. Google wird zu seinem besten Freund. Seine Selbstdiagnosen sind dabei so herrlich überzogen, dass man sich vor Lachen kaum einkriegt.

Doch gegen Mitte des Romans schleicht sich fast unbemerkt ein neuer Ton in Käpplers Zeilen ein. Ein ehrlicher Ton, der erschüttert, ergreift und nachdenklich stimmt und dem Roman plötzlich viel mehr Tiefe verleiht, als man es jemals vermutet hätte. Käppler hält uns deutlich vor Augen, dass wir den Dingen, die im Leben wirklich zählen, manchmal viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken und unsere Lebenszeit an unwichtige Details verschwenden.

Neben Max widmet sich die Autorin auch zahlreichen Nebendarstellern, die alle Teil von Max Leben werden. So begegnen wir der drolligen Jekaterina Poljakow, Max‘ Putzfrau, die ihre russisch deutschen Anekdoten in die Runde wirft wie eine Marktverkäuferin auf dem Fischmarkt; Maja, der mürrischen Barista in Max Espresso-Stammbar; Dr. Ingrid Bärbeißer, der Ärztin, die Max bei seinen regelmäßigen Besuchen ordentlich die Leviten liest und letztendlich Machete, einem echten ostdeutschen Unikat, der während des gesamten Romans versucht, Max mit seinen Versicherungen zu beglücken.

Käppler kreiert mit „Die sieben Tode des Max Leif“ einen wilden Hypochonder-Cocktail, der die unterschiedlichsten Gefühlsregungen in uns hervorruft. Ich hätte gerne noch so einen Drink, aber bitte geschüttelt, und nicht gerührt!
Profile Image for Chris.
1,155 reviews13 followers
January 13, 2016
Weder der Betrug seiner Freundin, noch ein Herzinfarkt können Max Leif ausbremsen oder umnieten. Doch dann stirbt sein bester Freund Paul – völlig unerwartet. Dieser Tod hinterlässt eine klaffende, schmerzende Wunde im Herzen des erfolgreichen Musikproduzenten. Ein Urlaub, den er eigentlich mit Paul unternehmen wollte, gerät zum Fiasko und plötzlich beginnt Max sich unwohl zu fühlen. So unwohl, dass er eine neue Ärztin aufsucht. Damit beginnt für Max, aber auch Dr. Ingrid Bärbeißer, eine monatelange Odyssee. Sie führt das ungleiche Gespann von einer (eingebildeten) Krankheit zur Nächsten.

Max’ Hysterie, aber auch Dr. Google und Co. werfen eine aberwitzige Spirale an, aus der unser Held einfach nicht entkommen kann. Max ist sich sicher: Sein Ende ist nah! Da gibt es nichts zu deuten. Egal ob es nun HIV, ein Kopftumor oder die Schlafkrankheit ist. Am Ende holt ihn der Sensenmann und dann ist es aus mit ihm. Ziemlich schwermütig nimmt Max also sein Schicksal hin. Sein Leben wird nur durch seine russische Putzfrau Jekaterina, der Barista Maya und Freund Flo ein wenig aufgepeppt. Allerdings bringt er Flo gegen sich auf, als er plötzlich – in Erwartung seines baldigen Ablebens – sein Musiklabel verkauft. Auch Ex Claudia, die ihn offenbar doch wieder zurück haben möchte, ist darüber nicht glücklich und macht sich auf Max das Leben zur Hölle zu machen. Doch was soll noch schlimmer werden? Möglicherweise ein Dobermann, der ihm ständig ans Bein pinkelt!

Julianna Käppler zeigt in allen ihren Büchern ihr großes Talent. Dabei legt sie sich jedoch nicht auf ein Genre fest. Sie überrascht ihre Leser immer wieder aufs Neue und sie ist unfassbar gut, witzig, charmant und fesselnd. Ihr Max Leif ist eine etwas merkwürdige Figur, die sich immer wieder in dumme Situationen bringt. Typisch Mann denkt er manchmal zuviel, dann wieder gar nicht. Der Netdoktor ist vermutlich nach Pauls Tod sein bester Freund und Ratgeber. Dies bringt nicht nur Frau Dr. Bärbeißer an den Rande des Wahnsinns. Himmel, ich habe diese Frau geliebt. So aber auch wie alle anderen – positiven – Frauen in diesem Buch.

