"Weihnachten in Briar Creek" ist der letzte Band einer wundervollen Reihe, die im kleinen Örtchen Briar Creek spielt. Ich war auf diesen Roman schon sehr gespannt, da ich die vorherigen Bücher der Reihe sehr mochte. Und auch bei diesem wurde ich nicht wirklich enttäuscht.
Olivia Miles entführt einen als Leser erneut in einer Welt, in der Gemeinschaftsgefühl und Freundschaft ganz oben angesiedelt ist und vermischt diese "Traumwelt" mit traumhaft weihnachtlichem Flair.
Im Mittelpunkt des Geschehens stehen in diesem Band vor allem Kara Hastings, die in Briar Creek soeben eine Cookie-Bäckerei eröffnet hat und die sich dagegen erwehren muss, dass jeder denkt, dass sie diese Geschäftsidee schnell wieder aufgeben wird, und Nate Griffin, der in Briar Creek zu Besuch bei seiner Tante ist und ebenfalls mit Vorurteilen zu kämpfen hat.
Insbesondere Kara ist überaus engagiert, zugleich hat sie aber stellenweise auch sehr wenig Selbstwertgefühl. Sie macht ihr Verhalten oftmals davon abhängig, was die anderen über sie sagen (könnten). Nach und nach gewinnt sie jedoch mit Hilfe ihres persönlichen Umfelds, und vor allem dank Nates Hilfe, an mehr Selbstvertrauen.
Als Kara und Nate das erste Mal aufeinander treffen, ist es nicht sofort Liebe auf den ersten Blick bei Kara, auch wenn von Beginn an die Funken sprühen. Zu arrogant und selbstgefällig kommt Nate anfangs daher, so dass es einem auch als Leser zunächst ein wenig schwer fällt mit ihm Mitgefühl zu haben, als Kara ihn von sich weist. Im Laufe des Romans erfährt man jedoch, warum Nate der ist, der er ist, so dass sein anfängliches Verhalten einen Sinn ergibt. Briar Creek bewirkt außerdem auf den überzeugten Großstädter einen Wandel des Wesens, so dass zwischen Kara und Nate irgendwann eine tolle Harmonie entsteht, auch wenn die zunächst nur von Dauer erscheint.
Dieser Roman schafft es neben einer tollen Liebesgeschichte, den perfekten Geist von Weihnachten einzufangen. Mal abgesehen, von der winterlichen Kulisse, in die die Handlung eingebunden ist, treten durch Reaktionen und Verhaltensweisen, der wahre Sinn von Weihnachten, die Nächstenliebe zutage. Ich für meinen Teil habe mir beim Lesen gewünscht real vor Ort zu sein. Ich konnte den Keks- und Kakaoduft förmlich riechen und habe mich beim Lesen ein weiteres Mal in den kleinen Ort mit seinen Bewohnern verliebt.
Allerdings muss ich auch leichte Kritik äußeren, da ich das Ende ein wenig abhakt und übereilt fand. Klar, wusste ich, dass mich ein Happy End erwartet. Jedoch tritt dies für jede Figur ein. Plötzlich ist alles eitel Sonnenschein und selbst Figuren, die zunächst mit sich und ihren Entscheidungen hadern (Molly, Karas Schwester) sind sich plötzlich über ihr Leben in Klaren?! Das wirkte dann selbst auf mich ein wenig unglaubwürdig.
Des Weiteren spielen in diesem Roman zu viele Figuren eine kleiner oder größere Rolle. Auch wenn mir die Paare der vorherigen Bände durchaus geläufig waren, fand ich es gleichzeitig ein wenig verwirrend, dass diese im Roman oftmals zur gleichen Zeit zusammenkommen, so dass ich dann doch irgendwann ein wenig den Überblick verloren habe. Für jemanden, der die vorherigen Bände nicht kennt, wirkt dies vermutlich sogar eher störend. Hier würde eine kurze Erläuterung dazu beitragen, wer mit wem in Verbindung steht. Zwar wird dies stellenweise mal kurz erwähnt, aber nicht näher darauf eingegangen, so dass Nates Satz relativ am Ende "Sind eigentlich alle Leute dieser Stadt irgendwie mit einander verwandt?" ein Sinnbild für diese Verwirrung. Hier hat er mir aus der Seele gesprochen.
Mal abgesehen vom etwas zu schnellen Ende ist dies jedoch ein traumhafter Weihnachtsroman, der einem die Vorfreude auf Weihnachten nur noch größer werden lässt. Der Ort und seiner Bewohner ziehen einem in seinen Bann. Was will man mehr? Daher lautet mein Urteil:
Unbedingte Leseempfehlung!
Note: 2