Marvin Whitfield leidet unter der Tyrannei seines Vaters. Als er und seine erste Jugendliebe jäh auseinandergerissen werden, hilft ihm nur seine Liebe zur Musik über den Schmerz hinweg. Kurz darauf trifft er auf den elfenhaften Rob, durch den seine Weltsicht zum ersten Mal ins Wanken gerät. Marvin stempelt Robs Wahrnehmungen als Wahnvorstellungen ab und verdrängt die merkwürdigen Erlebnisse, die sich von da an auch in seinem eigenen Leben häufen. Als er einige Jahre später der außergewöhnlichen Lauren begegnet, ist bald nichts mehr so, wie es war. Marvin erfährt, warum ihn sein Vater wirklich hasste.
Bianca Helbing wurde 1989 im Kanton Zürich in der Schweiz geboren. Sie schreibt hauptsächlich Fantasy, die in der realen Welt angesiedelt ist, und eine Prise Romantik enthält. Realistische Geschichten können sie jedoch ebenso begeistern. Bianca hat eine Vorliebe für phantastische Kunst und bezeichnet sich als Music Nerd.
Seit Juni 2015 ist sie im Verein Schweizer Phantastikautoren aktiv. Ihr Debüt „Feenkinder“ erschien im November 2014 als E-Book beim Harper Collins Verlag, im Januar 2016 folgte die gedruckte Ausgabe im Selfpublishing. Ihr zweiter Roman „Die Fährmänner“ erschien im September 2016.
Marvin ist ein Heavy Metal Fan. Durch die Liebe zur Musik kann er dem Alltag entfliehen, der geprägt ist durch den tyrannischen Vater. Ein richtiges Familienleben findet nicht statt. Marvin reizt seinen Vater scheinbar nur durch seine bloße Anwesenheit. Die heile Welt findet er dagegen bei seiner Freundin Jessica. Leider dauert diese Phase nur kurz, denn sie zieht mit ihren Eltern nach Stockholm. Marvin ist wieder allein und flüchtet sich in die Musik. Durch eine Anzeige nimmt er Kontakt zu einer Band auf. Dadurch hat er außerhalb seiner Familie eine Anlaufstelle, er ist unter Gleichgesinnten und da gibt es noch Rob, den geheimnisvollen Bassisten....
"Die Art, wie er meine Hand drückte, die kaum merklichen Fältchen unter seinen Augen. Irgendetwas quälte ihn."
Schreiben kann Bianca Helbig, das spürte ich sofort. Auf eine lockere, aber auch eindringliche Art führt sie durch die Geschichte. Marvin merkt man sein verkorkstes Leben direkt an. Er ist ein Jugendlicher, hat bereits schlimme Erfahrungen hinter sich und findet keinen Rückhalt. Durch den Wegzug von Jessica ist er in ein tiefes Loch gefallen, mir kam er unvollständig vor.
Auf der einen Seite gibt es immer mal wieder kleine rätselhafte Hinweise, die auf etwas Unbekanntes hindeuten. Konkret wird das anfangs jedoch nie behandelt. Marvin macht einige Beziehungen durch und ich hatte das Gefühl, dass es ein verworrener Kreislauf ist, der meine Geduld sehr strapaziert. So verlor ich ein wenig die Lust an der Geschichte. An deren Aufbau konnte ich aber leicht erkennen, dass noch eine Auflösung folgen muss, die alles erklärt und vielleicht auch alles in anderem Licht erscheinen lässt.
Das Ende konnte mich nicht überzeugen. Ohne jetzt zu viel zu verraten, fehlten mir einfach Informationen. Kaum jemand war mehr echt, alles plötzlich anders. Auch Marvin war keine große Hilfe. Er fragte wenig, bekam noch weniger Antworten und wartete auf ein Wunder, dass sein Leben womöglich wieder in geordnete Bahnen lenken kann. Das Ende war mehr ein Aufgeben.
Zu der genannten Beziehung zu Rob sei noch erwähnt: ja, es ist eine schwule Liebe. Aber selbst wenn man so etwas bisher nicht gelesen hat und/oder davor eher zurückschreckt, es wird ganz neutral und alltäglich behandelt ohne ausschweifende Details. Das ist wirklich gelungen. Ingesamt war ich vielleicht einfach nicht die richtige Leserin für das Buch.