Jekaterina, einfach großartig. Maya, seltsam distanziert und sehr verletzlich. Ihr Geheimnis wird nur langsam gelüftet, denn da gibt es eine Schuld, die Max gutzumachen hat. Doch davon merkt Maya lange Zeit nichts. Sie ist eine der wenigen Personen, die Max’ Leben eine gewisse Kontinuität geben. Zwar ist sie immer unfreundlich und kantig, doch Max vermag es sie mit seinen selten platten Witzen aufzuheitern.

Faszinierend ist es, wie Max sich von einer Krankheit zur nächsten hangelt. Welche Überlegungen er anstellt und welchen Stellenwert er den Beschwerden zumisst. Skurril sind seine Schlussfolgerungen und höchst amüsant seine Besuche bei der Ärztin, die ihm sicher bald die Goldene Vip-Card samt Vip-Eingang zugestehen könnte. Max Leif ist ein Hypochonder, wie er im Buche steht. Er vereint soviele Eigenschaften in sich, die ihm helfen, aber auch massiv behindern und sein Leben verkomplizieren. Dennoch ist Max liebenswert, liebenswürdig und extrem großzügig. Gelegentlich muss man den Kopf schütteln, sich ärgern oder auch nur ‘warum?’ murmeln. Doch man muss ihn und sein chaotisches Leben einfach gern haben.
510 reviews16 followers
January 10, 2018
Leider nix – letztlich selbstmitleidiger Protagonist und laue Geschichte

Max Leif hat sein eigenes Music-Label gegründet, „LeifMusic“, und sich als Produzent von Mainstream-Titeln eine goldene Nase verdient. Er liebt Musik, denn: „Ich spiele ganz gut Gitarre und Klavier, aber mit meiner Stimme könnte ich Fliegen tot von der Wand fallen lassen.“ S. 8 Damit haben er und ich schon etwas gemein dachte ich, ich kann nur keine Gitarre spielen und kein Klavier. Max erleidet einen Herzinfarkt, sein bester Freund stirbt plötzlich: Thrombose, dann Lungenembolie. Daraufhin schlägt auch er sich mit diversen Beschwerden herum, die er einzuschätzen versucht: müde – also gestochen von der Tsetsefliege, Fieber unbekannter Ursache – bestimmt HIV, und ein Tumor kann doch fast überall sein. Seine Ärztin besucht er an ihrem Geburtstag daheim – bei einem Notfall völlig logisch.

Ich kenne ein paar Hypochonder, sowohl überängstliche als auch recht selbstverliebte, bin selbst nicht völlig unängstlich und hatte auch schon den einen oder anderen Fall von schwerer „Männer-Grippe“ vor mir – also hatte ich mir eine gute Lektüre versprochen, bissig, witzig, unterhaltsam, vielleicht mit ein paar tieferen Gedanken. Witzig fand ich’s jetzt nicht – was steht auf dem Grabstein einer Putzfrau, eines Zahnarztes etc. ist ein running gag, den ich so mit zwölf lustig gefunden hätte, eher harmlos. Die Nebenfiguren wie Hund Hannibal oder die russische Putzfrau sind interessanter gezeichnet als der Hauptcharakter, bleiben aber dennoch Klischees, mit sich wiederholenden Handlungen (der dauerschlabbernde chaotische Hund etc.)

Den Part mit dem Selbstmitleid Max‘ kann ich jetzt leider nicht erklären, ohne zu spoilern. Auch die Liebesgeschichte, die irgendwann noch mit in die Geschichte kommt, ist reichlich vorhersehbar und mir zu oberflächlich. Am ehesten bewegten mich noch die Seiten gegen Ende zum Hund – auch wenn ich genau damit gerechnet hatte.

