Nach den Ereignissen im letzten Band war ich unglaublich gespannt, wie es hier nun weitergeht.
Wie zu erwarten führen die Kinder von Asha und Lucas, Noah und Erik, mit derart außergewöhnlichen Eltern alles andere als ein ruhiges Leben.
Während sie am Anfang, zusammen mit künstlich geborenen weiteren Erdenmenschen, in einer Kolonie wohnen, eskaliert die Handlung ziemlich schnell. Wobei ich allein die Idee der Soraner, die Menschen auf diese Weise zu erhalten, sowohl interessant als auch ein wenig makaber finde. Vor allem nachdem man am Ende erfährt, wie weit die Machenschaften mit DNA-Manipulation und Menschenzucht wirklich gingen.
Aber auch die Xalaner hielten einige üble Überraschungen bereit, zumal man einiges mehr über die berüchtigten Schatten lernt, zu denen auch der totgeglaubte Lucas zu werden droht. Dadurch war er für mich tatsächlich auch der interessanteste Charakter der Geschichte, und wie bereits erwartet erlebt vor allem er einiges an Character Development. Besonders den angeführten Aspekt mit Selbstzweifeln und Selbstbeschuldigung fand ich interessant dargestellt, vor allem in Verbindung mit dem drohenden Verlust seiner Eigenständigkeit und Menschlichkeit. Am besten fand ich den Moment am Ende, wo man sich nicht mehr sicher ist was tatsächlich passiert ist und was nur in Lucas's Vorstellung, als nämlich im Endkampf die Ereignisse seltsam werden.
Auch Asha hat einige Veränderungen durchgemacht, wobei es mich - wie bereits die Romanze in Band 1 - unter anderen Umständen gestört hätte, wie sehr sie an Lucas hängt und ihn auch nach seinem vermeintlichen Tod nicht loslassen könnte. Angesichts ihrer gemeinsamen Erlebnisse und der Tatsache, dass Asha auf Sora sowohl eine fremde als auch ein gefeierter Star ist, kann ich ihr Verhalten nachvollziehen.
Alpha rückt in diesem Band leider eher in den Hintergrund, aber dafür lernen wir seine und Zetas gemeinsame Tochter Theta kennen, welche wiederum eine interessante Figur ist die mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Erik und Noah fand ich als Figuren auch interessant, vor allem wie unterschiedlich sie sich entwickelt haben und wie verschieden ihre Persönlichkeiten sind. Noah ist eher der typische Held einer Geschichte, während Erik einen Fehler nach dem anderen macht und auch ansonsten einige zweifelhalte Eigenschaften aufweist. Während ich ihn nicht besonders mochte, fand ich jedoch gerade dies gut geschrieben, wenn man den ganzen Druck bedenkt unter dem er aufgewachsen ist und der Tatsache, dass Menschen nunmal verschiedene Eigenschaften haben und die Kinder zweier außergewöhnlichen Personen nicht automatisch werden wie sie.
Insgesamt war ich überrascht, wie weitreichend die Ereignisse rund um Menschen, Soraner und Xalaner wirklich reichen und wie viel Geschichte dahintersteckt. Dabei habe ich mich gefreut, mit meiner bereits in Band 2 aufkommenden Theorie bezüglich der Verbindung zwischen Menschen und Soranern - und anderer verdächtig menschlicher Völker - recht behalten zu haben. Der Archon war ein heftiger Gegner und auch wenn Lucas ihn letztendlich in einem Deux Ex Machina Moment besiegt hat, war er meiner Meinung nach ein guter Antagonist und auch die gesamte Idee der Hintergrundgeschichte fand ich sehr spannend.
Das Ende ist ein guter Abschluss; es lässt die Ereignisse an einer zufriedenstellenden Stelle enden und lässt dabei doch eine Hintertür offen, bei Bedarf in die Welt dieser Trilogie zurückzukehren.