In Place de la Bastille geht es um Paul de Wit, der im Leben feststeckt. Er schreibt an einer alternativen Geschichte zur Flucht Ludwig XVI während der französischen Revolution, bei der dieser und seine Familie überlebt haben. Bei einer Forschungsreise in Paris, die eher als Befreiungsschlag aus dem Trott gelten soll, macht er ausgerechnet auf der Place de la Bastille Fotos, auf denen ein Mann abgebildet ist, der so aussieht wie er selbst.
Man erfährt in verschiedenen Rückblenden von seinem Leben, dass seine Eltern während des zweiten Weltkrieges verraten und nach Auschwitz deportiert wurden. Dass er über Kontakte in eine Pflegefamilie kam und in einem Heim für jüdische Kinder, deren Eltern im Krieg starben aufwuchs. Später macht er sich auf die Suche nach Informationen zu seinen Eltern. Wer waren sie? Wie haben sie gelebt? Wie sahen sie aus? Dabei erfährt er etwas unglaubliches: er hat einen Zwillingsbruder namens Philip.
Es beginnt für ihn eine Suche, die ihn fast wahnsinnig werden lässt.
Die Geschichte war durch die verschiedenen Zeitebenen manchmal schwer verständlich. Auch die fehlende Auflösung hat mich etwas frustriert zurück gelassen. Ich hätte gerne gewusst, ob er seinen Bruder nun findet und in seinem Leben doch noch Sinn finden konnte. Einzig die Information, dass er nach einer erneuten Reise nach Paris dort geblieben ist, bekommt man. Aber das reichte mir nicht wirklich.
Das Buch war zu kurz für die Geschichte und mit 100 Seiten mehr hätte sie sicherlich mehr Sterne bekommen.
Es kann jetzt nicht einfach vorbei sein??? Ich denke ich bin zu unrealistische Happy Endings gewöhnt, das hier war nicht happy. Aber irgendwie trotzdem gut! Bisschen Spoiler, Achtung: Der Hauptprotagonist ist ein niederländischer Jude und im Krieg geboren, kurz bevor seine Eltern deportiert worden sind. Im Laufe des Buches stellt sich allerdings heraus, dass er offenbar auch einen Zwillingsbruder gehabt hat, sie aber direkt nach der Geburt in unterschiedliche Heime kamen, anders registriert wurden und dann nie von der gegenseitigen Existenz erfuhren. Paul macht such dann auf die recht hoffnungslose Suche nach seinem Bruder, sein einziger Anhaltspunkt der Place de La Bastille. Er ist dabei aber auch nicht nur auf der Suche nach seinem Zwilling, sondern auch sich selbst, verzweifelt versucht er einem Teil seiner Vergangenheit zu begegnen, um irgendwas aus seiner Kindheit zu haben, etwas wahres, woran er sich festhalten kann. Its kind of sad 🥺
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Interessanter Hauptstrang in diesem recht kurzen Roman: Die Zufälligkeit der Weltgeschichte versus ihrer Zwangsläufigkeit. Und das auf 2 Zeitebenen: der gescheiterten Flucht Louis XVI nach Varennes und dem Holocaust.