Immerhin ist die Sprache ordentlich, das Buch ist gut lektoriert, auch logisch, wenn es zum Beispiel um Fahrzeiten geht (da hatte ich unlängst völlig unwahrscheinliche Zeiten). Die Struktur der Überschriften ist witzig, aber mich erreicht das alles schlicht nicht. Wer einen eher unterhaltsamen Roman sucht, nicht völlig kitschig, aber emotional, mit ernsterer Geschichte dahinter und einem eher sperrigen Helden und witzigen Momenten, der sollte eher zu den ‘Klassikern‘ greifen: „Ein Mann namens Ove“ oder „Das Rosie-Projekt“ oder, neuer, „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“.
Profile Image for Galladan.
389 reviews3 followers
July 31, 2016
Wie man aus einer Mücke eine Lebenskrise macht
Die sieben Tode des Max Leif: Ein Hypochonder-Roman von Juliane Käppler, erschienen im Droemer-Knaur Verlag am 11. Januar 2016

Max Leif ist 41 und hat alles im Leben erreicht was ein Geschäftsmann nur erreichen kann. Inklusive des obligatorischen Herzinfarktes für völlig überarbeitete Workaholic. Als sein bester Freund kurz vor dem gemeinsamen Urlaub, seine fast Ehefrau hat er mit dem Gärtner erwischt und raus geworfen, stirbt, rechnet Max mit dem Leben ab weil er glaubt nun der nächste zu sein. So macht er aus jeder Mücke den obligatorischen Elefanten und nervt seine Ärztin als Dr. Internet. Eigentlich bräuchte sie nur seine Diagnose bestätigen und er einen Grabstein zu seiner Liste für Beerdigungsmusik finden.

Die Geschichte ist nicht nur der Krankheit von Max gewidmet, nein, wir erleben seine Entwicklung von Juni bis Dezember. Er findet immer neue, spannende Krankheiten die mit seinem Krankheitsbild überein stimmen und so wird es nicht langweilig da es ja wirklich sein könnte, dass da mehr ist als die einfache Angst. Die Leute die er um sich hat sind ebenfalls starke Persönlichkeiten, ob es die nervige Ex ist, der ehemalige Mitarbeiter seines Labels Flo, seine russische Putzfrau, die Ärztin mit Haaren auf den Zähnen oder die Frau die im täglich mosernd den Kaffee verkauft. Alle sind sie irgendwie besonders. Neben seiner Krankheit gibt es noch eine Sache die niemals herauskommen soll und er arbeitet daran, dass das auch nach seinem vorzeitigen Tod so bleiben wird.

Max Leifs Leben von Juni bis Dezember wird in ebenso viele Kapitel unterteilt die in einzelne kurze Abschnitte aufgeteilt sind. Das ist für ein Buch welches einen den Urlaub versüßen soll einfach perfekt. Man kann immer noch dazwischen ein oder zwei Kapitel lesen bevor man nochmals eine Urlaubsunternehmung hat.

Dieser witzige Roman hat nicht nur alle paar Seiten einen richtigen Lacher, nein, über weite Strecken kichert man sich regelrecht durch. Dabei ist die Geschichte auch noch spannend und man muss die Charaktere einfach lieben. Besonders habe ich den Dobermann Hannibal ins Herz geschlossen. Die Autorin hat aus der Sicht von Max geschrieben. Ob ihr die männliche Sichtweise der Dinge gelungen ist kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass dieses Buch für Leute wie mich geschrieben wurde. Ich habe mich gefreut, dass die Personen so gehandelt haben wie ich es erhofft hatte und bin rundum glücklich mit diesem Buch gewesen.


514 reviews3 followers
March 11, 2016
Inhalt:
Max Leif, verlor seinen besten Freund an eine heimtückische Thrombose, und ist seitdem nicht mehr der, der er einmal war. Aus Angst, genau an so etwas „banalem“ zu sterben verrennt sich Max und ist auf einmal dauerkrank. Doch ist er das wirklich?

Schreibstil:
Juliane Käppler zeigt wieder, dass sie schreiben kann. Auch eine tragische-komödie scheint ein Klacks für sie zu sein. Alle Charaktere sind liebevoll gezeichnet und handeln, für sich genommen, rational. Die Orte und Geschehnisse sind bildhaft geschildert und es ist ein leichtes in die Geschichte einzutauchen.

Charaktere:
Max ist ein eigenwilliger Zeitgenosse. Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme zu verstehen warum er so handelt, aber nach ein paar Kapiteln fiel es mir immer leichter ihn zu verstehen. Seine Entwicklung in der Geschichte ist nachvollziehbar und von traurig über schockierend bis witzig ist alles dabei. Ich muss ehrlich sagen, Max ist eine coole Socke!

Jekaterina ist eine geniale Putzfrau und ihr deutsch-russisch ist sehr gut gelungen. Die Dialoge, zwischen Max und ihr, fand ich sehr gut und hätte gerne mehr gelesen.

Hanniball hat mich irgendwie am meisten berührt, seine Art Dinge zu bewerten und sein Missfallen auszudrücken war herrlich!

Die anderen Charaktere passen, wie oben bereits geschrieben, hervorragend in ihre Rollen. Alle wirken natürlich und mussten genau so sein! Perfekt!

Cover:
Das Cover stimmte mich sehr traurig und ich habe lange überlegt ob ich ein Buch über jemanden lesen möchte, der unter einem „regen-Regenschirm“ steht. Im Nachhinein würde ich aber sagen, dass das Cover definitiv zur Geschichte passt.

Fazit:
Dieses Buch ist etwas für stürmische Abende oder verregnete Nachmittage, wer nur mal „zwischendurch“ etwas lesen mag wird mit Max Leif wahrscheinlich nicht so klar kommen, der gute hat ein einnehmendes Wesen ;) Für Leser, welche gerne etwas über Schicksale, Krankheiten, Liebe und tragische Vorfälle lesen möchten ist „Die sieben Tode des Max Life“ ein must read!
Profile Image for Ayanea.
269 reviews1 follower
September 18, 2016
*Herrlich skurril*

Mit "Die sieben Tode des Max Leif" hat Juliane Käppler einen sehr witzigen Hypochonderroman geschrieben, der sich weit weg vom Mainstream bewegt.

Durch den Tod seines besten Freundes ist Max Leif etwas aus der Bahn geworfen, so ist er sich sicher: auch er steht mit seinen Anfang 40 Jahren an der Schwelle des Todes, so deuten einige seiner Symptome auf eine tödliche Krankheit hin und durch einen Herzinfarkt vor ein paar Monaten, weiß er, dass auch sein Herz nicht mehr das Schlagkräftigste ist.

Der Leser steigt gleich in die Vollen ein: Max Leif befindet sich auf dem Rückflug aus Sansibar nach Deutschland und gerät in einige Turbulenzen. Schon zu Beginn merkt man, das man einen sehr witzigen Roman in den Händen hält der vor allem durch die herrliche Hauptfigur des öfteren zum Schmunzeln und herzhaften Lachen einlädt.

Max Leif muss man einfach lieben. Es hat richtig Spaß gemacht seine Gedankengänge zu verfolgen und immer zum gleichen Schluss zu kommen: der Tod ist nahe! Aufgepeppt wird die Geschichte noch durch die Taten von Max und andere Figuren wie Maja und Flo.
Flo ist der Marketingleiter des Musiklabels von Max und Maja ist die Barista im Lieblingscafe von Max, die ziemlich mürrisch ist. Nicht zu vergessen die taffe polnische Putzfrau von Max, die ihr Herz auf dem rechten Fleck hat und kein Blatt vor dem Mund nimmt.

Im Verlauf des Romans stößt der Leser zudem noch auf ein Geheimnis von Max, welches es zu lösen gilt. Sehr spannend und unerwartet.

Mich konnte der Roman wirklich richtig begeistern und zum Ende hin hat er mich sogar so mitgenommen, das ich ein paar Tränchen verdrücken musste.
Ich bin mir sicher: auch den Fortsetzungsroman muss ich lesen. Allein der Titel (die Schwangerschaft von Max Leif) lässt wieder so einiges skurriles erahnen :)

Toller Wurf- toller Hypochonderroman. Bitte mehr davon- und ganz schnell! :)
Profile Image for Karschtl.
2,256 reviews61 followers
September 11, 2019
4,5 Sterne

Das Buch war wirklich richtig witzig und sogar ein kleines bisschen spannend im Hinblick auf die Geschichte mit der Kaffee-Verkäuferin.

Die generelle Story-Idee mit einem Hypochonder als Protagonist war etwas Neues für mich, und kriegt schon alleine daher Pluspunkte. Aber auch die Umsetzung ist dann gut gelungen. Max war mir sehr sympathisch, wenn mir manche seiner Taten auch manchmal etwas unverständlich waren. Die russische Putzfrau war göttlich, eine echte Perle!

Der Schreibstil von Juliane Käppler ist toll, der Humor genau auf den Punkt und vor allem genau meine Wellenlänge! Ich werde Ausschau halten nach dem Nachfolgeroman!
9 reviews
March 30, 2023
Ganz unterhaltsam. Eher leichte Lektüre. Ein hypochonder der versucht zu überleben
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